Gestalte
die letzte Szene des Dramas, den 13. Auftritt dadurch, um, dass sie,
so wie vom Gerichtsrat gewünscht, den Dorfrichter Adam noch einmal
auftreten lassen. Er zeigt sich dabei zunächst einmal sehr
eingeschüchtert. Zugleich erfährt er, dass Eve keine weiteren
Einzelheiten verraten hat. Dass er suspendiert ist, nimmt er hin,
sieht sich aber damit noch keineswegs am Ende, sondern hofft, dass
er seinen Schreiber Licht noch kompromittieren kann und dann selbst
wieder als Dorfrichter weitermachen kann.
"13. Auftritt –
Umgestaltet nach Kleists Stil
Personen:
Gerichtsrat Walter, Gerichtsschreiber Licht, Frau Marthe, Eve,
Ruprecht, Veit Tümpel, später Adam
(Die Szene beginnt
dort, wo Adam im Schnee beobachtet wird, wie er mit der Perücke in der
Hand den Hügel hinabschleicht. Walter tritt ans Fenster.)
Walter (zeigt auf
Adam, halb spöttisch)
Seht doch, wie er geht! Nicht wie ein Richter – wie ein geprügelter
Hund.
Licht! Man hole ihn zurück – und zwar auf der Stelle.
Licht (unsicher)
Wie Ihr befehlt, Herr Gerichtsrat. Doch… soll ich ihn gar mit Ehren
geleiten?
Walter
Mit Ehren? Nein. Doch mit Pflicht. Bringet ihn, wie man einen gefallenen
Apfel sammelt – weich, aber mit der Wurzel noch im Schmutz.
(Licht ab. Die
übrigen schweigen gespannt. Nach einem Moment tritt Adam auf –
zerschlagen, zerzaust, das Gesicht gezeichnet von Nacht und Schnee.)
Adam (unsicher, mit
gesenktem Blick)
Herr Gerichtsrat… ich bin zu Diensten. Wenn's Euer Wille ist.
Ich gesteh mein… Missgeschick. Die Umstände, sie… äh…
Ich bin gefallen. Mehr als nur auf Treppen.
Walter
Ihr seid gefallen, Adam, doch nicht vom Fuß – vom Amt. Und das wiegt
schwerer.
Doch sagt: Wie steht’s um Euer Gewissen?
Adam (schaut zögerlich
zu Eve)
Wenn – wenn das Fräulein… schweigt…
(hebt die Stimme leicht)
Dann liegt doch nichts fest, was sich nicht auch entkräften ließe.
Man hat mir übel mitgespielt, Herr. Der Schreiber… Licht…
Er, der stets zu wissen schien, wann ich schrieb und wann nicht –
wer weiß, ob nicht gar er das Blatt...
Walter (unterbricht
scharf)
Lasst das. Eure Tinte tropft noch warm aus seinen Federn.
Der Schreiber hat Euch gedeckt, weit länger, als ihm gut tat.
Jetzt wollt Ihr ihn ans Messer liefern?
Adam (verstellt sich,
scheinbar demütig)
Ich... ich bin ein Diener des Rechts. Und wenn das Recht mir seinen Weg
zeigt...
(wendet sich an Licht)
Licht, mein Sohn, du weißt, wie oft ich dich geschont hab,
auch wenn du zu spät kamst oder…
(blickt hilfesuchend umher)
Ich meine nur… vielleicht gibt es doch eine Form der Rückkehr.
Wenn man bedenkt… Erfahrung wie die meine wächst nicht auf Bäumen.
Und sollte sich… eines Tages… ein Vakuum im Amt ergeben…
Walter (schneidend
ruhig)
Das Einzige, was in Euch noch wächst, Herr Adam, ist die Dreistigkeit.
Ihr seid suspendiert – und bleibt es.
Doch seid versichert: Die Kasse wird geprüft, die Tinte getrocknet.
Und wenn kein weiterer Schmutz aus Eurem Winkel kriecht –
mag’s geschehen, dass man Euch verwendet.
Nicht im Gericht.
Vielleicht... beim Zählen von Sandkörnern am Deich.
(Adam schweigt, sein
Blick schwankt zwischen gekränkter Würde und stiller Hoffnung.)
Eve(leise, zu Ruprecht)
Er hat alles verloren. Und doch träumt er vom Stuhl zurück.
Ruprecht
Wer einst die Wahrheit beugt, glaubt bis zuletzt, er könne sie richten.
(Adam zieht sich
langsam zurück, seine Schritte schleppend. Er schaut noch einmal in den
Raum – zwischen Trotz und Bitten – und geht ab.)
Walter
(zu den anderen, fester Ton)
So sei dies das Ende. Der Krug ist zerbrochen –
doch das Recht bleibt ganz.
(Licht aus. Vorhang.)
(ChatGPT)
Gestalte den Text in Sprache und Stil Kleists
"Dreizehnter
Auftritt (Neufassung im Stil Kleists)
Personen:
Gerichtsrat Walter, Licht, Marthe, Eve, Ruprecht, Veit Tümpel,
später Adam
(Die Szene setzt unmittelbar nach dem Beobachten Adams draußen
ein. Walter tritt ans Fenster.)
Walter
Dort, meine Freunde – seht, welch sonderbare Figur sich durch das
Feld schiebt,
mit der Perücke gleich einer Mähre, die er über den Rücken schlägt!
Ein Richter, der sich selbst den Schuldspruch erteilt und doch auf
milderes Urteil hofft.
Licht – man bringe ihn herbei.
Licht
Zu Befehl, Herr. (ab)
(Kurze Stille.
Die übrigen schweigen. Adam wird hereingeführt – ohne Hut, mit
schiefem Kragen, das Gesicht erschöpft und dennoch wachsam.)
Adam (tief
verneigend)
Herr Gerichtsrat – und Ihr, ehrbare Versammlung!
Es dünkt mich, mein Amt ist wohl erledigt,
doch meine Person – sie steht Euch noch Rede,
sofern’s Euch beliebt, zu hören.
Walter
Wahrlich, Herr Adam,
da Ihr nun sprecht, wo Euch das Schweigen nicht mehr nützt –
so lasst Euch fragen: Habt Ihr die Vergeh’n,
derer man Euch, mit Stücken wohl versehen, beschuldigt, begangen?
Adam
(weicht aus)
Ich bin gefallen, Herr – das steht fest.
Doch fiel ich nicht allein.
Ein jeder, der den Weg des Amts beschreitet,
gerät wohl einmal in das dornige Gezweig menschlicher Schwächen.
Was Eve betrifft – sie schweigt, nicht wahr?
So ist es wohl noch nicht zur Gänze offenbar,
was im Dunkel jener Nacht geschah.
Vielleicht war’s ein Missverstehen –
vielleicht ein anderer Fuß, der jenen Krug zerbrach.
Und was das Schreiben betrifft...
(halb zu Licht gewandt, mit gekünstelter Miene)
Herr Licht hat stets freien Zugang zur Kanzlei gehabt...
Ich möchte nicht behaupten, doch... es wäre nicht unmöglich...
Walter (unterbricht
ihn scharf)
Genug!
Wollt Ihr nun noch den Schreiber dem Strick näher führen,
da er Euch gedeckt hat bis an die Grenze der Amtsverachtung?
Adam (tut
scheinheilig)
Ich suche nur das Licht – und wenn es durch Licht geschieht,
so wär’s doch ein Zeichen der göttlichen Fügung.
Walter
Herr Adam,
es ziemt sich nicht, nach Licht zu rufen,
wenn man zuvor die Lampe selbst ausgelöscht hat.
Ihr seid des Amtes enthoben – und bleibt es,
bis man Euch, wie eine kluge Hausfrau einen gebrochenen Eimer,
vielleicht im Stall oder an minderem Ort verwendet.
Adam (mit
aufblitzendem Trotz)
Doch, Herr! Wo Schuld nicht bewiesen, da bleibt Hoffnung!
Und was ist ein Dorfrichter, wenn nicht ein Mann,
der aus Erfahrung spricht – auch wenn’s die eigene ist?
Walter
Ein Dorfrichter, Herr,
der sich selbst zu Gericht stellt und am Ende zum Kläger wird,
ist keiner mehr.
Geht nun – und seid zufrieden, dass Euch nicht mehr genommen ward
als das, was Ihr schon lange nicht mehr verdientet.
(Adam verbeugt
sich, zieht sich langsam zurück, bleibt kurz stehen, blickt noch
einmal – halb flehend, halb trotzig – und geht ab.)
Eve
(leise)
So hat der Krug das seine gesagt.
Ruprecht
Und das Recht, wie’s scheint, das letzte Wort behalten.
Walter
Möge es so bleiben.
Und wo der Ton gesprungen – da mag das Herz nun heilen.
(Langsame
Abblendung. Vorhang.)"
(ChatGPT)
Gestalte den
Text in Blankversen.
"Dreizehnter
Auftritt – in Blankversen
Personen:
Walter, Licht, Marthe, Eve, Ruprecht, Veit Tümpel, später Adam
Walter (dem
Fenster zugewandt)
Seht doch – dort taumelt durch das weiße Feld
der Mann, der einst auf hohem Stuhl gesessen.
Die Perücke schwingt er wie ein Narrenstab.
Ein Richter? Nein – ein Bild von Spott und Fall.
Licht, eilt! Und holt den Flüchtling unverzüglich.
Licht
Zu Diensten, Herr. (ab)
(Stille. Die übrigen blicken hinaus. Adam wird
hereingeführt – erschöpft, zerschlagen, doch bemüht um Haltung.)
Adam (still,
mit gesenktem Blick)
Ich steh zu Dienst, Herr – was Ihr mir befehlt.
Die Stunde schlägt, ich hör’ sie klar im Ohr.
Nicht alles war so, wie es scheinen mag –
doch fällt, wer fällt, nicht gleich ins ew’ge Loch.
Walter
Ihr seid gestürzt, Herr Adam – tief und schwer.
Ein Richter, der sich selbst das Recht entzieht,
ist mehr als nur ein Mensch mit Fehl und Schwäche.
Was habt Ihr uns zu sagen – jetzt, da’s brennt?
Adam (zögernd)
Wenn Eve schweigt – so mag das Wort auch ruh’n.
Was nicht gesprochen wird, bleibt unbewiesen.
Und was bewiesen nicht, das lässt sich wenden.
Vielleicht war’s Licht, der – heimlich, unbemerkt –
die Feder führte, nachts, in meinem Zimmer.
Der Schreiber kennt das Amt – und meine Schwächen.
Walter (nimmt
das Wort fest auf)
Ihr wollt nun den verklagen, der Euch deckt?
Der Eure Fehler still ertragen hat?
Seid Ihr so blind vor Angst, dass selbst Verrat
Euch wie ein Mittel dünkt zur eignen Rettung?
Adam
Ich sag nur: möglich ist, was nicht bewiesen.
Und wenn das Amt einst wieder leer dasteht –
ein Mann mit Kenntnis wird sich finden müssen.
Walter
Die Kasse wird gezählt, der Boden gefegt.
Wenn nichts verderbt – so mag man Euch vielleicht
zum Zählen von Gemeindekies berufen.
Doch nie mehr wird der Richterstuhl Euch tragen.
(Adam verbeugt sich leicht, will abtreten, zögert – sein Blick
irrt zwischen Trotz und Flehen.)
Eve (halblaut)
Er weicht, doch hat den Sieg noch nicht begriffen.
Ruprecht
Er träumt von Macht, auch wenn der Stuhl zerbricht.
Walter
Lasst ihn. Der Krug ist hin, der Trug entlarvt.
Wo Recht gesiegt, soll Schweigen nun beginnen.
(Adam geht langsam ab. Die Bühne dunkelt ab. Der Vorhang
fällt.)"
(ChatGPT)
Gert Egle, zuletzt bearbeitet am:
03.12.2025
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