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Konzepte und Methoden beim Annotieren von Texten

Allgemeine Tipps für das Annotieren

 
ARBEITSTECHNIKEN
Glossar ▪ 
Arbeit mit Bildern Arbeit mit Texten Arbeitsaufträge Operatoren Texte erfassenÜberblick Lesen Bearbeitungsstrategien von Texten AnnotierenÜberblick [ Konzepte und Methoden Überblick Allgemeine Tipps ◄ ▪ Kontinuierliche Texte annotieren Diskontinuierliche Texte annotieren Digitales Annotieren am PC oder mit dem Tablet Gängige ProblemeSelbsteinschätzung/Fragebogen Exzerpieren Konspektieren Kürzen und Verdichten (Reduktionstechnik)Das Hauptthema eines Textes erfassen und eingrenzen Den Inhalt eines Textes erfassen Gedankengang und Argumentation in einem Text nachvollziehenTexte visualisieren Texte verstehen Texte verfassen/Schreiben ▪ Zitieren Lesekompetenz Schreibkompetenz
 

Kontinuierliche Sachtexte annotieren
Literarische Texte annotieren

Für das Lesen Zeit nehmen

Wer ▪ einen Text inhaltlich erfassen will, muss sich, das ist das Wichtigste, für das Lesen hinreichend Zeit nehmen. Dabei kann man einer bestimmten ▪ Lesestrategie folgen (z. B. der SQ3R-Technik nach Robinson), sollte aber unter Umständen auch mit affektiven und volitionale Stützstrategien dafür Sorge tragen, die Bereitschaft zum Lesen aufrechtzuerhalten.

Wenn es sich beim Annotieren um ▪ schulische Schreibaufgaben zur ▪ Textwiedergabe, ▪ Textanalyse, ▪ Texterörterung und ▪ Textinterpretation handelt, geht man dabei am besten ▪ Schritt für Schritt vor. Und bei diesem Vorgehen ist stets vorgesehen, dass ein Text mehrfach zu lesen ist.

Nur wenige Annotationen beim ersten Lesen des Textes

Bevor man mit dem Annotieren zur eigentlichen Textarbeit kommt, sollte der Text einmal in ganzer Länge durchgelesen werden, um sich einen Eindruck davon zu machen, worum es darin geht. Markierungen sollten bei dieser Primärrezeption des Textes dabei nur sehr zurückhaltend oder auch noch gar nicht vorgenommen werden. So kann man z. B. die Antworten auf allgemeine Fragen wie

  • Was verstehe ich nicht?

  • Welche Aussagen finde ich gut?

  • Was missfällt mir und findet meine Zustimmung nicht?

  • Was ist dem Autor/der Autorin des Textes wichtig?

  mit ein paar (vorläufigen) Längsstrichen am Seitenrand markieren.

Mit der zweiten Lektüre geht es los

Hat man sich auf diese Weise einen Überblick über den Text verschafft, kann man beim zweiten Lesen dazu übergehen, den Text mit Annotationen zu erschließen. Das geschieht in der Regel nicht nur mit einem weiteren Lektüredurchgang, sondern kann mehrmaliges Lesen erforderlich machen, um den Inhalt, Aufbau und Strukturen eines Textes herauszuarbeiten. Hier ist es auch angebracht, selbstgewählten oder bestimmten textsortentypischen Kriterien beim Annotieren folgen oder die Vorgaben der Schreibaufgabe als Suchanweisung für entsprechende Textstellen zu nutzen. 

Am besten kein Lineal und kein Textmarker nach der Primärrezeption

Es ist meistens keine gute Idee, den Text zeilenweise über einem Lineal zu lesen und dann Unterstreichungen vorzunehmen. Sehr oft wird dann am Lineal entlang zeilenweise unterstrichen, was einen bei der Erfassung des Textes häufig nicht viel weiter bringt.

Genauso verhält es sich beim Einsatz von Textmarkern, mit denen - vor allem wenn es sich um eine einzige Farbe handelt - oft längere Textpassagen flächenhaft angemalt werden. Eine strukturierte Erfassung unterschiedlicher Textmomente ist dann kaum möglich. Kommen Textmarker zum Einsatz, sollten sie erst gegen Ende des Annotationsprozesses zum Einsatz kommen, wenn man wirklich weiß, was man mit einem Textmarker zum Leuchten bringen will. Statt ganze Zeilen mit einem Textmarker anzustreichen oder zu unterstreichen, ist es mitunter sehr viel hilfreicher, wirklich gute Randmarkierungen anzubringen, die etwas darüber aussagen, was einem an der Textstelle aufgefallen ist!

Die Faustregel: Nie mehr als eineinhalb Zeilen am Stück hintereinander markieren

Wenn man Text markiert, sollte man tunlichst vermeiden, mehr als eineinhalb Zeilen hintereinander am Stück hervorzuheben. Manchmal scheint der Textmarker oder Stift wie von selbst weiterzuarbeiten, so dass am Ende nichts gewonnen ist.


Beispiel mit MS Word annotiert

Markierungen und Hervorhebungen variabel und bedacht verwenden

Um die Informationen eines Textes genau zu erfassen, kann man verschiedene ▪ Arbeitstechniken zum ▪ Annotieren mit Markierungen und Hervorhebungen einsetzen. Dabei können stets auch unterschiedliche Farben zur Kennzeichnung von Zusammengehörigem verwendet werden.

Als eigenaktive Tätigkeit, das weiß man aus der ▪ Verständlichkeitsforschung, ist das Markieren und Hervorheben eine ausgezeichnete Methode, um Texte zu verstehen. Während in einem Text schon vorhandene Markierungen und Hervorhebungen eine weitaus geringere Wirkung haben.

  1. Mit Unterstreichungen können schon bei der ersten Lektüre eines Textes wichtige Gesichtspunkte hervorgehoben werden. Allerdings sollte man nicht zeilenweise, d. h. mehrere Zeilen nacheinander unterstreichen. Stattdessen ist ein Längsstrich am Rand des Textes angebracht, wenn die Unterstreichung zwei ganze Zeilen übersteigt.
    Im zweiten Lektüredurchgang können dann bei genauerer Textkenntnis einzelne Begriffe und Wendungen in dem so markierten Abschnitt hervorgehoben werden. Selbstverständlich können auch Textmarker zum Einsatz kommen, wenn sie mit Bedacht und sparsam verwendet werden. Einen "Gesamtanstrich" sollte man vermeiden!

  2. Auch quer über den Text gezogene dünne Linien (am besten mit einem dünnen Bleistift!) können bestimmte Aussagen/Begriffe/Konzepte so miteinander in Verbindung bringen, dass das Begriffsnetz dahinter sichtbar wird.

  3. Schüsselbegriffe und -konzepte, typische Prozedurausdrücke für ▪ Textprozeduren können umrandet (ggf. auch separat aufgelistet) werden. Dies gilt auch zur Hervorhebung von ▪ Verknüpfungswörtern zur Hervorhebung argumentativer Strukturen in einem Text. Auf solche Verknüpfungswörter kann man z. B. gut zurückgreifen, wenn als ▪ Visualisierung des Textes eine ▪ Argumentationsskizze oder eine ▪ Concept Map erstellt werden soll.

  4. Mit Markierungen am Rand und innerhalb eines Textes und kurzen Randkommentaren verschafft man sich den nötigen Überblick über einen Text.

  5. Beim Exzerpieren werden längere Textpassagen mit eigenen Worten zusammengefasst und / oder auszugsweise wörtlich übernommen. Wenn Texte unter einer bestimmten Fragestellung exzerpiert werden, muss die gedankliche Struktur und der Argumentationszusammenhang des Ausgangstextes erhalten bleiben. Bei wörtlichen Übernahmen (Zitaten) muss am Ende eine Quellenangabe stehen. Sie gibt Aufschluss darüber, wo, z.B. auf welcher Seite, ein bestimmtes Zitat wieder zu finden ist.

Beispiele:

Abkürzungen und grafische Zeichen als Symbole verwenden

 Außer Unterstreichungen und Hervorhebungen aller Art kann man bestimmte grafische Symbole und Abkürzungen verwenden, um am Rand des Textes Markierungen anzubringen.  

Randmarkierungen

Markierungen innerhalb des Textes

Randkommentare

Sachtext
(Auswahl)

literarische Texte (Auswahl)

/ wichtig
// sehr wichtig
! erstaunlich
? fragwürdig
+ gut
- schlecht
einkreisen

einkasteln

unterstreichen

farbige Markierungen mit Leuchtmarker o. ä.

Th (These)

Arg (Argument)

Def (Definition)

Log? (Logik)

Bsp (Beispiel)

Anrede

vgl. S.

Proz (Prozedurausdruck)

Prozarg
(Prozedurausdruck für das Argumentieren)

...

Raum

eZ (erzählte Zeit)

EZ (Erzählzeit)

ChFigur1 (Charakteristik Figur 1)

Metapher

Vergleich

vgl. S.

Texte am PC/Tablet mit Annotationen versehen

Liegen die zu bearbeitenden Texte im pdf-Format vor, wie z. B. die teachSam-OER-Pdfs können Sie auch mit einem Annotationsprogramm bearbeitet werden (was auch auf dem Tablet funktioniert). Das geht zum Beispiel mit den neuen Versionen des frei erhältlichen Acrobat Readers oder anderen, speziell dafür ausgelegten Programmen. Dabei kann man z. B. zu folgenden Ergebnissen kommen (hier im Screenshot unter Einblendung der Textfelder mit dem Inhalt der an bestimmte Aussagen im Text fixierte Textnotizen.

Der Parallelkonspekt als integrierte Form zur Texterfassung

Eine zahlreiche Methoden der Texterfassung einschließende Technik ist die Erarbeitung eines ▪ Parallelkonspekts zum Text. Dieser setzt ▪ intensives Lesen des Textes voraus. Dieser kann auch sehr gut mit einem Annotationsprogramm am PC oder Tablet erstellt werden. (Digitales Annotieren am PC oder mit dem Tablet)

Beispiele für Parallelkonspekte

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 12.03.2024

 
 

 
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