Auch wenn die Zuordnung
von Texten zu • Gattungen generell
immer nur sehr unvollkommen gelingen kann, kann es immer wieder von
Bedeutung sein, "wenigstens die Prinzipien und logischen Regeln zu
benennen und zu reflektieren" (Müller-Dyes
1996,
S.324), nach denen die
Gattungstheorie vorgegangen ist und weiterhin verfährt.
Im
Zusammenhang mit der Gattung der •
Tragödie und ihrer Untergattungen, hier Formen
genannt, ist es dazu zunächst einmal hilfreich, zwischen •
(historischen) Gattungen und
• (systematischen) Gattungsbegriffen
zu unterscheiden.
Werden die
Gattungsbegriffe im Rahmen eines •
nicht-normativen
Gattungskonzepts zudem unter • sozial- und funktionsgeschichtlicher Perspektive
betrachtet, dann betonen sie die historische Bedingtheit
(Entstehung, Kontext) der Gattungen, sehen in Gattungen "historisch bedingte
Kommunikations- und Vermittlungsformen" und betrachten sie
"als soziokulturelle, literarisch-soziale Konsensbildungen und
nicht als normative, transgeschichtliche Formkonstanten" (Wilhelm
Voßkamp (1992, S.256) Gattungen stellen in diesem •
Gattungskonzept
"soziokulturelle
Verständigungsbegriffe" dar, die immer "auch auf ihre
Entstehungsbedingungen im allgemeinen historischen Kontext und
auf den wissenschaftsgeschichtlichen Ort, in dem sie entstanden
sind und gebraucht werden", verweisen
(ebd.)
und betonten damit "den historischen Charakter literarischer
Gattungen im Sinne soziokultureller Konventionen." (ebd., S.253).
Man kann die
▪ Dramengattung
▪ Tragödie
in sechs Hauptformen einteilen. Dabei ist die Trennung dieser
Formen nicht immer eindeutig und Mischformen sind durchaus möglich.
Insbesondere der Begriff Schauspiel als Form der Tragödie ist sehr
unscharf geblieben.
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Tragödie
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Griechische
Tragödie |
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Klassische
Tragödie |
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Gemischte
Tragödie |
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Historisches
Ideendrama |
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Bürgerliches
Trauerspiel |
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Soziales
Drama |
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Schauspiel |
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Nebenform der Tragödie (mitunter
aber auch einfach Ersatzwort für Drama)
-
Überwindung der tragischen
Situation
-
Lösung und Rettung deuten sich
am Schluss an
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(vgl.
Ivo
Braak, Poetik in Stichworten, 1969, S.232-239)
Gert Egle. zuletzt bearbeitet am:
19.09.2025
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