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Bausteine

Originaltext und Bühnenbearbeitung von 1820 vergleichen

« Der zerbrochne Krug Handlungsverlauf – Einzelne Szenen – 12. Auftritt

 
FAChbereich Deutsch
Glossar Literatur Autorinnen und Autoren ▪ Heinrich von Kleist (1777-1811) Überblick Biografie Erzählende Texte Dramatische Texte Überblick Der zerbrochne Krug Gesamttext (Rechercheversion) Didaktische und methodische Aspekte Überblick Historischer Hintergrund • Literaturgeschichtlicher Kontext Entstehungsgeschichte
Stoffgeschichte Komposition des Dramas Handlungsverlauf Überblick Analytische DramenstrukturSzenenüberblick Einzelne SzenenÜberblick1, Auftritt 2. Auftritt 3. Auftritt 4. Auftritt 5. Auftritt 6. Auftritt 7. Auftritt 8.Auftritt 9. Auftritt  10. Auftritt 11. Auftritt [ Zwölfter. Auftritt Text Aspekte der Szenenanalyse Bausteine ◄ • Fragen und Antworten (KI) ] 13. Auftritt Variant (12. Auftritt) Bausteine Bausteine Figurenkonstellation Einzelne Figuren Sprachliche Form Weitere Aspekte der Analyse RezeptionsgeschichteInterpretationsansätze Bausteine Textauswahl Fragen und Antworten (KI) Links ins Internet Sonstige Texte BausteineLinks ins Internet ...   Schreibformen Rhetorik Filmanalyse ● Operatoren im Fach Deutsch
 

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12. Auftritt (Text)
13. Auftritt - letzter Auftritt (Text)
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Nach dem Desaster bei der • Uraufführung in Weimar am 2.3.1808 dauerte es über ein Jahrzehnt, bis ▪ Heinrich von Kleists (1777-1811) Komödie • Der zerbrochne Krug in einem namhaften Theater wieder auf die Bühne kam. Neun Jahre nach dem Tod des Autors wurde es 1820 in Hamburg in einer Bearbeitung durch den dortigen Theaterdirektor und Schauspieler »Friedrich Schmidt (1772-1848), der auch den • Dorfrichter Adam spielte, wieder, und das mit großem Erfolg, inszeniert.

Das Theater wurde 1765 als "Comödienhaus" eröffnet, unter Lessing 1767-1769 als "Deutsches Nationaltheater" bezeichnet, danach auch "Hamburgisches Stadt-Theater" und 1806-1814 "Théàtre du Gänsemarkt". 1822 wurde der Beschluss für ein Nachfolgehaus gefasst, das 1827 in der Dammtorstraße eröffnet wurde.

Schmidt hatte Lehren aus der schon lange zurückliegenden, verpatzten Uraufführung gezogen und das Stück wieder, wie in der ursprünglichen Fassung Kleists, als Einakter ohne Pausen und ohne Szeneneinteilung konzipiert und drastisch gekürzt.

Der Schluss des Dramas in seiner Bearbeitung, mit der er nach eigenen Worten "die Dichtung bühnengerecht"  machen wollte (Brief an Ludwig Tieck v. 24.4.1824, zit. Sembdner 1982, S. 114), lautet wie folgt:

RUPRECHT.
[...]
Wie hab ich heute schändlich dich beleidigt!
Wirst du dein Lebtag mir vergeben können?

EVE wirft sich dem Gerichtsrat zu Füßen.
Herr! Wenn Ihr jetzt nicht helft, sind wir verloren!

WALTER.
Verloren? Warum das?

RUPRECHT.
Herr Gott! Was gibt's?

EVE.
Errettet Ruprecht von der Konskription!
Denn diese Konskription – der Richter Adam
Hat mir's als ein Geheimnis anvertraut,

Geht nach Ostindien; und von dort, Ihr wißt,
Kehrt von drei Männern einer nur zurück!

WALTER.
Was! Nach Ostindien! Bist du bei Sinnen?

EVE.
Nach Bantam, gnäd'ger Herr; verleugnet's nicht!
Hier ist der Brief, die stille heimliche
Instruktion, die Landmiliz betreffend,
Die die Regierung jüngst deshalb erließ:
Ihr seht, ich bin von allem unterrichtet.

WALTER nimmt den Brief und liest ihn.
O unerhört, arglistiger Betrug!
Der Brief ist falsch!

EVE.
Falsch?

WALTER.
Wie ich euch versichre.

EVE steht auf.
O Himmel! Wie belog der Böswicht mich!
Denn mit der schrecklichen Besorgnis eben,
Quält' er mein Herz, und kam, zur Zeit der Nacht,
Mir ein Attest für Ruprecht aufzudringen
;
Bewies, wie ein erlognes Krankheitszeugnis,
Von allem Kriegsdienst ihn befreien könnte
;
Erklärte und versicherte und schlich,
Um es mir auszufert'gen, in mein Zimmer:

FRAU MARTHE.
Ei, der nichtswürdig-schändliche Betrüger

FRAU BRIGITTE.
Nun Friede jetzt! küßt und versöhnt und liebt euch.

FRAU MARTHE.
Und Pfingsten, wenn ihr wollt, mag Hochzeit sein.

WALTER.
Doch seines Amt's ist Adam jetzt entsetzt.
Und Ihr, Herr Licht, verwaltet seine Stelle
.

FRAU MARTHE.
Kommt Licht in das Gericht, will ich mich trösten.
Zerbricht dann jemals wieder Recht und Krug.
So sieht man dich, wer beides uns zerschlug.

Ende.

(aus: Friedrich Ludwig Schmidt, Neue Hamburger Bühne. Eine Sammlung der neuesten Lustspiele, Hamburg: Heroldsche Buchhandlung 1824, S.83-85) (»google books)

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12. Auftritt (Text)
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Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 04.12.2025

     
   Arbeitsanregungen:
  1. Vergleichen Sie die Textpassage mit der • Urfassung der Handschrift Kleists (Variant-Fassung) und der von Kleist selbst besorgten • Buchfassung des 12. Auftritts aus dem Jahr 1808.
  2. Welche Intention steckt wohl hinter der Bearbeitung, die Schmidt vorgenommen hat? – Ziehen Sie zur Klärung der Frage heran, • was Schmidt selbst zu seiner Bearbeitung gesagt hat.
  3. Wie beurteilen Sie diese Veränderungen des Originaltexts?
 
 
 

 
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