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Didaktische und methodische Aspekte

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Literatur: ▪ Autorinnen und Autoren Gattungen Erzählende Texte Überblick Lesen erzählender Texte (Inferenzbildung und Situationsmodelle) Strukturen erzählender Texte Formen erzählender Texte Fabel Gleichnis Kurzgeschichte [ Didaktische und methodische Aspekte Überblick Kompetenzen und (Lern-)Ziele Bildungsstandards (Ba-Wü) ] Überblick Typologisierungsansätze Merkmale So interpretiert man eine KurzgeschichteTextauswahl Parabel Dramatische Texte Lyrische Texte Literarische Zweckformen  Literaturgeschichte Motive der Literatur Grundlagen der Textanalyse und Interpretation Literaturunterricht Schreibformen  Operatoren im Fach Deutsch
 

 

Strukturbegriffe der Erzähltextanalyse
Didaktische Aspekte
Überblick
Auswahl (Zusammenstellungen wichtiger Strukturbegriffe)
Alles auf einen Blick: Sammelsurium
Strukturbegriffe der älteren Erzähltheorie
Strukturbegriffe der neueren Erzähltheorie
▪ Strukturbegriffe für die schulische Erzähltextanalyse
Wer erzählt die Geschichte? (Aspekte zur Gestaltung der Erzählinstanz)
Wie wird erzählt? (Zeit, Modus, Stimme)
Zeitgestaltung »
Typologien des Erzählers »
Perspektiven beim Erzählen »
Darstellung von Ereignissen »
Darstellung von Rede und mentalen Vorgängen »
Was wird erzählt? (Handlung, erzählte Welt, Figur, Raum)
Figurengestaltung »

Figurenkonzeption »
Figurenkonstellation »
Figurencharakterisierung »

Literarische Gattungen
Überblick
Gattungskonzepte
Gattungen und Gattungsbegriffe im schulischen Literaturunterricht
Überblick
Merkmallisten und -Kataloge
Prototypen und Exemplare
Historische Gattungen und systematische Gattungsbegriffe
Gattungen unter sozial- und funktionsgeschichtlicher Perspektive
▪ Kohärenzbildung über mentale Modelle, kognitive Schemata und literarische Konventionen (Gattungen)

 ▪ Schulische Analyse und Interpretation erzählender Texte
▪ Einen Erzähltext mit der Kategorientafel analysieren

ABC der schulischen Erzähltextanalyse

Dass • Kurzgeschichten und andere kurze literarische Formen im Literaturunterricht heute sehr beliebt sind, hat, wie Kepser/Abraham (42016, S.191) feststellen, vor allem pragmatische Gründe. Sie lassen sich nämlich in dem üblichen 45-90-Minuten-Rhythmus von "Schulstunden" gut unterbringen.

Allerdings hat man die Beschäftigung mit Kurzgeschichten im Deutschunterricht lange Zeit nicht so nüchtern und pragmatisch gesehen. Leonie Marx (2005, S.172-182) hat die wechselvolle Geschichte der Kurzgeschichte in der Literaturdidaktik und die Diskussion über ihren Bildungswert und didaktischen und methodischen Wert im Einzelnen nachgezeichnet. Am Ende ist daraus eine in formaler und inhaltlicher Sicht normative Auffassung von der Kurzgeschichte entstanden, die in der Vorstellung von einem Idealtyp dieser Erzählung mündete. Lange Zeit war damit aber auch stets die Qualitätsfrage verbunden. Sie gipfelte letzten Ende darin, dass nur bestimmte Geschichten, die, wie Robert Ulshöfer (1958, S.8) betonte, Vorzüge wie eine spannungs- und wirkungsvolle Kürze aufwiesen, das "Wechselverhältnis von Sprachform und Existenzaussage" gestalteten und durch die "Sprachbetrachtung in Verbindung mit Untersuchungen über die Menschenzeichnung und die Art der Daseinsbedrohung" zu einem "lohnende(n) Thema für die Schule" gemacht werden konnten. (zit. n. Marx 2005, S.176) Mit der Kurzgeschichte könne wegen der von ihr repräsentierten "Dialektik zwischen formaler Bindung und Offenheit der Problemlösung", erklärt Seifert (1975, S.246), "die geistige Anspannung des Jugendlichen einerseits auf die 'Gehalt-Gestalt-Einheit' konzentriert" werden. Zugleich richte sie diese aber auch auf "die Zusammenhänge zwischen Kunst und Gesellschaft" aus.

In der Folge diente die Kurzgeschichte "vor allem als Medium, um das Interesse an der Literatur zu wecken, in ihre Gesetze einzuführen, zu kritischem Nachdenken über zeitgenössische Probleme, menschliche Reaktionsweisen und ethische Fragen anzuregen und um zur sprachlich-stilistischen Schulung beizutragen." (ebd., S.176)

Die • didaktischen Konzepte, die bei der Behandlung von Kurzgeschichten dabei zum Tragen kommen, gelten für den gesamten Bereich der • erzählenden Literatur. Es gibt also keine besondere Didaktik und Methodik für den Umgang mit Kurzgeschichten. Was für die Konzepte im Allgemeinen gilt, trifft also im Wesentlichen auch für die Kurzgeschichten zu.

Kurzgeschichten und die Lektürevorlieben von Jugendlichen

Kurzgeschichten gehören wohl im Allgemeinen nicht zu der von Kindern und Jugendlichen bevorzugten Freizeitlektüre. (vgl. Pfeiffer 22013, S.65)

Sie bevorzugen gewöhnlich längere Erzähltexte von Autorinnen und Autoren, die zu den Klassikern der »Kinderliteratur zählen (z. B. Alan Alexander Milne (1882-1956), »Erich Kästner (1899-1974), »Astrid Lindgren (1907-2002), »Ottfried Preussler (1923-2013), etc.) oder ihre Werke in neuerer Zeit verfasst haben (z. B. »Paul Maar (geb. 1937), »Michael Ende (1929-1995), »Christine Nöstlinger (1936-2018), »Renate Welsh (geb. 1937), etc.). (»Jugendliteratur vor 1950»Weitere Entwicklung; »Jugendliteratur als brisante Literatur)

Hinzukommt, dass sie im Jugendalter gerne auf Stoffe zurückgreifen, die entweder ihre • Adoleszenzproblematik thematisieren. Adoleszenzromane sind mit ihrem Bezug zur Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler dabei besonders motivierend. (vgl. Josting/Dreier 22013, S.80) Bevorzugte Genres sind dabei weiterhin »Comics, »geschlechtsbezogene Bücher, »Krimis, »Liebesgeschichten und die »fantastische Kinder- und Jugendliteratur. Im Trend sind heutzutage wohl auch »Graphic Novels, »Light Novels, »Mangas, »Fantasy, »Mystery, »Dystopie etc.

Dabei ist die Abgrenzung zwischen zwischen Kinder-, Jugend- und Erwachsenenliteratur natürlich nur vage. Was zur Kinder- und Jugendliteratur gezählt wird, ist dem historischen Wandel unterworfen und damit letzten Endes auch Definitionssache.

So werden heute etliche Romane, die eigentlich für ein erwachsenes Zielpublikum verfasst wurden, eher als Jugendromane aufgefasst und manche zunächst wohl als Jugendromane konzipierte Werke sind wie z. B. die »Harry-Potter-Reihe von »Joanne K. Rowling (geb. 1965) und Romane wie »Ulrich Plenzdorfs (1934-2007) »Die neuen Leiden des jungen W. (1972),  »Alexa Hennig von Langes (geb. 1973) Relax (1997), »Christian Krachts (geb. 1967) »Faserland (1995) oder »Benjamin Stuckrad-Barres (geb. 1975) »Soloalbum (1998) entziehen sich, wie zahlreiche andere auch, einer Zuordnung zur Erwachsenen- bzw. Jugendliteratur. (vgl. Pfeiffer 22013, S.64) Zudem haben Verlage inzwischen das lukrative Geschäft mit den so genannten All-Age-Büchern erkannt.

Diese Zusammenhänge sind auch bei der didaktischen Reflexion über die Bedeutung von Kurzgeschichten im Literaturunterricht und bei der Auswahl von geeigneten Texten zu bedenken.

Sie machen deutlich, dass auch unter diesen Voraussetzungen der alte Kanon von "Modellgeschichten" (Marx 2005, S.178), die bei Interpretationen und in Anthologien, sowie in den den Schulbüchern lange Jahre immer aufgetaucht sind (vgl. ebd.), in Frage zu stellen ist. Die seit dem letzten Jahrzehnt des vorigen Jahrhunderts festzustellende "Erweiterung des Kurzgeschichtenkanons" (ebd.) hat dabei wesentlich zu einem Wandel beigetragen. Ihr ist es nichtzuletzt zu verdanken, dass unterrichtliche Beschäftigung mit Kurzgeschichten, nicht bei der ahistorischen Behandlung stehen blieb, die ihr der bildungsorientierten Literaturunterricht im Kontext von Formanalysen und Deutungsmustern zuwies, die in ihnen vor allem ein Reservoir überzeitlicher Lebenshilfe sahen.

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 14.05.2025

   
 

 
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