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WebQuests

Überblick

 
 
Das didaktische Modell der WebQuests geht auf Veröffentlichungen von Bernie Dodge und Thomas March in der Mitte der neunziger Jahre des vorigen Jahrhunderts zurück. In seinem Aufsatz "Some Thoughts About WebQuests“, der als erste Konzeptualisierung des WebQuest-Modells von Bernie Dodge im Jahre 1997 veröffentlicht worden ist, definiert er einen WebQest im Kern als eine auf das Suchen und Finden von relevanten Informationen aus dem Internet bezogene Aktivität eines Lerners bzw. einer Lerngruppe (inquiry-oriented activity).

Ein WebQuest ist nicht einfach eine andere Bezeichnung für die Internetnutzung zu Lernzwecken oder eine trendige Bezeichnung für Internetrecherchen.
WebQuests sind im Allgemeinen komplex angelegte Lernarrangements in einer Lernumgebung, in der das Internet jedoch eine zentrale Bedeutung besitzt (vgl. Wagner 2004) Neben dem erleichterten Zugriff auf Informationen aus dem Internet für einen handlungsorientierten Unterricht stellt die problemorientierte und situativ eingebettete Aufgabenstellung den Dreh- und Angelpunkt des methodisch-didaktischen Konzepts dar, mit dem sich mehr oder weniger problemlos an handlungsorientierte Methoden wie Fallstudien, Pro- und Contra-Diskussionen sowie Rollen- und Planspiele anknüpfen lässt. (vgl. Wagner 2007a, S. 3)

Bernie Dodge (1997) unterschied in seinem ersten Konzept zwei verschiedene Formen von WebQuests, die bei unterschiedlicher Dauer verschiedene Ziele im Sinne von Thinking Skills (Marzano 1992) ) anstreben:

Inzwischen hat er dieses Konzept erweitert und unterscheidet die folgenden 12 Standarfdormate von WebQuests: WebQuests verlangen eine Einführung in das Thema bzw. Problem, das bearbeitet werden soll. Dabei kommt der Auswahl des Themas große Bedeutung zu, da auch von ihm abhängt, mit welcher Motivation Schülerinnen und Schüler an die Aufgaben herangehen. Grundsätzlich soll das Thema interessant sein und im Idealfall sollte die Lösung des aufgeworfenen Problems für die Schüler Bedeutung haben. (vgl. Gerber 2003, S.10) Sind diese Voraussetzungen gegeben sollte die Einführung inhaltlich und sprachlich bestimmte Anforderungen erfüllen, um ihr Motivationsziel zu erreichen.

Die Einführung sollte das Thema alters- und schulartgerecht

vorgeben, so dass das Problem bzw. der Sachverhalt, um den es geht, schnell und leicht verständlich ist und keine von Unklarheiten bedingten Motivationsbremsen auftreten können. Darüber hinaus müssen die Ziele des WebQuests deutlich werden.

Die Einführung kann dabei, inhaltlich gesehen, unterschiedlich ausfallen. Sie kann, wie Wagner (2004, S. 2) zeigt, z. B.

  • eine Ausgangssituation beschreiben

  • die Bildung von Expertenteams zu einem Thema umfassen oder

  • mit affektiv-einstimmenden Inhalten aufwarten

Grundsätzlich ist bei der Einführung alles möglich, was der Motivation dienen kann und was einer sinnvollen Einbettung des WebQuests in eine bestimmte Problemstellung förderlich ist. So sollten, gerade bei der Einführung auch Videos, Realien, Skizzen, Zeichnungen o. ä. Verwendung finden (vgl. Staiger 2003, S.40).

Beispiele

  • Als WebQuest, bei dem es darum geht, Entscheidungen zu treffen (Judgement Tasks), kann die motivierende E-Mail an die 5. Klasse gelten, die den von Stefan Kallenbach (2004) im Erdkundeunterricht des Goethe-Gymnasiums Düsseldorf konzipierten WebQuest »»"Ein Webquest im Fach Erdkunde ?!" zur konventionellen und ökologischen Landwirtschaft eröffnet.

  • Die Einführung zu einem ausgezeichneten »»WebQuest über die Geschichte der Industrialisierung in Amerika führt knapp in Thema und Zielsetzung ein, verweist aber mit Links schon auf bestimmte Themenschwerpunkte wie technological innovations, big bussiness, urbanization, immigration.

  • Eine Einführung in einen WebQuest, die einen affektiv-einstimmenden Charakter hat, zeigt das folgende von Wagner (2004, S. 2) zitierte Beispiel: "Stellt euch vor, ihr befindet euch in einem schönen grünen Wald, umgeben von Tausenden hoher Bäume. Ein brauner Klammeraffe lacht euch aus, während er von Baum zu Baum schwingt. Ihr greift nach einer reifen Mango ..."

WebQuests im Team

Grundsätzlich gesehen, können WebQuests für die verschiedene Sozialformen von Unterricht konzipiert sein. Sie können in Einzelarbeit, Partner- oder auch in Kleingruppenarbeit bzw. Gruppenunterricht zu bearbeiten sein. Aber WebQuests eignen sich eben in besonderer Weise für kooperative Lernformen. Die Zuweisung unterschiedlicher Rollen für die Mitglieder einer Arbeitsgruppe bzw. eines Teams, das einen bestimmten WebQuest bearbeitet, trägt dem Rechnung, indem

  • individuell zu erarbeitende Arbeitsergebnisse eingefordert werden, die dokumentiert werden sollten (Notengebung!)

  • dem einzelnen Verantwortung für das Gesamtarbeitsergebnis der Gruppe übertragen wird

  • die Integration der Arbeitsergebnisse in einem Gesamtprodukt der Gruppe verlangt wird

Dabei kann die Evaluation des Gruppenprozesses natürlich auch Teil des WebQuests sein, z. B. kleine Prozessanalyse, Tübinger Fragebogen o. ö.

Sind die WebQuest-Aufgaben komplex angelegt, sollten sie ohnehin in Teamarbeit bewältigt werden, wie schon Tom March (1998) betont hat. Allerdings verlangt der WebQuest im Team im Idealfalle aber auch

  • ein ausreichend komplexes Problem

  • eine möglichst multiperspektivische Herangehensweise

  • ein arbeitsteilig zu erarbeitendes Gesamtprodukt

Mindestvoraussetzung sollte sein, "dass arbeitsteiliges Vorgehen [...] zumindest sinnvoll wird." (Wagner (2004, S. 2)

 

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 15.09.2016
 

     
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