Die Handlung des siebten Auftritts in
▪ Heinrich von Kleists (1777-1811)
Drama Der zerbrochne
Krug spielt in der Gerichtsstube in
einem niederländischen Dorf bei Utrecht.
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8
Auftritt

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Adam zeigt sich über die Sache,
die jetzt vor seinem Richterstuhl verhandelt werden soll, sichtlich
beunruhigt und will im Voraus noch heimlich Einfluss auf
Eve nehmen, die sein Ansinnen aber
zurückweist. Da er die Option aufgeben muss, sich zu verdrücken,
droht er Eve damit, ihr ein schon
ausgefertigtes Attest nicht auszuhändigen, das verhindere, dass
Ruprecht in absehbarer Zeit in
Batavia krepiere, wenn sie sich jetzt nicht klug verhalte. Im
Verlauf der Verhandlung der Krugsache vor dem Dorfrichter muss
Walter immer wieder intervenieren,
um einen verfahrensrechtlich ordnungsgemäßen Verlauf zu
gewährleisten. Marthe Rull trägt
ihre Version der Ereignisse der vergangenen Nacht vor und schildert
die lange Geschichte des Krugs, um dessen Unersetzlichkeit zu
unterstreichen. Zugleich beschuldigt sie Ruprecht nachts zuvor in
das Zimmer Eves eingedrungen zu sein und dabei den Bruch des Krugs
verursacht zu haben. Dass es sich um Ruprecht gehandelt habe, habe
ihr ihre Tochter nachts zuvor geschworen. Ruprecht bestreitet den
Vorwurf, den Krug kaputt gemacht zu haben, und gibt dem Schuster
Lebrecht die Schuld, der geflohen sei, als er selbst in die von
innen verschlossene Kammer Eves eingedrungen sei. Allerdings habe er
ihn nicht genau erkennen können, weil dieser ihm Sandkörner in die
Augen geworfen habe. Bei dessen Flucht aus dem Fenster habe er ihm
noch mit einem Schlag auf den Kopf eine Kopfwunde beigebracht. Da Marthe darauf
besteht, dass Eve noch einmal ihre
Version bestätigt, fordert Walter
gegen den hinhaltenden Widerstand
Adams Eve auf, den Hergang der Ereignisse der vorangehenden
Nacht mit ihrer Aussage aufzuklären.
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