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Schreibstrategien

Wie gehe ich an das Schreiben heran?

Fragebogen zur Selbsterkundung


 

 

 

 
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Eine gute Idee: Über das eigene Schreiben nachdenken

Es gibt verschiedene Gründe, die einen veranlassen können, einmal über die Art und Weise, wie man schreibt, gründlich nachzudenken. Manchmal liegt ein ganz konkreter Anlass vor:

  • Man hat festgestellt, dass man immer wieder Probleme mit dem Schreiben hat. Oft kennt man so etwa überhaupt nicht, wenn man sich mündlich äußert.

  • Man ist unzufrieden damit, wie andere das, was man geschrieben hat, beurteilen oder bewerten.

  • Manchmal ist man aber auch einfach gespannt darauf, über seine Art zu schreiben etwas Neues über sich selbst zu erfahren.

Die Frage: Was für ein Schreibtyp bin ich eigentlich?

Wenn man sich genauer mit seinem Schreiben befasst, kann man manchmal gut erkennen, was das eigene Schreiben kennzeichnet und welchen Schreibtyp dies auszeichnet. Dabei darf man aber nicht erwarten, dass am Ende ein Schreibtyp steht, der sein Schreiben immer und nur auf eine bestimmte Art und Weise durchführt. Oft vermischen sich die Schreibstrategien miteinander und am Ende steht eben ein Mischtyp, der manches so und manches so macht.

Wichtig ist also nicht unbedingt, für welchen Schreibtyp man sich hält, sondern die Erkenntnis, wie man sich wirklich beim Schreiben verhält. Schließlich sind Schreibstrategien und Schreibtypen selbst nur Anhaltspunkte für ein Bündel von Verhaltensweisen beim Schreiben. Es sind reine gedankliche Konstrukte, die Annahmen über das Schreiben auf den Punkt bringen wollen und haben also hypothetischen Charakter.

Trotzdem: Wer sich dessen bewusst sind, kann das Konzept der Schreibstrategien dennoch nutzen, um sein Schreiben zu analysieren und selbst zu beurteilen. Zur Schreibkompetenz gesellt sich so die metakognitive Kompetenz. Letzte unterstützt einen z. B. dabei, sich bewusst zu machen, wie man denkt und handelt, und hilft dabei, das Schreiben und die eigene Schreibentwicklung selbst zu steuern.

Der Fragebogen zur Selbsterkundung: 20 Aussagen über das eigene Schreiben

Den nachfolgenden Fragebogen kann zur Hilfe nehmen, wenn man sein eigenes Schreibverhalten besser kennenlernen will. Er dient mit seinen 20 Aussagen über den Schreibprozes zur Selbsterkundung.

Aber: Seine Ergebnisse sind nicht so zu verstehen, dass daraus der bestimmte Schreibtyp ermitteln lässt, der für den Nutzer zutrifft,. Die Reflexion über Verfahrensweisen beim Verfassen von Texten soll - wie schon oben ausgeführt -  vielmehr für Fragen und Probleme sensibilisieren, die damit in Zusammenhang stehen.

Hintergrund dafür sind Erfahrungen, wonach etliche Schülerinnen und Schüler bei ihren Schreibaufgaben einfach schematisch einer, vielleicht auch zwei, irgendwann einmal verinnerlichten Schreibstrategie folgen, weil sie einfach in ihrer Schulzeit keine anderen Strategien kennen gelernt haben.

Als Beispiel dafür steht die Äußerung eines Studenten, den Mrotzek/Böttcher (2011, S. 38) wie folgt zu Wort kommen lassen:

"Man hatte mir im Laufe der Schulzeit beigebracht, Texte zu interpretieren, sie zu gliedern und man hatte darauf geachtet, dass sozusagen eine Basis für das Schreiben gelegt wurde. Man hatte mich mit der Rechtschreibung und der Grammatik vertraut gemacht und diese immer weiter ausgebaut. Vernachlässigt wurde jedoch, eine Grundlage zur eigentlichen flexiblen Schreibkompetenz zu legen. Diese Schreibkompetenz musste ich mir in gewisser Weise selbst aneignen und dies führte schließlich dazu, dass ich Texte, seien sie in einem zeitlichen Rahmen oder nicht, seien es Kurzgeschichten oder längere Erörterungen, immer auf die gleiche Weise anging und vollendete. Ich verwendete diese Strategie, obwohl ich wusste, dass sie in vielen Fällen nur zu mittelmäßigen Ergebnissen führte. Dies geschah aus einer gewissen Verlegenheit heraus: 'Ich kannte einfach nichts Besseres.""

Was der Student beschreibt, ist schulische Realität. Wer z. B. einmal als Lehrperson beobachtet hat, wie Schülerinnen und Schüler nahezu jedes Thema bei der freien Problem- und Sacherörterung in Pro und Contra "durcherörtern", ohne sich um die Klärung der Schreibaufgabe zu kümmern, kann das auch gut nachvollziehen.

So weiß man dann auch, dass Schülerinnen und Schüler, wenn sie, wie beim schulischen Essay, schreibstrategisch zumindest teilweise auf eine andere Karte setzen müssten, in Blogs und ähnlichem zu hören bekommen: "Mach' dir keinen Kopf! Schreibe einfach so weiter, wie du das beim Erörtern auch gemacht hast. Bei mir jedenfalls hat's geklappt." (FAQs Essay)

Besser wäre es, den Schreibschwierigkeiten auf den Grund zu gehen und sich einmal damit zu befassen, was man tun kann, wenn man sich eben einen Kopf macht.

 

Ich kann dann am besten schreiben

Häufigkeit

(So gehe ich meistens vor)

Einstellung

(So macht es mir am meisten Spaß

Erfolg

(Dabei habe ich den größten Erfolg)

1

wenn ich mir vor dem Schreiben Notizen mache      

2

wenn einfach ich drauflos schreibe      

3

wenn ich genau plane, was ich schreiben will.      

4

wenn ich vorgegebene Arbeitsschritte nacheinander Schritt für Schritt abarbeite      

5

wenn ich an x-beliebigen Textteilen schreibe, zu denen mir gerade das meiste einfällt      

6

wenn ich ein vollständig ausgearbeitetes Konzept verfasse      

7

wenn ich mich mit dem Thema gut auskenne      

8

wenn ich mir im Kopf ausdenke, was ich jeweils schreiben will, und das dann niederschreibe      

9

wenn ich mir einen genauen Zeitplan mache      

10

wenn ich erst mal etwas niederschreibe und dann beim weiteren Schreiben so lange – auch im Rückgriff – korrigiere, bis ich damit zufrieden bin      

11

wenn ich mit dem Schluss anfange      

12

wenn ich den zuerst geschriebenen Text noch einmal ganz neu schreiben kann      

13

wenn ich das Thema in kleine Portionen aufteile und dann einen kleineren Text verfasse, von dem ich annehme, dass er irgendwie dazugehört      

14

wenn ich mal nach Plan, mal gerade drauflos schreibe      

15

wenn ich Zeit habe, den Text richtig zu überarbeiten      

16

wenn ich intuitiv einfach dem folge, was mir zum Thema einfällt      

17

wenn ich eine Idee für das Ganze habe, dann ergibt sich der Rest fast von alleine      

18

wenn ich besonders schwierige und wichtige Gedanken in einem Konzept ausformuliere      

19

wenn ich das Thema möglichst genau erschlossen habe      

20

wenn ich weiß, wo ich beim Schreiben eigentlich hinwill      


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Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 30.08.2018

     
 

 
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