Die glückliche Besetzung der Rollen durch Mitglieder des Mannheimer
Ensembles ist einer der •Gründe, die für den Erfolg der
Uraufführung
on
Friedrich Schillers
Drama "Die
Räuber" im »Mannheimer Nationaltheater
am 13.1.1782 gesorgt haben.
»August
Wilhelm Iffland
(1759-1814), der im Stück •
Franz Moor
verkörpert, liefert eine herausragende Leistung und zieht die anderen
•
Schauspieler mit: • Johann Michael Boeck (•
Karl Moor),
• Johann
David Beil (•
Schweizer),•
Heinrich Beck (•
Kosinsky), Andreas Friedrich
Pöschel (• Spiegelberg), Christian Wilhelm Dietrich Meyer (•
Hermann),
• Johann Georg Kirchhöfer (•
der alte Moor) und
• Anna Elisabeth Toscani •
Amalia).
Dass Schillers Räuber eine Zäsur für die
Repertoireentwicklung des Mannheimer Theaters darstellte, hat
auch Iffland in seinen •
Erinnerungen betont und zugleich ein paar Bemerkungen auf
den Schauspielstil seiner Kollegen gemacht: "Hierauf
erschien Schillers Genius. Die Räuber
wurden im Jahre 1782 zum ersten Male gegeben.
Der Freyherr von Dalberg that alles Mögliche dieses Talent zu ehren. Die
Vorstellung wurde an Dekorationen, Kostüme, Fleiß und Genie auf eine
bewundernswürdige Art gegeben. Wenn
Böck auch nicht
ganz das Ideal des Karl Moor erreicht hat, so waren doch viele
Scenen, besonders die mit Amalien im vierten Akt, und ganz vorzüglich
die Scene am Thurm, sein Triumph. Das Publikum, Acteur und Statisten
wurden mit ihm fortgerissen in dem allgewaltigen Feuerstrome. Stärker
konnte der Dichter nicht gefühlt haben, als er ihn wieder gab." (S.54)
Die meisten Mitglieder des Mannheimer Ensembles stammen dabei aus der
Wandertheatertruppe um »Konrad
Eckhof (1720-1778), der selbst einer der besten Schauspieler der
Zeit ist und der wegen seiner Verdienste schon zu Lebzeiten “Vater der
deutschen Schauspielkunst” genannt wird.
Eckhof begründet 1753 in
Schwerin die erste Schauspielakademie auf deutschem Boden und lehrt
seine Schüler seine Auffassung von einem realistischen Darstellungsstil.
Er bekommt die Leitung des von »Herzog
Ernst II. Ludwig von Sachsen-Gotha-Altenburg (17451804) im Herbst
1775 gegründeten, ersten deutschen »Hoftheaters
mit einem festen Ensemble von Schauspielern übertragen und macht es in
den folgenden drei Jahren bis zu seiner Auflösung zum Zentrum deutschen
Theaterlebens.
In Gotha starten auch Iffland, Beck und Beil ihre
Schauspielkarrieren.
Einige Monate vor der
•
Auflösung des Gothaer Hoftheaters an Ostern 1779 (•
Tod
Eckhofs im Juni 1778) werden die drei letztgenannten jungen Männer, die eine enge Freundschaft verbindet (•
Freundschaftsbund vom Siebeleber Holz), zusammen mit dem größten Teil des alten Gothaer Ensembles
vom Kurfürsten
»Karl Theodor von der Pfalz und Bayern für das »Mannheimer
Nationaltheater geworben und stellen dort, zusammen mit weiteren
Schauspielern, das erste feste Ensemble, das im Januar 1782 dann auch
Schillers "Räuber" auf die Bühne bringt.
Iffland selbst kommt 1778 nur
•
sehr zögernd nach Mannheim,
weil er seine Karriere eigentlich
in Hamburg bei Schröder fortsetzen will. (vgl. Iffland, Aus meinen ...S. 40)
Doch letztlich entschließt er sich mit seinen Freunden nach Mannheim zu
wechseln.
Mit zwiespältigen Erwartungen blicken sie dabei auf ihre neue
Bühne und ihr künftiges Publikum: "Wir freueten uns auf eine Stadt, welche
dafür bekannt war, in den bildenden Künsten guten, sehr guten Geschmack
zu besitzen. Da aber der Hof so lange ein gutes Französisches Theater
neben der trefflichen Italiänischen großen Oper gehalten hatte, viele
Franzosen und Italiäner dort in Diensten oder ansässig waren, Manheim
selbst so nahe an Frankreich liegt; – so
fürchteten wir uns, man möchte dort mehr Grazie als Wahrheit von uns
verlangen. Zwar waren wir uns bewußt, der Wahrheit, welche mir
fühlten, nicht den härtesten Ausdruck zu geben; allein wir fühlten doch
auch den Mangel an körperlicher Beredsamkeit, wenn ein Publikum
ausschließlich von diesem Standpunkte ausgehen wollte uns zu beurtheilen."
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