Die Handlung des sechsten Auftritts in
▪ Heinrich von Kleists (1777-1811)
Drama Der zerbrochne
Krug spielt in der Gerichtsstube in
dem niederländischen Dorf Huisum bei Utrecht.
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7.
Auftritt

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Während • Adam mit seinen •
Mägden die Gerichtsstube
verlassen hat, um sich seine Amtstracht anzuziehen und sich wegen
der fehlenden Perücke, den Kopf einpudern zu lassen, erscheinen •
Marthe Rull
mit ihrer Tochter • Eve,
der Bauer • Veit Tümpel
und dessen Sohn • Ruprecht in der
Gerichtsstube. • Marthe Rull
bringt einen zerbrochnen Krug mit und ist äußerst aufgebracht und
bezichtigt • Ruprecht und seinen
Vater dafür verantwortlich zu sein. Veit rät in der Sache erst einmal
abzuwarten, bis das Gericht darüber entschieden habe, erklärt sich
aber auch zugleich bereit, wenn sein Sohn schuldig sei, Marthe für
den zu Bruch gegangenen Krug zu entschädigen. Ruprecht unterstellt
Marthe daraufhin, dass es ihr gar nicht um den Krug, sondern um die
geplatzte Hochzeit zwischen ihm und Marthes Tochter • Eve
gehe,
die er als "Metze" unter keinen Umständen mehr ehelichen werde.
Mit ihrer Kruggeschichte wolle sie ihn deshalb unter Druck setzen.
Eve versucht •
Ruprecht von seiner unerbittlichen
Haltung ihr gegenüber abzubringen, will noch einmal unter vier Augen
mit ihm sprechen, ehe er seinen Militärdienst unversöhnt mit ihr
antrete, wird aber von diesem brüsk zurückgewiesen. Sie bittet ihre Mutter,
die Sache mit dem Krug fallen zu lassen und sich mit dem von ihr
selbst gesparten Geld einen neuen zu kaufen.
Marthe Rull lehnt das Angebot
ihrer Tochter ab und unterstreicht, dass es eigentlich um die
Wiederherstellung ihrer eigenen und der ihrer Tochter geht. Gelinge dies nicht,
müsse Eve damit rechnen, an den Pranger gestellt zu
werden.
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