Formal
gesehen sollte ein
Arbeitsblatt ein
Mindestmaß an graphisch ansprechender Gestaltung und übersichtlicher
Raumaufteilung aufweisen und die Funktionalität seiner Elemente erkennen
lassen.
Kopfzeile/Fußzeile
Da Schülerinnen und Schüler im Verlauf eines einzigen Tages
mitunter mehr als zehn Arbeitsblätter in den verschiedenen Fächern
erhalten, entstehen ihnen bei der Organisation ihrer Unterlagen nicht
selten Probleme. Häufig kann das Arbeitsblatt nicht dort abgelegt oder
abgeheftet werden, wo es eigentlich hingehört. Daher sollte ein
Arbeitsblatt immer eindeutig einem Fach, einem Stoffgebiet und/oder
Thema zugeordnet werden können. Am besten lässt sich dies durch eine
Kopfzeile lösen, in der dazu Angaben gemacht werden. Für die
Organisation und Verwaltung der Unterlagen durch den Lehrer könnten
Angaben in der Fußzeile des Arbeitsblattes vorgesehen werden.
Linker
und rechter Seitenrand
Damit ein Arbeitsblatt in einem Ordner oder Schnellhefter so eingeheftet
werden kann, dass sein Inhalt auch in eingeheftetem Zustand vollständig
gelesen werden kann, sollte der linke Seitenrand eines
Arbeitsblattes mindestens 3 besser noch 4 cm betragen. Aber auch
der rechte Seitenrand muss, sofern er Notizen und
Anmerkungen aufnehmen soll, so gestaltet sein, dass dafür genügend Raum
bleibt. Ein rechter Seitenrand von 3 cm besser 4 cm sollte dafür
vorgesehen werden.
Zeilenabstand
Je nachdem, wie z.B. die Textarbeit der Schülerinnen und Schüler
ausfallen soll, sollten Sie natürlich auch den Zeilenabstand
wählen. Während der Zeilenabstand im vorliegenden Absatzformat
"einfach" ist, kann es für Arbeitsblätter durchaus von Vorteil
sein, einen eineinhalbfachen oder doppelten Zeilenabstand zu
wählen, um Unterstreichungen, Einkastelunngen u.ä. durch die
Schülerinnen und Schüler leichter zu machen (vgl. Arbeitstechnik
Markieren).
Serifenschriften und serifenlose
Schriften
Natürlich stellt eine moderne Textverarbeitung (z.B. Microsoft Word)
heutzutage eine Vielzahl von Schriften zur Verfügung, mit der ein
Text gestaltet werden kann. Aber auch hier ist der andauernde Wechsel von
Schriften nicht immer angeraten.
Wahrnehmungspychologisch
betrachtet sind Schriften, die Serifen verwenden, leichter lesbar
als serifenlose Schriften. Wofür man sich entscheidet, hängt
natürlich auch von der Textlänge ab. Je länger ein Text ist, je kleiner
die Schriftgröße und je enger der Zeilenabstand, desto eher
sollte man den Serifenschriften den Vorzug geben.
Dennoch: eine wirklich ausgefallene Schriftgestaltung kann, wenn sie mit
Bedacht eingesetzt wird, durchaus Motivationseffekte für das Lesen haben.
Ein Blick in das wöchentlich erscheinende Jugendmagazin der Süddeutschen
Zeitung "jetzt"
könnte dafür den Blick schärfen.
Schriftgröße
Außer dem Zeilenabstand und der Schriftart spielt natürlich noch die Schriftgröße
eine wichtige Rolle bei den Textelementen auf einem Arbeitsblatt. Hier ist
natürlich die Funktion der jeweiligen Schriftgröße maßgebend, die
abschnittsbedingt, als Überschrift oder einfacher Fließtext,
natürlich anders ausfallen muss. Außerdem hängt die gewählte
Schriftgröße auch von der verwendeten Schriftart, von den
Lesegewohnheiten und zuletzt gar vom Sehvermögen des Adressaten ab, so
dass von daher nur ganz allgemein ein Mittelmaß angeregt werden kann.
Grafiken
Das Einfügen von Grafiken ist angesichts der Verfügbarkeit einer
Vielzahl von Cliparts (kleinere Grafiken), Grafiken und Bildern in
jedem herkömmlichen Textverarbeitungsprogramm ein beliebtes Mittel der
Textgestaltung geworden. Auswahl und Funktion dieser bildlichen
Darstellungen ist natürlich verschieden, sollte allerdings auf seine
methodisch-didaktische Bedeutung hin reflektiert werden.
Unerwünschte Nebeneffekte
Die Gewöhnung an das mehr oder weniger perfekt gemachte
Layout
eines Arbeitsblattes kann bei den
Adressaten mitunter auch zu unerwünschten Effekten führen:
-
Informationen und Unterrichtsmaterialien, die kein vergleichbares
Layout aufweisen können, werden als weniger wichtig erachtet.
-
Der Umgang mit einem weniger gut gemachten Arbeitsblatt schafft bzw.
verstärkt ohnehin vorhandene Motivationsprobleme.
-
Die Überbetonung der "Verpackung" von Informationen und
die dauerhafte Gewöhnung an ein ansprechendes Layout schafft oder
verstärkt die Tendenz zu einer Überbewertung formaler Kriterien.
Derartige Gefahren können jedoch auf der anderen Seite nicht darüber
hinwegtäuschen, dass die Bedeutung einer wirkungsvollen Aufbereitung und
Gestaltung von Informationen zunimmt. In einer Wissens- und
Informationsgesellschaft wird das Informationsdesign immer
wichtiger, weil in der Flut von Informationen nur noch diejenigen
Beachtung finden, die daraus herausragen können.
Gert Egle, zuletzt bearbeitet am:
27.08.2026