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E-Books

Schreibdidaktische Überlegungen

 
 

Produkt- oder Prozessorientierung?

Von entscheidender Bedeutung ist bei der Arbeit mit E-Books natürlich die Frage, ob sie unter der Prämisse der Produkt- oder der Prämisse der Prozessorientierung stattfindet.

Produktorientiert könnte dabei so verstanden werden, dass am Ende des Schreib- und Gestaltungsprozesses ein publizierbares E-Book herauskommen soll. Dieses "Produkt" hätte allerdings ebenso wie sein ebenso oberflächlich verstandenes Pendant im Falle von Prozessorientierung keinen Bezug zum Gegenstand. Wenn E-Book-Erstellung also "nur" bedeutet, dass man bestimmte multimedialen Techniken verwendet, dann erfüllt sie ebenso wenig die Kriterien für prozessorientierte Schreibaufgaben.
Grundsätzlich ist die E-Book-Erstellung, wenn keine Vorgaben dazu gemacht werden, kein Schreiben und Gestalten auf der Grundlage eines normativen Musters, das über die von dem jeweiligen Programm ermöglichten Formaten, den Schreib- und Gestaltungsprozess determiniert.
Das bedeutet allerdings nicht, dass einzelne Texte eines E-Books nicht auch bestimmten produktorientierten, normativen Textmuster-Vorgaben unterworfen sein können.

  • Dies betrifft natürlich insbesondere den Deutschunterricht. So kann die Schreib- und Gestaltungsaufgabe für ein E-Book im Deutschunterricht z. B. auch die Aufgabe umfassen, darin eine Erzählung oder einen Bericht  zu einem bestimmten Thema zu verfassen. Ähnlich verhält es sich auch mit anderen schulischen Schreibformen, die zur Gestaltung von E-Books herangezogen werden könnten. Ähnlich könnte dies auch im Fremdsprachenunterricht sein.

  • In anderen Fächern wie z. B. Kunst könnten natürlich andere normativ-ästhetische Vorgaben zur E-Book-Gestaltung eine Rolle spielen.

Prozessorientierung bedeutet im Zusammenhang mit dem Schreiben und Gestalten von E-Books eben auch ein Vorgehen, das nicht im Endprodukt des E-Books oder einzelner seiner Elemente das grundlegende Ziel sieht, sondern den Prozess des Schreibens und Gestaltens (Schreibprozess) als einen Vorgang betrachtet, der sich in unterschiedlichen Etappen vollzieht. (→Allgemeines Schreibprozessmodell). Prozessorientierte Aufgabenstellungen bei der Erstellung von E-Books gliedern daher ebenso wie bei herkömmlichen nur textbasierten Schreibaufgaben einzelne Teilhandlungen aus dem gesamten Gestaltungsprozess aus und richten den Fokus auf Schreibhandlungen entweder beim Planen oder Formulieren oder Überarbeiten seiner Elemente. So müssen im Rahmen solcher Schreibaufgaben weder der gesamte Schreibprozess durchlaufen und keine komplexe Aufgabe bearbeitet werden, sondern lediglich ein Teilaspekt eines vielschichtigen Schreibprozesses. (vgl. Baurmann (2002/2008, S. 60).

Wenn die Schreib- und Gestaltungsaufgabe auf das umfassende Schreibziel "Erstellung eines E-Books zu Thema XY" ausgerichtet ist, also letzten Endes produktorientiert ist, kann der Gestaltungsprozess zwar zerlegt werden in Aufgaben wie Textproduktion, Video- oder Audioclip-Produktion u. ä. m. und die Reihenfolge und Gewichtung der Arbeitsschritte vorgenommen werden. Damit ist allerdings keine Prozessorientierung im vorstehenden Sinn erreicht.

Die Prozessorientierung i. e. S. ergibt sich daraus, dass die Bewältigung der einzelnen Schreib- und Gestaltungsaufgaben wie z. B. das Aufnehmen eines Interviews in einzelne Etappen wie z. B. Planung, Fragen entwerfen und überarbeiten, die Aufnahme machen und ggf. überarbeiten zerlegt wird.

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 06.09.2016
 

     
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