ADAM
aufstehend.
Inzwischen könnte man, wenn's so gefällig,
Vom Sitze sich ein wenig lüften
–?1
WALTER.
Hm! O ja.
Was ich sagen wollt –
ADAM.
Erlaubt Ihr gleichfalls,
Daß die Partein, bis Frau Brigitt erscheint –?
WALTER.
Was? Die Partein?
ADAM.
Ja, vor die Tür, wenn Ihr –
WALTER für
sich.
Verwünscht!
Laut.
Herr Richter Adam, wißt Ihr was?
Gebt ein Glas Wein mir in der Zwischenzeit.
ADAM.
Von ganzem Herzen gern. He! Margarete!
Ihr macht mich
glücklich, gnäd'ger Herr. – Margrete!
Die Magd
tritt auf.
DIE MAGD.
Hier.
ADAM.
Was befehlt Ihr? – Tretet ab,
ihr Leute.
Franz2? – Auf dem Vorsaal draußen. –
Oder Rhein?3
WALTER.
Von unserm Rhein.
ADAM.
Gut. – Bis ich rufe. Marsch!
WALTER.
Wohin?
ADAM.
Geh, vom versiegelten4, Margrete.
–
Was? Auf den Flur bloß
draußen. – Hier. – Der
Schlüssel.
WALTER.
Hm! Bleibt.
ADAM.
Fort! Marsch, sag ich! –
Geh, Margarete!
Und Butter, frisch gestampft5,
Käs auch aus Limburg,
Und von der fetten pommerschen Räuchergans.
WALTER.
Halt! Einen Augenblick! Macht nicht so viel
Umständ, ich bitt Euch sehr, Herr Richter.
ADAM.
Schert
Zum Teufel euch, sag ich! Tu, wie ich sagte.
WALTER.
Schickt Ihr
die Leute fort, Herr Richter?
ADAM.
Euer Gnaden?
WALTER.
Ob Ihr –?
ADAM.
Sie treten ab, wenn
Ihr erlaubt.
Bloß ab, bis Frau
Brigitt erscheint.
Wie, oder soll's nicht etwa –?
WALTER.
Hm! Wie Ihr wollt.
Doch ob's der Mühe sich verlohnen wird?
Meint Ihr, daß es so lange Zeit wird währen,
Bis man im Ort sie trifft?
ADAM.
's ist heute Holztag6,
Gestrenger Herr.
Die Weiber größtenteils
Sind in den Fichten, Sträucher7 einzusammeln.
Es könnte leicht –
RUPRECHT.
Die Muhme8 ist zu Hause.
WALTER.
Zu Haus. Laßt sein.
RUPRECHT.
Die wird sogleich
erscheinen.
WALTER.
Die wird uns gleich erscheinen.
Schafft den Wein.
ADAM für sich.
Verflucht!
WALTER.
Macht fort. Doch
nichts zum Imbiß, bitt ich,
Als ein
Stück trocknen Brotes nur, und Salz.
ADAM für sich.
Zwei
Augenblicke mit der Dirn allein –9
Laut.
Ach trocknes Brot! Was! Salz! Geht doch.
WALTER.
Gewiß.
ADAM.
Ei,
ein Stück Käs aus Limburg mindstens. Käse
Macht erst geschickt die Zunge, Wein zu schmecken.
WALTER.
Gut. Ein
Stück Käse denn, doch weiter nichts.
ADAM.
So geh. Und weiß, von Damast, aufgedeckt10.
Schlecht11 alles zwar, doch recht.
Die Magd ab.
Das ist der
Vorteil
Von uns verrufnen hagestolzen12
Leuten,
Daß wir, was andre knapp und kummervoll,
Mit Weib und Kindern täglich teilen müssen,
Mit einem Freunde zur gelegnen Stunde,
Vollauf genießen.
WALTER.
Was ich sagen wollte –
Wie kamt
Ihr doch zu Eurer Wund, Herr Richter?
Das ist
ein böses Loch, fürwahr, im Kopf, das!
ADAM.
– Ich fiel.
WALTER.
Ihr fielt. Hm!
So. Wann? Gestern abend?
ADAM.
Heut, Glock halb sechs, verzeiht, am Morgen, früh,
Da ich soeben aus dem Bette stieg.
WALTER.
Worüber?
ADAM.
Über – gnäd'ger Herr Gerichtsrat,
Die Wahrheit Euch zu sagen, über mich.
Ich schlug Euch häuptlings an den Ofen nieder,
Bis diese Stunde weiß ich nicht, warum?
WALTER.
Von hinten?
ADAM.
Wie? Von hinten –
WALTER.
Oder vorn?
Ihr habt zwo
Wunden, vorne ein' und hinten.
ADAM.
Von vorn und hinten. – Margarete!
Die beiden
Mägde mit Wein usw. Sie decken auf, und gehen wieder ab.
WALTER.
Wie?
ADAM.
Erst so, dann so.
Erst auf die Ofenkante,
Die vorn die Stirn mir einstieß, und sodann
Vom Ofen rückwärts auf den Boden wieder,
Wo ich mir noch den Hinterkopf zerschlug.
Er schenkt ein.
Ist's Euch gefällig?
WALTER nimmt
das Glas.
Hättet Ihr ein Weib,
So würd ich wunderliche Dinge glauben,
Herr Richter.
ADAM.
Wieso?
WALTER.
Ja, bei meiner Treu,
So
rings seh ich zerkritzt13 Euch und
zerkratzt.
ADAM lacht.
Nein,
Gott sei Dank! Fraunnägel sind es nicht.
WALTER.
Glaub's. Auch ein Vorteil noch der Hagestolzen.
ADAM
fortlachend.
Strauchwerk, für Seidenwürmer14, das man trocknend
Mir an dem Ofenwinkel aufgesetzt. –
Auf Euer Wohlergehn!
Sie trinken.
WALTER.
Und grad auch heut
Noch die Perücke seltsam einzubüßen!
Die hätt Euch Eure Wunden noch bedeckt.
ADAM.
Ja, ja.
Jedwedes Übel ist ein Zwilling. –
Hier – von
dem fetten jetzt – kann ich –?
WALTER.
Ein Stückchen.
Aus Limburg?
ADAM.
Rect'15 aus Limburg, gnäd'ger Herr.
WALTER.
– Wie Teufel
aber, sagt mir, ging das zu?
ADAM.
Was?
WALTER.
Daß Ihr die Perücke
eingebüßt.
ADAM.
Ja seht.
Ich sitz und lese gestern abend
Ein Aktenstück, und weil ich mir die Brille
Verlegt, duck ich so tief mich in den Streit,
Daß bei der Kerze Flamme lichterloh
Mir die Perücke angeht. Ich, ich denke,
Feu'r fällt vom Himmel auf mein sündig Haupt,
Und greife sie, und will sie von mir werfen;
Doch eh ich noch das Nackenband16 gelöst,
Brennt sie wie Sodom und
Gomorrha17 schon.
Kaum daß ich die drei Haare noch mir rette.
WALTER.
Verwünscht! Und Eure andre ist in der Stadt.
ADAM.
Bei dem
Perückenmacher. – Doch zur Sache.
WALTER.
Nicht
allzurasch, ich bitt, Herr Richter Adam.
ADAM.
Ei, was! Die
Stunde rollt. Ein Gläschen hier.
Er schenkt
ein.
WALTER.
Der Lebrecht – wenn der Kauz dort wahr gesprochen –
Er auch hat einen bösen Fall getan.
ADAM.
Auf meine Ehr.
Er trinkt.
WALTER.
Wenn hier die Sache,
Wie ich fast fürchte, unentworren bleibt,
So werdet Ihr, in Eurem Ort, den Täter
Leicht noch aus seiner Wund entdecken können.
Er trinkt.
Niersteiner?18
ADAM.
Was?
WALTER.
Oder guter Oppenheimer?19
ADAM.
Nierstein. Sieh da! Auf Ehre! Ihr versteht's
Aus Nierstein, gnäd'ger Herr, als hätt ich ihn geholt.
WALTER.
Ich prüft ihn, vor drei Jahren, an der Kelter20.
Adam schenkt wieder ein.
–
Wie hoch ist Euer Fenster – dort! Frau Marthe.
FRAU MARTHE.
Mein Fenster?
WALTER.
Das Fenster jener Kammer, ja,
Worin die Jungfer schläft?
FRAU MARTHE.
Die Kammer zwar
Ist nur vom ersten Stock, ein Keller drunter,
Mehr als neun Fuß21 das Fenster nicht vom Boden;
Jedoch die ganze, wohlerwogene
Gelegenheit
sehr ungeschickt zum Springen.
Denn auf zwei Fuß steht von der Wand ein Weinstock,
Der seine knot'gen Äste rankend hin
Durch ein Spalier treibt, längs der ganzen Wand:
Das
Fenster selbst ist noch davon umstrickt.
Es würd ein Eber, ein
gewaffneter22,
Müh mit den Fängern23 haben, durchzubrechen.
ADAM.
Es hing auch keiner drin.
Er schenkt sich ein.
WALTER.
Meint Ihr?
ADAM.
Ach, geht!
Er trinkt.
WALTER zu
Ruprecht.
Wie traf Er
denn den Sünder? Auf den Kopf?
ADAM.
Hier.
WALTER.
Laßt.
ADAM.
Gebt her.
WALTER.
's ist halb noch voll.
ADAM.
Will's füllen.
WALTER.
Ihr hört's.
ADAM.
Ei, für die gute Zahl.
WALTER.
Ich bitt Euch.
ADAM.
Ach, was! Nach der
Pythagoräer – Regel24.
Er schenkt
ihm ein.
WALTER wieder
zu Ruprecht.
Wie oft traf
Er dem Sünder denn den Kopf?
ADAM.
Eins ist der Herr. Zwei ist das finstre Chaos;
Drei ist die Welt. Drei Gläser lob ich mir.
Im dritten trinkt man mit den Tropfen Sonnen,
Und Firmamente25 mit den übrigen.
WALTER.
Wie oftmals auf den Kopf traf Er den Sünder?
Er, Ruprecht, Ihn dort frag ich!
ADAM.
Wird man's hören?
Wie oft
trafst du den Sündenbock? Na, heraus!
Gotts Blitz, seht, weiß der Kerl wohl selbst, ob er –
Vergaßt du's?
RUPRECHT.
Mit der Klinke?
ADAM.
Ja, was weiß ich.
WALTER.
Vom Fenster, als Er nach ihm herunterhieb?
RUPRECHT.
Zweimal, ihr Herrn.
ADAM.
Halunke! das behielt er!
Er trinkt.
WALTER.
Zweimal!
Er konnt ihn mit zwei solchen Hieben
Erschlagen, weiß Er –?
RUPRECHT.
Hätt ich ihn erschlagen,
So hätt ich ihn. Es wär mir grade recht.
Läg er hier vor mir, tot, so könnt ich sagen,
Der war's, ihr Herrn, ich hab euch nicht belogen.
ADAM.
Ja, tot! das glaub
ich. Aber so –
Er schenkt
ein.
WALTER.
Konnt Er
ihn denn im Dunkeln nicht erkennen?
RUPRECHT.
Nicht einen Stich26,
gestrenger Herr. Wie sollt ich?
ADAM.
Warum sperrtst
du nicht die Augen auf – Stoßt an!
RUPRECHT.
Die Augen auf! Ich hatt sie aufgesperrt.
Der Satan warf sie
mir voll Sand.
ADAM in den Bart.
Voll Sand, ja!
Warum sperrtst du deine großen Augen auf.
– Hier.
Was wir lieben, gnäd'ger Herr! Stoßt an!
WALTER.
– Was recht und gut und treu ist, Richter Adam!
Sie trinken.
ADAM.
Nun
denn, zum Schluß jetzt, wenn's gefällig ist.
Er schenkt
ein.
WALTER.
Ihr seid zuweilen bei Frau Marthe wohl,
Herr Richter Adam.
Sagt mir doch,
Wer, außer Ruprecht, geht dort aus und ein.
ADAM.
Nicht allzuoft, gestrenger Herr,
verzeiht.
Wer
aus und ein geht, kann ich Euch nicht sagen.
WALTER.
Wie? Solltet Ihr die Witwe nicht zuweilen
Von Eurem sel'gen Freund besuchen?
ADAM.
Nein, in der Tat, sehr selten nur.
WALTER.
Frau Marthe!
Habt Ihr's mit Richter Adam hier verdorben?
Er sagt, er spräche nicht mehr bei Euch ein?
FRAU MARTHE.
Hm! Gnäd'ger Herr, verdorben? Das just nicht.
Ich
denk er nennt mein guter Freund sich noch.
Doch daß ich oft in meinem Haus ihn sähe,
Das vom Herrn Vetter27 kann ich just nicht rühmen.
Neun Wochen
sind's, daß er's zuletzt betrat,
Und auch nur da noch im Vorübergehn.
WALTER.
Wie sagt Ihr?
FRAU MARTHE.
Was?
WALTER.
Neun Wochen wären's –?
FRAU MARTHE.
Neun
Ja – Donnerstag sind's zehn. Er bat sich Samen
Bei mir, von Nelken und Aurikeln28 aus.
WALTER.
Und – sonntags – wenn er
auf das Vorwerk29 geht –?
FRAU MARTHE.
Ja, da – da guckt er mir ins Fenster wohl,
Und saget guten Tag zu mir und meiner Tochter;
Doch dann so geht er wieder seiner Wege.
WALTER für sich.
Hm! Sollt ich auch
dem Manne wohl –
Er trinkt.
Ich glaubte,
Weil Ihr die Jungfer Muhme30 dort zuweilen
In Eurer Wirtschaft braucht, so würdet Ihr
Zu Dank die Mutter dann und wann besuchen.
ADAM.
Wieso, gestrenger Herr?
WALTER.
Wieso?
Ihr sagtet,
Die Jungfer helfe Euren Hühnern auf,
Die Euch im Hof erkranken.
Hat sie nicht
Noch heut in dieser Sach Euch Rat erteilt?
FRAU MARTHE.
Ja, allerdings, gestrenger Herr, das tut sie.
Vorgestern schickt' er ihr ein krankes
Perlhuhn31
Ins Haus, das schon den Tod im Leibe hatte.
Vorm Jahr rettete sie ihm eins vom Pips32,
Und dies auch wird sie mit der Nudel heilen33:
Jedoch
zum Dank ist er noch nicht erschienen.
WALTER verwirrt.
– Schenkt ein, Herr Richter Adam, seid so gut.
Schenkt gleich mir ein. Wir wollen eins noch trinken.
ADAM.
Zu Eurem Dienst. Ihr macht mich glücklich. Hier.
Er schenkt
ein.
WALTER.
Auf Euer Wohlergehn! –
Der Richter Adam,
Er wird früh oder spät schon kommen.
FRAU MARTHE.
Meint Ihr? Ich zweifle.
Könnt ich Niersteiner, solchen, wie Ihr trinkt,
Und wie mein sel'ger Mann, der Kastellan34,
Wohl auch, von Zeit zu Zeit, im Keller hatte,
Vorsetzen dem Herrn Vetter, wär's was anders:
Doch so besitz ich nichts, ich arme Witwe,
In meinem Hause, das ihn lockt.
WALTER.
Um so viel besser.
Wort- und Sacherklärungen
1
Vom Sitze sich ein wenig
lüften: vom Sitz aufstehen, sich erheben
2
Franz: Französischer Wein
3
Oder Rhein: Oder Rheinwein
4
vom versiegelten: mit einem Schloss
abgeschlossen
5
Butter, frisch gestampft: bei der
Butterherstellung wird der Rahm im Butterfass gestampft, d. h. mit einem
Stampfer (Butterstampfer) solange gerührt, geschlagen oder gestampft,
bis sich die Fettmoleküle der Milch von der Buttermilch trennen.
6
Holztag: Tag, an dem im Wald Holz gelesen
bzw. geschlagen und abgefahren werden kann
7
Sträucher: herumliegendes Reisig, d. h.
dünne Zweige
8
Muhme: Tante, gemeint ist Frau Brigitte
9
Dirn: Dirne,
nicht abwertend: junge Frau
10
weiß, von Damast, aufgedeckt: mit figurativen
Mustern durchwebte, weiße
Damast-Tischtücher
11
Schlecht: schlicht, einfach
12
hagestolzen: »Hagestolz
ursprgl. ein älterer unverheirateter Mann (Junggeselle) im Ggs. zu einem
verheirateten Hofbesitzer; wird als "eingefleischter“Junggeselle von
anderen oft als etwas merkwürdig bzw. kauzig angesehen; das Grundwort
stolz hat in diesem Begriff nichts mit Hochmut zu tun, sondern ist
die mittelhochdeutsche Vergangenheitsform des Verbs "stellen, stalt,
gestalt" ; das Bestimmungswort "Hag" bezeichnet ursprünglich einen
kleinen, durch eine Hecke umfriedeten und abgetrennten Bereich auf einem
Grundstück, aber wird auch zur Bezeichnung einer Hecke, eines Gebüschs
oder auch eines Hains )kleines Gehölz oder Wäldchens) verwendet.
13
zerkritzt: als
Alliteration,
um die rhetorische Wirkung zu steigern, zu dem nachfolgenden "zerkratzt"
14
Strauchwerk, für Seidenwürmer:
für die Zucht von Seidenraupen benötigtes trockenes Gesträuch, an
dem die Larven des »Seidenspinners,
die »Seidenraupen,
ihre »Kokons
befestigen
15
Rect': direkt, geradewegs
16
Nackenband: Band, mit dem die Perücke am »Nacken/Hals
festgebunden wird
17
Sodom und Gomorrha: die
beiden biblischen Städte »Sodom
und Gomorrha wurden »der
biblischen Erzählung nach von Gott wegen ihrer Sündhaftigkeit in
einem Regen aus Feuer und Schwefel zerstört; sprichwörtlich steht der
Ausdruck für Orte, die als besonders unmoralisch und verderbt gelten.
18
Niersteiner: Wein aus Nierstein in
Rheinhessen
19
Oppenheimer: Wein aus Oppenheim in
Rheinhesse
20
Kelter: »Kelter,
Frucht- und Obstsaftpresse; mit dem Verb keltern wird das Auspressen von
Weintrauben oder anderen Früchten bezeichnet; oft wird keltern auch
synonym für die Weinherstellung im Allgemeinen verwendet ("Wein wird
gekeltert").
21
Fuß: altes Längenmaß, »Fuß;
neben der »Fingerbreite,
der »Handbreite,
der »Handspanne,
der »Elle,
dem »Schritt
und dem »Klafter
eine der ältesten Längeneinheiten und misst je nach Land meist 28 bis 32
cm, in Extremfällen auch 25 und 34 cm.
22
gewaffneter: mit »Hauern
(auch: Gewaff) im Unterkiefer ausgestattetes männliches »Wildschwein
(Keiler)
23
Fängern: Fangzähne eines Keilers oder Hundes
24
Nach der Pythagoräer – Regel:
Zahlensymbolik, die auf den altgriechischen Philosophen und Mathematiker
»Pythagoras
(570 v. Chr.-510 v. Chr.) zurückgeht; ›eins‹ symbolisiert den
Schöpfer der Welt, ›zwei‹ steht für die chaotische Materie, ›drei‹
verweist auf den Kosmos; hier wohl verwendet, um der redensartlichen
Formulierung "Aller guten Dingen sind drei"
philosophisch-wissenschaftlichen Nachdruck zu verleihen.
25
Firmamente: Sterne am Himmel
26
Nicht einen Stich: kein bisschen,
überhaupt nicht
27
vom Herrn Vetter: bezeichnet hier keine
Verwandtschaft (Cousin), sondern wird wohl eher als ehrende Anrede
verwendet
28
Aurikeln: Gartenprimeln
29
Vorwerk: Als »Vorwerk
wird ein vom Hauptgut räumlich abgetrennter landwirtschaftlicher
Pachtbetrieb bezeichnet, h: mglw. außerhalb des Dorfes gelegen
30
Jungfer Muhme: hier gemeint Eve, die
Tochter Marthe Rulls
31
Perlhuhn: Hühnervogelart
»Perlhuhn, die als verwilderte Hausperlhühner auch in Vorderindien zu
finden ist
32
Pips: Geflügelkrankheit »Pips
oder Ziep, die mit Atemnot, schweren Entzündungen der Schnabelhöhle
beim Geflügel, wie beispielsweise bei Vogelpocken auftritt.
33
mit der Nudel heilen: mästen,
stopfen, vollstopfen
34
Kastellan: Hausmeister, Verwalter