Der ▪
Blankvers im •
Der zerbrochnen Krug weicht,
auch wenn es eine prosanahe Versform ist, als ästhetisch stilisierte
Sprache von der Normalsprache ab.
Literaturdidaktisch schafft das durchaus Probleme und erschwert
Schülerinnen und Schülern oft einfach den Zugang zu Versdramen.
Und das obwohl der von »Shakespeare,
▪ Lessing,
»Goethe,
▪ Schiller, ▪
Hebbel u. a.
verwendete ▪
Blankvers heutzutage im
»Rap
und HipHop, der sich auf die gleichen
jambischen
Rhythmen stützt, seine Auferstehung
in einer der populären Musikkulturen feiert.
Schülerinnen
und Schüler begegnen derart
sprachlich gebundenen Texten schnell mit
Ablehnung, weil ihnen die Sprache mehr als
seltsam, befremdlich, mitunter sogar unnötig geziert erscheint.
Ehe sie also den Text als Ganzes lesen, kann die unterrichtliche
Behandlung der Bedeutung dieser artifiziellen Dramensprache helfen,
Widerständen gegen die Lektüre entgegenzuwirken und daraus
resultierende •
Fremdheitserfahrungen (Textrezeption), die die
Lesemotivation senken können, zu bearbeiten.
Um dies
zu erreichen
aber auch um die Besonderheit dieser gebundenen Sprache herauszuarbeiten,
lohnt es sich, auf verschiedene Formen des ▪
kreativen Schreibens zu setzen und mit Methoden der ▪
produktiven Textarbeit und/oder der gestaltenden
Interpretation der Sprache zu nähern, z. B. durch
• Umwandlung des dramatischen Textes in eine Prosafassung, Modernisierungen
mit Travestiecharakter,
Verfassen von Zeitungsberichten etc. Auch der •
Vergleich mit einer von KI
erstellten Prosafassung der ersten 20 Verse des Stückes kann
hier ein geeigneter Weg sein.
Am
Beispiel der Nebenfigur • Veit Tümpel
haben wir einen besonderen Akzent darauf gelegt, diese exemplarisch
auch für andere Figuren verwendbar unter dem Blickwinkel der ▪
Plurimedialität
des dramatischen Textes zu betrachten und dabei die Fähigkeit
zu entwickeln und/oder zu vertiefen, einen ▪
dramatischen Text als
Textpartitur lesen und verstehen zu können.
Dies ist gerade bei
dieser Figur gut zu leisten, so gering ihre
•
Bedeutung im
Handlungsverlauf im
Allgemeinen und für die • analytische
• Aufdeckung der
Vorgeschichte auch sein mag.
Dramendidaktisch
konzeptionalisiert ist ein solcher Umgang mit dem dramatischen Text
u. a. in dem Konzept der •
mentalen
Inszenierung.
Dass dies ausgerechnet an einer Nebenfigur wie Veit Tümpel
geschieht, rechtfertigt sich durch den vergleichsweise gering
ausfallenden Textkorpus, der dabei zu berücksichtigen ist. Dies kann
auch weniger leistungsstarke Schülerinnen und Schüler motivieren,
zumal sich die Figur auf dieser vergleichsweise schmalen Anteils an
der •
dramatischen
Rede der Komödie für •
produktionsorientierte und •
theater- und spielorientierte Konzepte
eignet. Dazu zählen
handlungsorientierte Schreibaufgaben ( wie sie z. B. dem
▪
Methodenrepertoire zur
szenischen Erarbeitung von Dramentexten vgl. Waldmann, 2001/52008)
entnommen werden können oder auch das von Ingo
Scheller (1987, 1989,
22008) entwickelte
Konzept der ▪
szenischen
Interpretation, deren
▪
Techniken in dieser oder jener Form in die
verschiedenen spielorientierten Konzepte der Dramendidaktik
eingegangen sind.
