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Amtliche Regeln zur Rechtschreibung

Überblick

 

Das amtliche Regelwerk zur deutschen Rechtschreibung umfasst 112 Regeln. Im amtlichen Regelwerk wird das  phonetische Alphabet benutzt. Dies ist mit HTML nicht vollständig möglich. Aus diesem Grund wird hier das SAMPA Alphabet (Speech Assessment Methods Phonetic Alphabet) verwendet.

A. LAUT-BUCHSTABEN-Zuordnungen

1 Vokale

1.1 Grundlegende Laut-Buchstaben-Zuordnungen

§ 1: Als grundlegend im Sinne dieser orthographischen Regelung gelten die folgenden Laut-Buchstaben-Zuordnungen.

(1) Kurze einfache Vokale

Laute Buchstaben Beispiele
[a] a ab, Alter, warm, Bilanz
[E], [e] e enorm, Endung, helfen, fett, penetrant, Prozent
[@] e Atem, Ballade, gering, nobel
[I], [i] i immer, Iltis, List, indiskret, Pilot
[O], [o] o ob, Ort, folgen, Konzern, Logis, Obelisk, Organ
[2], [9] ö öfter, Öffnung, wölben, Ökonomie
[U], [u] u unten, Ulme, bunt, Museum
[Y], [y] ü Küste, wünschen, Püree

(2) Lange einfache Vokale

Laute Buchstaben Beispiele
[a:] a artig, Abend, Basis
[e:] e edel, Efeu, Weg, Planet
[E:] ä äsen, Ära, Sekretär
[i:] ie (in einheimischen Wörtern:) Liebe, Dieb
i (in Fremdwörtern:) Diva, Iris, Krise, Ventil
[o:] o oben, Ofen, vor, Chor
[2:] ö öde, Öfen, schön
[u:] u Ufer, Bluse, Muse, Natur
[y:] ü üben, Übel, fügen, Menü, Molekül

(3) Diphthonge

Laute Buchstaben Beispiele
[aI] ei eigen, Eile, beiseite, Kaleidoskop
[aU] au auf, Auge, Haus, Audienz
[OY] eu euch, Eule, Zeuge, Euphorie

1.2 Besondere Kennzeichnung der kurzen Vokale

§ 2: Folgt im Wortstamm auf einen betonten kurzen Vokal nur ein einzelner Konsonant, so kennzeichnet man die Kürze des Vokals durch Verdopplung des Konsonantenbuchstabens.

§ 3: Für k und z gilt eine besondere Regelung:
(1) Statt kk schreibt man ck.
(2) Statt zz schreibt man tz.

§ 4: In acht Fallgruppen verdoppelt man den Buchstaben für den einzelnen Konsonanten nicht, obwohl dieser einem betonten kurzen Vokal folgt.

§ 5: In vier Fallgruppen verdoppelt man den Buchstaben für den einzelnen Konsonanten, obwohl der vorausgehende kurze Vokal nicht betont ist.

1.3 Besondere Kennzeichnung der langen Vokale

§ 6: Wenn einem betonten einfachen langen Vokal ein unbetonter kurzer Vokal unmittelbar folgt oder in erweiterten Formen eines Wortes folgen kann, so steht nach dem Buchstaben für den langen Vokal stets der Buchstabe h.

§ 7: Das h steht ausnahmsweise auch nach dem Diphthong [aI].

§ 8: Wenn einem betonten langen Vokal einer der Konsonanten [l], [m], [n] oder [r] folgt, so wird in vielen, jedoch nicht in der Mehrzahl der Wörter nach dem Buchstaben für den Vokal ein h eingefügt.

§ 9: Die Länge von [a:], [e:] und [o:] kennzeichnet man in einer kleinen Gruppe von Wörtern durch die Verdopplung aa, ee bzw. oo.

§ 10: Wenige einheimische Wörter und eingebürgerte Entlehnungen mit dem langen Vokal [i:] schreibt man ausnahmsweise mit i.

§ 11: Für langes [i:] schreibt man ie in den fremdsprachigen Suffixen und Wortausgängen -ie, -ier und -ieren.

§ 12: In Einzelfällen kennzeichnet man die Länge des Vokals [i:] zusätzlich mit dem Buchstaben h und schreibt ih oder ieh.

1.4 Umlautschreibung bei [E]

§ 13: Für kurzes [E] schreibt man ä statt e, wenn es eine Grundform mit a gibt.

§ 14: In wenigen Wörtern schreibt man ausnahmsweise ä.

§ 15: In wenigen Wörtern schreibt man ausnahmsweise e.

1.5 Umlautschreibung bei [OY]

§ 16: Für den Diphthong [OY] schreibt man äu statt eu, wenn es eine Grundform mit au gibt.

§ 17: In wenigen Wörtern schreibt man ausnahmsweise äu.

1.6 Ausnahmen beim Diphthong [aI]

§ 18: In wenigen Wörtern schreibt man den Diphthong [aI] ausnahmsweise ai.

1.7 Besonderheiten beim e

§ 19: Folgen auf -ee oder -ie die Flexionsendungen oder Ableitungssuffixe -e, -en, -er, -es, -ell, so lässt man ein e weg.

1.8 Spezielle Laut-Buchstaben-Zuordnungen in Fremdwörtern

§ 20: Über die bisher dargestellten Laut-Buchstaben-Zuordnungen hinaus treten in Fremdwörtern auch fremdsprachige Zuordnungen auf. In den folgenden Listen sind nur die wichtigeren angeführt.

  • (1) Fremdsprachige Laut-Buchstaben-Zuordnungen

  • (2) Doppelschreibungen

§ 21: Fremdwörter aus dem Englischen, die auf -y enden und im Englischen den Plural -ies haben, erhalten im Plural ein -s.

2 Konsonanten

2. 1 Konsonanten: Grundlegende Laut-Buchstaben-Zuordnungen

§ 22: Als grundlegend im Sinne dieser orthographischen Regelung gelten die folgenden Laut-Buchstaben-Zuordnungen.

  • (1) Einfache Konsonanten

  • (2) Konsonantenverbindungen

2.2 Auslautverhärtung und Wortausgang -ig

§ 23: Die in großen Teilen des deutschen Sprachgebiets auftretende Verhärtung der Konsonanten [b], [d], [g], [v] und [z] am Silbenende sowie vor anderen Konsonanten innerhalb der Silbe wird in der Schreibung nicht berücksichtigt.

§ 24: Für den Laut [ç] schreibt man regelmäßig g, wenn erweiterte Formen am Silbenanfang mit dem Laut [g] gesprochen werden.

2.3 Besonderheiten bei [s]

§ 25: Für das scharfe (stimmlose) [s] nach langem Vokal oder Diphthong schreibt man ß, wenn im Wortstamm kein weiterer Konsonant folgt.

§ 26: Folgt auf das s, ss, ß, x oder z eines Verb- oder Adjektivstammes die Endung -st der 2. Person Singular bzw. die Endung -st(e) des Superlativs, so lässt man das s der Endung weg.

2.4 Besonderheiten bei [S]

§ 27: Für den Laut [S] am Anfang des Wortstammes vor folgendem [p] oder [t] schreibt man s statt sch.

2.5 Besonderheiten bei [N]

§ 28: Für den Laut [N] vor [k] oder [g] im Wortstamm schreibt man n statt ng.

2.6 Besonderheiten bei [f] und [v]

§ 29: Für den Laut [f] schreibt man v statt f in ver- (wie in verlaufen) sowie am Anfang einiger weiterer Wörter.

§ 30: Für den Laut [v] schreibt man in Fremdwörtern regelmäßig und in wenigen eingebürgerten Entlehnungen v statt w.

2.7 Besonderheiten bei [ks]

§ 31: Für die Lautverbindung [ks] schreibt man in einigen Wortstämmen ausnahmsweise chs bzw. ks statt x.

2.8 Spezielle Laut-Buchstaben-Zuordnungen in Fremdwörtern

§ 32: Über die bisher dargestellten Laut-Buchstaben-Zuordnungen hinaus treten in Fremdwörtern auch fremdsprachige Zuordnungen auf. In den folgenden Listen sind nur die wichtigeren angeführt.

  • (1) Fremdsprachige Laut-Buchstaben-Zuordnungen

  • (1.1) Einfache Konsonanten

  • (1.2) Konsonantenverbindungen

  • (2) Doppelschreibungen

B. Getrennt- und Zusammenschreibung

0 Vorbemerkungen zur Getrennt- und Zusammenschreibung

1 Verb

§ 33: Adjektive oder Partikeln können mit Verben untrennbare Zusammensetzungen bilden. Man schreibt sie stets zusammen.

§ 34: Partikeln, Adjektive oder Substantive können mit Verben trennbare Zusammensetzungen bilden. Man schreibt sie nur im Infinitiv, im Partizip I und im Partizip II sowie im Nebensatz bei Endstellung des Verbs zusammen.

§ 35: Verbindungen mit sein gelten nicht als Zusammensetzung. Dementsprechend schreibt man stets getrennt.

2 Adjektiv und Partizip

§ 36: Substantive, Adjektive, Verbstämme, Adverbien oder Pronomen können mit Adjektiven oder Partizipien Zusammensetzungen bilden. Man schreibt sie zusammen.

3 Substantiv

§ 37: Substantive, Adjektive, Verbstämme, Pronomen oder Partikeln können mit Substantiven Zusammensetzungen bilden. Man schreibt sie ebenso wie mehrteilige Substantivierungen zusammen.

§ 38: Ableitungen auf -er von geographischen Eigennamen, die sich auf die geographische Lage beziehen, schreibt man von dem folgenden Substantiv getrennt.

4 Andere Wortarten

§ 39: Mehrteilige Adverbien, Konjunktionen, Präpositionen und Pronomen schreibt man zusammen, wenn die Wortart, die Wortform oder die Bedeutung der einzelnen Bestandteile nicht mehr deutlich erkennbar sind.

C. Schreibung mit Bindestrich

0 Vorbemerkungen zur Schreibung mit Bindestrich

1 Zusammensetzungen und Ableitungen, die keine Eigennamen als Bestandteile enthalten

§ 40: Man setzt einen Bindestrich in Zusammensetzungen mit Einzelbuchstaben, Abkürzungen oder Ziffern.

§ 41: Vor Suffixen setzt man nur dann einen Bindestrich, wenn sie mit einem Einzelbuchstaben verbunden werden.

§ 42: Bilden Verbindungen aus Ziffern und Suffixen den vorderen Teil einer Zusammensetzung, so setzt man nach dem Suffix einen Bindestrich.

§ 43: Man setzt Bindestriche in substantivisch gebrauchten Zusammensetzungen (Aneinanderreihungen), insbesondere bei substantivisch gebrauchten Infinitiven mit mehr als zwei Bestandteilen.

§ 44: Man setzt einen Bindestrich zwischen allen Bestandteilen mehrteiliger Zusammensetzungen, in denen eine Wortgruppe oder eine Zusammensetzung mit Bindestrich auftritt.

§ 45: Man kann einen Bindestrich setzen zur Hervorhebung einzelner Bestandteile, zur Gliederung unübersichtlicher Zusammensetzungen, zur Vermeidung von Missverständnissen, in Zusammensetzungen aus gleichrangigen (nebengeordneten) Adjektiven oder beim Zusammentreffen von drei gleichen Buchstaben.

2 Zusammensetzungen und Ableitungen, die Eigennamen als Bestandteile enthalten

§ 46: Man setzt einen Bindestrich in Zusammensetzungen, die als zweiten Bestandteil einen Eigennamen enthalten oder die aus zwei Eigennamen bestehen.

§ 47: Werden Zusammensetzungen mit einem ursprünglichen Personennamen als Gattungsbezeichnung gebraucht, so schreibt man ohne Bindestrich zusammen.

§ 48: Bei Ableitungen von Verbindungen mit einem Eigennamen als zweitem Bestandteil bleibt der Bindestrich erhalten.

§ 49: Bei Ableitungen von mehreren Eigennamen, von Titeln und Eigennamen oder von einem mehrteiligen Eigennamen setzt man einen Bindestrich.

§ 50: Man setzt einen Bindestrich zwischen allen Bestandteilen mehrteiliger Zusammensetzungen, deren erste Bestandteile aus Eigennamen bestehen.

§ 51: Man kann einen Bindestrich in Zusammensetzungen setzen, die als ersten Bestandteil einen Eigennamen haben, der besonders hervorgehoben werden soll, oder wenn der zweite Bestandteil bereits eine Zusammensetzung ist.

§ 52: Wird ein geographischer Eigenname von einem nachgestellten Substantiv näher bestimmt, so kann man einen Bindestrich setzen.

D. Groß- und Kleinschreibung

0 Vorbemerkungen zur Groß- und Kleinschreibung

1 Kennzeichnung des Anfangs bestimmter Texteinheiten durch Großschreibung

§ 53: Das erste Wort einer Überschrift, eines Werktitels, einer Anschrift und dergleichen schreibt man groß.

§ 54: Das erste Wort eines Ganzsatzes schreibt man groß.

2 Anwendung  von Groß- oder Kleinschreibung bei bestimmten Wörtern und Wortgruppen

2.1 Substantive und Desubstantivierungen

§ 55: Substantive schreibt man groß.

§ 56: Klein schreibt man Wörter, die ihre substantivischen Merkmale eingebüßt und die Funktion anderer Wortarten übernommen haben (= Desubstantivierungen).

2.2 Substantivierungen

§ 57: Wörter anderer Wortarten schreibt man groß, wenn sie als Substantive gebraucht werden (= Substantivierungen).

§ 58: In folgenden Fällen schreibt man Adjektive, Partizipien und Pronomen klein, obwohl sie formale Merkmale der Substantivierung aufweisen.

  1. Adjektive, Partizipien und Pronomen, die sich auf ein vorhergehendes oder nachstehendes Substantiv beziehen

  2. Superlative mit "am", nach denen mit "Wie?" gefragt werden kann,

  3. bestimmte feste Verbindungen aus Präposition und nichtdekliniertem oder dekliniertem Adjektiv ohne vorangehenden Artikel

  4. Pronomen, auch wenn sie als Stellvertreter von Substantiven gebraucht werden

  5. die folgenden Zahladjektive mit allen ihren Flexionsformen:
    viel, wenig; (der, die, das) eine, (der, die, das) andere

  6. Kardinalzahlen unter einer Million

2.3 Eigennamen mit ihren nichtsubstantivischen Bestandteilen sowie Ableitungen von Eigennamen

§ 59: Eigennamen schreibt man groß.

§ 60: In mehrteiligen Eigennamen mit nichtsubstantivischen Bestandteilen schreibt man das erste Wort und alle weiteren Wörter außer Artikeln, Präpositionen und Konjunktionen groß.

§ 61: Ableitungen von geographischen Eigennamen auf -er schreibt man groß.

§ 62: Kleingeschrieben werden adjektivische Ableitungen von Eigennamen auf -(i)sch, außer wenn die Grundform eines Personennamens durch einen Apostroph verdeutlicht wird, ferner alle adjektivischen Ableitungen mit anderen Suffixen.

2.4 Feste Verbindungen aus Adjektiv und Substantiv

§ 63: In substantivischen Wortgruppen, die zu festen Verbindungen geworden, aber keine Eigennamen sind, schreibt man Adjektive klein.

§ 64: In bestimmten substantivischen Wortgruppen werden Adjektive großgeschrieben, obwohl keine Eigennamen vorliegen. Dies betrifft

  1. Titel, Ehrenbezeichnungen, bestimmte Amts- und Funktionsbezeichnungen

  2. fachsprachliche Bezeichnungen bestimmter Klassifizierungseinheiten, so von Arten, Unterarten oder Rassen in der Botanik und Zoologie

  3. besondere Kalendertage

  4. bestimmte historische Ereignisse und Epochen

2.5 Anredepronomen und Anreden

§ 65: Das Anredepronomen Sie und das entsprechende Possessivpronomen Ihr sowie die zugehörigen flektierten Formen schreibt man groß.

§ 66: Die Anredepronomen du und ihr, die entsprechenden Possessivpronomen dein und euer sowie das Reflexivpronomen sich schreibt man klein.

E. Zeichensetzung

0 Vorbemerkungen zur Zeichensetzung

1 Kennzeichnung des Schlusses von Ganzsätzen

§ 67: Mit dem Punkt kennzeichnet man den Schluss eines Ganzsatzes.

§ 68: Nach frei stehenden Zeilen setzt man keinen Punkt.

§ 69: Mit dem Ausrufezeichen gibt man dem Inhalt des Ganzsatzes einen besonderen Nachdruck wie etwa bei nachdrücklichen Behauptungen, Aufforderungen, Grüßen, Wünschen oder Ausrufen.

§ 70: Mit dem Fragezeichen kennzeichnet man den Ganzsatz als Frage.

2 Gliederung innerhalb von Ganzsätzen

2.1 Komma

§ 71: Gleichrangige (nebengeordnete) Teilsätze, Wortgruppen oder Wörter grenzt man mit Komma voneinander ab. Dies betrifft (siehe aber § 72):

  • gleichrangige Teilsätze

  • gleichrangige Wortgruppen oder Wörter in Aufzählungen

§ 72: Sind die gleichrangigen Teilsätze, Wortgruppen oder Wörter durch und, oder, beziehungsweise/bzw., sowie (= und), wie (= und), entweder ... oder, nicht ... noch, sowohl ... als (auch), sowohl ... wie (auch) oder durch weder ... noch verbunden, so setzt man kein Komma. Dies betrifft

  • gleichrangige Teilsätze

  • gleichrangige Wortgruppen oder Wörter in Aufzählungen

§ 73: Bei gleichrangigen Teilsätzen, die durch und, oder usw. verbunden sind, kann man ein Komma setzen, um die Gliederung des Ganzsatzes deutlich zu machen.

§ 74: Nebensätze grenzt man mit Komma ab; sind sie eingeschoben, so schließt man sie mit paarigem Komma ein.

§ 75: Bei formelhaften Nebensätzen kann man das Komma weglassen.

§ 76: Bei Infinitiv-, Partizip- oder Adjektivgruppen oder bei entsprechenden Wortgruppen kann man ein (gegebenenfalls paariges) Komma setzen, um die Gliederung des Ganzsatzes deutlich zu machen bzw. um Missverständnisse auszuschließen.

§ 77: Zusätze oder Nachträge grenzt man mit Komma ab; sind sie eingeschoben, so schließt man sie mit paarigem Komma ein.

§ 78: Oft liegt es im Ermessen des Schreibenden, ob er etwas mit Komma als Zusatz oder Nachtrag kennzeichnen will oder nicht.

§ 79: Anreden, Ausrufe oder Ausdrücke einer Stellungnahme, die besonders hervorgehoben werden sollen, grenzt man mit Komma ab; sind sie eingeschoben, so schließt man sie mit paarigem Komma ein.

2.2 Semikolon

§ 80: Mit dem Semikolon kann man gleichrangige (nebengeordnete) Teilsätze oder Wortgruppen voneinander abgrenzen. Mit dem Semikolon drückt man einen höheren Grad der Abgrenzung aus als mit dem Komma und einen geringeren Grad der Abgrenzung als mit dem Punkt.

2.3 Doppelpunkt

§ 81: Mit dem Doppelpunkt kündigt man an, dass etwas Weiterführendes folgt.

2.4 Gedankenstrich

§ 82: Mit dem Gedankenstrich kündigt man an, dass etwas Weiterführendes folgt oder dass man das Folgende als etwas Unerwartetes verstanden wissen will.

§ 83: Zwischen zwei Ganzsätzen kann man zusätzlich zum Schlusszeichen einen Gedankenstrich setzen, um – ohne einen neuen Absatz zu beginnen – einen Wechsel deutlich zu machen. Dies betrifft

  • den Wechsel des Themas oder des Gedankens

  • den Wechsel des Sprechers:

§ 84: Mit dem Gedankenstrich grenzt man Zusätze oder Nachträge ab; sind sie eingeschoben, so schließt man sie mit paarigem Gedankenstrich ein. Dies betrifft

  • Parenthesen

  • Substantivgruppen als Nachträge (Appositionen)

  • nachgestellte Erläuterungen, die häufig mit also, besonders, das heißt (d. h.), das ist (d. i.), genauer, insbesondere, nämlich, und das, und zwar, vor allem, zum Beispiel (z. B.) oder dergleichen eingeleitet werden

  • Wörter oder Wortgruppen, die durch ein hinweisendes Wort oder eine hinweisende Wortgruppe angekündigt werden

§ 85: Ausrufe- oder Fragezeichen, die zum Zusatz oder Nachtrag im paarigen Gedankenstrich gehören, setzt man vor den abschließenden Gedankenstrich; ein Schlusspunkt wird weggelassen.
Satzzeichen, die zum einschließenden Satz gehören und daher auch bei Weglassen des Zusatzes oder Nachtrags stehen müssten, dürfen nicht weggelassen werden.

2.5 Klammern

§ 86: Mit Klammern schließt man Zusätze oder Nachträge ein.

Möglich sind auch Komma (siehe § 77) oder Gedankenstrich (siehe § 84).
Dies betrifft

  • Parenthesen

  • Substantivgruppen als Nachträge (Appositionen)

  • nachgestellte Erläuterungen, die häufig mit also, besonders, das heißt (d. h.), das ist (d. i.), genauer, insbesondere, nämlich, und das, und zwar, vor allem, zum Beispiel (z. B.) oder dergleichen eingeleitet werden:

  • Worterläuterungen, geographische, systematische, chronologische, biografische Zusätze und dergleichen

§ 87: Mit Klammern kann man neben einzelnen Ganzsätzen insbesondere auch größere Textteile einschließen und auf diese Weise als selbständige Texteinheit kennzeichnen.

§ 88: Ausrufe- oder Fragezeichen, die zum Zusatz oder Nachtrag in Klammern gehören, setzt man vor die abschließende Klammer.
Ist der Zusatz oder Nachtrag in einen anderen Satz einbezogen, so lässt man seinen Schlusspunkt weg; wird er als Ganzsatz oder als selbständige Texteinheit verstanden, so setzt man den Schlusspunkt.
Satzzeichen, die zum einschließenden Satz gehören und daher auch bei Weglassen des Zusatzes oder Nachtrags stehen müssten, dürfen nicht weggelassen werden.

3 Anführung von Äußerungen oder Textstellen bzw. Hervorhebung von Wörtern und Textstellen

3.1 Anführungszeichen

§ 89: Mit Anführungszeichen schließt man etwas wörtlich Wiedergegebenes ein. Dies betrifft

  • Wörtlich wiedergegebene Äußerungen (direkte Rede)

  • Wörtlich wiedergegebene Textstellen (Zitate)

 § 90: Satzzeichen, die zum wörtlich Wiedergegebenen gehören, setzt man vor das abschließende Anführungszeichen; Satzzeichen, die zum Begleitsatz gehören, setzt man nach dem abschließenden Anführungszeichen.

§ 91: Sowohl der angeführte Satz als auch der Begleitsatz behalten ihr Ausrufe- oder Fragezeichen.

§ 92: Beim angeführten Satz lässt man den Schlusspunkt weg, wenn er am Anfang oder im Innern des Ganzsatzes steht.
Beim Begleitsatz lässt man den Schlusspunkt weg, wenn der angeführte Satz oder ein Teil von ihm am Ende des Ganzsatzes steht.

§ 93: Folgt nach dem angeführten Satz der Begleitsatz oder ein Teil von ihm, so setzt man nach dem abschließenden Anführungszeichen ein Komma.
Ist der Begleitsatz in den angeführten Satz eingeschoben, so schließt man ihn mit paarigem Komma ein.

§ 94: Mit Anführungszeichen kann man Wörter oder Teile innerhalb eines Textes hervorheben und in bestimmten Fällen deutlich machen, dass man zu ihrer Verwendung Stellung nimmt, sich auf sie bezieht.
Dies betrifft

  • Überschriften, Werktitel (etwa von Büchern und Theaterstücken), Namen von Zeitungen und dergleichen

  • Sprichwörter, Äußerungen und dergleichen, zu denen man kommentierend Stellung nehmen will

  • Wörter oder Wortgruppen, über die man eine Aussage machen will

  • Wörter oder Wortgruppen, die man anders als sonst (etwa ironisch oder übertragen) verstanden wissen will

§ 95: Steht in einem Text mit Anführungszeichen etwas ebenfalls Angeführtes, so kennzeichnet man dies durch die so genannten halben Anführungszeichen.

4 Markierung von Auslassungen

4.1 Apostroph

§ 96: Man setzt den Apostroph in drei Gruppen von Fällen.
Dies betrifft

  • Eigennamen, deren Grundform (Nominativform) auf einen s-Laut (geschrieben: -s, -ss, -ß, -tz, -z, -x, -ce) endet, bekommen im Genitiv den Apostroph, wenn sie nicht einen Artikel, ein Possessivpronomen oder dergleichen bei sich haben:

  • Wörter mit Auslassungen, die ohne Kennzeichnung schwer lesbar oder missverständlich sind:

  • Wörter mit Auslassungen im Wortinneren

§ 97: Man kann den Apostroph setzen, wenn Wörter gesprochener Sprache mit Auslassungen bei schriftlicher Wiedergabe undurchsichtig sind.

4.2 Ergänzungsstrich

§ 98: Mit dem Ergänzungsstrich zeigt man an, dass in Zusammensetzungen oder Ableitungen einer Aufzählung ein gleicher Bestandteil ausgelassen wurde, der sinngemäß zu ergänzen ist.
Dies betrifft

  • den letzten Bestandteil

  • den ersten Bestandtei

  • den letzten und den ersten Bestandteil

Zum Bindestrich wie in A-Dur siehe § 40 ff.

4.3 Auslassungspunkte

§ 99: Mit drei Punkten (Auslassungspunkten) zeigt man an, dass in einem Wort, Satz oder Text Teile ausgelassen worden sind.

§ 100: Stehen die Auslassungspunkte am Ende eines Ganzsatzes, so setzt man keinen Satzschlusspunkt.

5 Kennzeichnung der Wörter bestimmter Gruppen

5.1 Punkt

§ 101: Mit dem Punkt kennzeichnet man bestimmte Abkürzungen (abgekürzte Wörter).

§ 102: Bestimmte Abkürzungen, Kurzwörter und dergleichen stehen üblicherweise ohne Punkt.
Dies betrifft

Abkürzungen, die national oder international festgelegt sind, wie etwa Abkürzungen
für Maße in Naturwissenschaft und Technik nach dem internationalen Einheitssystem

so genannte Initialwörter und Kürze

§ 103: Am Ende eines Ganzsatzes setzt man nach Abkürzungen nur einen Punkt.

§ 104: Mit dem Punkt kennzeichnet man Zahlen, die in Ziffern geschrieben sind, als Ordinalzahlen.

§ 105: Am Ende eines Ganzsatzes setzt man nach Ordinalzahlen, die in Ziffern geschrieben sind, nur einen Punkt.

5.2 Schrägstrich

§ 106: Mit dem Schrägstrich kennzeichnet man, dass Wörter (Namen, Abkürzungen), Zahlen oder dergleichen zusammengehören.
Dies betrifft

  • die Angaben mehrerer (alternativer) Möglichkeiten im Sinne einer Verbindung mit und, oder, bzw., bis oder dergleichen

  • die Gliederung von Adressen, Telefonnummern, Aktenzeichen, Rechnungsnummern, Diktatzeichen und dergleichen

  • die Angabe des Verhältnisses von Zahlen oder Größen im Sinne einer Verbindung mit je/pro

F.  Worttrennung am Zeilenende

0 Vorbemerkungen

§ 107: Geschriebene Wörter trennt man am Zeilenende so, wie sie sich bei langsamem Sprechen in Silben zerlegen lassen.

Dabei gilt im Einzelnen:

§ 108: Steht in einfachen Wörtern zwischen Vokalbuchstaben ein einzelner Konsonantenbuchstabe, so kommt er bei der Trennung auf die neue Zeile. Stehen mehrere Konsonantenbuchstaben dazwischen, so kommt nur der letzte auf die neue Zeile.

§ 109: Stehen Buchstabenverbindungen wie ch, sch; ph, rh, sh oder th für einen Konsonanten, so trennt man sie nicht. Dasselbe gilt für ck.

§ 110: In Fremdwörtern können die Verbindungen aus Buchstaben für einen Konsonanten + l, n oder r entweder entsprechend § 108 getrennt werden, oder sie kommen ungetrennt auf die neue Zeile.

§ 111: Zusammensetzungen und Wörter mit Präfix trennt man zwischen den einzelnen Bestandteilen.

Zum Bindestrich zur Vermeidung von Missverständnissen siehe § 45(3).

§ 112: Wörter, die sprachhistorisch oder von der Herkunftssprache her gesehen Zusammensetzungen sind, aber oft nicht mehr als solche empfunden oder erkannt werden, kann man entweder nach § 108 bis § 110 oder nach § 111 trennen.

 

      
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