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Aspekte der Erzähltextanalyse

Die familiäre Grundkonstellation in Schubarts Erzählung

Christian Friedrich Daniel Schubart: Zur Geschichte des menschlichen Herzens (1775)

 
FAChbereich Deutsch
Glossar
Literatur  ● Autorinnen und Autoren  ● Christian Friedrich Daniel Schubart (1739-1791) [ Zur Geschichte des menschlichen Herzens (1775)  TextAspekte der ErzähltextanalyseBausteine ] Soldatenabschied (1776) Kaplied (1787) Für den Trupp (1787) ... Schreibformen Operatoren im Fach Deutsch
 

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Die familiäre Grundkonstellation der Figuren in Christian Friedrich Daniel Schubarts (1739-1791) Erzählung ▪ "Zur Geschichte des menschlichen Herzens" (1775) lässt sich mit der folgenden Strukturskizze visualisieren:


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Für die Stoffgeschichte von Friedrich Schillers Drama "Die Räuber" lassen sich deutliche Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Fabel (Plots) und der Motive erkennen.

Friedrich Wilhelm von Hoven (1759-1738), Schillers wohl bester Freund während seiner Zeit auf der ▪ Karlsschule Herzog ▪ Carl Eugens (1728-1793) macht Schiller wohl im Herbst 1777 auf die Erzählung von Christian Friedrich Daniel Schubarts (1739-1791)) aufmerksam, die dieser in der Januarausgabe des von ▪ Balthasar Haug (1731-1792) herausgegebenen »"Schwäbischen Magazins“ 1775 veröffentlicht hatte.

Schubarts Geschichte als Rahmenerzählung

Schubarts Geschichte ist eine ▪ Rahmenerzählung.

Am Anfang und Ende der Erzählung kommt ein kommentierender Erzähler zu Wort, der die darin enthaltene Binnenerzählung in einen größeren Zusammenhang einordnet. Er meldet sich mit einem kollektiven "wir“ zu Wort, wendet sich aber auch mit einem individuellen "ich" und einem distanziert und unpersönlich wirkenden "man" an die Leser*innen.

Im ersten Teil der Rahmenerzählung macht er sich Gedanken über den im französischen und britischen Ausland verbreiteten Eindruck, wonach es typisch deutsch sei, leidenschaftslos und geradezu mechanisch durchs Lebens zu gehen. Allerdings lehnt er solche Vorurteile entschieden ab und verwehrt sich, daraus ein Element des Nationalcharakters der Deutschen zu konstruieren.

Wenn von einer gering ausgeprägten Leidenschaftlichkeit der Deutschen überhaupt die Rede sein können, dann erkläre sich dies nicht aus einem irgendwie diffusen Nationalcharakter, sondern sei das Ergebnis der repressiven politischen Verhältnisse in Deutschland und vor allem dem Fehlen persönlicher Freiheit und von Meinungsfreiheit geschuldet.

Der Inhalt seiner Anekdote, das versucht der Erzähler am Ende glaubhaft zu machen, sei "aus den glaubwürdigsten Zeugnissen zusammengeflossen“. Er beweise, dass es auch in deutschen Landen Stoffe gebe, die "in die Tiefen des menschlichen Herzens" hinabblicken ließen. Würden solche Erzählungen und Stoffe weiter gesammelt, könne am Ende vielleicht die Vorstellung eines mehr oder weniger authentischen Nationalcharakters entstehen, denn, was sie erzählten, habe sich schließlich "mitten unter uns" abgespielt.

Daher müssten sich, so fordert der Erzähler weiter, die deutschen Schriftsteller und Philosophen auch diese Stoffe zu eigen machen. Täten sie es, so könne ein "Genie" aus dem Stoff bzw. der Geschichte der ungleichen Brüder bedeutendes dramatisches oder erzählendes Werk schaffen, wenn es auf die deutschen Verhältnisse bezogen bliebe.

Zugleich warnt der Erzähler auch davor,  den Stoff der Anekdote nur in trivialer und an der Oberfläche der Fabel (plot) orientiert zu bearbeiten. Wer es tue, müsse sich stattdessen wirklich auf den Stoff einlassen und mit einem klaren, philosophisch-analytischen Blick alles aus ihm herausholen, was er an Motiven über die Grundbedingungen menschlichen Handelns biete,  um dadurch Leidenschaft bzw. "die Rechte des offenen Herzens" zu verdeutlichen.

Die Änderungen Schillers am Plot der Erzählung Schubarts

Für sein Drama ▪ "Die Räuber" hat ▪ Friedrich Schiller den Stoff der ungleichen Brüder bearbeitet und dabei Änderungen am Plot der Erzählung von Schubart vorgenommen.

Die hauptsächlichen Änderungen sind:

  • von den beiden Brüdern Wilhelm und Franz wird Franz der Zweitgeborene

  • Veränderungen am Plot, die Schiller gegenüber der Erzählung Schubarts "vornahm, machen sie eher noch handfester und nähern sie stark der Moritat an. Er hat indessen nicht nur gesteigert und verdüstert – bei Schubart geht alles gut und glücklich aus -, sondern er hat die Familiengeschichte verwickelt, zugleich noch fester in sich zusammengeschlossen: zur Rivalität des heuchlerischen Bösewichts um das Vatererbe fügt er noch die weitere um die Verlobte des betrügerisch verstoßenen Bruders. Die Frage nach den Motiven des Betrügers übergeht Schubart so ziemlich: ihm genügt die entlarvende Bloßstellung der Scheinheiligkeit.“ (Storz 31963, S.24)

Ansonsten bleibt auch Schiller bei der Gewichtung der beiden Charaktere.

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Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 12.01.2025

 
 

 
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