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Texte verstehen

Überblick


Lesen und Verstehen eines Textes kann "als Interaktion zwischen einem vorgegebenen Text und der Kognitionsstruktur des/der Rezipienten/in" aufgefasst werden (Christmann/Groeben 1999, S.162).
Wer sprachliche Äußerungen hört oder liest, verhält sich dabei aktiv und nicht passiv. Denn bei jedem rezeptiven Sprachgebrauch muss man auch etwas tun, wenn man die sprachlichen Äußerungen verstehen will. Man muss

  • Wörter wiedererkennen,
  • sprachliche Strukturen entschlüsseln
  • den Textsinn herausbekommen

Textverstehen ist ein komplexer Vorgang

Textverstehen ist wie jedes Verstehen ein komplexer Vorgang, in dem verschiedene Faktoren eine Rolle spielen. Außer den sprachlichen Faktoren sind dabei auch Faktoren wie Absichten (Intentionen), Situation, Ziele, die psychische Befindlichkeit des Rezipienten usw. von Bedeutung.
Jede Arbeit mit Texten, die nicht allein auf das Verfassen von Texten ausgerichtet ist, zielt in irgendeiner Weise auf das Verstehen eines vorgegebenen Textes ab. Wer einen Text liest (oder auch hört), sei es ein literarischer (fiktionaler) Text oder ein pragmatischer (nichtfiktionaler) Sachtext, möchte das Gelesene verstehen. Aber: wie jemand eine "Sache" oder einen Text versteht, hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab. Das richtige, im Sinne eines einzig wahren Verstehen gibt es nicht.

Hauptaspekte des Verstehensprozesses

Jeder Verstehensprozess kann dabei unter den zwei Hauptaspekten betrachtet werden: aufsteigende (induktive) und absteigende (deduktive) Verstehensprozesse.
Grundsätzlich muss man beim Textverstehen zwei Hauptaspekte beachten:  

Aufsteigende Verstehensprozesse
bottom up - induktiv
Absteigende Verstehensprozesse
top down - deduktiv
  • Prozess "von unten nach oben":
    von Daten ausgehend zur Interpretation der Daten 

    • Erkennen der sprachlichen Zeichen

    • Zuweisen von Bedeutungen (Satzstrukturen, Satzbedeutungen)

  • Prozess "von oben nach unten":
    von Interpretationen (Vorerwartungen, Erwartungsrahmen, Erwartungshorizont) ausgehend zur Erkennung oder Verarbeitung von Begriffen und Strukturen

    • Bestätigen oder Verändern von bestehenden Vorerwartungen im Prozess der sprachlichen Informationsvermittlung

    • Fortwährender Auf- und Umbau des Erwartungsrahmens während des Verstehensprozesses (z.B. beim Lesen)

Die unterschiedliche Bedeutung der beiden Verstehensprozesse wird insbesondere bei sogenannten Fehllesungen sichtbar. Wer sich z.B. in einem Namen eine falsche Buchstabenfolge angeeignet hat (aufsteigender Prozess), bekommt diese nur noch unter Schwierigkeiten los, weil man ja beim Lesen längst schon weiß (absteigender Verstehensprozess), wie der Name (angeblich) lautet. Ebenso verhält es sich im Zusammenhang mit der Schwierigkeit, eigene Rechtschreibfehler zu erkennen. (vgl. Linke u. a. 1994, S.354f.)

Dennoch kommt es im Umgang mit Texten häufig darauf an, das jeweils eigene Textverständnis so zu erarbeiten, dass es auch für andere nachvollziehbar wird. Die Verständigung über Texte, ihren Inhalt, Aufbau oder ihre Form setzt damit auch häufig voraus, dass das Verstehen eines Textes bewusst angegangen und gesteuert wird. Ziel dieses Vorganges ist dann ein angemessenes Textverständnis, das sich auf die Aussagen eines Textes stützt.

Formen des Verstehens von Texten

Man kann verschiedene Formen des Verstehens von Texten unterscheiden:

Darüber hinaus gibt es natürlich noch eine ganze Reihe von Ansätzen aus der angewandten Leserforschung, die unter Akzentuierung der Textseite im Wechselwirkungsprozess von Leser und Text bestimmte Teilfähigkeiten oder Ebenen des Verstehens entwickelt haben.

Lesestrategien als Wege zur Herstellung eines Textverständnisses

Für das Verstehen von Texten sind bestimmte Lesestrategien förderlich. Sie können

Unter den Aspekten von Textoberflächen- und Texttiefenstrukturen (Kohäsion und Kohärenz) hat die Textlinguistik dazu weitere Modelle für das Textverstehen bereitgestellt.

Vgl. auch:

                 
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