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Einzelne Lesetechniken und Lesestrategien

Speed Reading

 
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Themabereich: Lesen
Bergk, Johann Adam: Was heißt Bücherlesen? (1799) (Auszüge)
Bergk, Johann Adam: Was versteht man unter der Kunst, Bücher zu lesen? (1799) (Auszüge)

Dass man Texte unterschiedlich schnell lesen und dabei doch den Inhalt hinreichend zu erfassen kann, demonstriert das sogenannte »Schnelllesens (Speed Reading).

Dabei hat das Bestreben, möglichst schnell Informationen aus verschiedenen gedruckten Büchern zur Hand zu haben und zu lesen, schon vor und nach der Erfindung des Buchdrucks den Erfindergeist beflügelt, wie das Leserrad von Agostino Ramelli (1531-1600) aus dem 16. Jahrhundert zeigt, als Bücher zum Teil noch viele Kilogramm schwer waren. Manche sehen darin auch eine Art von analogem Hyptertextsystem, bei dem, wie er selbst anlässlich der Präsentation seiner Erfindung 1588 in Paris sagte, "ein Mann (...) eine größere Anzahl von Büchern lesen (kann), ohne sich vom Platz zu bewegen." (zit. n. Karin von Behr, Ein Bett für Zettels Traum, Über Leseräder, Schmökersessel, Büchersofas und andere Möbel zur Lektüre, in: SZ v. 15./16.3.1986)

Natürlich haben Lesemaschinen wie von Ramelli mit dem, was heute als Speed Reading verkauft wird, nicht viel zu tun, aber hinter beidem steht doch ein Geschäftsmodell.

Beim Speed Reading jedenfalls scheint dies durchaus auch ein lukrativ zu sein. Unzählige Kurse zum "Power Reading", "Turbolesen", "Scan Reading", "Alpha Reading" oder "Improved Reading" machen aus der Not vieler Menschen, die in engen Zeitplänen gefangen und unter "einem strikten Zeitregiment" einer rundum "bewirtschaftete(n) Zeit" leben (Safranski 2015, S.106) und im Gefühl der Zeitknappheit Zeit gewinnen wollen, eine Tugend. Sie versprechen, gegen eine stattliche Kursgebühr versteht sich, mit Abstandsregeln (Augenabstand zum Text soll 40 cm betragen), der Aufforderung den Text weder laut noch gedanklich mitzusprechen und allerhand anderer Tipps das Lesetempo normaler Leserinnen und Leser zu verdoppeln, wenn nicht gar zu verdreifachen.

Dieses rein leseökomisch ausgerichtete Lesen, das als kompetitives Lesen in Wettbewerben institutionalisiert und kultiviert wird, bringt zum Teil erstaunliche Schnellleser hervor, die mit 600 bis 700 Wörtern pro Minute etwa doppelt bis dreimal so schnell lesen wie der durchschnittliche Leser. Dabei sollen sie trotz des hohen Lesetempos den wesentlichen Teil des Textes, was immer da gemessen wird, erfassen.

Offenbar reicht aber auch die Anwendung von ▪ Lesetechniken, bei denen man den Text von vornherein nicht als Ganzes ▪ sequenziell oder ▪ intensiv lesen will und liest, z. B. beim ▪ orientierenden und ▪ diagonalen Lesen, aus, um die Lesegeschwindigkeit bei gleichzeitigem Erfassen von bestimmten Textstrukturen und Inhalten effektiv zu erhöhen. Und wird der Text ▪ suchend oder ▪ punktuell mit einem bestimmten Suchraster bzw. bestimmten Suchbegriffen gelesen, gilt dies um so mehr. Schnelllesende Überflieger/-innen von Texten heranzubilden, passt zudem ohnehin in keiner Weise zu dem Erwerb der ▪ Lesekompetenz, wie sie schulische Bildungsprozesse anstreben.

Hinzukommt im Übrigen, dass Behaltens- und Verstehensleistungen beim Lesen auch in ganz besonderer Abhängigkeit von dem Vorhandensein einer positiven Stimmung, also emotionalen Aspekten des Lesers, sind.

Im Idealfall sollte das, was für die Leseförderung gilt, eben auch für viele andere Lesesituationen gelten dürfen: "Lesen sollte (...) ein bewusst freudiges Erlebnis sein, um es zu einem erfolgreichen Erlebnis zu machen. Lesen sollte der Phantasie freien Raum geben, in kreative Problemlösungen einfließen und eben nicht nur als Pflicht und Bürde empfunden werden."  (Kiefer 2010, S.19)

Themabereich: Lesen
Bergk, Johann Adam: Was heißt Bücherlesen? (1799) (Auszüge)
Bergk, Johann Adam: Was versteht man unter der Kunst, Bücher zu lesen? (1799) (Auszüge)

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 29.08.2020

 
 

 
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