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Heinrich von Kleist (1777-1811)

Überblick

 
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Heinrich von Kleist (1777-1811) war "ein Außenseiter im literarischen Leben seiner Zeit" (Stephan 1989, S.188). Wie »Friedrich Hölderlin (1770-1843), »Jean Paul (1763-1825) und »Johann Peter Hebel Hebel (1760-1826) lässt er sich keiner der vorherrschenden literarischen Strömungen im Übergang vom 18. und 19. Jahrhundert widerspruchsfrei zuordnen. So hat man in der linear-chronologisch strukturierten Litergeschichtsschreibung diese Autoren eben im "Niemandsland" zwischen Klassik und Romantik einsortiert. Kleist Sonderstellung zwischen Klassik und Romantik beruht auch darauf, dass er "im Grunde weder in der Antike noch im Mittelalter Lebensformen" sah, "an denen sich die Gegenwart als an etwas Vorbildlichem orientierten und aufrichten könnte;" (Willems 2013, S.145) Schon deshalb könne er eben weder Klassiker noch Romantiker sein.

Auch wenn Kleist mit den oben genannten Autoren nichts oder nur wenig gemein hat, teilt er aber doch zumindest mit »Hölderlin "de(n) kritische(n) Blick auf die Gesellschaft" (ebd., S.142) Beide sehen in den "gesellschaftlichen Verhältnisse(n) der Epoche einen Tiefpunkt in der Entwicklung der Menschheit, den Endpunkt eines Niedergangs von katastrophalen, ja geradezu apokalyptischen Ausmaßen." (ebd.) Allerdings entwickelt Kleist nicht wie Hölderlin eine eigene "geschichtsphilosophische Dimension"(ebd., S,145) in seinen Werken.

Zunächst verkannt, gilt Kleist doch schon lange als "einer der größten dramatischen Dichter Deutschlands", der "die deutsche Tragödie auf eine Stufe emporführen (wollte), auf der die dichterische Leistung eines Sophokles und Shakespeare miteinander verbunden sein sollte. Ausgerüstet mit einer genialen Kraft des Wortes wie kaum ein anderer deutscher Dichter, schuf er sein dramatisches Werk, in dem er das Wesen menschlicher Bestimmung inmitten einer Welt des Zufalls und Scheins zu ergründen suchte." (Grabert/Mulot 151971, S.225)

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 17.03.2026

 
 

 
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