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Einzelne Lesetechniken und Lesestrategien (Auswahl)

Orientierendes Lesen

Skimming

 
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KOMPLEXE Lese- und Rezeptionsstrategien
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Wer einen Text mit der orientierenden Lesetechnik liest, im angloamerikanischen Sprachraum spricht man hier von Skimming (= abschöpfen, überfliegen), im Deutschen nennt man es auch überfliegendes Lesen oder mehr oder weniger synonym, aber nicht ganz so akzentuiert ▪ diagonales Lesen oder Querlesen, will sich einen Überblick über den Inhalt und den Aufbau eines Textes verschaffen. Dabei geht man auch bewusst das Risiko ein, einmal etwas Wichtiges zu überlesen.

Auch wenn man in gewisser Weise sagen kann, dass sich ein skimmender Leser damit erste Eindrücke über einen Text machen will, sind damit nur bedingt die spontanen "▪ Erstleseeindrücke" gemeint, die ein Text beim Lesen hinterlässt.

  • Wer einen Text "skimmt" will im Gegensatz zum ▪ sequenziellen Lesen einen Text von vornherein nicht vollständig lesen.

  • Zugleich geht es ihm/ihri m Unterschied zum ▪ suchenden Lesen (Scanning) dabei nicht um das Auffinden und Entnehmen ganz bestimmter Informationen aus einem Text mit bestimmten Schlüsselwörtern oder begrifflichen Schlüsselkonzepten.

Seine, zumindest starke, lesekönomische Ausrichtung macht das orientierende Lesen (Skimming) neben anderen Lesetechniken zu einer Form des sogenannten »Schnelllesens (Speed Reading), das darauf zielt, Texte besonders schnell zu lesen und doch den Inhalt hinreichend zu erfassen und zu verstehen.

Wie immer man zum "Turbolesen" und seiner individuellen und gesellschaftlichen Bedeutung stehen mag, ist es eben auch ein ▪ Geschäftsmodell, das als geschlossenes Konzept kaum etwas zur Förderung der ▪ Lesekompetenz in der Schule beitragen kann. »Schnellleser jedenfalls geben keine geeignete Antwort auf den

Sich über und in einem Text orientieren

Beim Skimming geht es vor allem darum, sich einen Überblick über Autor, Thema, Inhalt und Aufbau eines in der Regel kürzeren kontinuierlichen oder diskontinuierlichen Sachtext (auch: pragmatischer Text, Gebrauchstext, expositorischer Text, nichtfiktionaler Text) zu verschaffen. Es eignet sich weniger für literarische Texte, kann aber durchaus auch mit gewissen Einschränkungen dafür verwendet werden.

Skimming kann sich an andere Lestechniken anschließen wie z. B. an das bei Internetseiten übliche ▪ strategische Quer- und Stellenlesen, mit dem man entscheidet, ob Thema und Inhalt des Textes überhaupt zum eigenen Leseinteresse passen. Es kann aber auch anderen Lesetechniken wie z. B. dem ▪ suchenden Lesen (Scanning, dem ▪ sequenziellem oder ▪ intensivem Lesen vorausgehen und damit Teil einer ▪ Organisationsstrategie im Rahmen einer umfassenderen ▪ Lese- und Rezeptionsstrategie werden.

Zu den typischen Leitfragen, die einem das Skimming strukturieren können, zählen:

  • Wie lautet der Titel des Textes?

  • Wer hat den Text verfasst?

  • Wann wurde er geschrieben bzw. veröffentlicht?

  • Wo wurde er veröffentlicht?

  • Welche Textgliederungsmittel (z. B. Überschriften, Zwischenüberschriften, größere Absätze) geben einen knappen Einblick, worum es im Text geht und wie er sein Thema strukturiert?

  • Lassen sich Rückschlüsse aus der ▪ typographischen Schrift- oder Seitengestaltung ( z. B. besondere Textauszeichnungsmittel wie Hervorhebungen von Wörtern und/oder Textteilen durch Unterstreichungen, durch den Einsatz von Kursivschriften oder Fettdruck oder weiter Sperrung der Buchstaben  etc.) und anderen Elementen des ▪ Layouts auf Textinhalte mit größerer thematischer Relevanz ziehen?

  • Werden bestimmte Schlüsselbegriffe, die entweder hervorgehoben sein können oder nicht, im Text mehrfach wiederholt?

  • Verfüge ich selbst über ein Vorwissen zu dem Thema des Textes?

  • Lassen sich beim Skimmen und unter Heranziehung eigenen Vorwissens (z. B. Wissen über das Thema, allgemeines Weltwissen, Sprachwissen, Textmusterwissen) die Textart oder Textsorte und, bei literarischen Texten,  ggf. die Gattung und/oder das Genre erkennen? Lassen sich daraus Vermutungen über Adressatenorientierung und Textintention anstellen?

Beim orientierenden Lesen Annotationen vornehmen?

Grundsätzlich spricht nichts dagegen, wenn man beim orientierenden Lesen eines Textes schon sparsam ▪ Annotationen vornimmt, um bei der weiteren Arbeit am Text die entsprechenden "Orientierungspunkte" wieder schnell auffinden zu können.

Dies sollte allerdings sparsam geschehen. Bei längeren Texten kann man auch Buchzeichen (Favoriten, Textmarken) setzen. Wenn man  analog vorgeht, sollte man sich z. B. solche "Zettelchen" in einer angemessenen Anzahl vorher herrichten, um den Fluss des Skimming nicht allzu sehr aufzuhalten.

Ansonsten sollten (analoge oder digitale) "leichte Bleistiftstriche" genügen, mit denen Schlüsselbegriffe umkringelt oder deren, vielleicht schon angelesener Kontext mit einem längeren Strich am Seitenrand markiert werden kann.

Wichtig ist vor allem, dass diese ersten Markierungen bei der weiteren Textarbeit wieder leicht herausgenommen, "ausradiert", ergänzt und dem wachsenden Textverständnis angepasst werden können. Solche Markierungen sind also nur vorläufige Such- und Orientierungspunkte im Text, keine Kommentare, Gliederungsprinzipien, Querverweise u. dgl., die dem Sinn und Zweck des orientierenden Lesens entgegenstehen würden.

Allerdings: Wie man das im Einzelnen handhabt, kann man schon selbst aufgrund seiner eigenen Leseerfahrungen entscheiden, denn schließlich ist man ja in keiner Weise daran gebunden, Lesetechniken beim Lesen nicht nach Bedarf zu variieren. Das Einzige, worauf es ankommt, ist, dass dies möglichst reflektiert geschieht oder im Anschluss an einen umfangreichen Leseprozess auch (einmal oder häufiger) Gegenstand einer metakognitiven Betrachtung wird, um die eigene ▪ Lesekompetenz einschätzen zu können.

So wird's bei längeren Texten gemacht

Zur Beantwortung der obigen Leitfragen, die aber keineswegs systematisch erfolgen muss, kann man bei einem längeren Text z. B. folgendermaßen vorgehen:

  • In einem ersten Schritt orientiert man sich im Inhaltsverzeichnis über den Aufbau des Textes.

  • Dann zieht man, sofern sie vorhanden sind, vorangestellte Kapitelzusammenfassungen heran.

  • Gehen Sie dann das Kapitel, das ihr Leseinteresse befriedigen könnte, durch und versuchen Sie sich über die verwendeten Textgliederungs- und Textauszeichnungsmittel (Überschriften, Zwischenüberschriften, Wort- und/oder Texthervorhebungen im Text) einen ersten Eindruck über thematische und inhaltliche Schwerpunkte des Kapitels bzw. Textabschnitts zu gewinnen.

  • Wenn Sie den Text dabei schon nach bestimmten Schlüsselbegriffen absuchen und im Text auf diese stoßen, lesen sie den nächsten, diesen umgebenden Text durch, um sich ein näheres Bild zu machen, wie der Text ihre Bedeutung entfaltet. Dies wird auch als Anlesen bezeichnet. Beenden Sie diese punktuelle Anlesen aber auch wieder, sobald der Text sich mit Details dazu beschäftigt, die sie, zumindest beim orientierenden Lesen, nicht interessieren. Lesen Sie sich also keinesfalls fest!

  • Generell sollten Sie sich beim Schnelldurchgang durch den Text aber nicht verleiten lassen, die Dinge, denen sie Ihre lesende Aufmerksamkeit schenken sollten, einfach nur überfliegend "abzurastern", weil damit das Ziel, sich einen Überblick über den Text zu verschaffen, nicht erreicht werden kann. Dies gilt natürlich in besonderem Maße für komplexe und schwierige Texte.

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Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 29.08.2020

 
 

 
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