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Personale Ich-Erzählsituation

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Das erzählende Ich mitten in der Welt der Figuren
Die personale Ich-Erzählsituation weist eine Reihe von charakteristischen Merkmalen auf, die sie von anderen Erzählsituationen unterscheiden.

Beim Erzählen wird durchgängig die erste Person Singular verwendet.

Der personale Ich-Erzähler ist nicht identisch mit dem Autor

Auch wenn man das leicht verwechseln kann: Der personale Ich-Erzähler ist nicht identisch mit dem Autor, sondern wird von diesem zur Darbietung der Erzählung auf eine bestimmte Art und Weise gestaltet.

Bei einer Textinterpretation kann es also nicht heißen: "Der Autor XY berichtet ...". Stattdessen muss es heißen: "Der personale Ich-Erzähler berichtet, ...".

Erzählerstandort: Innerhalb der Welt der Erzählung

Der personale Ich-Erzähler steht  innerhalb der von ihm erzählten Welt (Innenperspektive). Das erlebende Ich (auch: erinnertes Ich) des Erzählers steht im Mittelpunkt.

Der personale Ich-Erzähler kann daher auch nicht wie der auktoriale Ich-Erzähler bestimmte Teile seiner Geschichte von einem zeitlich späteren Standpunkt und/oder unter dem Blickwinkel späterer Einsichten ordnen. Diesen point of view kann nur das ▪ sich erinnernde Ich einnehmen.

Der personale Ich-Erzähler kennt nur die Innensicht der eigenen Figur

Das Blickfeld des personalen Ich-Erzählers ist auf die Innensicht der eigenen Figur beschränkt, d. h. er kann aus erster Hand nur von seinen eigenen Gedanken, Gefühlen usw. erzählen und nicht wie der auktoriale Erzähler in das Innere sämtlicher Figuren hineinsehen.

Von den anderen Figuren kann er also nur in Außensicht erzählen. Informationen über ihr Innenleben sind entweder bloße Vermutungen oder müssen irgendwie verbürgt sein.

Durch die Darstellung von Gedanken, Gefühlen und Bewusstseinsvorgängen des erlebenden Ichs während der Erlebnisse und Ereignisse selbst tendiert die personale Ich-Erzählperspektive zum personalen Erzählen.

Erzählperspektiven können sich auch innerhalb eines Textes ändern

Ein literarischer Text muss keineswegs das Erzählte nur aus einer Erzählerperspektive darbieten, auch wenn viele Texte das tun. In der modernen Literatur werden die  Erzählperspektiven aber auch häufig innerhalb ein und desselben Textes geändert. Daher lassen sich bestimmte Erzählperspektiven oft unbedingt zur Charakterisierung eines gesamten Werkes oder auch nur eines größeren Abschnitts heranziehen, "sondern lediglich zur Klassifizierung kleinerer Erzähleinheiten" (Vogt 1990, S. 52)

 Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 03.09.2019

 
 

 
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