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Christian Fürchtegott Gellert (1715 - 1769)

Überblick

 
FAChbereich Deutsch
Glossar Literatur Autorinnen und Autoren [ Christian Fürchtegott Gellert Überblick Lyrische Texte  
Fabeln als Verserzählungen ] ...   Schreibformen Rhetorik Filmanalyse ● Operatoren im Fach Deutsch
 

Christian Fürchtegott Gellerts (1715-1769) war zu Lebzeiten in der Übergangszeit zwischen »Aufklärung, »Empfindsamkeit und »Sturm und Drang neben »Christian Felix Weiße (1726-1804) wohl der meistgelesene deutsche Schriftsteller. Vor allem seine als Verserzählungen gestalteten • Fabeln waren weithin bekannt.

"Grundstein seines Erfolgs war, dass er sich von der Dichtung für ein gelehrtes Publikum abwendete und einfache, für jedermann verständliche Poesie verfasste. Seine Botschaft war typisch aufklärerisch: Er wollte »dem, der nicht viel Verstand besitzt, die Wahrheit durch ein Bild ... sagen«. Das ist keinesfalls Überheblichkeit, sondern das Bestreben, vor allem den Mann auf der Straße zu erreichen. Wie seine aufklärerischen Dichterkollegen begriff Gellert Literatur als wesentliches Element gesellschaftlicher Praxis, als Instrument, mit dessen Hilfe dem Publikum Werte und vorbildliche Handlungsmuster vermittelt werden konnten." (Arto-Haumacher 1995)

Gellert wächst als fünfter Sohn einer Pfarrersfamilie in ärmlichen Verhältnissen im sächsischen Hainichen auf. Ab 1729 besuchte er die »Fürstenschule St. Afra in Meißen.

1734 beginnt er ein Studium der Theologie und Philosophie in Leipzig, welches er 1739 wegen Geldmangels unterbrechen muss. Ein erster Versuch, als Prediger tätig zu werden, war bereits im Vorjahr an seiner Schüchternheit gescheitert.

In der Folgezeit bestreitet er seinen Lebensunterhalt mit Privatunterricht sowie der Erziehung junger Adliger und vertieft seine Kenntnisse der französischen und englischen Literatur. Im Jahr 1744 schließt er sein Studium mit einer Dissertation über die Theorie und Geschichte der Fabel ab.

Während seiner Schul- und Studienzeit lernt er u. a. den Schriftsteller und Hochschullehrer für Redekunst und Sittenlehre »Karl Christian Gärtner (1712-1791), den Schriftsteller und Theologen »Johann Andreas Cramer (1723-1788), den Dichter und evangelischen Geistlichen »Johann Adolf Schlegel (1721-1793), den Schriftsteller und Übersetzer »Johann Arnold Ebert (1723-1795), den Schriftsteller »Nikolaus Dietrich Giseke (1724-1765) und den Schriftsteller »Friedrich Gottlieb Klopstock (1724-1803) kennen und wirkt als Herausgeber an den »Bremer Beiträgen einer wöchentlichen Zeitschrift mit dem vollständigen Titel Neue Beyträge zum Vergnügen des Verstandes und Witzes, die von 1744 bis 1759 erschienen ist. Darin erscheinen auch die ersten Beiträge Gellerts: Fabeln, Lehrgedichte, Erzählungen, Oden, Elegien und poetische Sendschreiben.

Seit 1745 hält Gellert als akademischer Lehrer in Leipzig Vorlesungen über Poesie, Beredsamkeit und Moral. Im Jahr 1751 wird er zum außerordentlichen Professor der Philosophie ernannt und ist seitdem als Universitätslehrer tätig.

Sein Wirken als akademischer Lehrer in Leipzig führt dazu, dass seine Moralvorlesungen bei seinen Zeitgenossen auf großes Aufsehen stoßen. So bezeichnet »Johann Wolfgang von Goethe (1739-1832), der als Student bei ihm Poetikvorlesungen hört, seine Morallehre als "Grundlage der deutschen Sittenkultur" und urteilt weiter über ihn wie folgt: "Die Verehrung und Liebe, welche Gellert von allen jungen Leuten genoss, war außerordentlich. Es kostete einige Mühe, zu ihm zu gelangen. Seine zwei Famuli schienen Priester, die ein Heiligtum bewahren ..."

Seit Ende 1759 erhält Gellert anonym von »Hans Moritz von Brühl (1736-1809), einem seiner Lieblingsschüler, eine jährliche Pension von 150 Talern und aus dem Nachlass »Gottfried Mascovs (1698-1760) ein Gnadengehalt von 450 Talern. Allerdings ist Gellerts Gesundheit bereits seit Längerem beeinträchtigt, zudem leidet er an ausgeprägter Hypochondrie. Weder Kuraufenthalte noch Reisen nach Berlin, Karlsbad und Dresden führen zu einer wirklichen Verbesserung und Stimmungsaufhellung.

Im Jahr 1761 lehnt er aus Sorge um seine Gesundheit eine ordentliche Professur für Philosophie ab. Während der Korrekturarbeiten am Manuskript der »"Moral" verschlechtert sich Christian Fürchtegott Gellerts Gesundheitszustand so entscheidend, dass er im Alter von 54 Jahren, wahrscheinlich an einem Unterleibsleiden und Tuberkulose verstirbt. Gellerts Tod wird in ganz Deutschland betrauert und sein Begräbnis in Leipzig zu einem gesellschaftlichen Ereignis.

(vgl. Wikipedia, vgl. Biografie auf zeno.org)

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 06.12.2024

  
 

 
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