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Das Reich in der frühen
Neuzeit (1256-1806)
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Kaiser und Reich
im Spätmittelalter und der Reformationszeit (1256-1648)
•
Überblick
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Die Häuser Habsburg
und Habsburg-Lothringen bis 1806 (Genealogie)
Die nachfolgende Zeittafel gibt einen umfassenden Einblick in
die Ereignisse, die zu der krisenhaften Situation im 16.
Jahrhundert geführt haben. Dabei steht zunächst die Politik von
Kaiser »Karl V. (geb.
1500, 1516/19-56) im Fokus, der mit seiner am Ende
gescheiterten Reichspolitik und der Expansion der vom Haus
Habsburg beherrschten Gebiete in Europa und der Welt, die er mit
seiner Idee eines universalen katholischen Kaisertums verband,
die Zeit besonders prägt. Die Konflikte, die in den Niederlanden
nach seiner Abdankung bzw. seinem Tod ausbrechen, gehen auch auf
seine Regierungszeit zurück, außer Italien vor allem die
habsburgischen-burgundischen und späteren spanischen Niederlande
immer wieder Schauplatz militärischer Auseinandersetzungen
zwischen Frankreich und Spanien um die Hegemonie in Europa
werden. Da es sich dabei neben dem Kampf um den rechten
christlichen Glauben stets um Kriege zwischen den Häuptern der
wichtigsten Dynastien in Europa handelt, die um ihrer
Machtinteressen willen und wegen ihres "renaissanehafte(n)
Streben(s) nach Ruhm und Ansehen" (Schilling
1994, S.23) Abertausende von Menschen in mörderischen
Schlachten aufeinander hetzen, bemüht sich die Darstellung immer
wieder darum, die jeweiligen Akteure zu nennen, statt mit
Bezeichnungen wie z. B. "Krieg zwischen Spanien und Frankreich"
den Eindruck zu erwecken, es habe sich um den Krieg der Völker
bzw. Nationen gehandelt.
Die Zeittafel versteht sich dabei nicht nur als eine Chronologie
der wichtigsten Ereignisse, sondern bietet mit Kommentaren dazu
auch Deutungen an, die nicht so versierten Nutzerinnen und
Nutzern Angebote zur Orientierung und Einordnung machen. Um die
Daten auch selektiv nutzen zu können, sind zahlreiche
inhaltliche Redundanzen enthalten, die beim rekurrierenden Lesen
als Brücken zwischen länger auseinander liegenden Ereignissen
dienen sollen.
1450 - 1492 -
1498 - 1500 -
1501 - 1503 -
1505 - 1506 -
1507 - 1508 -
1509 - 1511 -
1512 - 1513 -
1514 - 1515 -
1516 - 1517 -
1518 - 1519 -
1520 - 1521 -
1522 - 1524 -
1525 - 1526 -
1527 - 1528 -
1529 - 1530 -
1531 - 1532 -
1533 - 1534 -
1535 - 1536 -
1537 - 1538 -
1539 - 1540 -
1541 - 1542 -
1543 - 1544 -
1545 - 1546 -
1547 - 1548 -
1549 - 1550 -
1551 - 1552 -
1553 - 1554 -
1555 - 1556 -
1557 - 1558 -
1559 - 1561 -
1562 - 1563 -
1564 - 1565 -
1566 - 1567 -
1568 - 1569 -
1570 - 1571 -
1572 - 1573 -1579
- 1581 - 1584 -
1648
1450
↑
-
»Johannes
Gutenberg (1400-1468) revolutioniert mit der Verwendung
von beweglichen Lettern ab 1450 die herkömmliche Methode der
Buchproduktion (das Abschreiben von Hand) und löste in
Europa eine Medienrevolution aus, da sich Bücher damit
wesentlich schneller, billiger und vor allem auch in
größerer Zahl drucken lassen; Gutenbergs Buchdruck breitet
sich schnell in Europa und später in der ganzen Welt aus ( »Ausbreitung
des Buchdrucks); zwischen 1452 und 1454 entsteht seine »Gutenberg-Bibel
(»Lutherbibel);
dieses erste mit beweglichen Lettern gedruckte Buch in der
westlichen Welt, ist nicht nur eines der wesentlichen
Elemente für den Erfolg von »Martin Luthers
(1483-1546) »Reformation
im 16. Jahrhundert, sondern bringt auch das •
Lesen als Kulturtechnik
breiterer Schichten der Bevölkerung in der frühen Neuzeit langsam aber sicher voran;
allerdings sind die
prachtvoll gestalteten Bibeln sind nicht für den
Hausgebrauch einfacher Leute gedacht, die noch lange ▪
Analphabeten
bleiben; trotzdem bringt das Verfahren die allgemeine
»Alphabetisierung
voran; dies gilt in besonderer Weise auch für die im 15. und
16. Jahrhundert vergleichsweise stark urbanisierten Gebiete
in den Niederlanden, in denen zahlreiche Druckereien
entstehen, die auch für die starke und schnelle Verbreitung
der neuen reformatorischen Ideen in diesen Regionen sorgt;
1492
↑
1498
↑
15.11 Geburt von »Eleonore
von Kastilien (1498-1558), der älteren Schwester des
späteren »Karl V. (geb.
1500, 1516/19-56) in »Löwen;
sie ist später von 1519 bis 1521 durch Heirat mit
Manuel I. (1469-1521) Königin von Portugal und von
1530-1547 als Ehefrau von »Franz
I. (1494-1547, König seit 1515) französische Königin); sie
wächst wie ihr Bruder »Karl
zunächst unter der Obhut von »Margarete
von Österreich (1480-1530) in den Niederlanden auf;
1500
↑

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1501
↑
-
22.1. Aufnahme »Karls
in den 1429 von Herzog »Philipp dem Guten von
Burgund (1396-1467) gestifteten
»Orden des Goldenen Vlieses,
einem elitären Kreis von Angehörigen des Hochadels, die ein
außerordentliches Privileg genossen: Sie waren
nur der Gerichtsbarkeit des Ordens
unterworfen, die von der Gesamtheit seiner Mitglieder ausgeübt wurde.
Die Zugehörigkeit zum Orden wurde symbolisch durch ein goldenes
Widderfell symbolisiert, das an einem blau emaillierten
Feuerstein, dem Kennzeichen Burgunds, befestigt war.
-
Als »Graf
von Luxemburg, zu dem ihn sein Vater 1501 macht, wird er im
gleichen Jahr mit der Prinzessin »Claudia
von Frankreich (1499-1524) verlobt; deren Mutter »Anne
de Bretagne (1477-1514) erhofft sich davon, dass die
Bretagne auf diese Weise nicht an Frankreich fallen würde; doch
die vertraglich vereinbarte Ehe wird 1505 wieder annulliert,
Claudia 1514 mit
Franz I, (1454-1547, König seit 1515), dem König von
Frankreich, verheiratet;
-
18.7. Geburt von »Karls
Schwester »Isabella
von Österreich (1501-1526) in
»Brüssel;
später wird sie durch Heirat mit »Christian
II. (1481-1559) ab 1514
Königin von Dänemark,
Schweden und
Norwegen, sie wächst wie ihr Bruder »Karl
zunächst unter der Obhut von »Margarete
von Österreich (1480-1530) in den Niederlanden auf;
-
4.11. Abreise von »Karls
Eltern »Philipp
I. (1478-1506) von Kastilien, dem Schönen und »Johanna
von Kastilien (1479-1555), wo ihnen als zukünftigen
Thronfolgern gehuldigt werden soll;
1503
↑
1505
↑
1506
↑
1507
↑
1508
↑
1509
↑
1511
↑
-
Gründung der
»Heiligen
Liga zwischen
»Papst
Julius II. (1443-1513, 1.11. 1503 - 21. 2. 1513
römisch-katholischer Papst), den
»Eidgenossen (Soldbündnnis), dem Königreich
»Aragonien,
England (»Heinrich
VIII.(1491-1547), dem »Heiligen
Römischen Reich (»Maximilian
I., 1459-1519, ab 1512) und der
Republik Venedig. Sie wurde im Jahr 1511 gegründet und
richtete sich gegen den französischen König »Ludwig
XII. (1462-1515, ab 1498 König von Frankreich) mit dem Ziel,
die Gebiete zurückzuerobern, die dem »Kirchenstaat
entrissen worden waren, und den Einfluss Frankreichs
einzudämmen.
1512 ↑
1513 ↑
1514 ↑
1515
↑
-
1.1. »Ludwig
XII. (1462-1515, ab 1498 König von Frankreich) stirbt, ohne
männlichen Nachfolger; »Franz
I.(1494-1547) aus dem
Haus
»Valois-Angoulême, einer Nebenlinie des
»Hauses
Valois, wird König von Frankreich
-
5.1. »Maximilian
I., (1459-1519) lässt seinen Enkel
»Karl
in »Brüssel
für volljährig erklären, womit dieser Landesherr in den "Niederlanden"
wird; Rundreise Karls durch die
Niederlande;
-
24.3.
»Karl
wird mit der Prinzessin »Renée von
Frankreich (1510-1574), der zweiten Tochter des
französischen Königs »Ludwig
XII. (1462-1515, ab 1498 König von Frankreich) und seiner
Frau »Anne
de Bretagne (1477-1514) verlobt;
-
22.7. »Wiener Doppelhochzeit
(dynastische Verbindung des »Hauses
Habsburg mit der ursprünglich
polnisch-litauischen
Dynastie der »Jagiellonen,
die von 1386 bis 1572 die »polnischen
Könige und die »Großfürsten
von Litauen stellten, sowie ab dem 15. Jahrhundert »ungarische,
»kroatische
und »böhmische
Könige waren; nach dem Tod »Ludwigs
II. (1506-1526), dem letzten selbständigen Herrscher dieser
Reiche, der bei der Doppelhochzeit mit
»Karls
Schwester »Maria
von Ungarn (1505-1558) verheiratet worden war, fielen die
Reiche an die österreichischen Habsburger unter »Ferdinand
(1503-1564), der damit formal auch Herrscher über das vom
»Osmanischen
Reich eroberten mittelalterlichen
»Königreichs
Ungarn (»Schlacht
bei Mohács 1526) wurde; allerdings konnten die Habsburger
nur in einem Teil Ungarns, dem so genannten
»Königlichen
Ungarn, ab 1528 ihre Herrschaft ausüben; erst 1683 wurde das
osmanische Ungarn von den Habsburgern während des
»Großen
Türkenkrieges (1683-1699) erobert und durch die Aufhebung
der Dreiteilung Ungarns wieder als
»Königreich
Ungarn bezeichnet.
-
»Groningen und
»Friesland
kommen unter die Herrschaft des
»Herzogtums
Geldern unter seinem Herzog
»Karl
von Egmond (1467-1538)
-
»Georg von Sachsen
(1471-1539), der Bärtige, verkauft seine
Rechte an
»Friesland an
»Karl;
-
»Heinrich III.
(1483-1538), Graf von
»Nassau
und Herr von»
Breda, wird Statthalter von
»Holland und
»Zeeland (bis 1518);
-
»Floris von Egmond
(1469-1539) wird zum Statthalter der
»Herrschaft Friesland ernannt (bis 1518);
1516
↑
-
23.1. nach
dem Tod von
»Karls Großvater
mütterlicherseits, »Ferdinand
II. (1453-1516) von »Aragón,
wird
»Karl
als Carlos I. zum ersten König von Spanien, genauer von »Kastilien,
»León und »Aragón,
die er erblich in einer »Personalunion
vereinigt, verschiebt aber bis zum Herbst des nächsten Jahres
seine Reise nach Spanien, wo der die Huldigungen der spanischen
Stände persönlich entgegennehmen muss, um seine Erbansprüche
durchzusetzen und sich offiziell als König anerkennen zu lassen;
-
13.8.
»Vertrag von Noyon zwischen
»Karl
und dem französischen König »Franz
I. (1494-1547), mit dem Karl als Herzog von Burgund seine
Herrschaft in Burgund während seiner bevorstehenden Abwesenheit
innen- und außenpolitisch absichern will; der Vertrag. der gegen den
Willen seines in Norditalien mit Frankreich Krieg führenden
Großvaters »Maximilian
I. (1459-1519) zustande kommt, hat zur Folge, dass dieser mit
»Verona seine letzte Positionen in Italien räumen muss;
trotz gegenseitiger Freundschaftsbeteuerungen zwischen Karl und
»Franz
I. kommt es nicht zu einem dauerhaften Frieden zwischen den
Dynastien der Häuser »Habsburg
und »Valois;
der »machtpolitische
Gegensatz bleibt unüberbrückbar und nach der Wahl
»Karls
gegen seine Konkurrenten »Heinrich
VIII. von England und »Franz
I. 1519 zum »römisch-deutschen
König kommt es ab ǁ1521 zu kriegerischen Auseinandersetzungen
mit Frankreich; in »vier
weiteren Kriegen zwischen
»Karl
V. und »Franz
I. zwischen 1521 bis 1544 (Italienische
Kriege), dem Krieg
»Karls
V. gegen den neuen französischen König »Heinrich
II. (1519-1559, frz. König ab 1547) (1552-1556) und dem
Krieg von Karls Sohn
»Philipp II. (geb. 1527, 1556-98) gegen »Heinrich
II. (1557-1559), der mit den habsburgischen Siegen in den
Schlachten von »Saint-Quentin
(10.8.1557) und
Gravelines, in der Nähe von Calais (13.7.1558)
endet. scheint die
Auseinandersetzung für längere Zeit entschieden und Frankreich
scheidet für vierzig Jahre als weltpolitische Großmacht
aus und versinkt in »Religions-
und Bürgerkriegen.
1517
↑
1518
↑
1519
↑
-
12.1.
»Tod Maximilians
I.
(1459-1519)
-
28.6. Wahl
»Karls V.
zum »römisch-deutschen
König durch die sieben zur Wahl berechtigen »Kurfürsten
(drei geistliche »Fürstbischöfe:
die »Erzbischöfe
von »Mainz,
»Köln
und »Trier;
vier weltliche Fürsten: der »König
von Böhmen, der »Pfalzgraf
bei Rhein, der »Herzog
von Sachsen und der »Markgraf
von Brandenburg; das »Heilige
Römische Reich ist seit der »Goldenen
Bulle von 1356 ein »Wahlkönigtum
ist; um die deutsche Königswahl bewerben sich auch der
französische König »Franz
I. (1494-1547, König seit 1515), und der englische König »Heinrich VIII.
(1491-1547 König ab 1509); bei der Entscheidung der
Kurfürsten für Karl spielen neben den zeitüblichen hohen
"Bestechungsgeldern", die Karl unter anderem durch die Hilfe
des Augsburger »Bankhauses
der Fugger unter »Jakob
Fugger (1459-1525) an die wahlberechtigten Fürsten
bezahlt, auch das Prestige, das sich Karls Großvater und
Vorgänger im Amt Kaiser »Maximilian
I. (1459-1519, ab 1486 römisch-deutscher König) erworben
hatte sowie die Erwartungen der Fürsten, dass der neue König
und Kaiser in der Lage ist, das Reich an seiner Südostflanke
gegen Angriffe des »Osmanischen Reiches
zu schützen; als Karl V. deutscher König wird, ist das »Heilige
Römische Reich mit seinem übernationalen universalen
Kaisertum im Grunde nicht mehr als eine lose Klammer einer
Vielzahl größerer und kleinerer Landesherrschaften, die ihre
vormals königlichen Hoheitsrechte ausüben und in dem
Dualismus von Kaiser und Reich über ihre ständischen
Vertretungen ihre aus dem Mittelalter angestammten Rechte
und Privilegien
gegenüber allen Bestrebungen, das Reich zu einem vom
katholischen Kaiser zentral gelenkten Reichsstaat zu machen,
verteidigen; in der so genannten »Wahlkapitulation,
einem schriftlichen Vertrag zwischen den Kurfürsten und dem
Kandidaten auf die Krone, muss auch »Karl V.
vor seiner Wahl zusichern, dass er die fürstlichen
Privilegien achten und die Zustimmung der Fürsten zu
Gesetzen, reichsrechtlichen Verträgen und Reichssteuern
einholen und keine fremden Söldner für das »Reichsheer
anwerben werde; die tatsächliche Macht des Königs bzw. Kaisers
hängt, seitdem die mittelalterlichen »Kron-
bzw. Reichsgüter in die Hände
der Fürsten übergegangen sind, von seiner eigenen »Hausmacht
ab, den unmittelbar seiner eigenen Herrschaft als Fürst
unterstehenden Gebieten und den Einnahmen, die er daraus
erhält, um z. B. Heere anzuwerben, mit denen er seine
Interessen durchsetzen kann; aus diesem Grunde kommt der
»Hausmachtpolitik,
die darauf abzielt, durch dynastische Heiratsverbindungen,
militärische Eroberungen oder sonstigen Erwerb ein
territorial möglichst zusammenhängendes, »arrondiertes
Herrschaftsgebiet zu erlangen, stets eine besondere Bedeutung zu;
-
20.9. Beginn der Weltumsegelung
durch
»Ferdinand
Magellan (1485-1521) (bis Mai 1521), mit der schon »allgemein
bekannte Kugelgestalt der Erde praktisch
Eroberung Mexikos durch
den spanischen Konquistador »Hernán Cortés
(1485-1547) (bis 1521), der den Untergang des »Reichs
der Azteken bewirkt;
1520
↑
-
6.2. Erwerb des
»Herzogtums Württemberg
durch das »Haus
Habsburg; die Stände huldigen
Karls V.,
der sich durch seinen persönlichen Sekretär
Maximilianus Transylvanus vertreten lässt und bestimmt 1522
seinen Bruder »Ferdinand
(1503-1554) zum neuen Regenten des Herzogtums Württemberg
-
20.5.
»Karl V.
verlässt Spanien per Schiff und reist nach England, wo er
dem englischen »Heinrich VIII.
(1491-1547 König ab 1509) und seiner ersten Frau, seiner
Tante
Katharina von Aragon (1485-1536, Königin seit 1501)
einen fünftägigen Besuch abstattet, bei dem es u. a. um
künftige dynastische Verbindungen der beiden Königshäuser
sowie um ein Freundschaftsbündnis gegen den französischen
König »Franz
I. (1494-1547, König seit 1515) geht; wegen eines
Pestausbruchs in
Aachen, wo die Krönung stattfinden soll, bleibt »Karl V.
auf seiner Weiterreise zur Krönung in den Niederlanden,
meist in
Brüssel, besucht aber auch andere niederländische Städte
wie »Gent,
»Mechelen,
»Antwerpen
und in das unter englischer Herrschaft stehende »Calais,
wo er erneut mit dem englischen König »Heinrich
VIII. (1491-1547 König ab 1509) zusammenkommt;
-
21.9.
»Süleyman
I. (1495/96-1566), der Prächtige wird
»Sultan
des
»Osmanischen Reiches; während seiner mehr als vierzigjährigen
Herrschaft erreicht das Osmanische Reich seine größte
geographische Ausdehnung und seinen Machthöhepunkt
-
23.10.»Karl V.
wird in Aachen zum »römisch-deutschen
König gekrönt; wie sein Großvater Kaiser »Maximilian
I., (1459-1519), der 1508 den Titel "Erwählter Römischer
Kaiser" annimmt, ist Karl nach seiner Krönung zugleich auch
»römisch-deutscher
Kaiser des »Heiligen
Römischen Reiches; erst zehn Jahre später (1530)
lässt er sich als letzter Kaiser, der dies tut, dazu von
Papst »Clemens VII. (1523–1534)
in »Bologna
krönen; der »römisch-deutsche
König hat Anspruch auf die Kaiserwürde;
-
Comuneros-Aufstand in Spanien (bis 1522);
1521
↑
1522
↑
-
»Erbteilungsvertrag
von Brüssel (1522) der beiden Brüder
»Karl
(1519-56) und »Ferdinand
(1503-1564), der das »Haus
Habsburg in die »Österreichische
und »Spanische
Linie aufspaltet; die ehemaligen »Burgundischen
Niederlande kommen unter die Herrschaft der spanischen Habsburger;
nach der Abdankung »Karls V. im Jahr 1556 fallen
diese Länder endgültig formal an die Spanische Krone und wurden
als die spanischen Niederlande bezeichnet;
-
Reichstag von
Nürnberg (bis 1523)
-
»Ferdinand
wird Statthalter im Reich;
-
»Margarete
von Österreich (1480-1530) wird von »Karl
V. in ihrem Amt als Regentin der Niederlande bestätigt,
das sie ǁ1517 von Maximilian I. erstmals
übertragen bekommen hat;
-
19.6.
»Karls V.
schließt auf seiner Reise nach England den gegen den
französischen König »Franz
I. (1494-1547) gerichteten »Vertrag von
Windsor mit dem englischen König »Heinrich VIII.
(1491-1547 König ab 1509);
-
5.7. Geburt
von »Karls
V. Tochter »Margarete von Parma
(1522-1586), die er mit der jungen flämische Zofe »Johanna
van der Gheynst (1500-1541) während eines kurzen
Liebesverhältnisses zeugt; sie wird 1529 von »Karl
V. als seine Tochter anerkannt; neben dem ǁ1547
geborenen Sohn »Juan
de Austria (1547-1578) ist sie das zweite Kind, das von
den mehreren außerehelichen Kinder, die er hat, dazu als
einziges zu seinen Lebzeiten, offiziell anerkannt wird;
ihren Namen erhält sie nach der Tante des Kaisers und seit
ihrem Geburtsjahr Regentin der, »Margarete
von Österreich (1480-1530), an deren Hof in
Mechelen sie lange lebt; seit 1531 wird sie am
Brüsseler Hof ihrer verwitweten Tante »Maria
von Ungarn (1505-1558, ab 1531 Statthalterin der
Niederlande) wie eine Prinzessin würdevoll erzogen;
unter »Karls
V. Nachfolger
»Philipp
II., (geb.
1527, 1556-98); wird »Margarete von Parma
(1522-1586) ǁ1559 Statthalterin der Niederlande,
das sie innehat, bis »Herzog
von Alba (1507–1582) der im Auftrag des spanischen
Königs die Niederlande mit Gewalt "befrieden" soll, mit
seinem Heer (ǁ1567), in Brüssel
eintrifft und die Regentin de facto entmachtet; diese bittet
»Philipp
II., (geb.
1527, 1556-98) um ihre Entlassung und verlässt, nachdem
ihrem Gesuch stattgegeben wird, beim Jahreswechsel 1567/68
die Niederlande in Richtung Italien;
-
im Juli Rückkehr
»Karls V. nach Spanien;
-
28.12. Niederschlagung des »Comuneros-Aufstands;
-
Einführung der Inquisition in den
Niederlanden
mit ihren Sondergerichten durch »Karl V.;
1523 ↑
1524
↑
1525
↑
-
24.2.
Sieg der kaiserlichen Truppen in der
»Schlacht
bei Pavia in der
südlichen »Lombardei
im Norden Italiens gegen »Franz
I. (1494-1547, König seit 1515) und den mit ihm verbündeten
»Kirchenstaat
unter dem Papst »Clemens
VII. (1478-1534, Papst ab 1523), der sich ebenso wie der
französische König durch die habsburgische Expansion
eingekreist sieht; Gefangennahme
des französischen Königs »Franz
I. (1494-1547, König seit 1515), der nach Spanien gebracht wird;
-
Niederschlagung der Bauernaufstände in »Schwaben,
»Franken,
dem »Elsass,
»Deutsch-Lothringen
und »Thüringen
(im
»Kurfürstentum Sachsen und in »Tirol
1526) von Grund- und Landesherren niedergeschlagen, wobei,
geschätzt, zwischen 70.000 und 75.000 Menschen getötet
werden.
-
Reichstag von
Augsburg
1526
↑
-
14.1.»Friede
von Madrid zwischen
»Karl
V. und dem französischen König »Franz
I. (1494-1547, König seit 1515); Frankreich verliert darin
die Herrschaft über Mailand, Genua, das Herzogtum Burgund
und Neapel; nach seiner Freilassung aus spanischer
Gefangenschaft, in die er nach seiner Niederlage in der
»Schlacht
bei Pavia ǁ1525 geraten war,
widerruft der französische König den Vertrag und schließt in
der »Heiligen
Liga von Cognac erneut ein Bündnis gegen den Habsburger
»Karl
V.
-
19.1.Tod
von Karls Schwester Isabella von Österreich (1501-1526)
-
10.3. Eheschließung »Karls V.
mit »Isabella
von Portugal (1503-1559), der Tochter des portugiesischen
Königs »Manuel
I. (1469-1521) und dessen zweiter Ehefrau »Maria
von Aragón und Kastilien (1482-1517) in
Sevilla
-
22.5. »Franz
I. (1494-1547, König seit 1515) schließt mit »Clemens
VII. (1478-1534, Papst ab 1523), Mailand, Florenz und
Genua nach seiner Freilassung aus spanischer Gefangenschaft,
in die er nach seiner Niederlage in der
»Schlacht
bei Pavia ǁ1525 geraten war, mit der
»Heiligen
Liga von Cognac erneut ein Bündnis gegen den Habsburger
»Karl
V.
-
2.
Krieg Karls V. gegen Frankreich (1526-1529) unter dessen
König »Franz
I. (1494-1547, König seit 1515)
-
29.8. Niederlage des der »polnisch-litauischen
Dynastie der »Jagiellonen
entstammenden »ungarischen
Königs »Ludwig
II. (1506-1526) in der
»Schlacht
bei Mohács gegen das »Osmanische
Reich unter Führung von »Sultan
»Süleyman I.
(1495/96-1566), dem Prächtigen;
-
23.10. Wahl des
»österreichischen Habsburgers
und Bruders von
»Karl
V. »Ferdinand
(1503-1564), zum
»König von Böhmen
-
17.12. Erhebung »Ferdinands
zum »ungarischen
König
-
Reichstag von
Speyer
1527
↑
1528
↑
1529
↑
-
5.8.
Damenfriede
von Cambrai, der auf Initiative von »Margarete
von Österreich (1480-1530) und »Louise
von Savoyen (1476-1531), der Mutter des französischen Königs
»Franz
I. (1494-1547) geschlossen wird: »Franz
I. verzichtet darin auf alle Ansprüche in Italien (»Genua,
»Herzogtum
Mailand und »Königreich
Neapel) erkennt
»Karls
V. Souveränität über »Artois
und »Flandern
an, der wiederum Karl seine Ansprüche auf das »Herzogtum
Burgund verzichtet, das sich schon seit 1477 in
französischer Hand befindet;; zur Bekräftigung des Vertrages
heiratet Karls ältere Schwester
»Eleonore
(1498-1558,
»1519-1521
Königin von Portugal) ǁ1530 in Paris »Franz
I. und wird französische Königin;
-
erneuter Erlass eines Ketzeredikts
»Karls
V., der mit solchen Edikten (plakkate),12 insgesamt, schon
seit 1520, ab ǁ1522 mit der Einführung der »Inquisition
hart gegen die reformatorische Bewegung vorgehen lässt
-
Reichstag zu
Speyer erlässt das so genannte »Wiedertäufermandat
zur Bekämpfung der »radikalreformatorischen
Täuferbewegung, wonach diejenigen Personen, die so
genannte Wiedertaufe praktizierten oder an sich vollziehen
lassen, mit dem Tod zu bestrafen seien, sofern sie sich
nicht davon distanzierten und zu einer Sühneleistung bereit
seien; ebenso mit dem Tode bestraft werden sollten alle
Eltern, die die ihren neu geborenen Kindern die
Säuglingstaufe vorenthielten; die Täufer lehnen die sonst
praktizierte Kindstaufe als unbiblisch ab und propagieren
stattdessen die »Erwachsenentaufe
und verlangen, dass sich auch schon getaufte Christen erneut
taufen lassen; sie setzten dies, wo sie die entsprechenden
Machtmittel in die Hand bekommen, z. B´. im so genannten »Täuferreich
von Münster 1534/35 mit allen Mittel
einer theokratischen Terrorherrschaft durch; wegen ihrer
Taufpraxis werden sie auch Wiedertäufer genannt; wegen ihrer
kompromisslos radikalen Haltung werden Tausende
Anhängerinnen und Anhänger, überall wo sie auftreten,
besonders stark auch in den Niederlanden, als Opfer der
Inquisition gefoltert auf unterschiedliche Art und Weise
hingerichtet;
-
Reichstag von
Speyer
1530
↑
-
24.2. Krönung
»Karls
V. durch Papst »Clemens VII. (1523–1534) zum »römisch-deutschen Kaiser
in
»Bologna,
der damit den von »Karl
V. seit seiner Krönung zum »römisch-deutschen
König ǁ1520 geführten Kaisertitel im
Nachhinein bestätigt; für Karls
V. Vorstellung einer »Universalmonarchie,
wonach dem Kaiser Vorrang vor allen Königen zukam, war die
Kaiserwürde so bedeutsam, dass er – auch wenn er wie sein Großvater
»Maximilian
I. den Titel "Erwählter Kaiser des Heiligen Römischen Reiches"
angenommen hatte und er seit seiner Krönung zum »römisch-deutschen
König ǁ15200 schon (de facto) Kaiser
war, krönen lässt, was keiner seiner Nachfolger mehr tut;
-
Reise »Karls
V. über »Trient nach
»Innsbruck,
-
7.8. Hochzeit, der schon 1526 verabredeten Heirat, von
»Karls
V. älterer Schwester
»Eleonore
(1498-1558,
»1519-1521
Königin von Portugal) mit dem französischen König »Franz
I. (1494-1547) in Paris
-
20.6.bis
19.11.
»Reichstag von Augsburg
unter Anwesenheit Karls V., der zuletzt 1521 auf einem
Reichstag anwesend gewesen war; mit dem
von »Philipp
Melanchthon (1497-1560) verfassten »"Augsburger Bekenntnis" (Confessio Augustana) legen die
katholischen und die der
»Wittenberger Reformation
»Martin
Luther (1483-1546) zugewandten
»Reichsstände auf Aufforderung
»Karls
V. in einer offiziellen
Darstellung erstmals ihre Lehren dar, in der Hoffnung, dass
Kaiser Karl V., die Änderungen des kirchlichen Lebens, die in
den Territorien der Unterzeichner vorgenommen worden waren,
akzeptiert; doch dieser lässt deren Auffassung von
katholischen Theologen wie »Johannes
Eck (1486-1543) in der so genannten »Confutatio
Augustana "widerlegen" und fordert die dem
neuen Glauben zugewandten Reichsstände auf, diese
Widerlegung anzuerkennen; andernfalls würden die
Bestimmungen des »Wormser
Edikts von 1521 angewendet;
-
1.12. Tod »Margaretes
von Österreich (1480-1530), die bis dahin mit einer kurzen
Unterbrechung seit ǁ1507 Statthalterin
der Niederlande ist;
1531
↑
1532
↑
1533
↑
-
Jan. Heimliche Heirat des englischen Königs »Heinrich VIII.
(1491-1547 König ab 1509) mit »Anne
Boleyn (1501/07-1536, ab 1533 Königin), Mutter der späteren
Königin
Elisabeth I. (1533-1603, Königin seit 1558, Elizabeth Tudor),
mit der er bis zur offiziellen Scheidung von seiner ersten
Ehefrau »Katharina von Aragón
(1485-1536) im Mai in »Bigamie
lebt; Anne Boleyn, die dem König keinen männlichen
Nachfolger schenkt, fällt später in Ungnade und wird
ǁ1536 wegen angeblichen Ehebruchs und
Hochverrats auf dem Gelände des »Tower
of London enthauptet;
-
Rückkehr »Karls
V. nach Spanien;
-
neuerliche Annäherung des Papstes
an Frankreich bei einem Besuch von Papst »Clemens
VII. (1523–1534) in Marseille;
-
25.5. Scheidung des englischen
Königs »Heinrichs VIII.
(1491-1547 König ab 1509) von seiner ersten Frau »Katharina von Aragón
(1485-1536), der Tante
»Karls
V. und Mutter der späteren Königin »Maria
I. (1516-1558, Königin ab 1555) (Mary Tudor, die Katholische);
Papst »Clemens VII. (1523–1534)
lehnt die Nichtigkeitserklärung der Ehe auch aus Rücksichtnahme
auf »Katharinas
Neffen »Karl
V. .nach dem
Sacco di Roma im Mai
ǁ1527 strikt ab; »Heinrich
VIII. erkennt daraufhin den »Primat
des Papstes nicht mehr an und erklärt sich mit
Zustimmung des Parlaments mittels der »Suprematsakte
(1534) selbst zum Oberhaupt der »Church
of England, die dadurch am Ende die anglikanische Kirche
wird;
1534
↑
-
23.2.
Anhänger der »radikalreformatorischen
»Wiedertäufer
unter der Führung
»Jan
Mathys (1500-1534), dem wichtigsten "Propheten" der
niederländischen Täuferbewegung, reißen in dem von
Katholiken und anderen Protestanten verlassenen »Münster
die Macht an sich und errichten auf der Grundlage eines
radikalen Umbaus der Strukturen der Stadt das »theokratische,
so genannte »Täuferreich
von Münster; die Täufer, wegen ihren Ablehnung der sonst
praktizierten Kindstaufe die
Erwachsenentaufe propagieren und verlangen, dass sich
auch schon getaufte Christen erneut taufen lassen, auch
Wiedertäufer genannt, sehen sich mit ihren
apokalyptisch-endzeitlichen Vorstellungen berufen, ihre
religiöse und sozialen Vorstellungen mit allen Mittel
durchzusetzen und stellten sich damit gegen alle
Obrigkeiten; im Juni 1535 wird die Stadt Münster nach langer
Belagerung von den Truppen des
Fürstbischofs
Franz von Waldeck (1491-1553) befreit; die unter der
Führung von »Jan
van Leiden (1509-1536), der als Johann I. den
Königstitel annimmt, das "Königreich Zion" proklamiert und
sich einen luxuriösen Hofstaat leistet, während er seine
theokratische Terror gegen alle Andersdenkenden - wer gegen
die 10 Gebote verstoßen hatte, wird hingerichtet - wüten
lässt, wird wie Hunderte seiner Anhänger hingerichtet; da »Jan
van Leiden (1509-1536) sich nicht gemäß des »Wiedertäufermandats
von 1529 bekehren lässt, wird er wie andere führende Köpfe
der Täufer auf der Basis des 1529 im »Reich
eingeführten ersten Strafgesetzbuchs, der »Constitutio Criminalis Carolina (Peinliche
»Halsgerichtsordnung)
im 1536 mit glühenden Zangen auf qualvolle Weise gefoltert
und anschließend erdolcht. Ihre von Brandwunden übersäten
Leichen wurden in eisernen Körben, den so genannten »Täuferkörben,
am Turm der »St.
Lamberti-Kirche in »Münster
zur Abschreckung aufgehängt.
-
Wiedertäufer
scheitern mit ihrem Versuch, in »Amsterdam
die Macht an sich reißen
-
25.9
Tod von Papst »Clemens
VII. (1523–1534;
Paul III.
(1468-1549) wird neuer Papst;
-
29.6 »Vertrag
von Kaaden zwischen König »Ferdinand
(1503-1564) und dem protestantischen Herzog »Ulrich von Württemberg
(1487-1650, 1498–1519 und 1534–1550 regierender Herzog),
über den wegen seiner reichsfeindlichen Haltung schon 1516
von Kaiser »Maximilian
I., 1459-1519) erstmals die
Reichsacht (zum zweiten Mal 1521) verhängt worden war;
Ulrich kehrt in seine Stammlande des
»Herzogtums Württemberg
zurück, das ǁ1520 durch das »Haus
Habsburg erworben und seitdem im Auftrag »Karls V..
von seinem Bruder »Ferdinand
als Regent regiert worden war;
-
»Heinrich
VIII. erklärt sich mit Zustimmung des Parlaments mittels
der »Suprematsakte
(1534) selbst zum Oberhaupt der »Church
of England
-
Karl von
Egmond (1467-1538), der
»Herzog von Geldern, bietet dem französischen König »Franz
I. (1494-1547) angesichts der Tatsache, dass er keinen
männlichen Erben hatte, die
Nachfolge in seinen Landen und übergibt in einem geheimen
Vertrag mit ihm Geldern in die französische Lehnsherrschaft;
die Stände widersetzen sich und erzwingen, dass der Herzog
von »Jülich-Kleve-Berg
sowie Graf von »Mark
und »Ravensberg,
»Wilhelm
V. (1516-1592), genannt Wilhelm der Reiche, die Erbfolge
antreten sollte; Kaiser »Karl
V. beansprucht das »Herzogtum Geldern auch für sich und bekommt beim
Regensburger Reichstag im Jahr 1541 auch Recht; ab
ǁ1542 kommt es im Zusammenhang mit dem »4.
Krieg »Karls
V. gegen den französischen König »Franz
I. zu weiteren kriegerischen Auseinandersetzungen, weil
das mit Frankreich verbündete Geldern mit Truppen in die
burgundischen kaiserlichen Niederlande einmarschiert, nach
anfänglichen Erfolgen aber schließlich wegen mangelnder
militärischer Unterstützung Frankreichs kapitulieren muss und im
»Vertrag
von Venlo (ǁ1543) an das Haus
Habsburg fällt.
1535
↑
-
Militärische
Expedition »Karls
V. nach »Tunis
in Nordafrika im Kampf gegen das »Osmanische
Reich (Tunisfeldzug);
mit der Einnahme von Tunis hofft Karl, den Osmanen den
Zugriff auf das westliche Mittelmeer zu entziehen
-
nach der
Eroberung von Tunis, wo Karl persönlich anwesend war, reist
er nach Sizilien, besucht das »Königreich
Neapel und zieht wegen seines Sieges in Tunis nach einem
Triumphzug durch Süditalien in Rom ein
-
Fall des »Täuferreich
von Münster;
-
Wiedertäufer
scheitern mit ihrem Versuch, in »Amsterdam
die Macht an sich reißen
1536
↑
-
19.5. Die englische Königin »Anne
Boleyn (1501/07-1536, ab 1533 Königin), Mutter der späteren
Königin
»Elisabeth I. (1533-1603, Königin seit 1558, Elizabeth Tudor)
wird wegen angeblichen Ehebruchs und
Hochverrats auf dem Gelände des »Tower
of London enthauptet;
-
30.5.Heirat des englischen
Königs »Heinrichs VIII.
(1491-1547 König ab 1509) mit gläubigen Katholikin »Jane
Seymour (1509-1537, Königin ab 1536), die 1537 nach der
Geburt des gemeinsamen, einzigen legitimen Sohnes »Eduard
VI. (1537-1553, ab 1553 König) Heinrichs VIII. dem »Kindbettfieber
erliegt;
-
3. Krieg
Karls V. gegen Frankreich (bis 1538)
-
Dez. Rückkehr »Karls
V. nach Spanien
-
die niederländischen Provinzen »Groningen,
das sich immer wieder, der Herrschaft »Karls
V. widersetzt hat, und »Drenthe
unterwerfen sich »Karl
V.;
1537
↑

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1538
↑
1539
↑
-
19.4. »Frankfurter Anstand zwischen
den im »Schmalkaldischen
Bund zusammengeschlossenen Fürsten im »Reich
und dem Kaiser »Karl
V. bestätigt und erweitert die Regelungen des »Nürnberger
Anstands von 1532 und verfügt einen
zunächst auf sechs Monate befristeten Religionsfrieden im
Reich; »Karl
V. will mit dieser versöhnlicheren Religionspolitik ein
Bündnis der »Schmalkaldner
mit Dänemark und Frankreich gegen Habsburg verhindern
-
1.5. »Tod
der Kaiserin Isabella von Portugal (1503-1539, ab 1526
einzige Ehefrau »Karls
V.) zehn Tage nach der frühzeitigen Geburt des fünften
Kindes, das nur wenige Stunden lebt
-
Aufstand der
seit 1447 unter habsburgischer Herrschaft stehenden
»flandrischen Stadt »Gent,
die sich schon 1537 weigert, die Kriege »Karls
V. zu unterstützen, gegen Karls Schwester und seit 1531
amtierenden Statthalterin in den
habsburgischen »burgundischen
Niederlanden »Maria
von Ungarn (1505-1558),wird von Karls V. und der Regentin
Truppen niedergeschlagen;
-
»Karls
V. bestimmt seinen Sohn
»Philipp
(II., geb.
1527, 1556-98), bis zu dessen Antritt der Regentschaft im
Mai 1543 der Erzbischof von »Toledo,
»Juan
Pardo de Tavera (1472-1545), den den König in Spanien
vertritt, zum Regenten in Spanien
-
»Karl
V. erreicht reist durch Frankreich, wo er
in »Orléans
erneut mit dem französischen König »Franz
I. (1494-1547) zusammentrifft;
1540
↑
1541
↑
1542
↑
1543
↑
1544
↑
-
8.4. »Lamoral
Graf von Egmont (1522-1568) heiratet im Beisein »Karls V.
im Umfeld des Reichstages von Speyer »Sabine
von Pfalz-Simmern (1528-1578), Tochter des Pfalzgrafen »Johann
II. von Simmern (1492–1557) aus dem »Haus
Wittelsbach; sie ist zugleich Schwester des Kurfürsten
»Friedrich
III. von der Pfalz (1515-1576); »Graf von Egmont
und seine Frau führen danach eine glückliche Ehe und haben
»12 Kinder;
nach der Hinrichtung von »Graf von Egmont
ǁ1568 durch den spanischen »Herzog
von Alba, der seinen ganzen Besitz beschlagnahmen lässt,
lebt »Sabine
mit ihrer Familie in sehr ärmlichen Verhältnissen;
-
18.9. »Friede von Crépy und Meudon zwischen
»Karl
V. und dem französischen König »Franz
I. (1494-1547): Frankreich verzichtet auf seine Eroberungen
in Italien, vor allem auf das
Herzogtum Mailand (das
Reichslehen bleibt) und auf das zu Spanien gehörende
»Königreich Neapel. auf die Ansprüche in Italien; »Karl
V. gibt seine Ansprüche auf
Burgund
auf, auf das er aufgrund seiner Abstammung von
»Karl dem Kühnen (1433-1477), dem letzten burgundischen
Herzog aus dem »Haus
Burgund–Valois, bis dahin Ansprüche erhoben hatte;
»Karl
V. will mit diesem Friedensschluss freie Hand bekommen, um
seine Kräfte gegen seine im »Schmalkaldischen
Bund zusammengeschlossenen Gegner im »Reich
zu bündeln und Kräfte im Kampf gegen das »Osmanische Reich
in Ungarn freizubekommen
-
»Karl
V. verbringt den Winter in den Niederlanden;
-
Ludwig von Flandern, Herr von Praat, wird Statthalter
von »Holland und
»Zeeland.
-
Reichstag von
Speyer unter Anwesenheit von »Karl
V.
1545
↑
1546
↑
-
18.2. Tod »Martin
Luthers (1483-1546), der ǁ1517 mit seinen »95
Thesen gegen den Ablass die »protestantische
Bewegung ausgelöst hatte
-
»Schmalkaldischer Krieg (bis
1547) »Karls
V. gegen die im »Schmalkaldischen
Bund zusammengeschlossenen »protestantischen
Landesfürsten und Städte im »Reich
unter der Führung von »Kursachsen
und »Hessen;
»Karl
V. will damit den Protestantismus zurückzudrängen und
gegenüber den »Reichsständen
die kaiserliche Macht stärken.
-
Juli-November: »Donaufeldzug:
»Ulm,
»Augsburg und
»Straßburg kapitulieren vor den kaiserlichen
Truppen; »Karl
V. erlangt, nachdem auch Herzog »Ulrich von Württemberg
(1487-1650, 1498–1519 und 1534–1550 regierender Herzog)
und »Kurfürst
Friedrich II. (1482-1556) von der Pfalz sich der
kaiserlichen Übermacht beugen müssen und zu Weihnachten 1546
mit Verträgen zu Neutralität und hohen Geldzahlungen
verpflichtet werden; auch die weitgehend isolierten
oberdeutschen »Reichsstädte
müssen um die Jahreswende 1546/47 kapitulieren und etliche
der unterworfenen Städte und Fürsten werden von »Karl
V. öffentlich gedemütigt; allein Anfang 1547 leistete im
Süden des Reiches allein die »freie
Stadt »Konstanz
leistet Anfang 1547 noch Widerstand, wird aber im Oktober
1548 militärisch unterworfen, mit dem Verlust der
Reichsfreiheit bestraft, von »Karl
V. seinem Bruder »Ferdinand
(1503-1564) geschenkt und damit in das
habsburgische Vorderösterreich eingegliedert sowie im
Zuge der »Gegenreformation
rekatholisiert.
-
kurze Affäre »Karls
V. mit der
Regensburger Bürgerstocher »Barbara Blomberg
(1527-1597), auch bekannt als Schöne Barbara, mit der er
seinen Sohn Don »Juan
de Austria (1547-1578) zeugt, der später
Oberbefehlshaber der
»Heiligen
Liga von 1571 gegen das »Osmanische Reich
und Sieger der »Seeschlacht
von Lepanto wird; »Karl
V. lässt seinen Sohn im Alter von drei Jahren von seiner
Mutter trennen und in Spanien bei Pflegeeltern aufwachsen,
lässt ihn aber über seine Abstammung im Ungewissen, erkennt
ihn aber in seinem Testament als leibliches Kind an; von »Karls
V. Sohn, König
»Philipp II. (geb.
1527, 1556-98), wird dessen 12-jähiger Halbbruder, so wie es
der Vater testamentarisch verfügt hat, 1559 als Don Juan de
Austria bei Hofe eingeführt; »Karls
V. hat mehrere außereheliche Kinder; Don Juan ist neben
neben der bereits 1529 offiziell anerkannten Tochter »Margarete von Parma
(1522-1586) der einzige offiziell von Karl anerkannte Sohn
-
Reichstag von
Regensburg
1547
↑
-
28.1. Tod des englischen Königs »Heinrich VIII.
(1491-1547 König ab 1509); sein Nachfolger wird der
minderjährige »Eduard
VI. (1537-1553, ab 1553 König), der einzige überlebende
legitime Sohn Heinrichs VIII. und der gläubigen Katholikin »Jane
Seymour (1509-1537, Königin ab 1536), die 1537 dem »Kindbettfieber erliegt;
-
24.2. Geburt des illegitimen Sohnes
»Juan de Austria
aus der kurzen Affäre »Karls
V. mit der Regensburger Bürgerstocher »Barbara Blomberg
(1527-1597) (1546)
-
31.3. »Tod
des französischen Königs Franz
I. (1494-1547), dessen Nachfolger »Heinrich
II. (1519-1559, König ab 1547) aus dem »Haus
Valois-Angoulême wird
-
24.4.
Kaiserlicher Sieg in der »Schlacht
bei Mühlberg über den »Schmalkaldischen
Bund: der »sächsische
»Kurfürst
Johann »Friedrich
von Sachsen (1503-1554), der Führer der Protestanten,
wird gefangen genommen; neuer Kurfürst wird Herzog »Moritz
von Sachsen (1521-1553), der einer der wichtigsten
Gegenspieler Kaiser »Karls
V. bei der Reformierung des »Reichs
wird; Kapitulation von »Wittenberg
-
»Verlegung
des Konzils von Trient nach Bologna, das im Dezember
ǁ1545 eröffnet worden war; statt in dem
Reichsbistum »Trient
tagen die Bischöfe damit im
»Kirchenstaat, um sie der Einflussnahme durch Kaiser »Karl
V. zu entziehen und die Position der »römischen
Kurie unter Papst »Paul III.
(1468-1549, Papst seit 1534) zu verstärken; das Konzil
hatte gegen den Willen des Kaisers einen ganz und gar
kompromisslosen Kurs gegen die deutschen Protestanten
eingeschlagen
-
Reichstag von
Augsburg (bis 1548)
1548
↑
-
Reichstag von
Augsburg: mit der als »Augsburger Interim
bezeichneten kaiserlichen Verordnung will »Karl
V. nach seinem Sieg über den »Schmalkaldischen
Bund (1547) seine religionspolitischen Ziele im »Reich
für eine Übergangszeit durchsetzen, bis ein »allgemeines
Konzil über die Wiedereingliederung der »Protestanten
in die
katholische Kirche endgültig entschieden hätte; schon
ǁ1552 muss er nach einem Aufstand
protestantischer Fürsten (Fürstenaufstand)
die Verordnung zurückziehen und im »Passauer
Vertrag (ǁ1552) die konfessionelle Spaltung des »Reiches
hinnehmen.
-
25.5. »Burgundischer
Vertrag (auch: Vertrag von Augsburg) regelt die
staatsrechtliche Stellung der »(habsburgischen)
burgundischen Niederlande, der so genannten »Siebzehn
Provinzen, im Gefüge des »Heiligen
Römischen Reichs neu; »Artois
und »Flandern
werden aus der Lehensbindung an den französischen König
gelöst und den Territorien »Karls
V. angegliedert; Schaffung eines Obersten Tribunals und
einer Rechenkammer in »Mechelen,
die ausschließlich für die "Niederlande" zuständig sind; die
direkten Herrschaften »Karls
V. (»Herzogtum
Geldern, »Grafschaft
Zutphen, die Territorien »Hochstift
Utrecht, »Groningen,
Herrschaft »Overijssel
sowie die »Grafschaft
Drenthe) aus dem »Niederrheinisch-Westfälischen
Reichskreis herausgelöst und in den »Burgundischen
Reichskreis eingeordnet; dadurch unterliegt die neue
Einheit der burgundischen Erblande »Karls
V. der Rechtsprechung des »Reichskammergerichts
nicht mehr; mit der Pragmatischen Sanktion von 1549 erklärt
er sie zu einer unteilbaren Einheit und regelt damit die
Erbfolge für die burgundischen Niederlande;
-
Okt. auf
Geheiß seines Vaters »Karl
V. verlässt
»Philipp
(II., geb.
1527, 1556-98) Spanien und besucht für mehrere Jahre die
unterschiedlichen Territorien unter habsburgischer
Herrschaft. Von »Valladolid
aus reist er mit seinem Gefolge nach »Barcelona,
von da mit dem Schiff nach »Genua
und entlang der entlang der »spanischen
Straße über »Mailand,
»Tirol,
»Augsburg
und »Luxemburg
nach Mitteleuropa.; schließlich zieht er am 1. April 1549
feierlich in »Brüssel
ein.
-
»Philipps
(II., geb.
1527, 1556-98) Cousin Maximilian (II.) übernimmt die
Regentschaft in Spanien
-
Rheinreise »Karls
V.
1549
↑
-
1. 4. Im Zuge
einer auf Geheiß seines Vaters »Karl
V. durchgeführten mehrjährigen Reise in die verschiedenen
habsburgischen Territorien zieht
»Philipp
(II., geb.
1527, 1556-98) feierlich in
Brüssel ein; dort trifft er nach sieben Jahren wieder mit
seinem Vater »Karl
V. zusammen; anschließend bereist
»Philipp
ein Jahr lang die Niederlande und kommt in Kontakt mit dem
dortigen Kulturleben, das ihn nachhaltig prägt; von den
Niederlanden aus reist Philipp am 31. Mai 1550 ins »Heilige
Römischen Reich und nimmt bis zum 14. Februar 1551 an
der Seite seines Vaters am Reichstag zu Augsburg teil; dort
kommt es auch zum Treffen mit der »österreichischen
Linie der Habsburger von Karls Bruder »Ferdinand
(1503-1564);
-
Pragmatische
Sanktion »Karls
V. bestimmt die von ihm aus den Lehensverbindungen zu
Frankreich und dem Reich herausgelösten und dem »Burgundischen
Reichskreis zugeordneten »Siebzehn
Provinzen der "Niederlande" zu einer unteilbaren Einheit
und regelt damit auch die Erbfolge;
-
Jan de Ligne (1525-1568),
Graf von Aremberg, wird
Statthalter von »Friesland,
»Groningen,
»Overijssel
und »Drenthe
-
nachdem neben anderen Maßnahmen zur Stärkung der
ǁ1533 von der Papstkirche gelösten »Church
of England im Januar in England die
»Heilige Messe im
römischen Ritus abgeschafft wird, die Feiertage vieler
Heiliger gestrichen und neue Bekleidungsvorschriften für den
Klerus erlassen werden, wird »Maria
I. (1516-1558, Königin ab 1555) (Mary Tudor, die Katholische),
die sich schon geweigert hatte, den Eid auf ihren Vater »Heinrich VIII.
(1491-1547 König ab 1509) als Oberhaupt der Kirche von
England zu leisten und als zunächst vermeintlich illegitime
Tochter von der Erbfolge ausgeschlossen, dann aber wie »Elisabeth
I. (1533-1603, Königin seit 1558, Elizabeth Tudor), die
Tochter von »Anne
Boleyn (1501/07-1536, ab 1533 Königin) und ihrem Vater, 1544
in der Act of Succession von Heinrich VIII. an die zweite
Stelle seiner Nachfolgerinnen nach seinem Sohn »Eduard
VI. (1537-1553, ab 1553 König) gesetzt; im Frühling bittet »Maria
I. (1516-1558, »Karl
V. um Hilfe, der vom Vormund des minderjährigen Königs »Eduard
VI.,
Edward Seymour (1500-1522), verlangt, »Maria
nicht an der Ausübung ihrer Religion zu hindern, die ihrem
Glauben daraufhin im eigenen Haushalt folgen darf, aber bald in
Verdacht gerät, etwas mit verschiedenen Aufständen gegen die
neuen protestantischen Religionsgesetze, deren Aufschub »Maria
bis zur Volljährigkeit des Königs gefordert hatte;
-
14.9. nach dem Sturz
von »Edward Seymour (1500-1522) durch den Adel sieht sich
»Maria unter
dem neuen Vormund des Königs »John Dudley, 1. Duke of Northumberland stärker bedroht als
zuvor und bittet ihren Neffen »Karl
V. erneut um Hilfe, der daraufhin vom englischen
»Kronrat
die Garantie zur weiteren ungehinderten Ausübung des
katholischen Glaubens für seine Cousine
»Maria I. (1516-1558, Königin ab 1555) verlangt; aus einer
gemeinsam mit spanischer Hilfe geplanten Flucht aus England im
Jahr 1550 wird aus verschiedenen Gründen nichts, vor allem wohl
wegen des dadurch eingetretenen Verlusts der Thronrechte Marias:
-
10.11. Tod
von Papst »Paul III.
(1468-1549, Papst seit 1534)
1550
↑
1551
↑
-
Jan. »Eduard
VI. (1537-1553, ab 1553 englischer König) verlangt von seiner
Halbschwester »Maria
I. (1516-1558, Königin ab 1555) (Mary Tudor, die Katholische)
erneut die Anerkennung der neuen Religionsgesetze aus dem Jahr
1549 und lässt Freunde und Bedienstete Marias wegen Teilnahme an
der
»katholischen Messe verhaften; »Karl
V. droht daraufhin mit Krieg, was den »Kronrat zum Einlenken
bewegt und den Druck auf Maria verringert;
-
26.2. im »Reich
bildet sich eine schon 1550 angebahnte »Fürstenverschwörung
von Kurfürst »Moritz
von Sachsen (1521-1553) mit dem Markgrafen
»Johann
von Küstrin (1513-1571), Herzog »Albrecht
von Preußen (1490-1568), »Herzog
Johann von Mecklenburg (1535-1576) und »Landgraf
Wilhelm IV. (1532-1592) von Hessen, dem Sohn des immer
noch gefangen gehalten Landgrafen
Philipp I. (1504-1567), neben dem dominierenden
sächsischen Kurfürsten »Johann
Friedrich I. (1503-1554) eine der beiden
Führungspersönlichkeiten der im »Schmalkaldischen
Bund
(1531-47) zusammengeschlossenen »protestantischen
Landesfürsten und Städte, die »Karl
V. ǁ1547 in der »Schlacht
bei Mühlberg geschlagen hat; die Verschwörer widersetzen
sich nach dieser Niederlage gegen Kaiser »Karl
V. vor allem den Bestrebungen des Kaisers einen
monarchisch bestimmten absolutistischen Reichsstaat zu
schaffen;
-
März: im von
»Karl
V. diktierten Familienvertrag mit der »österreichischen
Linie der Habsburger von Karls Bruder, dem deutschen
König »Ferdinand
(1503-1564) legt wird vereinbart, dass nach dem Tode »Karls
V. zunächst sein Bruder »Ferdinand
( I., 1503-1564, ab 1558 Kaiser) danach Karls Sohn
»Philipp
(II., 1527-1598 - gibt 1562 seine Ansprüche auf) und
nach diesem der gleichaltrige Sohn von Ferdinand, »Maximilian
(II. 1527-1576, von 1564 an Kaiser), die Kaiserwürde
erhalten soll
-
22.5. »Vertrag
von Torgau sichert dem Kurfürsten »Moritz
von Sachsen (1521-1553), der damit endgültig sie Seiten
wechselt, die führende Position unter den protestantischen
Fürsten und bildet die Grundlage für die abschließenden
Verhandlungen mit dem französischen König »Heinrich
II. (1519-1559. König seit 1547)in Lochau (heute »Annaburg)
bei »Torgau;
zugleich bildet er den rechtlichen Rahmen des »Fürstenaufstandes
gegen Kaiser »Karl
V.
-
Anfang Okt.:
Die miteinander verschworenen Fürsten schließen mit dem
französischen König »Heinrich
II. (1519-1559. König seit 1547) einen Beistandspakt
gegen Kaiser »Karl
V.;
-
Nach seinen
ersten Kontakten mit der »Verschwörung
der deutschen Fürsten gegen den Kaiser erklärt der
französische König »Heinrich
II. (1519-1559. König seit 1547) dem Kaiser im Herbst
1551 den Krieg und stößt mit seinen Truppen bis zum Rhein
vor;
-
auf Druck von
Kaiser »Karl
V., der nach seinem Sieg über den »Schmalkaldischen
Bund
die religiösen Verhältnisse in seinem Reich selbst, ohne
Autorisation des Papstes ordnen will, wird das
ǁ1545 in »Trient
eröffnete und ǁ1547 nach »Bologna
im »Kirchenstaat
verlegte Konzil in das der kaiserlichen Kontrolle
unterstehende »Trient
zurückverlegt;
1552
↑
-
15.1. »Vertrag
von Chambord zwischen dem französischen König »Heinrich
II. (1519-1559. König seit 1547) und
den aufständischen deutschen Fürsten; die Fürsten überlassen
widerrechtlich für hohe
»Subsidienzahlungen
Frankreichs die stark befestigen »Trois-Évêchés,
die »freien
Reichs- und Bischofsstädte, »Metz,
»Toul
und »Verdun,
an der Grenze zum »Heiligen
Römischen Reich, die der französische König danach mit
seinen Truppen von März an erobert; lediglich »Cambrai
hält der französischen Belagerung stand und fällt erst 1581
an Frankreich, das den Besitz der »Trois-Évêchés
im »Westfälischen
Frieden (1648) offiziell bestätigt bekommt; durch den
Verlust der Bistümer ist die Verbindung zwischen den
habsburgischen Besitzungen in Italien und den Niederlanden
erschwert und damit auch die Schlagkraft der spanischen
Truppen in den Niederlanden, weil der militärische Nachschub
aus Spanien am schnellsten über die so genannte »spanische
Straße über die Alpenpässe und das deutsch-französische
Grenzgebiet erfolgt;
-
»Fürstenaufstand
gegen Kaiser »Karl
V. unter der Führung des Kurfürsten »Moritz
von Sachsen (1521-1553); die Truppen der verbündeten
Fürsten erobern schnell die süddeutschen, noch kaisertreuen
Städte und dringen im März 1552 nach in das seit 1364 zu den
»habsburgischen
Erblanden gehörende »Tirol
vor, das zur Zeit des Fürstenaufstands unter der Herrschaft
der »österreichischen
Linie des »Haus
Habsburg unter Karls Bruder, dem seit 1531
gewählten »deutschen
König »Ferdinand
(1503-1564) steht; die katholischen »Reichsstände
bleiben neutral, weil eine Stärkung der kaiserlichen Macht
in ihren Augen dessen Streben nach einem absolutistischen
Reichsstaat fördern und damit die »ständische
Libertät bedroht hätte;
-
Mitte April:
»Moritz
von Sachsen (1521-1553) reist mit kleinem Gefolge ins
oberösterreichische Linz, um mit direkt mit »Ferdinand
(1503-1564) zu verhandeln, vertagt sich aber dort zur
Klärung von Details und zur Information des Kaisers auf
einen späteren Zeitpunkt im Frühsommer;
-
Kaiser »Karl
V., der nach der Entlassung seiner Truppen nach der »Schlacht
bei Mühlberg über den »Schmalkaldischen
Bund (1547), ohne Aussicht aus
Spanien schnell Geld und Hilfstruppen zu erhalten, keine
militärischen Optionen hat, um den Rebellen
entgegenzutreten, muss aus »Innsbruck,
wo er sich zu dieser Zeit aufhält, fliehen; da ihm der
Fluchtweg in die Niederlande von den Rebellentruppen
abgeschnitten ist, entgeht nur knapp seiner Gefangennahme in
»Innsbruck,
weil ihm »Moritz
von Sachsen offenbar die Chance zum Rückzug geben will,
und flieht von dort Hals über Kopf, nur von einer kleinen
spanischen Leibgarde begleitet, über den
»Brennerpass nach
»Villach in
das seit »1335
unter habsburgischer Herrschaft stehende »Kärnten;
von dort aus versucht er in der Folgezeit, ein Heer
aufzustellen und zum Gegenschlag auszuholen; »Moritz
von Sachsen (1521-1553), hat damit sein oberstes
Kriegsziel erreicht, um Verhandlungen mit
Karls
V. Bruder König König »Ferdinand
(1503-1564) und Regenten des Reiches ohne Karl aufnehmen und
eine Lösung der Religionsfrage im Reich zu forcieren, die
mit Karl nicht möglich war, da dieser zu keiner friedlichen
Regelung bereit war.
-
Krieg
Karls
V. gegen den französischen König »Heinrich
II. (1519-1559. König seit 1547) (bis 1556)
-
Belagerung
des von französischen Truppen verteidigten und stark
befestigten »Metz
durch die unter dem Oberkommando von »Fernando
Álvarez de Toledo, 3. Herzog von Alba (1507–1582), meist
nur als »Herzog
von Alba bezeichnet) stehenden Soldaten des neu mit
einem hohen Kredit des Augsburger »Bankhauses
der Fugger und Zahlungen aus dem »Königreich
Neapel und vor allem aus Spanien angeworbenen
kaiserlichen Heeres Kaiser; im Vordergrund der
Interessen
Karls
V. dabei steht die militärische Sicherung der
Verbindungswege zwischen den im Süden liegenden
italienischen und den im Norden liegenden niederländischen
Besitzungen des »Hauses
Habsburg;
-
15.8.»Vertrag
von Passau zwischen König »Ferdinand
(1503-1564) und den den protestantischen Reichsfürsten unter
Führung von »Moritz
von Sachsen (1521-1553) führt, auf »Karls
V. Wunsch zunächst bis zum nächsten Reichstag befristet, zur
formalen Anerkennung des »Protestantismus,
die dann mit dem »Augsburger
Religionsfrieden von ǁ1555
reichsrechtlich verbindlich wird;
1553
↑
-
1.1. »Karl
V. bricht die verlustreiche und erfolglose Belagerung von »Metz
durch kaiserliche Truppen unter »Herzog
von Alba ab;
-
Rückkehr von Kaiser
»Karl
V. nach »Brüssel
in die »(habsburgischen)
burgundischen Niederlande;
-
9.6. »Moritz
von Sachsen (1521-1553) stirbt drei Tage nach seinem
Sieg in der »Schlacht
bei Sievershausen im Rahmen des »2.
Markgrafenkrieges (1552-1554) gegen den protestantischen
»Markgrafen
»Albrecht
Alcibiades von Brandenburg-Kulmbach (1522-1557, Markgraf
seit 1541); der mit der von Kaiser »Karl
V. verhängten »Reichsacht
zum »Landfriedensbrecher
erklärte Markgraf führt auch nach dem »Passauer
Vertrag (1552) noch ein plünderndes
Söldnerheer von Süd- nach Norddeutschland und führt unter
Bruch des Landfriedens Krieg gegen katholische
»Fürstbischöfe wie z. B. in
»Würzburg oder
»Bamberg, um seinen Einfluss in
Franken auszuweiten; »Moritz
von Sachsen (1521-1553) sieht sich gezwungen gegen ihn
zu Feld zu ziehen, weil der eben erst geschlossene »Passauer
Vertrag (1552), der den Protestanten
die Religionsfreiheit im »Heiligen
Römischen Reich zusichert, durch die eigenmächtigen
Militäraktionen des Markgrafen zu scheitern drohen;
-
»Karl
V.. lässt die seit einiger Zeit von französischen Truppen
besetzten und gehaltenen Städte »Thérouanne
und »Hesdin
im Norden des heutigen Frankreich als Vergeltung für seine
Niederlage vor »Metz
von seinen Truppen dem Erdboden gleich machen;
-
5. 7.»Tod
des englischen Königs »Eduard VI. (1537-1553, ab 1553 König),
der keinen männlichen Thronfolger hinterlässt; ihm folgt seine
Halbschwester
»Maria I. (1516-1558, Königin ab 1555, Mary Tudor, die
Katholische) auf den englischen Thron;
1554
↑
-
25.7.
»Karls
V. Sohn
»Philipp
(II., geb.
1527, 1556-98), der seit ǁ1545 verwitwet
ist, heiratet die englische Königin
»Maria I. (1516-1558, Königin ab 1555, Mary Tudor, die
Katholische), die mit dem katholischen Ehemann die
katholische Dynastie sichern und nach der Lösung der Kirche in
England von der Papstkirche in Rom im Jahr 1533
durch ihren Vater
»Heinrich VIII. (1491-1547 König ab 1509) den
»Katholizismus wieder als Staatsreligion
etablieren will; in ihrer Herrschaftszeit werden fast
dreihundert Protestanten hingerichtet, weshalb ihr die
Nachwelt neben dem Beinamen "die Katholische" auch den
Beinamen "die Blutige (Bloody Mary)" gegeben hat; ihre
Nachfolgerin als englische Königin, die Tochter der 1536
enthaupteten »Anne
Boleyn (1501/07-1536, ab 1533 Königin) und Heinrichs VIII.,
»Elisabeth I. (1533-1603, Königin seit 1558, Elizabeth Tudor),
macht diese religionspolitischen Maßnahmen wieder
rückgängig; »Karl
V. hegt mit dieser neuen dynastischen Verbindung die Vision
eines großen katholischen Nord-West-Reiches und hofft damit,
einen weiträumigen Sicherheitswall gegen das vom
Protestantismus infizierte »Reich
zu ziehen, in dem er seine religionspolitischen
Vorstellungen nicht durchsetzen kann; da »Maria I. (1516-1558, Königin ab 1555)
aber kein Kind empfangen kann, ist dieses Machtkalkül
gescheitert und endet mit dem Tod
»Marias
I. (1516-1558), die schon 1555 von Philipp auf Anweisung
seines Vaters in England zurückgelassen und erst 1557 noch
einmal für ein paar Monate, um sie zur Unterstützung im
Krieg gegen Frankreich Maria zu bewegen; englische
Kriegsschiffe attackieren danach die französische Küste und
entlasten damit die an mehreren Fronten kämpfenden
spanischen Truppen;
-
Zerstörung der
Stadt und des von »Karls
V. Statthalterin »Maria
von Ungarn (1505-1558) häufig besuchten
Renaissanceplastes von »Binche
in der niederländischen »Provinz
Hennegau, deren Herzogtitel »Karl
V. führt, und des »Schlosses
von Mariemont durch französische Truppen.
1555
↑
-
23.3.Papst »Julius III.
(1485-1555); sein Nachfolger
Marcellus II.
(1501-1555) stirbt nach
einmonatigem Pontifikat; neuer Papst wird Paul IV.(1476-1559)
-
13.4.Tod »Johannas
I. von Kastilien (1479-1555) der Wahnsinningen) der
Mutter von »Karls
V. und »Ferdinand
I.(1503-1564, ab 1558 Kaiser)
-
23.5. »Paul
IV. (1476-1559), ein entschiedener Gegner der Spanier
und von Kaiser »Karl
V. wird neuer Papst;
-
Reichstag von
Augsburg
-
25.9. »Augsburger Religionsfriede,
der in Vertretung »Karls
V. von »Ferdinand
I. (1503-1564) und den »Reichsständen
geschlossen wird, garantiert den Anhängern der
»Confessio
Augustana von ǁ1530, eines von »Philipp
Melanchthon (1497-1560) Bekenntnistextes der »lutherischen
Reichsstände, dauerhaft ihre Besitzstände und die schon
vorläufig im Jahr ǁ1552 mit dem »Vertrag
von Passau zugestandene Religionsfreiheit mit
verschiedenen Regelungen, vor allem dem Recht des jeweiligen
Landesherrn, die Religion seiner Untertanen zu bestimmen (»Cuius
regio, eius religio) und dem Recht der Untertanen, die
an ihrem Glauben festhalten, ihr Land zu verlassen (ius
emigrandi); in den »Reichstädten
gilt religiöse Toleranz; »Karl V.
trägt die Entscheidungen nicht mit und übernimmt, angesichts
des Scheiterns seines Ringens um die katholische
Glaubenseinheit im Reich dafür nicht die politische
Verantwortung;
-
Papst
»Paul IV. (1476-1559) legt gegen die gewährte
Religionsfreiheit Protest ein;
-
22.10.
Abdankung des von Krankheit gezeichneten »Karl
V. in »Brüssel einer
Reihe wohl gut durchdachter, einander folgenden und auf
einander bezogenen Schritte; zunächst übergibt er seinem
Sohn, den er zuvor nach Brüssel beordert und über das
Abdankungszeremoniell informiert, die Großmeisterwürde des »Orden
des Goldenen Vlieses, in den er selbst bald nach seiner
Geburt ǁ1501 aufgenommen
worden war;
-
25.10. »Karl
V. übergibt die Herrschaft über die Niederlande an
seinen Sohn und Nachfolger »Philipp
II., (geb. 1527, 1556-98);
-
Philipp von Montmorency, Graf von Hoorn
(1536-1558), Mitglied des »Ordens des Goldenen Vlieses,
wird Statthalter in »Geldern
und »Zutphen;
er ist während der Regentschaft von »Margarete
von Parma (1522-1586, Statthalterin 1559-1567) in den »spanischen
Niederlanden Mitglied des •
Staatsrates, verbündet sich ǁ1563
u. a. mit
»Lamoral Graf Egmont (1522-1568), dem Statthalter in »Artois
und »Flandern,
gegen Bischof »Antoine
Perrenot de Granvelle (1517-86, seit 1661 Kardinal), der
im Auftrag
»Philipps II.,
(geb. 1527, 1556-98) die schon von »Karl
V. begonnene Neuorganisation der Bistümer im Land
durchsetzen und den antireformatorischen Repressionskurs des
spanischen Königs mit der Verschärfung der »Spanischen
Inquisition in den Niederlanden auch dann garantieren
soll, wenn sich die Regentin darin zögerlicher zeigen
sollte; als der »Herzog
von Alba (1507–1582), der mit dem Auftrag, die gegen die
spanische Willkürherrschaft gerichtete Opposition des
Hochadels auszuschalten und den fortwährenden Unruhen im
Land ein Ende zu machen, ǁ1567 mit
seinem Heer nach »Brüssel
kommt, wird der »Graf
von Hoorn ebenso wie »Graf Egmont
gefangen gesetzt und ǁ1568 hingerichtet.
1556
↑
-
16.1. Karl
V. legt die Krone Spaniens, einschließlich der italienischen
Besitzungen, nieder und übergibt die Herrschaft an
seinen Sohn und Nachfolger
»Philipp
II., (geb.
1527, 1556-98);
-
5.2. im »Waffenstillstand
von Vaucelles, der den von »Karl
V. gegen den französischen König »Heinrich
II. (1519-1559. König seit 1547) seit
1552 geführten Krieg beendet, bekommt der französische
König die seit seinem »Vertrag
von Chambord mit den »aufständischen
deutschen Fürsten (1552) schon von
ihm eingenommenen und verteidigten »Trois-Évêchés,
die Bistümer »Metz,
»Toul
und »Verdun,
an der Grenze zum »Heiligen
Römischen Reich, sowie das »Piemont,
im Nordwesten Italiens, zugesprochen bekommt;
-
12.9. »Karl
V. übergibt die »Kaiserwürde an
seinen Bruder »Ferdinand
I. (1503-1564);
-
Abreise »Karls
V. aus den
Niederlanden;
-
28.9. Ankunft
»Karls
V. im nordspanischen »Laredo;
Karl verbringt den Winter beim Grafen von Oropesa in Xarandilla
in der Nähe von »Toledo
1557
↑
-
5.3. »Karl
V. übersiedelt nach »San
Jerónimo de Yuste, in der »Extremadura, wo an das
»Hieronymitenkloster ein eigenes
palastähnliches Landhaus für ihn angebaut worden war;
-
10. 8. Die
spanischen Truppen
»Philipps
II., (geb.
1527, 1556-98) siegen mit der Unterstützung der englischen
Königin »Maria I. (1516-1558, Königin ab 1555, Mary Tudor, die
Katholische), mit der er seit ǁ1554
verheiratet ist, in der »Schlacht
von Saint-Quentin gegen den französischen König »Heinrich
II. (1519-1559. König seit 1547); in der Schlacht
befehligt »Lamoral
Graf von Egmont (1522-1568) unter dem Oberkommando von
Herzog
»Emanuel Philibert von Savoyen (1528-1580), ab 1533
Herzog von Savoyen und von 1556 bis 1559 Statthalter der
habsburgischen Niederlande, die spanisch-niederländische
Reiterei; »Lamoral
Graf von Egmont (1522-1568) wird ǁ1568
als Statthalter der Provinzen »Artois
und »Flandern
wegen seiner oppositionellen Haltung gegen das spanische
Regiment in den Niederlanden von dem spanischen »Herzog
von Alba (1507–1582), in »Brüssel
öffentlich hingerichtet; mit dem »Frieden
von Cateau-Cambrésis (ǁ1559) endet
für längere Zeit die militärische Auseinandersetzung
zwischen dem »Haus
Habsburg und dem Haus »Valois-Angoulême
und die Habsburger erlangen die Hegemonie in Europa, die
erst mit ǁ1648 mit dem Westfälischen
Frieden durch dessen Garantiemächte Schweden und Frankreich
zu Ende geht;
-
Erster
Staatsbankrott in Spanien, weitere folgen 1560, 1575, 1596,
1647
1558
↑
-
18.2.Tod von
»Karls
V. ǁ1498 geborener, älterer
Schwester »Eleonore
von Kastilien (1498-1558), die als Ehefrau von »Franz
I. (1494-1547, König von 1515 bis ǁ1547
französische Königin ist;
-
14.3.»Ferdinand
I. (1503-1564) wird zum Kaiser proklamiert
-
13.8.In der »Schlacht
von Gravelingen werden die Truppen des französischen
Königs »Heinrich
II. (1519-1559. König seit 1547) von einem
spanisch-englischen Bündnis geschlagen, wobei »Lamoral
Graf von Egmont (1522-1568) erneut die spanische
Reiterei anführt;
-
21.9. Tod des
»1556 abgedankten »Karls
V.; Beisetzung in »San
Jerónimo de Yuste, wo er seit ǁ1557
lebt;
Leichenfeiern u.a. in Brüssel und Augsburg; )
-
18.10. Tod von
»Karls
V.; ǁ1505 geborener Schwester »Maria
von Ungarn (1505-1558, ab 1531 Statthalterin der
Niederlande) in »Cigales
in der kastilischen Provinz Valladolid
-
17.11. Tod
der englischen Königin
»Maria I. (1516-1558, Königin ab 1555, Mary Tudor, die
Katholische) und seit 1554 Ehefrau von
»Philipp II.
(geb.
1527, 1556-98), ihre Nachfolgerin wird
»Elisabeth I. (1533-1603, Königin seit 1558, Elizabeth Tudor),
1559
↑
-
3. 4. nach
dem spanischen Sieg über Frankreich in der »Schlacht
von Saint-Quentin (ǁ1557) beendet
der »Friede
von Cateau-Cambrésis zwischen dem spanischen König
»Philipp
II., (geb.
1527, 1556-98) und dem französischen König »Heinrich
II. (1519-1559. König seit 1547) für längere Zeit die
militärische Auseinandersetzung zwischen dem »Haus
Habsburg und dem Haus »Valois-Angoulême;
der König von Frankreich kümmert sich in der Folgezeit vor
allem um innere Konflikte in seinem Herrschaftsgebiet, die
mit dem immer stärker werdenden »Protestantismus
und den sog. »Hugenottenkriegen
zusammenhängen; erst 1598 geht der französische König,
»Heinrich IV., von Navarra (1553-1610, ab 1589 König)
wieder zu einer offensiveren Politik gegen das »Haus
Habsburg über;
-
18.8. Tod von
Papst »Paul
IV. (1476-1559, Papst ab 1555); sein Nachfolger wird »Pius
IV. (1499-1565))
-
10.9. Der
französische König »Heinrich
II. (1519-1559. König seit 1547) stirbt an den Folgen
Verletzung, die er sich bei seiner Teilnahme an einem
Ritterturnier zuzieht; nach seinem Tod verfällt
Frankreich unter seinen drei als Könige aufeinander
folgenden Söhnen »Franz
II. (1544–1560, ab 1559 König), der ab 1558 mit der
schottischen »Maria
Stuart (1542-1587, ), ab 1542 Königin und 1587 von der
engl. Königin
»Elisabeth I. (1533-1603, Königin seit 1558, Elizabeth Tudor),
wegen
Hochverrats hingerichtet ), »Karl
IX. (1550-1574) und »Heinrich
III. (1551-1589) in eine mehr als vierzigjährige Periode
dynastischer Instabilität und religiöser
Auseinandersetzungen;
-
Neueinteilung
der niederländischen Bistümer; unter der Federführung von Bischof »Antoine
Perrenot de Granvelle (1517-86, seit 1661 Kardinal) wird
im Auftrag
»Philipps II.,
(geb. 1527, 1556-98) die schon von »Karl
V. begonnene Neuorganisation der Bistümer im Land
vorgenommen; die siebzehn Provinzen werden dabei in
drei Erzbistümer und diese wiederum in 15, diesen
Kirchenprovinzen untergeordnete Bistümer, so genannte »Suffragandiözesen,
aufgeteilt; aus kirchlicher Sicht war die Neueinteilung
organisatorisch ein Fortschritt, zumal die neu gebildeten
Erzbistümer zusammen in etwa das Territorium der siebzehn
Provinzen umfasst; in den Niederlanden selbst stößt die
Neuorganisation auf Ablehnung und den Widerstand
unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppen; einer der
Gründe ist der damit einhergehende Einflussverlust des
bisher lokal organisierten Klerus, weil ähnlich wie bei der
neuen Regierungselite, die mehr und mehr aus ausgebildeten
Juristen besteht, ein Erzbischof fortan eine theologische
Universitätsausbildung vorweisen muss und nicht einfach
aufgrund seiner Zugehörigkeit zum niederländischen Hochadel
das Amt antreten darf; zudem gehen dem Adel, da die die
Klöster (z. B. die reiche »Benediktinerabtei »Affligem) bei
der Neuorganisation den Bistümern inkorporiert werden, viele
Pfründe verloren; in anderen Bevölkerungsschichten
befürchtet man, dass die von »Granvelle (1517-86),
der bei der Reform »Erzbischof
von Mechelen wird und als Kardinal den kirchlichen
Primat in den Niederlanden erhält, die zentralisierte
Kirchenorganisation und seine sehr einflussreiche Stellung
dazu benutzt, um die spanische Repressionspolitik ganz im
Sinne seines spanischen Königs
»Philipp
II., (geb.
1527, 1556-98) gegenüber »Lutheranern,
»Wiedertäufern
und »Calvinisten
weiter zu verschärfen und mit der allgemein verhassten »Inquisition
noch härter gegen vermeintliche Ketzerinnen und Ketzer
vorzugehen;
-
»Wilhelm von Oranien (1553-1584) aus dem »Haus
Oranien-Nassau wird •
Statthalter von
»Holland und
»Zeeland;
-
»Lamoral
Graf von Egmont (1522-1568) wird von
»Philipp
II., (geb.
1527, 1556-98) zum •
Statthalter von
»Artois
und »Flandern
berufen;
-
»Philipp
II., (geb.
1527, 1556-98) reist nach Spanien ab, um sich dort nach der
Abdankung seines Vaters »Karl
V (1556) als neuer König anerkennen zu
lassen und das wegen der prekären Finanznot am Rande einer
Rebellion stehende Land unter Kontrolle zu halten; er
besucht die Niederlande nie wieder; während sein Vater das
Herrschaftsgebiet als so genannter »Reisekönig
regiert, allein 12 Mal reist er in seiner Regierungszeit in
die Niederlande, regiert sein Sohn von seiner Residenz in
Spanien in »El
Escorial in der Nähe von Madrid, wo er sich bis zum
Abschluss der Bauarbeiten 1584 eine monumentale
Klosterresidenz errichten lässt, die als größter »Renaissancebau
der Welt gilt; bei seiner Abreise lässt
»Philipps II.,
(geb. 1527, 1556-98) in den Grenzgebieten zu Frankreich
trotz des »Friedens
von Cateau-Cambrésis mit dem Erzrivalen ca. 3.000
spanische Soldaten zurück, um sie offenbar für Einsätze
anderswo bereit zu halten; die oft plündernden spanischen
Soldaten sind für die Niederländer ein besonderes Ärgernis,
weil sie das Gefühl haben, von den Spaniern besetzt zu sein,
und zugleich für diese Besetzung finanziell aufkommen
müssen; im Januar ǁ1561 werden die Truppen angesichts der
wachsenden Unzufriedenheit schließlich auf Rat der neuen
Regentin »Margarete von Parma (1522-1586)
zurückgezogen;
-
»Margarete von Parma (1522-1586),
die illegitime, aber schon 1529 von »Karl
V. als Tochter anerkannte, Halbschwester
»Philipps II.,
(geb. 1527, 1556-98) und Schülerin von »Ignatius von
Loyola (1491-1556), der 1534 den »Jesuitenorden
gründet, wird Generalstatthalterin (Regentin) in den Niederlanden (bis
1567); die seit etwa einem
Vierteljahrhundert eingerichteten Regierungsinstitutionen (•
Staatsrat, •
Geheimer Rat
und • Finanzrat),
die dem darin vertretenen niederländischen Hochadel eine
gewisse Mitregierung ermöglicht, behält der König bei;
allerdings hatten sich, z. B. im •
Staatsrat, zum
Unmut der er niederländischen Hochadeligen die
Kräfteverhältnisse schon eine Weile lang dadurch verschoben,
dass zusehends der habsburgischen Verwaltung zugehörige
Juristen zu Mitgliedern berufen wurden; bei der Abdankung »Karls
V. von seiner Herrschaft in den Niederlanden (1555)
stellen sie schon fünf Mitglieder, während die Adeligen es
auf sieben Staatsräte bringen; zudem wird die das
alltägliche Regierungsgeschäft mehr und mehr in die Hände
des • Geheimen
Rats gelegt, der nur aus Berufsbeamten und
Rechtsgelehrten besteht; mit seiner Entscheidung »Margarete von Parma (1522-1586)
zur Regentin zu bestellen, brüskiert
»Philipp II.,
(geb. 1527, 1556-98) die niederländischen Hochadeligen,
die sich selbst Hoffnung gemacht hatten, Generalstatthalter
(Regent) der Niederlande zu werden;
1561 ↑
-
Jan.
»Philipp II.,
(geb. 1527, 1556-98) zieht die nach dem »Frieden
von Cateau-Cambrésis (1559) in den
Niederlanden verbliebenen ca. 3.000 spanischen Soldaten
angesichts der zunehmenden Unzufriedenheit der Niederländer
darüber, dass sie die oftmals plündernden Soldaten nicht nur
aushalten, sondern auch finanziell zu unterhalten hatten,
zurück;
-
23.6. Die
niederländischen Statthalter und Hochadeligen »Wilhelm von Oranien (1553-1584) (»Holland und
»Zeeland)
»Lamoral
Graf von Egmont (1522-1568), (»Artois
und »Flandern)
sowie
Philipp von Montmorency, Graf von Hoorn
(1536-1558) (»Geldern
und »Zutphen)
schreiben etwa ein halbes Jahr nach der Ernennung von »Antoine
Perrenot de Granvelle (1517-86, seit 1661 Kardinal) zum
»Erzbischof
von Mechelen einen Brief an den spanischen König
»Philipp II.,
(geb. 1527, 1556-98), in dem sie sich darüber
beschweren, dass dieser sie mehr und mehr von der ihnen
zustehenden Mitregierung ausgeschlossen habe;
1562 ↑
-
18.1.
»Pius
IV. (1499-1565, ab 1559 Papst) ruft das ǁ1545
erstmals tagende, zwischenzeitlich für zehn Jahre
ausgesetzte
»Konzil
von Trient u. a. weil er befürchtet. die
protestantische Bewegung könne durch die Ausbreitung des
»Calvinismus
(Hugenotten)
in Frankreich wieder Fahrt aufnehmen;
-
»Philipp II.,
(geb. 1527, 1556-98), der unter dem Einfluss des Papstes
»Pius
IV. (1499-1565, ab 1559 Papst) steht, will seine mit dem
»Frieden
von Cateau-Cambrésis (1559)
gegenüber Frankreich stärker gewordene Position dafür
nutzen, das französische Könighaus zu einem härteren
Durchgreifen gegen die protestantischen
protestantischen »Hugenotten
zu bewegen; aus diesem Grunde fordert er von der
niederländischen Regentin »Margarete von Parma (1522-1586)
die Entsendung von 2.000 niederländischen Reitern zur
Unterstützung der Mutter des französischen Königs
»Karl
IX. (1550-1574), »Katharina
von Medici (1519-1589), die für ihren minderjährigen
Sohn
»Karl
IX. (1550-1574) »seit
1562 die Regentschaft innehat, im
»Ersten
Hugenottenkrieg (1562-63); in den insgesamt acht »Hugenottenkriegen
zwischen 1562 bis 1598 geht es in Frankreich nicht nur um
die Auseinandersetzung zwischen den zwischen Katholiken und
protestantischen »Hugenotten,
sondern auch um dynastische und machtpolitische Ziele, die
der französische Adel im Kampf um seine Privilegien und
Handlungsfreiräume gegenüber der Monarchie verteidigt; im
Blutbad der »Bartholomäusnacht
vom 23. zum 24. August ǁ1572, als deren Drahtzieherin die
Zeitgenossen »Katharina
von Medici (1519-1589) ansehen, werden viele Tausend
Protestanten in Paris und in den Folgetagen auch in ganz
Franreich ermordet; im Staatsrat der Regentin, dem zu dieser
Zeit auch der Statthalter von »Holland und
»Zeeland
»Wilhelm von Oranien (1553-1584) sowie »Lamoral
Graf von Egmont (1522-1568), der Statthalter von »Artois
und »Flandern
angehören, kann die Regentin dies gegen den Widerstand der
niederländischen Fürsten nicht durchsetzen, die erklären,
dass die Reiterei nur dem Schutz der Niederlande selbst
dienten und eine Entsendung nur mit Zustimmung der Provinzen
überhaupt in Frage komme; statt die Truppen abzusenden,
erhält sie vom Staatsrat eine größere Geldsumme, die sie
nach Frankreich transferiert;
1563
↑
-
11.3.»Wilhelm von Oranien (1553-1584), »Lamoral
Graf von Egmont (1522-1568) und »Philipp von Montmorency, Graf von Hoorn
(1536-1558) schreiben nach ihrem Beschwerdebrief von ǁ1561
erneut einen Brief an den spanischen König
»Philipp II.,
(geb. 1527, 1556-98), in dem sie gegen die Politik »Granvelles(1517-86, seit 1661 Kardinal),
des »Erzbischofs
von Mechelen protestieren, um dessen Entlassung bitten
und sich weigern, weiterhin im Staatsrat Verantwortung für
die seit der Erbteilung von ǁ1556
zwischen österreichischen und spanischen Habsburgern an das
spanische Königreich gefallenen »spanischen
Niederlande zu übernehmen; am Ende des Jahres müssen
alle ihre Bediensteten, angeblich aus Spargründen, mit einer
Livree aus einfachem grauen Stoff bekleiden, auf deren Ärmel
auf eine Idee »Egmonts
hin, eine Narrenkappe als Anspielung auf den »Kardiinalshut
(galero) »Granvelles
als Symbol der Kritik an »Granvelle
gestickt ist; die niederländischen Hochadeligen, zu einer
Liga nach französischem Vorbild (»Ligue
du Bien public, 1465) zusammengeschlossen, beschließen,
sich künftig im •
Staatsrat abzustimmen, um die Macht der spanischen
Regentin zurückzudrängen und zu einer gemeinsamen Regierung
von König und Adel zu kommen;
-
4.12. Ende
des ǁ1545 erstmals tagende und seit dem
Beginn des vorigen Jahres wieder zusammengetretenen
»Konzils
von Trient
1564
↑
-
13.3. »Antoine
Perrenot de Granvelle (1517-86, seit 1661 Kardinal) wird
angesichts des zunehmenden Unmuts über ihn im ganzen Land
auf Gesuch der Regentin »Margarete von Parma (1522-1586)
beim spanischen König
»Philipp II.,
(geb. 1527, 1556-98) aus den Niederlanden abberufen und
verlässt das Land; 1584 wird er zum »Erzbischof
von Besançon gewählt;
-
Die
zeitweilig aus dem niederländischen •
Staatsrat
ausgetretenen niederländischen Hochadeligen »Wilhelm von Oranien (1553-1584)), »Lamoral
Graf von Egmont (1522-1568) und »Philipp von Montmorency, Graf von Hoorn
(1536-1558) nehmen wieder an seinen Beratungen teil,
stellen aber schnell fest, dass sich an dem harten
Repressionskurs der spanischen Regentin bei der in den
Niederlanden über alle Konfessionsgrenzen hinweg
verabscheuten Ketzerverfolgung nichts ändert:
-
25.7. Tod von
Kaiser »Ferdinand
I. (1503-1564), dem jüngeren Bruder und Nachfolger von »Karl V. (geb.
1500, 1516/19-56) in Wien; da
»Philipp II.,
(geb. 1527, 1556-98) schon auf die Kaiserwürde
verzichtet hat, wird der Sohn Ferdinands
»Maximilian (II.) (1527–1576), der seit 1548 mit der
ältesten Tochter von »Karl
V., »Maria
von Spanien (1528–1603) verheiratet ist, Kaiser des »Heiligen
Römischen Reiches
-
31.12 »Wilhelm von Oranien (1553-1584) missbilligt in einer Rede im Staatsrat
die Praxis, das die Fürsten über die Religion ihrer
Untertanen bestimmen und plädiert damit in Anerkennung des
religiösen Status quo, dem Vorhandensein von orthodoxen
Katholiken, nur dem äußeren Anschein nach noch Katholiken,
die sich innerlich von der Kirche abgesetzt hatten, »Calvinisten
und »Wiedertäufern
im Land, für die Religionsfreiheit in den
Niederlanden; außer dem Ende der von
»Philipp II.,
(geb. 1527, 1556-98) strikt geforderten Unterdrückung
der Protestanten und größerer Mitsprache verlangen die
Hochadeligen auch die Wiederaufnahme des Krieges gegen
Frankreich, den
»Philipp
II. allerdings zu diesem Zeitpunkt nicht in Erwägung
zieht;
1565
↑
-
»Lamoral
Graf von Egmont (1522-1568) reist an den spanischen Hof,
wo er während seine Aufenthaltes von Februar bis Anfang
April den spanischen König
»Philipp II.,
(geb. 1527, 1556-98) mehrmals trifft, sich als
Wortführer der Adelsopposition in den Niederlanden
positioniert und ihm seine Anliegen vorträgt; dieser lehnt
jedoch, auch wenn der Besuch »Egmonts (1522-1568)
im Großen und Ganzen harmonisch verläuft, die Wünsche der
Niederländer ab;
-
Nach der
Rückkehr Egmonts aus Spanien im April kommt es wegen der
Tatsache, dass
»Philipp II.,
(geb. 1527, 1556-98) keinerlei Zugeständnisse gemacht
hat, zu einem Aufruhr im •
Staatsrat;
die Unzufriedenheit steigt noch, als der König im Mai die
Hinrichtung von sechs »radikalreformatorischen
»Wiedertäufern
anordnet, die zuletzt ausgesetzt worden war;
-
17.10./20.10.
Unbeeindruckt von den Forderungen der niederländischen
Adelsopposition besteht
»Philipp
II. in Briefen, die er in
»Segovia
verfasst, wohin er sich immer wieder einmal zurückzieht,
kompromisslos auf der strengen Verfolgung der vermeintlichen
Ketzerinnen und Ketzer in den Niederlanden; er setzt damit
der Zurückhaltung seiner Regentin »Margarete von Parma (1522-1586)
ein Ende, die deshalb zusehends unter Druck gerät;
-
Im Dezember
kommt es im Umfeld der Zusammenkünfte anlässlich der
Hochzeit des Sohnes von »Margarete von Parma (1522-1586)
zu einem
»Eidverbund
(Compromis) von zwanzig Angehörigen des
niederen Adels, die nach dem Scheitern von »Egmonts (1522-1568)
Mission in Spanien im Frühjahr gemeinsam gegen die
neuerlichen Erlasse des spanischen Königs
»Philipp
II. zur Intensivierung der Ketzerverfolgung auftreten
wollen;
1566
↑
-
Eine
Missernte und die fehlenden Einfuhren des notwendigen
Ostseegetreides wegen des schwedisch-dänischen Krieges
führen in den Niederlanden zu einer Hungersnot, die von
radikalen calvinistischen Predigern auch der katholischen
Kirche angelastet wird; ebenso führt der Handelskonflikt mit
England, der die Zufuhr von Wolle unterbricht, zu einer
explodierenden Massenarbeitslosigkeit in den vom Tuchhandel
und der Tuchproduktion lebenden ländlichen Gebieten;
-
5.4. Der im
Dezember 1565 gegründete »Eidverbund
(Compromis) der Adeligen übergibt unter Führung von »Heinrich
von Brederode (1531-1568) in einem feierlichen Zug von
zweihundert unbewaffneten Adeligen, die sich fortan »Geusen (Bettler) nennen,
der Statthalterin »Margarete von Parma (1522-1586)
eine Petition, in der sie um Nachsicht gegenüber
Andersgäubigen bitten und die Einberufung der Generalstände
der Niederlande fordern; die Statthalterin sagt ein gemäßigteres Vorgehen mit zumindest vorübergehender
Aussetzung der Inquisition gegen Andersgläubige zu;
-
30.6. In
einem neuen, »Margarete von Parma (1522-1586)
von zwölf Abgeordneten des niederen Adels übergebenen Gesuch
fordern die »Geusen vollständige Religionsfreiheit und
sprechen sich für eine Regierung der populären und
einflussreichen Statthalter und niederländischen
Hochadeligen »Wilhelm von Oranien (1553-1584), »Lamoral
Graf von Egmont (1522-1568) und »Philipp von Montmorency, Graf von Hoorn
(1536-1558) aus; die Regentin und verzichtet auf
Maßnahmen gegen die »Eidverbund
(Compromis) der Adeligen; als Gegenleistung versprechen
die Mitglieder gegen die überall zunehmenden
»calvinistischen »Heckenpredigten
einzuschreiten, die die Unruhen einzudämmen und
Bilderstürmer zu bestrafen.
-
10.8. Beginn
des gewalttätig verlaufenden »Bildersturms
radikaler »Calvinisten
auf katholische Kirchen und Klöster in »Flandern,
der sich in wenigen Tagen auf etliche Regionen der »Spanischen
Niederlande ausweitet und neben »Flandern
vor allem »Artois.
»Holland,
»Zeeland,
»Antwerpen
und »Groningen
trifft; bei der Niederschlagung der Unruhen stellen sich
zahlreiche hochrangige Adlige wie »Lamoral
Graf von Egmont (1522-1568) auf die Seite der
Statthalterin und helfen ihr bei der letztendlich
erfolgreichen Bekämpfung der Unruhen, die neben religiösen
Gründen
auch durch Hunger und Massenarbeitslosigkeit ausgelöst
worden waren; im Auftrag des »Grafen
von Egmont erwirbt sich dabei dessen Sekretär, der
niederländische Edelmann »Johannes
Casembroot (1526-1568), der selbst im Ruf steht zu den
Reformierten zu gehören, den Ruf, mit allen "Randalierern"
kurzen Prozess zu machen, als er auf dem Weg ist, in »Oudenaarde
in »Flandern
die Ordnung wiederherzustellen; die Bilderstürmer sind indessen nur eine
kleine Minderheit; ihren Ausschreitungen sieht die Mehrheit
der gläubigen Katholiken zunächst konsterniert zu, zumal sie
die Ketzerverfolgungen nicht gutheißen; dem Bildersturm
fallen unzählige Kunstwerke zum Opfer;
-
20.8.
Bildersturm in »Antwerpen;
-
22.8.
Bildersturm in »Gent,
der besonders stark mit der schlechten Versorgungslage
zusammenhängt; dort gibt es auch die größten Schäden, weil
innerhalb von 24 Stunden sieben Pfarrkirchen, eine
Stiftskirche, fünfundzwanzig Klöster, zehn Krankenhäuser und
sieben Kapellen geplündert und zerstört werden.
-
23.8. Nachdem
»Margarete von Parma (1522-1586)
lutherische und calvinistische Predigten zulässt, löst sich der
»Eidverbund der Adeligen
wieder auf:
-
24.8.
Bildersturm in »Valenciennes,
der von der calvinistischen Ratsmehrheit der Stadt
unterstützt wird;
-
3.9. Die
Briefe, in denen »Margarete von Parma (1522-1586)
dem spanischen König
»Philipp II.,
(geb. 1527, 1556-98) ausführlich über den Bildersturm
und die Unruhen in den Niederlanden berichtet, erreichen den
spanischen Hof, wo sich der spanische Staatsrat aber erst am
22.9. mit der Sache befasst;
»Philipp II.
, für den die katholische Glaubenseinheit
Grundlage der spanischen Staaträson ist, vertraut in den
kontroversen Beratungen den Mitglieder des Staatsrates
weiterhin denen, die für ein hartes, militärisches
Durchgreifen in den Niederlanden plädieren, weil sie
andernfalls auch in den habsburgischen Besitzungen in
Italien eine ähnliche Entwicklung heraufziehen sehen;
-
»Philipp II.,
(geb. 1527, 1556-98) überträgt »Fernando
Álvarez de Toledo, 3. Herzog von Alba (1507–1582), meist
nur als »Herzog
von Alba bezeichnet) die Aufgabe, die (spanische)
Ordnung in den Niederlande mit militärischen Mitteln
wiederherzustellen; da die Truppen dafür aber noch in
Italien stehen, müssen sie erst über die
»Spanische
Straße über die Alpenpässe und das deutsch-französische
Grenzgebiet erst in die Niederlande geführt und auf dem Weg
durch Anwerbung noch verstärkt werden, so dass das Heer erst
Mitte des nächsten Jahres in den Niederlanden ankommt; »Herzog
von Alba ist der Überzeugung die Niederlande nach seiner
Ankunft an der Spitze eines entsprechend starken Heeres
innerhalb eines halben Jahres zu "befrieden" und dabei mit
nicht mehr als ca. 800 Exekutionen seiner dortigen Gegner
auszukommen;

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-
3.10. Treffen
von
»Wilhelm von Oranien (1553-1584), »Lamoral
Graf von Egmont (1522-1568), »Philipp von Montmorency, Graf von Hoorn
(1536-1558) und
»Ludwig von Nassau-Dillenburg (1538-1574), einem Anführer
der »Geusen, in
»Dendermonde und besprechen der Überlieferung nach
Möglichkeiten zum Aufstand gegen den spanischen König;
zugleich warnt »Wilhelm
von Oranien vor Plänen des spanischen Königs, die Unruhen
in den Niederlanden militärisch endgültig zu beenden und sich
der führenden Köpfe der Adelsopposition zu entledigen;
1567
↑
-
Jan.
»Tournai,
wo sich nach der Niederlage viele französische »Hugenotten
angesiedelt hatten und das sich den Erlassen
»Philipps II.,
(geb. 1527, 1556-98) zur Ketzerverfolgung
widersetzt, wird, nachdem es sich Ende Oktober des vorigen
Jahres weigert, eine spanische Garnison aufzunehmen, von
Truppen »Margarete von Parma (1522-1586)
eingenommen;
-
»Wilhelm von Oranien (1553-1584), »Philipp von Montmorency, Graf von Hoorn
(1536-1558) »Heinrich
von Brederode (1531-1568) verweigern die von »Margarete von Parma (1522-1586)
geforderte Erneuerung des Treueschwurs, mit dem sie sich
der Loyalität des Hochadels vergewissern will;
-
13.3. Ein
vergleichsweise kleines Heer aufständischer »calvinistischer
»Geusen wird bei
»Oosterweel
von den Truppen »Margarete von Parmas (1522-1586) geschlagen;
-
14.3. Aufruhr in
»Antwerpen
wird von »Antoon
von Stralen (1521-1568), dem Bürgermeister Stadt, niedergeschlagen;
auf der Flucht vor »Herzog
von Alba wird er am 9.9. gefasst, ins Gefängnis
geworfen, im Februar 1568 als Rebell vor den »Rat
der Unruhen (Blutrat) gebracht, der ihn foltern lässt,
sein Eigentum beschlagnahmen lässt und ihn am 24.9.1568 im
Kastell von Vilvoorde enthaupten lässt.
-
»Valenciennes,
das sich wie
»Tournai,
der Regentin widersetzt, wird von Truppen »Margarete von Parmas (1522-1586) erobert;
-
April:
»Wilhelm von Oranien (1553-1584) verlässt die Niederlande und zieht
sich auf die »Dillenburg,
den Stammsitz des »oranischen
Zweigs des »Hauses
Naussau in dem souveränen Fürstentum zurück;
-
28.8. »Fernando
Álvarez de Toledo, 3. Herzog von Alba (1507–1582), meist
nur als »Herzog
von Alba bezeichnet, zieht an der Spitze seines Heeres
in »Brüssel
ein und entmachtet damit die Regentin »Margarete von Parma (1522-1586),
die ihm noch auf seinem Vormarsch Briefe geschrieben hatte,
dass sie die Lage wieder unter Kotrolle habe und sein Heer
daher nicht mehr benötigt werde; in den ersten Wochen nach
seiner Ankunft wartet er ab, um möglichst viele
Oppositionelle in seine Falle zu locken;
-
Anfang
September: Einsetzung des »Rat
der Unruhen (Blutrat), in den neben spanischen Beamten
auch einige niederländische Adelige berufen werden, die
allerdings an seinen Beratungen nie teilnehmen und schon
bald auch ihre weitere Mitarbeit verweigern; der von den
Niederländern bald als »Blutrat
bezeichnete Rat ersetzt im Grund genommen die bis dahin
vorhandene Gerichtsbarkeit; da »Herzog
von Alba alle, die an den Unruhen des vorigen Jahres
beteiligt gewesen waren, des Hochverrats bezichtigt, muss er
bei der Aburteilung seiner Gegner auf keinerlei Privilegien
Rücksicht nehmen; dass Alba seine Verfolgung der
Andersgläubigen als Kampf gegen Rebellen ausgibt, soll wohl
auch die lutherisch-protestantischen Fürsten im benachbarten
Heiligen Römischen davon abhalten, in den Konflikt
einzugreifen; der Blutrat verhängt in der Folgezeit Tausende
von Todesurteilen, von denen 1037 tatsächlich vollstreckt
werden (viele zum Tode Verurteilte fliehen rechtzeitig ins
benachbarter Ausland). In weit über 10.000 Fällen verlieren
Verurteilte ihren gesamten Besitz, was dem spanischen
Regiment »Herzog
von Albas Finanzquellen erschließt, die der in ständiger
Finanznot befindlichen Herrschaft der spanischen Habsburger
beim Unterhalt der spanischen Truppen, die von den
Niederländern zusehends als Besatzungsarmee gesehen werden,
zugute kommen;
-
9.9. »Lamoral
Graf von Egmont (1522-1568), der den in diesem Jahr den
von der Regentin »Margarete von Parma (1522-1586)
geforderten neuerlichen Treueschwur geleistet hat, und »Philipp von Montmorency, Graf von Hoorn
(1536-1558) werden von »Herzog
von Alba unter einem Vorwand aus ihren Provinzen nach »Brüssel
gelockt und für einige Monate in »Gent
eingekerkert; ihnen wird vom »Rat
der Unruhen (Blutrat) Hochverrat und
Majestätsbeleidigung vorgeworfen, beides Vergehen auf die
die Todesstrafe steht,
-
13.9. »Margarete von Parma (1522-1586)
verlässt, nachdem der spanische König
»Philipp II.,
(geb. 1527, 1556-98) sie auf eigenen Wunsch hin von
ihrer Statthalterschaft entbindet, die Niederlande und
begibt sich in das italienische
»Parma;
mit ihr verlassen in der Folgezeit Zehntausende, meistens
einfache Leute, die Anhänger des neuen Glaubens sind die
Niederlande Richtung Deutschland oder England; andere
flüchten in die Wälder Flanderns (Waldgeusen) oder auch auf
das hohe Meer »Wassergeusen), um von dort als Seeräuber noch
eine längere Zeitlang alle Schiffe zu kapern, derer sie Herr
werden können;
1568
↑
-
Jan. »Lamoral
Graf von Egmont (1522-1568) und »Philipp von Montmorency, Graf von Hoorn
(1536-1558) werden vom »Rat
der Unruhen (Blutrat) mit der Anklage wegen Hochverrats
konfrontiert, erhalten aber weder Schreibzeug um sich zu
verteidigen und dürfen kaum mit ihren Anwälten sprechen;
beide weisen die Anklage entschieden zurück; Egmonts Ehefrau
seit ǁ1544
und Mutter seiner »12 Kinder,
»Sabine
von Pfalz-Simmern (1528-1578) aus dem
Haus Wittelsbach die wegen der Beschlagnahmung
des Besitzes ihres Mannes verarmt, wendet sich vergeblich an
den spanischen König
»Philipp II.,
(geb. 1527, 1556-98), an den »Herzog
von Alba, an Kaiser »Maximilian
(II.) (1527–1576) und zahlreiche Ritter
des »Ordens des Goldenen Vlieses,
der, so seine Bestimmungen, die ihm angehörigen Mitglieder
eigentlich nur der Gerichtsbarkeit der Gesamtheit seiner
Mitglieder unterwirft, zugunsten ihres Mannes und des »Grafen
von Hoorn (1536-1558), die beide zum Orden gehören,
Partei zu ergreifen;
-
23.5. Die beiden Brüder »Wilhelms von Oranien (1553-1584) »Ludwig von Nassau-Dillenburg (1538-1574)
und »Adolf
von Nassau (Oranien) (1540-1568) schlagen ein spanisches
Heer in der »Schlacht
bei Heiligerlee, die zu den ersten Schlachten des »Achtzigjährigen
Krieges (1568–1648) zählt; dieser Krieg endet erst ǁ1648
mit dem »Westfälischen
Frieden, der der
»Republik der Vereinigten Niederlande, die sich schon
1581 offiziell von dem spanischen Königsreich lossagt,
endgültig die Unabhängigkeit von den »spanischen
Habsburgern bringt;
-
28.5. »Herzog
von Alba lässt den Palast des Grafen Culemborg in »Brüssel
in dem ǁ1566 der Verbund der
»Geusen
geschlossen worden war, bis auf die Grundmauern abreißen;
-
1.6. »Herzog
von Alba lässt auf dem Pferdemarkt von »Brüssel
die ersten 19 niederländischen Adeligen hinrichten;
-
5.6.
»Lamoral
Graf von Egmont (1522-1568) und »Philipp von Montmorency, Graf von Hoorn
(1536-1558), die drei Tage zuvor wegen Hochverrats und
Majestätsbeleidigung vom »Rat
der Unruhen (Blutrat) zum Tode verurteilt und danach von
»Gent
nach »Brüssel
gebracht worden waren, werden beide auf dem Markplatz (»Grote
Markt) öffentlich
enthauptet und ihre abgeschlagenen Köpfe auf Pfählen
aufgespießt und zur Schau gestellt;
-
21.7. nach
der spanischen Niederlage in der »Schlacht
bei Heiligerlee werden die
»Geusen
unter »Ludwig von Nassau-Dillenburg (1538-1574),
die vorübergehend die Stadt »Groningen
einnehmen in der »Schlacht
von Jemgum in Ostriesland von nachrückenden Truppen »Herzog
von Albas geschlagen; 7.000 Soldaten der Geusen
verlieren ihre Leben, weil der spanische Heerführer auch
alle Verwundeten als Rebellen und nicht als Soldaten, die
keinen Anspruch auf Gnade hätten, töten lässt; im Anschluss
an die Schlacht wird die Grafschaft »Groningen
tagelang von den Truppen »Herzog
von Albas geplündert, dessen Söhne aber gerade noch
verhindern, dass alle Frauen und Kinder aus Jemgum
die sich in ein örtliches Kloster geflüchtet hatten,
verbrennen;
-
»Wilhelm von Oranien (1553-1584)
stößt an der Spitze eines 30.000 Mann starken Heeres
Richtung »Brüssel
vor, kann »Herzog
von Alba, der in der Hoffnung, dass »Wilhelm von Oranien (1553-1584)
seine Truppen nicht längere Zeit bezahlen kann, nicht zu
einer Schlacht bewegen; als »Wilhelm von Oranien (1553-1584)
mit seinem
Heer Brabant erreicht, wagen es die dortigen Städte aus
Angst vor »Herzog
von Alba nicht, ihn zu unterstützen und in ihre Städte
hereinzulassen; »Wilhelm von Oranien (1553-1584)
lässt daraufhin das neutrale »Lüttich,
allerdings erfolglos, belagern, zieht weiter nach »Namur
und in den »Hennegau
und löst sein Heer nach der gescheiterten Invasion im
Dezember auf französischem Boden wieder auf, zumal auch die
zugesagte Hilfe der französischen Hugenotten, die vom Süden
her die fest in der Hand des »Herzogs
von Alba befindlichen Provinzen ausbleibt; dies und de
Tatsache, dass seine militärische Operation keinen
allgemeinen Volksaufstand auslöst, führt letzten Endes zu
ihrem Scheitern;
-
25.8. »Herzog
von Albas »Rat
der Unruhen (Blutrat) lässt »Antoon
von Stralen (1521-1568), der ǁ1566
noch die Unruhen in Antwerpen niedergeschlagen hat, nach schweren Folterungen im »Kastell von Vilvoorde, das zum Gefängnis umfunktioniert
wird, mit dem Schwert enthaupten;
-
14.9. »Johannes
Casembroot (1526-1568), der Sekretär des »Grafen
von Egmont, wird vom »Rat
der Unruhen (Blutrat), der ihn am 9.9.1567 festnehmen
und foltern lässt, um von ihm mögliche geheime Pläne seines
Herrn zu erfahren, zum Tode verurteilt und
im »Kastell
von Vilvoorde hingerichtet; ǁ1566
war er noch im Auftrag
seines Herrn bei der Niederschlagung der Unruhen in »Flandern
besonders kompromisslos vorgegangen;
1569
↑
-
21.3. »Herzog
von Alba lässt die Generalstände (Generalstaaten), um
ihnen seine Forderung nach Einführung direkter Steuern, die
allein der Regierung zufließen zu präsentieren; mit dieser
Neuorganisation des Finanzwesens will er der Regierung und
dem spanischen König dauerhafte und eigene Finanzquellen
erschließen, die nicht von der Zustimmung der Generalstände
(Generalstaaten) und der Provinzialstände abhängig sind; das
traditionelle System der »Beden
räumt diesen mit der Bewilligung ein gewisses Kontrollrecht
ein; mit direkten Steuern; in den Provinzen regt sich
schnell Widerstand, insbesondere gegen den so genannten
"Zehnten", der bei jedem Verkauf von beweglichen Güter und
Handelswaren direkt an den König abgeführt werden sollen; am
Ende einigen sich die Provinzialstände und »Herzog
von Alba darauf, dass die Stände der Regierung in den
nächsten beiden Jahren eine jährliche Summe von 2 Millionen
Gulden bezahlen und solange auf die Erhebung des Zehnten
verzichtet werde; ǁ1571 sieht sich »Herzog
von Alba angesichts der weiter vorhandenen Finanznot des
spanischen Königs mit der Einziehung de "Zehnten" zu
beginnen..
-
16.7. »Herzog
von Alba lässt mit einer großen Inszenierung vor dem
Stadthaus in Antwerpen eine Amnestie (Generalpardon) für
alle "Verbrechen" vor diesem Termin verkünden, die
allerdings so viele Ausnahmen enthält, dass sie eigentlich
eine Farce ist; kaum einer der Zehntausenden von ins Ausland
Geflüchteten kommt deshalb in die Niederlande zurück; in
einem Dekret vom 27.3.1571 droht er allen, die von dem
Generalpardon keinen Gebrauch machen, eine strenge
Bestrafung an;
1571
↑
-
Angesichts
der weiter vorhandenen Finanznot des spanischen Königs und
des Auslaufens der Vereinbarung über die jährlichen, nach
ihrer Leistungsfähigkeit quotierten Zahlungen der
Provinzialstände, beginnt »Herzog
von Alba mit der Einziehung des ǁ1569
noch ausgesetzten "Zehnten", die aber 1572 nach der
Zunahme des Unmuts in den Niederlanden vom spanischen König
»Philipp II.,
(geb. 1527, 1556-98) wieder beendet wird;
1572
↑
1573
↑
1579
↑
1581
↑
1584
↑
1648
↑
Verzeichnis der
benutzten Quellen:
-
Verschiedene
Einträge aus der deutschsprachigen, niederländischen und
englischen Wikipedia zur niederländischen Gesichte und der
Geschichte des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation
-
Düntzer,
Heinrich (1854): Goethe's Götz und Egmont: Geschichte,
Entwicklung und Würdigung beider Dramen Braunschweig 1854
(Quelle: google books)
-
Dutch Revolt,
Zeittafel, Universität Leiden,
https://dutchrevolt.leiden.edu/deutsch/Chronologie/Pages/default.aspx
-
Lem, Anton van der (2016):
Die Entstehung der Niederlande aus der Revolte: Staatenbildung im Westen
Europas, Berlin: Wagenbach 2016
-
Maissen, Thomas (2013):
Geschichte der frühen Neuzeit, München: Beck 2013
-
North, Michael (2013):
Geschichte der Niederlande, 4. durchges. u. aktual. Aufl., München: Beck
2013
-
Schilling, Helmut (1987): Reformation und Altes Reich 1500 -
1740, in:
Mitten in Europa.
Deutsche Geschichte. Berlin: Siedler Verlag 1987, S.113-200
-
Schilling, Heinz (1994):
Aufbruch und Krise. Deutschland 1517-1648, Berlin: Siedler 1994 (=
Siedler Deutsche Geschichte. Das Reich und die Deutschen)
-
Schilling, Heinz (2024):
Karl V. Der Kaiser, dem die Welt zerbrach, 4. Aufl. München 2024
-
Vogler,
Günter (2003): Europas Aufbruch in die Neuzeit 1500-1650.
Stuttgart 2003
-
Wagener, Hans
(1998): Johann Wolfgang Goethe. Egmont. Erläuterungen und
Dokumente, revidierte Ausgabe, Stuttgart: Reclam 1998
-
Wenzelburger,
K. Th. (1879): Geschichte der Niederlande bis 1555 Bd. I,
Gotha 1879 (google books)
Wenzelburger, K. Th. (1886): Geschichte der Niederlande, Bd.
II, Gotha 1886 (google books)
-
Wielenga, Friso (2018):
Geschichte der Niederlande, 3., überarb. und aktual. Aufl., Ditzingen:
Philipp Reclam junior 2018, (= Reclams Ländergeschichten (S.15) (kindle
Version)
•
Das Reich in der frühen
Neuzeit (1256-1806)
•
Kaiser und Reich
im Spätmittelalter und der Reformationszeit (1256-1648)
•
Überblick
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Die Häuser Habsburg
und Habsburg-Lothringen bis 1806 (Genealogie)
Gert Egle, zuletzt bearbeitet am:
01.07.2025
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