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Dreizehnter  Auftritt

Aspekte der Analyse und Interpretation

Heinrich von Kleist Der zerbrochne KrugHandlungsverlaufEinzelne Szenen

 
FAChbereich Deutsch
Glossar Literatur Autorinnen und Autoren ▪ Heinrich von Kleist (1777-1811) Überblick Biografie Erzählende Texte Dramatische Texte Überblick Der zerbrochne Krug Gesamttext (Rechercheversion) Didaktische und methodische Aspekte Überblick Historischer Hintergrund • Literaturgeschichtlicher Kontext Entstehungsgeschichte
Stoffgeschichte Komposition des Dramas Handlungsverlauf Überblick Analytische DramenstrukturSzenenüberblick Einzelne SzenenÜberblick1, Auftritt 2. Auftritt 3. Auftritt 4. Auftritt 5. Auftritt 6. Auftritt 7. Auftritt 8.Auftritt 9. Auftritt  10. Auftritt 11. Auftritt 12. Auftritt [ Dreizehnter. Auftritt Text Aspekte der Analyse und Interpretation ◄ • Bausteine Fragen und Antworten (KI) ] Variant (12. Auftritt) Bausteine • Bausteine Figurenkonstellation Einzelne Figuren Sprachliche Form Weitere Aspekte der Analyse RezeptionsgeschichteInterpretationsansätze Bausteine Textauswahl Fragen und Antworten (KI) Links ins Internet Sonstige Texte BausteineLinks ins Internet ...   Schreibformen Rhetorik Filmanalyse ● Operatoren im Fach Deutsch
 

 

teachSam-YouTube-Playlist Dramatische Texte und Theater
teachSam YouTube-Playlist: Heinrich von Kleist "Der zerbrochne Krug"

Der • Dreizehnte Auftritt (• Text) in ▪ Heinrich von Kleist (1777-1811) • ›Der zerbrochne Krug‹ rundet die • Komödie nach der  Flucht • Adams und dem versöhnenden Happy-End zwischen • Ruprecht und • Eve ab.

Indem • Marthe Rull noch einmal zu Wort kommt, wird aufgegriffen, dass ihre Klage wegen des zerbrochenen Kruges nicht dazu geführt hat, dass irgendjemand für den Schaden aufkommen soll. Sie fühlt sich offensichtlich übergangen ("Soll hier dem Kruge nicht sein Recht geschehn?", V 1971), nimmt aber • Walters Entschuldigung an, der sie auf die übergeordnete Gerichtsinstanz in Utrecht verweist, wo sie ihre Klage erneut vorbringen könne. Marthe Rull, die offensichtlich mit dem Happy End für das Brautpaar (12. Auftritt, V 1449f.) zufrieden ist, weil • Ruprecht auf eine weitere Anschuldigung • Eves wegen des (möglichen) Verlusts ihrer Virginität verzichtet und • Veit Tümpel ebenfalls die Hochzeit befürwortet, zeigt sich jedenfalls im Vergleich zu ihren vorherigen Auftreten als ausgesprochen moderat in ihrem Auftreten.

Dies ist wohl darauf zurückzuführen, dass die Krugzertrümmerung unter den eingetretenen Umständen im Moment nur noch als Schadenersatzanklage geführt werden muss und sämtliche andere Beweggründe, die sie zu ihrem energischen und auf vielfältige Art und Weise inszenierten Auftreten vor Gericht veranlasst hatten, damit wegfallen. Es scheint, als könnte die bevorstehende Hochzeit, den Vorwurf der • Unzucht, der letzten Endes ja nicht geklärt ist (6. Auftritt, V 439 - V 497), über das ganze das nötige Schweigen legt.

Allerdings könnte dies, das weiß auch das Publikum, mehr als trügerisch sein.

Dass • Marthe Rull nach der Verurteilung • Ruprechts durch • Adam, dem dieser den Schadenersatz für den zerbrochenen Krug trotzdem freigestellt hat (11. Auftritt, V 1983), nach der Flucht des Dorfrichters (11. Auftritt, V 1900) und dem von • Walter herbeigeführten Happy Ends für das Brautpaar (12. Auftritt, V 1935; 12. Auftritt Variant, V 2374ff.) ganz am Ende bekundet, dass sie weiterhin ihr Recht in der Krugsache beim Obergericht in Utrecht suchen wolle (13. Auftritt, V 1968 - V 1974), zeigt nämlich auch, dass die Angelegenheit für sie durch das Happy End und die von • Walter in einem einfachen Amtsakt verfügte Absetzung • Adams als Dorfrichter (12. Auftritt, V 1962; 12. Auftritt Variant, V 2417) keineswegs zu Ende ist.

Auch wenn • Marthe Rull ihre Motive für dieses Vorhaben in der Dramenhandlung nicht mehr ausführt, scheint doch klar zu sein, dass sie mehr als nur eine einfache Amtsenthebung des Dorfrichters wünscht. Sie will, vorausgesetzt, sie ist weiter davon überzeugt, dass dieser ihrer Tochter mit • unzüchtigen sexuellen Handlungen die "Unschuld" (Virginität) genommen hat (vgl. • Der zerbrochne Krug als sexuelles Symbol), seine Verurteilung wegen dieser sexuellen Straftat.

Wer weiß in dieser Situation denn schon, ob er • Eve dabei nicht geschwängert hat und dies bis zur in Aussicht genommenen Hochzeit jedem vor Augen stehen kann. Der weitere Kampf um die • "Ehre" ihrer Tochter • Eve und ihre eigene soziale Existenz in Huisum könnte also erst nur vertagt sein und heftiger denn je entbrennen, wenn dieser "worst case" tatsächlich eintreten sollte. Dann wäre das Ganze aber meilenweit entfernt von einer Komödie und einer "komische(n) Pointe" (Kreutzer (2011, S.57 Kindle Edition)

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 30.12.2025

 
 

 
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