Heinrich von Kleist (1777-1811) nutzt in seiner • Komödie • ›Der zerbrochne
Krug‹ verschiedene Symbole zur Gestaltung der Aussage seines
Dramas, darunter das • Symbol des zerbrochenen Krugs,
das • Symbol des Ziegenbocks, das
• Symbol
der Perücke oder das Symbol der Weinranke.
Ein Symbol ist "eine sprachliche Referenz auf ein konkretes
Ding, Phänomen oder Tätigkeit [...], die mit einem über die über
die lexikalische Bedeutung hinausweisen Sinn verknüpft ist." (Metzler
Lexikon literarischer Symbole, 3. Aufl., 2021, S. X)
Gewöhnlich verbindet ein Symbol etwas Konkretes (Gegenstand,
Bild, Figur, Handlung) mit etwas Abstraktem (Idee, Gefühl,
Weltbild).
Ein •
literarisches Symbol
zeichnet sich dazu vor allem dadurch aus, "dass es vom
einzelnen Text ausgehend auf andere Texte und Kontexte ausgreift
und zusätzliche Sinnzusammenhänge stiften oder zumindest
andeuten kann. Dadurch realisiert das literarische Symbol eine
besondere Möglichkeit der Sprache: mehrsinnig zu sein, zugleich
aber auch deren Begrenztheit: auf anderen Sinn nur verweisen zu
können." (ebd.)
Ob etwas bei der Rezeption eines Textes oder einer
Theateraufführung indessen als Symbol rezipiert wird, ist
keineswegs zwingend. Einen Einfluss auf die •
Kohärenz
eines Textes, also darauf, einen Text auf der Sach- und
Handlungsebene (•
Textoberflächen- und
Texttiefenstruktur) zu •
verstehen,
hat die Tatsache, ob man ein Symbol erkennt oder ignoriert,
nicht. Das unterscheidet das Symbol von der
Metapher,
die die
semantische
Kohärenz stört und das Erkennen ihres zu übertragenden
Sinnes nötig macht, wenn man den Text verstehen will.
Literarische Symbole lassen sich also einfach auch "überlesen".
(vgl.
ebd.)