Die Handlung des Einakters, und damit auch des zweiten Auftritts in
▪ Heinrich von Kleists (1777-1811)
Drama Der zerbrochne
Krug, spielt am frühen Morgen in der Gerichtsstube in
dem niederländischen Dorf Huisum bei Utrecht.
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3.
Auftritt

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Ein Bedienter des
•
Gerichtsrats, der vorausgeschickt dessen Verspätung erklärt,
kündigt das unmittelbar bevorstehende Eintreffen des
• Gerichtsrats Walter bei
•
Dorfrichter Adam an. Das
veranlasst diesen, sich schnell anzukleiden und erste Vorkehrungen
zu treffen. Aber schon beim Ankleiden bringt er die Reihenfolge der
Kleidungsstücke durcheinander. Für einen Moment spielt Adam mit dem
Gedanken, sich von dem Bedienten bei seinem Vorgesetzten mit der
Begründung entschuldigen lassen, er sei nach einem mehr oder weniger
schweren Unfall krank. Als ihn sein Schreiber
• Licht aber darauf aufmerksam, dass
vom Gerichtsrat, solange man sein Misstrauen nicht erregt,
eigentlich keine Gefahr darstelle, lässt er aber davon ab und stellt
sich auf dessen Ankunft ein.
Zunächst weist er seine • Mägde an,
verschiedene in der Registratur, wo sonst die Gerichtsakten lagern,
aufbewahrte Lebensmittel fortzuschaffen. Außerdem befiehlt er, ihm
seine Perücke, eines seiner wichtigsten Amtszeichen zu bringen. Der
Bediente erzählt inzwischen, dass der Wagen des Gerichtsrates
unterwegs einen Unfall hatte, wodurch sich das Eintreffen Walters
etwas verzögert habe. Die Folgen des Unfalls, bei dem sich der
Gerichtsrat nach Mitteilung seines Bedienten die Hand verstaucht
hat, kommentiert Adam so, als wäre es ihm lieber gewesen, Walter
wäre dabei umgekommen und wirkt im Gespräch mit seinem Schreiber und
dem Bedienten am Ende so kopflos, dass der Bediente, ehe er abgeht,
glaubt, dass beide nicht ganz bei Sinnen seien. Inzwischen haben die
Mägde damit begonnen, die Lebensmittel wegzuschaffen, bringen dabei
aber auch einiges durcheinander. Adams Perücke bleibt aber
unauffindbar. Eine Magd erinnert ihn daran, dass er in der Nacht
zuvor um elf Uhr ohne Perücke nach Hause gekommen sei. Seine zweite
Perücke sei im Augenblick beim Perückenmacher. Eine andere Magd
erinnert Adam daran, dass sie ihm nach seiner Heimkehr in der
vorigen Nacht Blut am Kopf weggewaschen habe. Als Licht, dem die
widersprüchlichen Aussagen über den Sturz Adams auffallen, wissen
will, ob Adam sich die Verletzung am Kopf schon tags zuvor zugezogen
hat, reagiert dieser sehr ungehalten auf die Aussage seiner Magd und
bleibt bei seiner Version, wonach er sich die Verletzung an diesem
Morgen zugezogen habe, gestern bei seiner Heimkehr indessen noch
getragen habe. Er beauftragt, eine andere Magd, die Frau des
Küsters, möglichst ohne dass ihr Mann davon erfährt, zu bitten, ihm
eine Perücke zu leihen, weil die Katze ihre Jungen in seiner eigenen
zur Welt gebracht habe.
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