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Schreibaufgabe

Leistungsaufgaben

 

 
DIDAKTIK
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1. Leistungsaufgaben werden im besonderen Setting des Leistungsraums erbracht; 2. in der Schreibdidaktik zeichnen sich  Leistungsaufgaben durch bestimmte Qualitätsmerkmale aus.
Sie

  • werden in einem individuellen, produktorientierten Schreibprozess bewältigt

  • überprüfen die individuelle Lernentwicklung

  • überprüfen, inwieweit Kompetenzen, Fähigkeiten und Fertigkeiten in einem individuellen Lernprozess erreicht werden

  • gehen aus unterrichtlichen Lehr-/Lernprozessen hervor

  • verlangen den Transfer der erworbenen Fähigkeiten und des neu erworbenen Wissens in einen neuen Kontext

  • folgen in der Regel einer zuvor erprobten Schreibstrategie

  • können vorlagengebundene, kontextgebundene oder freie Schreibaufgaben sein

  • machen ihr jeweiliges Anspruchsniveau transparent

  • operationalisieren mit geeigneten Operatoren das Schreibziel

  • geben hinreichende Informationen über den Handlungszusammenhang (Vorgaben), in dem das Schreiben seine problemlösende und kommunikative Funktion hat

  • konzipieren dem Gegenstand, dem Schreibziel und dem Textmuster gemäße Schreib- bzw. Arbeitsaufträge

  • machen im Allgemeinen Angaben (Vorgaben) zum Textmuster (= textmusterorientiertes Schreiben)

 

Extrinsische und intrinsische Schreibmotivation und den Motivation Crowding Effect berücksichtigen
Lernaufgaben und Leistungsaufgaben als Schreibaufgaben

Um sich den Unterschied zwischen beiden Aufgabentypen klar zu machen, muss man sich vor Augen halten, was Lernen im Vergleich zum Beurteiltwerden bedeutet und welche Konsequenzen die Unterschiede zwischen beiden auf das didaktische Design von Schreibaufgaben haben.

  • Wer lernt, erwirbt oder erweitert seine Kompetenzen. Das gilt uneingeschränkt natürlich auch für schulische Schreibaufgaben, die als Lernaufgaben konzipiert sind.
    Die Bewältigung von Lernaufgaben findet entweder allein oder gemeinsam mit anderen Lernern, mit Beratern i. w. S. (z. B. auch Elternteilen) oder Lehrpersonen statt. Ihr gemeinsamer Nenner: Ein Lernraum, der sich von dem Leistungsraum, der z. B. bei Prüfungen herrscht, erheblich unterscheidet. Dabei haben die beiden Begriffe keinen Ortsbezug im engeren Sinne.

    Der Lernraum für die herkömmliche unterrichtliche Bewältigung von Lernaufgaben im Klassenzimmer ist ein Setting, bei dem es zu einer besonderen, engen, aufeinander vielfältig bezogenen Verbindung von Handlungen und einer darauf mehr oder abgestimmten Umgebung kommt.

    • Die handelnden Akteure sind die Schülerinnen und Schüler als Schreibende sowie der bzw. die Lehrperson(en).

    • Das Programm der Schülerinnen und Schüler ist es, bestimmte Schreibaufgaben zu lösen bzw. zu bewältigen. Das Programm steht ganz im Zeichen des Kompetenzerwerbs. Wer es ausführt, will Bewährtes ausprobieren, neue Wege gehen, Neues lernen und verstehen. Dabei ist sind Irrwege zulässig, Fehler erlaubt, die im besten Fall selbst wieder Lernprozesse auslösen. Die Schreiberinnen und Schreiber erproben dabei schon erworbene Schreibkompetenzen und dürfen, selbst auf die Gefahr des "Scheiterns" hin, eigene Wege gehen. Die Schreibaufgaben können dabei auch mit unterschiedlichen Formen des kooperativen Schreibens bewältigt werden.

    • Das Programm der Lehrkräfte ist es, die Schülerinnen und Schüler zum Schreiben zu motivieren in ihren Schreibprozess zu beraten bzw. zu coachen.

    • Die Umgebung ist gewöhnlich das Klassenzimmer oder ein Kursraum mit seiner in der Regel geschlossenen Türe und mit Ausstattungen wie (Gruppen-)Tische, Stühle, Tafel, Whiteboards, Medientechnik wie z. B. digitale Audioabspielgeräte, Beamer, PC/Noteboos, Tablets etc. (je vielfältiger, desto mehr Möglichkeiten gibt es, sich dem Schreiben mit Medien zu nähern oder bestimmte Aufgaben im Schreibprozess mit bestimmten Medien anzugehen (z. B. Internetrecherche, kollaborative Textbearbeitung bei materialgestütztem Schreiben etc.)

Allgemeine Merkmale von Lernaufgaben

Lernaufgaben

  • zielen darauf, bestimmte Teilkompetenzen bzw. Fähigkeiten zu entwickeln

  • sollen dabei helfen, das zu erwerben, was in Leistungsaufgaben später geprüft wird, d. h. Leistungsaufgaben können nicht ohne vorangegangene Lernaufgaben gestellt werden

  • stehen in einer engen Beziehung zu dem jeweiligen "Zieltyp des Lernen" (Köster 2008, S.5)

  • beginnen in der Regel einen bestimmten Lernprozess

  • bauen aufeinander auf

  • differenzieren das Anspruchsniveau der Aufgabe mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden

  • führen bei dem an bestimmten Textmuster orientiertem Schreiben in das geforderte Textmuster und die neue dafür vorgesehene Schreibaufgabe ein

  • organisieren den Prozess zur Bewältigung der Schreibaufgabe im Allgemeinen in einem schrittweisen Vorgehen

Prozessorientierte Lernaufgaben

Prozessorientierung beim Schreiben ist nicht dann erreicht, wenn der Schreibprozess einfach in einzelne Schritte zerlegt (zerlegendes Schreiben) wird. Solche Schreibstrategien, die den Schreibprozess zerlegen, das Schritt-für-Schritt-Schreiben z. B., machen es also, zumindest allein, nicht aus.

Prozessorientierte Schreibaufgaben sollen ferner "der ständigen Durchmischung und Wechselwirkung aller beteiligten Prozessphänomene Rechnung tragen" indem den Schülerinnen und Schülern ermöglicht wird, "sich ausgiebig, unter verschiedenen Perspektiven, mittels unterschiedlicher Medien dem Text anzunähern" (Brugger 2004, zit. n. https://www.uni-bamberg.de/germ-didaktik/transfer/online-seminare/schreib-web/schreibprozess/ 9.10.2018).

Gute Leistungsaufgaben im Fachunterricht haben folgende Merkmale:

  • überprüfen die individuelle Lernentwicklung

  • überprüfen, inwieweit Kompetenzen, Fähigkeiten und Fertigkeiten in einem individuellen Lernprozess erreicht wurden

  • dienen zur Erkennung des Lernzuwachses

  • überprüfen erworbenes Wissen in kontextualisierter und dekontextualisierter Form

  • gehen aus unterrichtlichen Lernprozessen hervor oder werden "von außen" gestellt

  • werden in einer förderlichen individuellen Leistungssituation bewältigt

  • sind mit bekannten  mit bekannten Operatoren verständlich und klar formuliert

  • machen ihr Anspruchsniveau transparent

  • operationalisieren die Qualität des zu erstellenden Schreibprodukts/Textes

  • konzipieren dem Gegenstand und dem Schreibziel gemäße Arbeitsaufträge

  • sind nicht auf ein bestimmtes Muster festgelegt, sondern haben unterschiedliche Formate

  • basieren auf geeigneten Auswertungsstrategien zu Beurteilung bzw. der Leistungsmessung

  • verlangen u. U. den Transfer in einen neuen Kontext

(vgl. http://www.lehr-lern-modell.de/aufgabenstellungen, vgl. Jost/Knopp (o.J.),

 Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 12.11.2018

     
 

 
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