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Hofkultur in Versailles
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Überblick
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Hoffeste des Sonnenkönigs
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Überblick
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Les Plaisirs de d'Ile enchantée" (1664)
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Divertissement de Versailles (1668)
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Württemberg zur Zeit Herzog Carl Eugens (1728-1793)
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Konkurrenzkampf und Prasserei: Absolutistische Repräsentation
von Macht
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Versailles in Schwaben: Ludwigsburg zur Zeit Carl Eugens
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Höfische Festkultur zur Zeit Carl Eugens
In der • barocken höfischen
Festkultur, vor allem in den Events der
höfischen Festspiele
bzw. Hoffeste, wurde der Topos vom •
Theatrum
mundi bis ins letzte Detail umgesetzt
und kultiviert. Die
Metapher für die Eitelkeit und Nichtigkeit der Welt
verdeutlicht, wie Theater und Welt in dieser Zeit aufeinander zu
beziehen sind, nämlich als "Theatralisierung des Lebens und in der
Ausweitung des Theaters unter universalem Aspekt" (Fischer-Lichte
1993/21999, S.40)
Wo immer die höfischen Feste gefeiert wurden, überall wurde der
Raum, in dem das Fest stattfand, zur Bühne: "Mitglieder des Hofes
traten als Schauspieler auf, der König bzw. der Kaiser spielte die
Rolle des herausragenden Helden – »Jupiters,
»Apollons,
der Sonne usw. – und die übrigen Hofleute wurden auch außerhalb des
Bühnenraums nicht nach ihrem wirklichen Rang, sondern nach ihrer
Rolle angesprochen." (Fischer-Lichte (ebd.,
S.40f.))
Und alles, ob reales und tatsächliches Ereignis oder Fantasie und
Fiktion konnte zum Gegenstand der Theatralisierung der Welt werden.
Alewyn
(1957a, S.104) betont, dass jedes barocke Fest eine ausgedehnte
und ausgewogene Komposition aus vielen Elementen sei. Auch wenn jede
Stunde eines solchen Festes ihren eigenen Charakter habe und jeder
Tag der mehrtägigen Festveranstaltung unter einem anderen Motto
stehe, sei das Ganze stets durch eine leitende Idee miteinander
verbunden. Die von den einzelnen, in vergleichsweise schneller
Abfolge inszenierten Elemente und Attraktionen ausgehenden Reize
sollten dabei auch dafür sorgen, dass das Publikum keine Langeweile,
Übersättigung und Übermüdung empfand.
Im Rahmen
seiner prunkvollen Hoffeste hat »Ludwig
XIV.(1638-1715) in seinem »Schloss
Versailles dabei unermesslich teure theatrale Großprojekte
(»Fêtes
à Versailles) veranstaltet, die an allen Höfen Europas für Bewunderung und
Gesprächsstoff sorgten. Dabei waren seine Hoffeste stets ein
"»Gesamtkunstwerk«", ein "Zusammenspiel von Drama. Musik, Tanz,
Feuerwerk und Maskenspielen" (Brauneck
2012,
S.163) in einem monumentalen, phantastischen Arrangement, das
zum Glanz und der Größe des königlichen Souverän beigetragen sollte, auch wenn "der sich mit der Veranstaltung
solcher Feste oftmals in den finanziellen Ruin treiben ließ." (ebd.)
In den Jahren 1664 und
1668 hat »Ludwig
XIV.(1638-1715) zwei besonders herausragende Hoffeste veranstaltet.
Die "Les Plaisirs de d'Ile enchantée" (1664)
1664 veranstaltete
Ludwig XIV. im »Schloss
Versailles das legendäre einwöchige Fest »"Les Plaisirs de d'Ile enchantée" (1664)
(= "Freuden der verzauberten Insel"), um seine »Mätresse
»Françoise-Louise
de La Baume Le Blanc
(1644-1710) vorzustellen. Inspiriert von »Ludovico Ariostos (1474-1533)
»Versepos
»Der
rasende Roland (Orlando furioso) bot es 600 Gästen ein
spektakuläres Programm aus Turnieren, Theater, Ballett, Feuerwerk und »Molieres
(1622-1673) Komödien, begleitet von Musik »Jean-Baptiste
Lully (1632-1687).
Während der
Veranstaltung ließ der französische Sonnenkönig den gesamten Schlosspark von Versailles für den sich über mehrere Tage hinziehenden "Kampf des
Guten gegen das Böse" (Brauneck
2012, S.164), bespielen. Auch vier Komödien von »Moliere
(1622-1673) wurden an unterschiedlichen Spielorten
vorgeführt: In der Mitte der
»königlichen Allee ›Die
Prinzessin von Elide‹, eine galante Komödie mit Musik
und »Balletteingängen,
im Vorraum des Schlosses die »Ballettkomödie
›Les
Fâcheux‹ (Die Unglücklichen), ›Tartuffe
ou l'Imposteur‹ (Tartuffe) und die »Ballettkomödie
›Le
mariage forcé‹ (Die Zwangsheirat) mit Musik von von »Jean-Baptiste
Lully (1632-1687)

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Zur Eröffnung zog der
König in griechischer Verkleidung mit Hof und Schauspielern in einem
prachtvollen Umzug durch die Gärten. Molières Truppe stellte die
Jahreszeiten auf exotischen Tieren dar, gefolgt von Rezitationen und
Lichtern. Das Fest sollte allegorisch den Mythos des Goldenen Zeitalters
auf Ludwig XIV. beziehen: Der König erschien als strahlender Mittelpunkt
und inszenierte sich als zukünftiger vollkommener Herrscher, als
Verkörperung des "Sonnenkönigs".
"Divertissement de Versailles" (1668)
m Juli 1678 feierte
Ludwig XIV. den Sieg über die »Freigrafschaft
Burgund (1668) mit dem prunkvollen Fest Divertissement de
Versailles, das fünf Tage dauerte und enorme Kosten verursachte.
Jeder Tag bot ein
aufwendig inszeniertes Programm: Opern und Ballette von Lully und
Quinault, Theaterstücke von Molière, prachtvolle Bankette,
Illuminationen, Bootsfahrten und spektakuläre Feuerwerke. Höhepunkt war
die Allegorisierung des Königs als Sonnengott und vollkommenen Herrscher
in mythologischer Verkleidung, die seine Macht und Glorie symbolisch
inszenierte. Versailles setzte damit neue Maßstäbe höfischer
Prachtentfaltung, mit denen nur wenige Höfe Europas – etwa Wien oder
Dresden – konkurrieren konnten.
Kaum ein Hof in
Europa konnte da mithalten. Lediglich in Wien und Dresden wurden
höfische Feste veranstaltet, die es zumindest künstlerisch mit denen
in Versailles aufnehmen konnten. (vgl.
Brauneck
2012, S.165) Die •
Heirat des Habsburgischen Kaisers »Leopold
I. (1640-1705) mit »Margarita
Theresa von Spanien (1651-1673) im Dezember 1666 war ein solches
theatrales Großprojekt, das sich die "totale Theatralisierung der
höfischen Lebenssphäre" (ebd.,
S.167) auf die Fahnen geschrieben hatte,
Einzelne, auch
nicht so bedeutsame Fürsten trachteten aber doch danach, sich in diesem
internationalen Konkurrenzkampf positiv zu positionieren. So
versuchte ▪
Carl Eugen (1728-1798),
der Herzog von Württemberg, der seine •
Residenz in Ludwigsburg zu einem "Versailles in Schwaben"
ausbaute, in gewisser Weise gleichzuziehen und etablierte eine
•
höfische Festkultur, die eine große Strahlkraft an den
anderen Höfen entfaltete.

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Die
Elemente, die die Komposition der Feste
württembergischen Herzogs
Carl Eugen zu einem Gesamtkunstwerk
werden lassen, sind nach
Berger (1997):
Dazu kommen Veranstaltungen wie
die ▪
Geburtstagsfeste des Herzogs,
▪
Gondelfahrten auf
dem Bärensee
und die
▪
venezianischen Messen.
Gert Egle, zuletzt bearbeitet am:
07.08.2026
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