Die »Republik
der Sieben Vereinigten Niederlande, die im 17.
Jahrhundert trotz ihrer vergleichsweise geringen Fläche und
Bevölkerungszahl einen machtpolitischen und wirtschaftlichen
Aufstieg vollzog, der sie zu einer Großmacht und zur Drehscheibe des
Welthandels werden lassen, konnte diese Stellung im 18. Jahrhundert
nicht halten.
Der »Spanische Erbfolgekrieg (1702-13) führte dazu,
dass die Niederlande im Konzert der Großmächte nur noch als eine
"Macht von nunmehr mittlerer Bedeutung" mitspielen konnte. (vgl. North
22003, S.66) Die Niederlande waren schlicht zu klein.
"um die Rolle einer Seemacht und Landmacht dauerhaft erfolgreich zu
spielen." (ebd.,
S.67) Zudem wurden sie im Kampf der Großmächte um die Hegemonie in
Europa trotz einer strikten Neutralitätspolitik 1747 Opfer der
französischen Expansion. Im Siebenjährigen Krieg (1756-1763) hielt
man sich weitgehend heraus. Die Unterstützung der
vom englischen Mutterland abtrünnigen »dreizehn amerikanischen
Kolonien im »Unabhängigkeitskrieg
(1775-83) durch die patrizische Führungsschicht und der Regenten
der großen Städte endete jedoch nicht nur mit einer klaren
Niederlage im »Vierten
Englisch-Niederländischen Krieg (1780-84), sondern war auch für
das ganze Land eine Zerreißprobe. Denn während der Statthalter »Wilhelm IV.
von Oranien (1711-1751), der ein Enkel des englischen und
irischen Königs und deutschen »Kurfürsten
»Georg
II. (1683-1760) war, auf der Seite der britischen Monarchie
stand, die die Rebellion in Amerika niederwerfen wollte, versorgten
die traditionell in Opposition zum Statthalter stehenden städtischen
Eliten die Aufständischen, die zudem mit Englands Erzrivalen
Frankreich verbündet waren, von den niederländischen Besitzungen in
»Westindien,
vor allem von der karibischen Insel »Sint
Eustatius aus, mit Waffen und Munition. Proteste und Warnungen
der britischen Regierung 1770, die neben dem sofortigen Ende der
Waffenlieferungen auch die Ablösung des niederländischen Gouverneurs
dieser Insel forderte, wurden von den Generalstaaten mit
Unterstützung einer breiten Öffentlichkeit zurückgewiesen, zumal man
ohnehin schon darüber aufgebracht war, dass es bei Zusammenstößen
der »Royal Navy mit niederländischen Handelsschiffen immer wieder zu
britischen Übergriffen gekommen war. (vgl.
Israel
1995, S.1097) Da die Spannungen immer weiter eskalierten, musste
»Wilhelm IV.
notgedrungen Kriegsvorbereitungen treffen. Nachdem Dokumente
belegten, wie eng die amerikanisch-niederländischen
Handelsbeziehungen waren. erklärte das Königreich Großbritannien den
Vereinigten Niederlanden den Krieg, vorwiegend in den Kolonien
geführt wurde und mit einer klaren »Niederlage
der Niederländer endete. Die Briten eroberten dabei Besitzungen
der niederländischen Handelskompanien in Westafrika und in Asien, wo
die •
Niederländische Ostindien-Kompanie (VOC), im •
Goldenen Zeitalter der Niederlande im
17. Jahrhundert ein Bollwerk des niederländischen Kolonialismus
und eine der größten Handelsgesellschaften der Welt, einige Gebiete
einbüßte und Millionen von Gulden an Schiffsfracht verlor. Mit
französischer Unterstützung konnten später die meisten verloren
gegangenen Gebiete in Afrika und Fernost jedoch wieder zurückerobert
werden.

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Innenpolitisch steuerten die
Generalstaaten in ihre
zweite statthalterlose Zeit(die erste war vor der Wahl »Wilhelms
III. 1672) 1702 bis 1747, als
sie nach dem Tod des englischen Königs und niederländischen
Statthalters »Wilhelm III. von Oranien (1650-1702),
der keinen männlichen Erben hatte im Jahre 1702, in alter
antizentralistischer Manier auf die Berufung eines neuen
Statthalters verzichteten. Noch war das Statthalteramt nur in der
männlichen Linie seit 1674 in den
Niederlanden erblich. Daher setzte der 1748 wieder
zum Statthalter berufene »Wilhelm IV.
von Oranien (1711-1751) mit Hilfe seiner Oranjes, der Orangisten
oder Oranierpartei auch die weibliche Linie gegen Widerstände städtischer Eliten
durch. Als Orangisten wurden seitdem alle bezeichnet, die sich
auf die Seite der Erbstatthalter aus dem Hause
»Oranien-Nassau schlugen (Statthalter-Partei, Prinzenpartei.
Oranierpartei).
Die französische Invasion von 1747 und die darauf folgenden
Unruhen brachten am Ende der "statthalterlosen Ära" wieder einen Oranier,
»Wilhelm IV. (1711-1751), von 1748 bis zu seinem Tod 1751, an die
Macht in den Niederlanden. Aber auch nach seiner Inthronisation kam
das Land nicht zur Ruhe. Vor allem in den Städten kam es immer
wieder zu Auseinandersetzungen zwischen Katholiken und »Calvinisten. Bald wurden diese Unruhen von Agitatoren wie
dem Amsterdamer Porzellanhändler »Daniel
Raap (1703–1754) in eine eher politische Richtung umgeleitet.
Die Vertreter der Mittelschichten forderten von ihren Regenten in
den Städten und dem neuen Statthalter die
Wiederherstellung alter Rechte der Bürger und Zünfte. Außerdem
bestanden sie auf der Etablierung von Bürgerkomitees, die die
Stadtregierungen vor allem in finanziellen Angelegenheiten
kontrollieren sollten, um die Korruption einzudämmen.
Diese Erwartungen der Mittelschichten wurden jedoch von »Wilhelm
IV. (1711-1751) nicht erfüllt. Er nahm wohl an, dass der Druck seiner
Anhänger auf der Straße die Eliten ihm schon gefügig machen würde. Und
tatsächlich: Als er im November 1747 die Erblichkeit der
Statthalterschaft in der männlichen und der weiblichen Linie
durchsetzen wollte, opponierte die Amsterdamer Stadtregierung
dagegen. Als der Amsterdamer Porzellanhändler »Daniel
Raap (1703–1754), der zu einem der wichtigsten Unterstützer des
Oraniers wurde, und ein anderer Agitator namens »Jean
Rousset de Missy (1686-1762), einem französischen Hugenotten,
der während des »Spanischen Erbfolgekrieg (1702-13) in die Armee der
Generalstaaten eingetreten war und später wegen angeblich von ihm
verfasster Flugschriften gegen die statthalterlose Zeit inhaftiert
worden war, den Mob auf den Straßen von Amsterdam dagegen
mobilisierten, wurde das Erblichkeitsrojekt des Oraniers ordnungsgemäß
verabschiedet.
Trotzdem: Der in diesen Auseinandersetzungen errungene Kompromiss
führte zu einer neuen Machtbalance zwischen dem Statthalter, den
patrizischen Eliten und den Mittelschichten in den Städten. (ebd.,
S.68)
Aber auch auf dem Land rumorte es. Der so genannte Pächtersaufruhr,
ein Bauernaufstand im Jahr 1748 machte deutlich, wie unzufrieden die
ländlichen Bevölkerung mit den Zuständen in den feudalen
Grundherrschaften war, die dem Landadel und den Patriziern gehörten.
Da die patrizischen Regenten der reichen Handelsstädte an der Küste
zu den städtischen Eliten zählten, die traditionell
antizentralistisch eingestellt und damit auch Gegner der Oranier und
ihrer Beteiligung an der Regierung waren, nutzte In vielen
Städten ließ »Wilhelm
IV, (1711-1751) auf den Rat »Daniel
Raaps (1703–1754) hin , zahlreiche Bürgermeister und Stadträte
ersetzen, denn nach dem neuen Regierungsreglement hatte der
Erbstatthalter mehr Einfluss auf deren Ernennung. Viele abgesetzte
Ratsmitglieder erlangten jedoch schließlich ihre Sitze zurück, was
die Popularität des Statthalters merklich sinken ließ.
Die »Patriotenbewegung in den 1780er Jahren führte zur nächsten
Revolte. Die Patriotten (niederländisch für Patrioten) verfolgten
republikanische Ziele und wollten die Macht der oranischen
Erbstatthalter einschränken oder, wenn möglich. die
Statthalterschaft des Hauses
»Oranien-Nassau ganz abschaffen. Die Bewegung war getragen von
den Ideen der »Aufklärung,
vor allem dem Gedankengut des französischen Philosophen »Jean-Jacques
Rousseau (1712-1778) und seinen Konzepten des »Volonté
générale, der »Volkssouveränität
sowie der
»Common-Sense-Philosophie
sowie den Zielen der »Amerikanischen
Unabhängigkeitsbewegung. Sie lastete dem Statthalter »Wilhelm
V. von Oranien (1748-1806; Statthalter unter Vormundschaft ab 1751,
volljährig 1766) die schwere Niederlage der Niederlande im »Vierten Englisch-Niederländischen Krieg (1780-84) persönlich an.
In Flugschriften, die im Land kursierten, wurde die Tyrannei der
Oranier angeprangert und zur Abhaltung von Bürgerversammlungen und
zur Volksbewaffnung aufgerufen. "Patriotische Gesellschaften
schossen wie Pilze aus dem Boden, publizierten Denkschriften und
Pamphlete, unterzeichneten Petitionen. So genannte Freikorps
bereiteten sich auf die militärische Auseinandersetzung vor." (ebd.,
S.70) Allerdings hatten die Scharmützel, die darauf folgten,
zeitlich und räumlich nur begrenzte Wirkung. Den patriotischen
Freikorps gelang es zwar, »Wilhelm
V. aus »Den Haag
zu vertreiben und in der Provinz Holland die
Macht zu übernehmen, mussten sich aber schon bald wieder mit ihrem
Statthalter abfinden, der ausgestattet mit Geld aus England und mit
Hilfe der 18.000 Mann starken Truppen seines Schwagers, des preußischen Königs
»Friedrich
Wilhelm II. (1744-1796), die 1787 »in die Niederlande
einmarschierten, wieder an die Macht kam. Auch wenn die
Patriotten danach unterdrückt wurden, gaben sie sie nicht klein bei,
sebst wenn viele ihrer Anhänger nach Frankreich flüchten mussten. Als
sich die politische Gesamtwetterlage 1795 nach der Revolution in
Frankreich radikal veränderte, vertrieben sie mit Hilfe der
französischen Truppen die Oranier und errichten unter dem Schutz der
Franzosen im Januar 1795 die »Batavische
Republik, die bis zu ihrer Umwandlung in das »Königreich
Holland durch »Napoleon
Bonaparte
(1769-1821) im Jahr 1806 bestand. Die Bezeichnung "batavisch"
orientierte sich, dem damaligen Zeitgeist entsprechend, an dem
westgermanischen Volksstamm der »Bataver
in der Antike.
Vorausgegangen war die Kriegserklärung des revolutionären
Frankreichs an Großbritannien und die Vereinigten Niederlande, die
wichtigster Geldgeber des erklärten Revolutionsgegners
Großbritannien waren, im Februar 1793 während des »Ersten
Koalitionskrieges gegen das revolutionäre Frankreich (1792–1797).
Als die französischen Truppen kurz nach der Flucht »Wilhelms
IV. (1711-1751) nach England im Januar 1795 Amsterdam
eingenommen hatten, riefen die mit den französischen Truppen
zurückkehrenden Exilanten noch vor dem Ende der Kampfhandlungen die
»Batavische
Republik aus, verhängten ein Kampverbot für die bei »Texel
im Eis festsitzende niederländische Flotte und übergaben sie
Frankreich.
Die Batavische Republik war ein ein »Satellitenstaat
der
»französischen
Republik bzw. des
»napoleonischen Kaiserreichs und bewegte sich "fortan innen- wie
außenpolitisch in französischem Fahrwasser." (vgl. North
22003, S.71)
Kurz vor dem Ende der Herrschaft »Napoleon
Bonapartes
(1769-1821) wurden die Niederlande von Frankreich annektiert,
weil man für eine lückenlose Kontinentalsperre gegen England sorgen
wollte und die Batavische Republik wurde von Napoleon ein Königreich umgewandelt. Als sich die napoleonische
Herrschaft über Europa dem Ende zuneigte, sicherten die im
»5.
Koalitionskrieg (1809) gegen Napoleon verbundenen Mächte Österreich und
Großbritannien dem in ihren Reihen kämpfenden »Wilhelm
VI. von Oranien (1772-1843) die Wiederherstellung der Herrschaft
des Hauses
»Oranien-Nassau im Königreich Niederlande zu.
Als sich die
endgültige Niederlage des napoleonischen Kaiserreichs nach der »Völkerschlacht
bei Leipzig (16.-19. Oktober 1813) mit ihren bis zu 600.000
Teilnehmern aus über einem Dutzend Ländern und am Ende 92.000
getöteten oder verwundeten Soldaten abzeichnete und preußische
Truppen während der
»Befreiungskriege
auf dem Vormarsch waren, erhob sich im Herbst 1813 die Bevölkerung
der Niederlande gegen die französische Fremdherrschaft und rief
das »Souveräne Fürstentum der Vereinigten Niederlande aus. Eine
provisorische Regierung wurde gebildet, deren Mitglieder sich darin
einig waren, dass die Niederlande von »Wilhelm
VI. von Oranien (1772-1843) regiert werden sollten, dem Sohn des
letzten Statthalters der Vereinigten Niederlande.
Angesichts der
Tatsache, dass die Wiedereinsetzung des Hauses
»Oranien-Nassau von den Großmächten ohnehin beschlossene Sache
war, wollte man diesen Vorgang lieber kraft eigener Entscheidung
abwickeln, statt sich einem Diktat der Großmächte fügen zu müssen.
Der oranische Prinz, der im November 1813 aus seinem Exil in die
Niederlande zurückkehrte, hatte aber kein Interesse an einer ihm vom
Volk übertragenen monarchischen Regierung, sondern erklärte sich
selbst im Dezember des gleichen Jahres zum Souveränen Fürsten der
Vereinigten Niederlande. Zugleich bestand er auf einer neuen Verfassung,
die 1814 erlassen wurde. Sie führte eine zentralisierte Monarchie
ein, stattete den König mit mehr Rechten aus, stellte aber auch die
»Generalstaaten (Generalstände) wieder her, deren Vertreter von
Ständeversammlungen in den Provinzen gewählt wurden. Vor allem aber
beschränkte die neue Verfassung die Macht der Provinzen und Städte, den alten
Zentren der Opposition gegen die Machtansprüche der Oranier. Neben
der Gewährung der Religionsfreiheit gingen auch andere Grundrechte
aus der französischen Zeit in die neue Verfassung ein.
Nach der Niederlage
Napoleons 1815 wurden die nördlichen und südlichen Teile der
Niederlande zum ersten Mal seit 1579 unter dem Königreich der
Niederlande wieder miteinander vereint. Die Franzosen hatten 1794
die südlichen Teile, die österreichischen Niederlande, erobert und
ein Jahr später annektiert. Als der »österreichische Kaiser
Franz I. (1768-1835) auf dem »Wiener Kongress
(1814-1815), der die machtpolitische Neuordnung Europas nach
Napoleon in die Hände nahm, an einer Wiedererrichtung der
österreichischen
Herrschaft in diesem Gebiet wenig interessiert war, wurden diese
Gebiete dem Königreich der Niederlande zugeteilt.
Als die
Wiedervereinigung abgeschlossen war, wurde »Wilhelm
VI. von Oranien (1772-1843) 1815 als Wilhelm I.(1815-1840) in
Brüssel zum König der Vereinigten Niederlande gekrönt. Die
Vereinigung der beiden Landesteile hielt allerdings nicht lange. Im
»europäischen Revolutionsjahr 1830 lehnte sich
»Belgien gegen die
holländische Dominanz auf und erlangte die Unabhängigkeit.
Auch wenn sich die
Wirtschaftshistoriker bei der Interpretation der Daten zur
wirtschaftlichen Entwicklung der Niederlande im 18. Jahrhundert
nicht einig sind (vgl. North
22003, S.76), dürfte die These von der Stagnation der
Wirtschaft wohl am ehesten zutreffen. Dafür waren äußere und innere
Faktoren verantwortlich.
In nahezu allen
Wirtschaftsbereichen war den Niederländern ausländische Konkurrenz
erwachsen. In den Bereichen, wo sie auf die Einfuhr von Rohstoffen
angewiesen waren, traf dies die niederländische Wirtschaft besonders
hart. Aber auch der Export niederländischer Waren wurde durch den
Protektionismus, mit dem die dem Merkantilismus folgenden Staaten
Europas ihre Märkte abschotteten, setzten besonders der
exportabhängigen Textilindustrie zu. Und preislich konnten
niederländische Waren wegen des vergleichsweise hohen Lohnniveaus in
den Niederlanden auf den internationalen Märkten immer weniger
mithalten.
Hinzu kamen die
Folgen der agrarischen Depression Ende des 17. und Anfang des 18.
Jahrhundert, die zu einem Preisverfall bei Getreide führten. Damit
fehlte der Landwirtschaft das Geld bzw. Kapital, um die Kosten für
Investitionen bei der Mechanisierung, für den Deichbau und die
Landgewinnung zu finanzieren. Und im Inneren des Landes schwächelte
die Nachfrage nach billigen Massenprodukten. (vgl. North
22003, S.76)
Die wirtschaftliche
Stagnation bremste den lang anhaltenden dynamischen
Urbanisierungsprozess in den Niederlanden aus und führte in manchen
Zentren der Textilwirtschaft und des Gewerbes, aber auch des
Fischfanges und der Reederein sogar zu einem Bevölkerungsrückgang.
Nur große Städte wie Amsterdam, Rotterdam und Den Haag trotzten
diesem Trend und konnten ihre Bevölkerungszahl dadurch stabil
halten, dass Menschen aus anderen Orten dahin umzogen. (vgl.
ebd.,
S.77)
Die Einkommen in
den traditionellen Gewerbe- und Industriestädten sanken und führten
zu einer steigenden Arbeitslosigkeit, die die Kluft zwischen Arm und
Reich beträchtlich vertiefte. Dazu nutzten die Unternehmer alles, um
das Lohnniveau weiter zu drücken. Man heuerte billigere
Arbeitskräfte aus dem Ausland an, die sich für deutlich geringeren
Lohn als Saisonarbeiter auf dem Land oder im Textilgewerbe
verdingten. Das hatte u. a. zur Folge, dass in der 2. Hälfte des 18.
Jahrhunderts immer mehr Menschen von Armenunterstützung leben
mussten (1795 waren dies in Amsterdam 16 Prozent der
Gesamtbevölkerung). (vgl.
ebd.,
S.79)
Aber nicht überall
im Lande verdüsterte sich die wirtschaftliche Lage in gleicher Weise
und für die gleiche Dauer. Im Vergleich zu den von der Krise hart
gebeutelten traditionellen Gewerbe- und Industriezentren, ging es in
den westlichen Niederlanden schon deutlich früher wieder vorwärts,
nachdem Teile der Textilindustrie dorthin verlagert und die Menschen
dieser Regionen wieder in Arbeit und Brot brachten.
Trotz der schwachen
wirtschaftlichen Entwicklung im Land musste aber in den Niederlanden
in dieser Zeit niemand verhungern, "denn die zahlreichen Stiftungen
des Goldenen Zeitalters ermöglichten ihnen das Überleben." (
ebd.)
• Geschichte der Niederlande vom
16. bis 18. Jahrhundert
•
Überblick •
Zeittafel:
Die Niederlande im Kampf gegen die spanischen Habsburger
•
Die
Burgundischen Niederlande unter Karl V. (1515-1556)
•
Die Niederlande unter der Herrschaft Philipps II. bis zum
Aufstand gegen die spanische Herrschaft ab 1566
•
Das Goldene Zeitalter der
Niederlande im 17. Jahrhundert
•
Der Niedergang der Niederlande im
18. Jahrhundert