▪ Heinrich von Kleist (1777-1811)


Nachdem •
Ruprecht durch die Aussage seiner Verlobten •
Eve
in der Krugsache entlastet ist ("Den irdnen
Krug zerschlug der Ruprecht nicht" ,
9. Auftritt) und auch der
von ihm verdächtigte Flickschuster Lebrecht als nächtlicher Besucher
seiner Braut ausfällt, da dieser
zu diesem Zeitpunkt gar nicht in Huisum gewesen sein kann (›–‹)
(9. Auftritt), muss auch
Ruprecht annehmen, dass es sich um eine dritte Person handeln müsse.
Dies verändert seine Haltung gegenüber Eve jedoch nicht, die er
weiterhin des Treubruchs bezichtigt.

Als
Ruprecht durch die Aussage seiner •
Tante Brigitte und dem Nachweis, dass die von dieser
mitgebrachte Perücke Adam gehört, erkennt, dass der Dorfrichter •
Adam der ominöse Besucher
in •
Eves Kammer gewesen
ist, maßt er sich in den Augen seines Vaters, wie auch nach Ansicht
des Gerichtsrats an, selbst die Sache endgültig zu klären. Indem er
Eve direkt auffordert, nun endgültig zu bestätigen ("Eve, sprich, ist er's?",
11. Auftritt). Nicht nur
seine Anmaßung stößt dabei dem Gerichtsrat •
Walter so auf ("Was
untersteht der Unverschämte sich?", dass er •
nach dem
Büttel ruft, um den auch noch mit •
Drohungen gegen Adam so dreist auftretenden •
Ruprecht in seine Schanken zu weisen. Ein weiterer Grund
dafür dürfte allerdings sein, dass Ruprecht damit auch die von
Walter wohl noch immer weiter verfolgte Option gefährdet, möglichst
Schaden vom Gericht als Institution abzuwenden. Zu dieser Option
gehört auch die Absicht, möglichst keine weiteren Einzelheiten über
die nächtlichen Eskapaden und Verfehlungen Adams öffentlich in dem
laufenden Prozess zur Sprache zu bringen.
