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Gattungsfragen im Literaturunterricht

Gattungen unter sozial- und funktionsgeschichtlicher Perspektive

 
FAChbereich Deutsch
Glossar Literatur Autorinnen und Autoren Literarische Gattungen
Überblick Gattungskonzepte [ Gattungen und Gattungsbegriffe im schulischen Literaturunterricht  Überblick Merkmallisten und -kataloge Prototypen und Exemplare Historische Gattungen und systematische Gattungsbegriffe Gattungen unter sozial- und funktionsgeschichtlicher Perspektive ] Erzählende Texte Dramatische Texte  Lyrische Texte Literarische Zweckformen Einfache Formen Satire Literaturgeschichte Motive der Literatur Grundlagen der Textanalyse und Interpretation Literaturunterricht Schreibformen  Operatoren im Fach Deutsch
 

Gattungen als soziokulturelle Verständigungsbegriffe

Für die ▪ Beschäftigung mit Gattungsfragen im schulischen Literarunterricht können auch die Prinzipien zugrunde gelegt werden, die Wilhelm Voßkamp (1992, S.265) im Rahmen seiner sozial- und funktionsgeschichtlich orientierten Gattungstheorie dargelegt hat.

Seine Thesen werden hier zum Teil reformuliert wiedergeben (vgl. Köppe/Winko 2008, S.3).

Danach sind Gattungen Ergebnis von Konventionen, die sich unter den Bedingungen bestimmter "institutionalisierte(r) Organisationsformen literarischer Kommunikation" zu einem bestimmten Zeitpunkt gebildet werden.

In ihnen schlagen sich bestimmte "Welterfahrungen" bzw. Perspektiven auf die Welt nieder.

Damit ist die Zugehörigkeit eines bestimmten Textes zu einer bestimmten Gattung nicht primär ein Ergebnis seiner Textgestalt, sondern von Zuschreibungen im Rahmen der literarischen Kommunikation.

Die Gattungszuordnung bestimmter Texte ist selbst auf der Grundlage gemeinsamer Merkmale nicht unproblematisch und die Frage, ob ein Rezipient diese schematisieren Merkmale auch tatsächlich wiedererkennt, steht dazu noch auf einem anderen Blatt.

Gattungen sind nach diesem Verständnis "soziokulturelle Verständigungsbegriffe", die immer "auch auf ihre Entstehungsbedingungen im allgemeinen historischen Kontext und auf den wissenschaftsgeschichtlichen Ort, in dem sie entstanden sind und gebraucht werden", verweisen. (ebd.)

Wer Gattungen bestimmt und von anderen abgrenzt, strukturiert die Menge der in Frage kommenden Texte auf der Grundlage eigener kognitiver Modelle. Gattungen sind also stets Konstrukte.

Aus diesem Grunde muss man  – die Geschichte der Gattungstheorien liefert dafür eine Vielzahl von Ansätzen, die heute als Irrwege betrachtet werden – "die Standortgebundenheit des einzelnen Kritikers, Theoretikers und Historikers" (ebd.) stets im Auge behalten.

Diese und andere Überlegungen schieben überzeitlich kategorialen normativen Gattungskonzepten einen Riegel vor.

Zugleich können sie auch im schulischen Literaturunterricht dem "Herunterbeten" von Gattungsmerkmalen auf der Basis von Merkmalslisten bei der ▪ Textinterpretation entgegenwirken.

 Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 16.11.2020

   
 

 
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