teachSam- Arbeitsbereiche:
Arbeitstechniken - Deutsch - Geschichte - Politik - Pädagogik - PsychologieMedien - Methodik und Didaktik - Projekte - So navigiert man auf teachSam - So sucht man auf teachSam - teachSam braucht Werbung


deu.jpg (1524 Byte)

 

 

Textauswahl

Friedrich Schmidt [ ...Versuchung, dieses echte deutsche Lustspiel für die Bühne zu gewinnen ] (1824)

Heinrich von Kleist (1777-1811)Der zerbrochne Krug Rezeptionsgeschichte

 
FAChbereich Deutsch
Glossar Literatur Autorinnen und Autoren ▪ Heinrich von Kleist (1777-1811) Überblick Biografie Erzählende Texte Dramatische Texte Überblick  Der zerbrochne Krug Gesamttext (Rechercheversion) Didaktische und methodische Aspekte Überblick Historischer Hintergrund • Literaturgeschichtlicher Kontext Entstehungsgeschichte
Stoffgeschichte Komposition des DramasHandlungsverlauf Figurenkonstellation Einzelne Figuren Sprachliche Form Weitere Aspekte der Analyse [ Rezeptionsgeschichte Überblick Goethes Aufführung am Weimarer Hoftheater (1808) Langfassung (1802ff.) und Buchausgabe (Kurzfassung, 1811) Textauswahl Bausteine  Fragen und Antworten (KI)Links ins Internet ] Interpretationsansätze Bausteine Textauswahl Fragen und Antworten (KI) Links ins Internet Sonstige Texte BausteineLinks ins Internet ...   Schreibformen Rhetorik Filmanalyse ● Operatoren im Fach Deutsch
 

docx-Download - pdf-Download

Nach dem • Fiasko bei der Uraufführung von ▪ Heinrich von Kleists (1777-1811) Lustspiel • Der zerbrochne Krug im Jahr 1808 wurde das Stück lange nicht gespielt.

Erst 1820 kam es in Hamburg in einer • Bearbeitung des dortigen Theaterdirektors und Schauspielers Friedrich Schmidt (1772-1848) wieder auf die Bühne eines namhaften Theaters.

Schmidt selbst hat seine Bearbeitung von Kleists Stück wie folgt gerechtfertigt:

"Der zerbrochne Krug. – Wer kennt nicht dessen originellen Spuk aus des genialen Heinrich von Kleist's dramatischen Schriften? [...] Wie dieses einmal abgefaßt ist, mußt' es schlechterdings für die Aufführung verloren gehen; um so reizender war die Versuchung, dieses echte deutsche Lustspiel für die Bühne zu gewinnen. Man hat in dieser Absicht vielfache Versuche, in einem und und in zwei Aufzügen gewagt, jedoch, soweit mir bekannt, nie mit dem gewünschten Erfolg. Sollt' er gelingen, so galt es, das Interesse und die Grenzen Eines Acts mit Sicherheit abzumessen; daher waren Kürzungen unvermeidlich. Aber auch das Zusetzen ist bei einem genialen Werke nicht minder schwierig. Diese Klippe ist gleichfalls umschifft, denn nur einige Verbindungsstrophen, nebst der Schlußrede, gehören mir an."

(aus: Friedrich Ludwig Schmidt, Neue Hamburger Bühne. Eine Sammlung der neuesten Lustspiele, Hamburg: Heroldsche Buchhandlung 1824, S.V-VI) (google books)

An anderer Stelle hat Schmidt über seine Bearbeitung und die Wirkung seiner Inszenierung und Darstellung des Dorfrichters Adam wie folgt berichtet:

"Am 28. September 1820 wagte ich ein Experiment, welches vor Jahren selbst Goethe völlig mißglückt war, nämlich Heinrich von Kleists Lustspiel ›Der zerbrochne Krug‹ auf die Bühne zu bringen. Ich hatte dasselbe in einen Akt zusammengezogen [!] und passend gekürzt; in dieser Form gefiel es so sehr, daß es bald ein Lieblingsstück des Publikums wurde, welches mich als Dorfrichter Adam immer sehr ausgezeichnet hat; [...] Andere Bühnen gaben (und geben) den ›zerbrochnen Krug‹ gleichfalls nach meiner Einrichtung, welche daher wohl das Verdienst hat, das originelle Lustspiel des herrlichen, nie genug gewürdigten Dichters dem deutschen Repertoire gewonnen zu haben. In Weimar wenigstens war der ›zerbrochne Krug‹" vordem so ungünstig aufgenommen worden, daß Kleist, offenbar gehetzt durch boshafte Zwischenträger, eine Ausfoderung* gesendet haben soll."

(aus: Denkwürdigkeiten des Schauspieldirektors F. L. Schmidt, Hrsg. von H. Uhde, Bd. 2, Hamburg 1875, S. 148, (google books)

* Angeblich soll Kleist, der Goethe die gesamte Schuld für das Debakel bei der • Uraufführung des Zerbrochnen Krugs in Weimar am 2.3.1808 gab, so enttäuscht und tief verletzt gewesen sein, dass er gar mit dem Gedanken spielte, Goethe zum Duell zu fordern. Ob an dem Gerücht wirklich etwas daran war, lässt sich heute kaum sagen. Feststeht nur, dass Goethe es wohl selbst mit Veranlassung dafür nahm, Kleist später in einer Art • Krankheits-Verdikt "schwere Verirrung der Natur", eine "zu große Reizbarkeit der Nerven" und "Krankheit" zuschrieb.

docx-Download - pdf-Download

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 04.12.2025

    
 Arbeitsanregungen:
  1. Arbeiten Sie heraus, wie Schmidt seine Bearbeitung des Stücks rechtfertigt.

  2. Welche Bedeutung hat seine Bearbeitung für die Rezeptions- bzw. Wirkungsgeschichte des Stücks mehr als ein Jahrzehnt nach der gescheiterten Uraufführung der Komödie in Weimar (1808).

  3. Vergleichen Sie das Ende des Dramas in der • Bühnenfassung von Friedrich Schmidt mit der Urfassung der Handschrift (1807/1808) Kleists, die er selbst noch "Variant" genannt, und der 1811 in der Buchfassung des Stücks von ihm selbst • überarbeiteten Version des 12. Auftritts.

  4. Inwiefern geht die Bühnenbearbeitung in die Richtung der von Wilhelm Grimm (1811) und etlichen anderen geäußerten Kritik am Stück?

 
 
 

 
ARBEITSTECHNIKEN und mehr
Arbeits- und ZeitmanagementKreative ArbeitstechnikenTeamarbeit ▪ Portfolio ● Arbeit mit Bildern  Arbeit mit Texten Arbeit mit Film und VideoMündliche KommunikationVisualisierenPräsentationArbeitstechniken für das Internet Sonstige digitale Arbeitstechniken 
 

 
  Creative Commons Lizenzvertrag Dieses Werk ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International License (CC-BY-SA)
Dies gilt für alle Inhalte, sofern sie nicht von
externen Quellen eingebunden werden oder anderweitig gekennzeichnet sind. Autor: Gert Egle/www.teachsam.de
-
CC-Lizenz