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Gleichnis
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Die didaktische Parabel in der
Literaturgeschichte
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Motiv des Heimkehrers / Motiv der Heimkehr
Das biblische
•
Gleichnis vom verlorenen Sohn zählt
zu den wesentlichen Elementen der
•
Stoffgeschichte
von •
Friedrich Schillers
• Drama
• "Die
Räuber".
Manche sagen, dass
Schiller selbst daran gedacht habe, das Stück, orientiert am biblischen
Gleichnis "Der verlorene Sohn" zu
nennen. Allerdings "geht es in den Räubern gar nicht mehr um den
verlorenen und um den wiederkehrenden Sohn; beide Söhne des biblischen
Gleichnisses sind in diesem Vater verloren, jeder in anderer Weise, und
die Wiederkehr wenigstens des einen bedeutet pradoxerweise im selben
Augenblick Vatermord, den beide Söhne, der eine gewollt, der andere
ungewollt, längst vollzogen zu haben meinen. " (Schwerte
1960, S.27)

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Schiller ist mit ihm sicher schon in
früher Kindheit in Berührung gekommen, und es ist anzunehmen, dass es
neben Unterweisungen und Predigten durch Pfarrer Moser in der Lorcher
Zeit auch immer wieder bei den pietistischen Bibelstunden in der Familie
Schiller verlesen wird, die Caspar Schiller mit Frau und Kindern
regelmäßig veranstaltet. Unter religiös-biblischem Aspekt betrachtet
thematisiert das Gleichnis Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe am
Beispiel einer Vater-Sohn-Beziehung und das Verhalten von Jesus zu
gesellschaftlichen Randgruppen.

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Entscheidend für das Verständnis des •
Gleichnisses ist die Frage nach der
Motivation, die der Vater dafür hat, den Sohn unvoreingenommen und
vorbehaltlos wieder bei sich aufzunehmen.

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Liegen die Gründe auf Seiten
des "verlorenen Sohnes", so ist es seine, durch seine Rückkehr
signalisierte Bereitschaft, sich wieder in das väterliche Haus zu
integrieren und damit auch die väterliche Autorität
anzuerkennen.
Der
Vater sieht schon von Weitem, geht ihm in freudiger Erwartung entgegen.
Noch ehe der Sohn ihn um Verzeihung bittet und seine Reue deutlich
macht, nimmt er in in seine Arme und küsst ihn als Zeichen seiner
fortbestehenden Liebe. So ist es auch nicht die Tatsache, dass der Vater
um Verzeihung gebeten wird, was ihn dazu veranlasst seinen Sohn so
herzlich zu empfangen - kein Wort fällt über die Vergangenheit, kein
Vorwurf steht im Raum -, sondern allein seine Liebe zu seinem Sohn, die
vorbehaltlos ist und keiner Aufrechnungen im Sinne von Leistung und
Gegenleistung verlangt. So ist die Liebe der Quell einer Verzeihung
durch den Vater, die andererseits dieser Verzeihung eigentlich kaum
bedarf.
Und doch: Grundsätzlich hätte die Begegnung ja auch anders verlaufen
können. Ein fordernder Sohn hätte unter Umständen diese Verzeihung nicht
erlangt und damit auch die Liebe des Vaters auf eine noch härtere Probe
gestellt.

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Gleichnis
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Die didaktische Parabel in der
Literaturgeschichte
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Motiv des Heimkehrers / Motiv der Heimkehr
Gert Egle, zuletzt bearbeitet am:
30.03.2025