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teachSam-YouTube-Playlist Dramatische Texte und Theater
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teachSam YouTube-Playlist: Heinrich von Kleist "Der
zerbrochne Krug"
Der • 6. Auftritts (•
Text) in
▪ Heinrich von Kleist (1777-1811) •
Komödie • ›Der zerbrochne
Krug‹ markiert den Beginn der Haupthandlung, sofern man den
eigentlichen Prozess um den zerbrochenen Krug als solche bezeichnen
will.
Erstmals erscheinen
damit, sieht man von den beiden •
Mägden des Richter •
Adam und dem •
Büttel ab, Dorfbewohner auf
der Bühne.
Dabei kann die
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Analyse des
•
6. Auftritts (•
Text) unter
•
zahlreichen Aspekten
erfolgen.
Kleist nutzt hier den • Blankvers,
um die Sprache der Bauern •
ästhetisch zu homogenisieren, was grundsätzlich wegen der
Diskrepanz zwischen der hohen Sprachform und dem banalen
Streitobjekt komisch wirkt-
Inhaltlich steht der 6. Auftritt im Zeichen des beginnenden
Gerichtstages vor dem Huisumer Dorfgericht, an dem Gerichtsrat •
Walter teilnehmen will.
Während • Adam sich auf den
Prozess vorbereitet, eskaliert in der Gerichtsstube der Streit
zwischen den Klageparteien. Marthe Rull
fordert lautstark Gerechtigkeit für ihren zerbrochenen Krug und
beschuldigt • Ruprecht der Tat,
während dessen Vater, • Veit Tümpel
, zur Besonnenheit mahnt und Entschädigung nur bei erwiesener Schuld
verspricht. Ruprecht hingegen sieht im Prozess lediglich ein
Ablenkungsmanöver: Er bezichtigt seine Braut • Eve
der Untreue, nennt sie eine "Metze" und kündigt das Verlöbnis auf.
Trotz • Eves verzweifeltem
Versuch, eine Versöhnung vor seinem Militärdienst herbeizuführen und
den Streit durch den Kauf eines neuen Krugs privat beizulegen,
beharrt Marthe Rull auf der
Verhandlung. Für sie ist der Prozess unumgänglich, um die
beschädigte Ehre ihrer Tochter wiederherzustellen und sie vor
öffentlicher Schande am Pranger zu bewahren.

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Für die Klägerin • Marthe Rull
geht es um weit mehr als um einen Haushaltsgegenstand. Während sie
den Krug sprachlich zum historischen Symbol stilisiert, entlarvt • Ruprecht
ihre eigentliche Absicht: die Rettung der durch den Vorwurf der Untreue
gefährdeten •
Ehre ihrer Tochter • Eve.
Der Krug fungiert dabei als •
sexuelles
Symbol; sein Zerbrechen steht metaphorisch für den Verlust der
Jungfräulichkeit ("Loch").
In der damaligen Gesellschaft bedeutete der
• Vorwurf der "Unzucht" für Frauen den sozialen Ruin und öffentliche
Schande. Ruprecht, überzeugt von • Eves
Untreue, kündigt das Verlöbnis auf, während • Marthe Rull
droht, ihre Tochter notfalls wahllos zu verheiraten, um den Ruf der
Familie zu wahren. Eve selbst kennt
als einzige die Wahrheit, schweigt jedoch aus bisher ungeklärten
Motiven. Dieser Auftritt •
etabliert
somit die analytische Dramenhandlung: Die Zuschauer werden angeregt,
die Zusammenhänge zwischen • Ruprechts
Vorwürfen, • Eves Schweigen und den
verdächtigen Blessuren des Richters • Adam
zu enträtseln.