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Aspekte der Szenenanalyse

Inhaltliche Gliederung der Szene

Heinrich von Kleist Der zerbrochne KrugHandlungsverlaufEinzelne SzenenNeunter Auftritt

 
FAChbereich Deutsch
Glossar Literatur Autorinnen und Autoren ▪ Heinrich von Kleist (1777-1811) Überblick Biografie Erzählende Texte Dramatische Texte Überblick Der zerbrochne Krug Gesamttext (Rechercheversion) Didaktische und methodische Aspekte Überblick Historischer Hintergrund • Literaturgeschichtlicher Kontext Entstehungsgeschichte
Stoffgeschichte Komposition des Dramas Handlungsverlauf Überblick Analytische DramenstrukturSzenenüberblick Einzelne SzenenÜberblick1, Auftritt 2. Auftritt 3. Auftritt 4. Auftritt 5. Auftritt 6. Auftritt 7. Auftritt 8.Auftritt Neunter Auftritt Text [ Aspekte der Szenenanalyse Überblick Inhaltliche Gliederung Aspekte der Analyse und Interpretation ] Bausteine Fragen und Antworten (KI) 10. Auftritt 11. Auftritt 12. Auftritt 13. Auftritt Variant (12. Auftritt) Bausteine Bausteine Figurenkonstellation Einzelne Figuren Sprachliche Form Weitere Aspekte der Analyse RezeptionsgeschichteInterpretationsansätze Bausteine Textauswahl Fragen und Antworten (KI) Links ins Internet Sonstige Texte BausteineLinks ins Internet ...   Schreibformen Rhetorik Filmanalyse ● Operatoren im Fach Deutsch
 

 

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teachSam YouTube-Playlist: Heinrich von Kleist "Der zerbrochne Krug"

Der • Neunte Auftritt (• Text) in ▪ Heinrich von Kleist (1777-1811)Komödie • ›Der zerbrochne Krug‹ kann in die nachfolgenden drei Abschnitte gegliedert werden.

  1. Adam drängt auf einen Vergleich
  • Adam schlägt dem Gerichtsrat • Walter das Verfahren, noch ehe • Eve ausgesagt hat, mit einem Vergleich zu beenden. Mit dem Einwand, dass die Sache ja noch gar nicht aufgeklärt sei, lehnt dieser dies jedoch ab und will von Adam wissen, ob er etwa schon ein Urteil gefällt habe. Adam erklärt, für ihn sei entweder Lebrecht oder Ruprecht der Täter gewesen, das gebe ihm die Philosophie ein. Walter weist ihn deshalb zurecht und hält ihm vor, dass ein solches Urteil völlig aus der Luft gegriffen sei und Adam die Befragung fortsetzen müsse.

  • Adam muss sich beugen, weiß aber, dass er am Ende der Aussage Eves u. U. als der eigentliche Schuft dastehen kann.

  1. Einflussnahme Adams auf Eve und Gerangel vor ihrer Aussage
  • Bevor • Eve selbst zu Wort kommt, versucht • Adam noch einmal Einfluss auf sie zu nehmen. Er ermahnt sie, nicht zu vergessen, dass sie vor dem Richterstuhl Gottes stehe, wo sie bestimmte Teile der Wahrheit, aber nichts vorbringen solle, was nicht zur Sache gehöre. Zugleich appelliert er an ihre Vernunft, die ihr sage, dass ein Richter immer ein Richter sei. Er erinnert sie daran, wenn sie in seinem Sinne aussage, werde alles so kommen, wie sie es sich wünsche. Andernfalls aber, wenn sie außer Ruprecht und Lebrecht einen dritten Namen ins Spiel bringen, werde man ihr dies weder glauben und Ruprecht werde der Schwerenot verfallen.

  • Walter hält das von Adam Gesagte für wirres Zeug und gibt ihm noch einmal zu verstehen, dass er nach diesem Prozess keinen weiteren mehr als Richter führen werde.

  • Marthe Rull will, dass • Eve jetzt endlich ihre Aussage macht und will von mit harschen Worten endlich von ihr wissen, wer es gewesen ist.  Weil • Marthe Rull weiter Druck macht, fordert • Adam sie dazu, • Eve nicht weiter zu bedrängen und ruft, weil sich auch • Ruprecht seinem Befehl zu schweigen nicht beugt, sondern sich mehrmals mit wütenden Äußerungen einmischt, nach dem Büttel, um ihn zum Schweigen zu bringen.

  • Noch einmal ermahnt • Marthe Rull ihre Tochter, von der sie verlangt, die Wahrheit zu sagen. Sie zitiert dazu ihren verstorbenen Mann, der ihr vor seinem Tod noch den Auftrag gegeben habe, • Eve einen ordentlichen Mann zu besorgen, wenn dies aber nicht gelinge und • Eve stattdessen eine entehrte junge Frau und Metze werde, er sich vor Scham im Grab herumdrehen werde. Eve solle in seinem Andenken und gemäß dem 4. Gebot erklären, ob sie Lebrecht, Ruprecht oder einen Dritten in ihre Kammer eingelassen habe.

  1. Die Aussage Eves
  • Zu Beginn ihrer Aussage macht • Eve Ruprecht Vorwürfe, dass er sich in dieser schwierigen Situation nicht hinter sie gestellt und im Vertrauen darauf, dass sie schon Gründe für ihre Behauptung habe, ihm das Zerbrechen des Kruges anzulasten, die Schuld dafür auf sich genommen habe. Stattdessen habe er die Geschichte mit Lebrecht erfunden, die vollkommen haltlos sei. Sie deutet zwar an, dass sie mit einem einzigen Wort die Sache aufklären könne, dies ihn aber ins Verderben stützen würde.

  • Auf erneute Nachfrage • Walters, ob • Ruprecht den Krug zerbrochen habe, verneint sie dies erstmals und bringt damit ihre Mutter • Marthe Rull in Rage.

  • Als • Adam der jungen Frau dann in den Mund legt, zu bestätigen, dass es Lebrecht gewesen sei, verwehrt sie sich dagegen und erklärt, dass er der Dorfrichter den Flickschuster doch selbst tags zuvor nach Utrecht gesandt habe, eine Aussage, die • Ruprecht, der ihn bei seinem Aufbruch noch gesehen habe, bestätigt wird.

  • Gerichtsrat • Walter will sich daraufhin von • Eve den Tathergang genau berichten lassen, wird aber von • Adam gebeten, aus Rücksicht auf die junge Frau, die sich ohnehin für das Vorgefallene schäme, darauf zu verzichten. Doch Walter lehnt dies ab.

  • Eve ist aber nicht bereit, ihr Geheimnis vor Gericht preiszugeben und bittet deshalb um Nachsicht.

  • Für ihre Mutter • Marthe Rull, die den Pranger auf ihre Tochter zukommen sieht, ist dies inakzeptabel. Sie droht ihrer Tochter, wenn sich herausstellen sollte, dass ein Dritter in ihrer Kammer gewesen sei, sie endgültig fallen zu lassen. Selbst hält sie unbeirrt daran fest, dass Ruprecht der Täter sei. Dazu bringt sie einen neuen Verdacht vor. Sie mutmaßt, dass • Ruprecht ihre Tochter zur gemeinsamen Flucht vor seinem Einzug zum Militärdienst habe verleiten wollen.

  • Gerichtsrat • Walter will zunächst davon nichts wissen. Um ihre Behauptung, dass Ruprecht der Täter gewesen sei, zu beweisen, verlangt  • Marthe Rull, dass • Frau Brigitte, eine Tante • Ruprechts als Zeugin vernommen werde. Sie habe nämlich in der Vornacht • Ruprecht und • Eve um halbelf, bevor jener die Zimmertüre eingetreten habe, gehört, wie beide sich miteinander unterhalten und im Liebesgeplänkel miteinander zu Gange gewesen seien.

  • Das wiederum bringt • Veit Tümpel in Rage, der sich von seinem Sohn hintergangen sieht. Sollte seine Schwester • Brigitte die Behauptung Marthe Rulls bestätigen, dann gehe er davon aus, dass  • Ruprecht und • Eve unter einer Decke steckten und Eve ein schändliches Geheimnis von beiden nur deshalb nicht preisgebe, weil sie Ruprecht schonen wolle.

  • Veit Tümpel zieht aus der Tatsache, dass sein Sohn am Abend zuvor seine Sachen gepackt habe, den Schluss, dass dieser offenbar tatsächlich vor dem Militärdienst habe fliehen wollen. Eigentlich sei er vor Gericht nur erschienen, um das Verlöbnis seines Sohnes mit • Eve offizielle aufzulösen. Jetzt aber müsse sich mit seiner vollen Zustimmung sein Sohn eben wegen Fahnenflucht und Verräterei verantworten.

  • Als • Adam dem Gerichtsrat • Walter den Vorschlag macht, den Prozess zu vertagen oder ggf. auch zu beenden, erhält er von diesem die Anweisung fortzufahren und • Frau Brigitte vorzuladen.

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 30.12.2025

 
 

 
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