Es gibt keine
einzelne, allgemeingültige Definition des Komischen, da es stets
aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen heraus
betrachtet wird.
Der griechische
Philosoph
Aristoteles (384 v. Chr.-322. v. Chr.) definiert das
Komische in seiner
Poetik als eine Nachahmung (Mimesis) von schlechten
Menschen, die jedoch nicht alles Schlechte, sondern nur das
Lächerliche nachahmt. Das Komische ist eine Art des Hässlichen,
genauer gesagt, eine Art von Fehler oder Hässlichkeit, die
schmerzlos und harmlos ist. Lachen entsteht also aus der Freude
über die Schwäche oder den Makel eines anderen.
Der deutsche
Dichter und Philosoph
Jean Paul (1723-1825) sieht in seiner "Vorschule der
Ästhetik, nebst einigen Vorlesungen in Leipzig über die Parteien
der Zeit. 1804" das Komische als "die umgekehrte Erhabenheit"
oder die unendliche Diskrepanz zwischen dem Ideal und der
Wirklichkeit. Für ihn ist das Komische das Ergebnis eines
Kontrastes, der unseren Anspruch an die Welt (das Ideal) und
ihre tatsächliche, oft unvollkommene Gestalt (die Wirklichkeit)
offenbart. Lachen ist das befreiende Gefühl, das durch die
Erkenntnis dieses Kontrastes entsteht.
In seiner
Abhandlung "Das Lachen" (1900) definiert der Philosoph
Henri
Bergson (1859-1941) das Komische als das "Mechanische, das auf das Lebendige
aufgepfropft wird". Er argumentiert, dass wir dann lachen, wenn
wir in menschlichem Verhalten eine starre, automatische oder
maschinenhafte Wiederholung sehen, die im Kontrast zur
Flexibilität und Lebendigkeit des Lebens steht. Lachen ist für
ihn eine soziale Geste, die unwillkürliches, unflexibles
Verhalten korrigieren soll.
Sigmund Freud
(1856-1939)
erklärt das Komische in seiner Schrift "Der Witz und seine
Beziehung zum Unbewußten" (1905) als eine Entladung von
seelischer Energie. Lachen entsteht, wenn eine psychische
Spannung, die für einen bestimmten Zweck aufgebaut wurde (z.B.
für einen ernsthaften Gedanken), plötzlich unnötig wird, weil
der Witz oder die komische Situation sie auflöst. Diese
freiwerdende Energie wird als Lachen entladen.
Kablitz (2007, S.289) gibt als Definition zum Eintrag
"Komik, Komisch" im Reallexikon der deutschen
Literaturwissenschaft (2007) dazu vor: "Gegenstände,
Ereignisse, Sachverhalte und Äußerungen, die Lachen verursachen;
bzw. die Eigenschaft, die diese Wirkung erzeugt."
Gert Egle. zuletzt bearbeitet am:
06.10.2025