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Formal-logische Ansätze

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Die Beziehung zwischen der Argumentationslehre und der Logik
Die Logik als Wissenschaft von den Gesetzen und Formen des Denkens, wurde in der griechischen Antike von Aristoteles (384-322 v. Chr.) als Wissenschaft begründet und zum System weiterentwickelt. In ihrer traditionellen Form untersucht sie u. a. allgemeine Formen des Denkens (Urteil, Begriff und die verschiedenen Formen der Verknüpfung von Gedanken im so genannten Schluss).

Logik, von gr. Logos, bedeutet zunächst einmal die Fähigkeit, richtig, d.h. logisch zu denken. Darüber hinaus versteht man darunter die Lehre von der Folgerichtigkeit und von den Methoden des Erkennens (Logikwissenschaft) (vgl. Philosophisches Wörterbuch, 1969, S.367f.)

Die topische Argumentation von Aristoteles

Auf Aristoteles und seine Schrift zur Logik, die Topik, geht die Auffassung zurück, dass Logik und Rhetorik zusammengehören, erstes Teil des zweiten ist.

Auch wenn Aristoteles später die Auffassung, Logik sei "ein Mittel der Einwirkung des Redners auf das Auditorium" durch die Auffassung revidierte, Logik sei "Wissen, das den Weg zur Erlangung der Wahrheit" weise ( www.phillex.de/logik.htm,  23.07.03), besteht bis in unsere Zeit eine enge Beziehung zwischen Argumentationslehre und formaler Logik.

Dabei interessiert sich die Logik naturgemäß nicht für kommunikationstheoretische bzw. kommunikationspsychologische Aspekte der Argumentation und lässt die Analyse partnertaktischer Einstellungen etc. außen vor.

Logik beschäftigt sich mit Schlüssen und Argumenten oder: wie man aus bestimmten Voraussetzungen eine Aussage ableitet

Die Logik beschäftigt sich u. a. mit Schlüssen und ihren Begründungen. In unserem alltäglichen Leben ist das Ziehen von Schlüssen selbstverständlich.

Sagt z. B. jemand, dass seine Frau krank ist, schließen wir ohne viel nachzudenken daraus, dass er verheiratet ist (vgl. Brinker, Argumentieren und Schließen).

Wie das Beispiel zeigt, zieht man also "einen Schluss, indem man aus bestimmten Voraussetzungen eine Aussage ableitet." (Weimer 2005, S.7, Hervorh. d. Verf.)

Beim Ziehen von Schlüssen wenden wir das, was wir allgemein über eine Person, eine Sache oder einen Sachverhalt wissen, auf einen besonderen Fall an.

Besonderheiten der Alltagsargumentation

Beim argumentierenden Sprechen im Alltag geben wir die Voraussetzungen, von denen wir eine bestimmte Aussage ableiten,  nur selten kund.

Stattdessen verwenden wir sie häufig nur als Aussage, als eine unbegründete Behauptung.

Diese unbegründete Behauptung halten wir, und dies sicher auch mit gutem Grund, dann für inhaltlich richtig bzw. wahr, aber auch für logisch. ( Alltagsargumentation)

Logisch erscheint sie uns, weil wir annehmen, dass sie auf einem Denken bzw. auf Denkprozessen beruhen, die in unserem kulturellen und sozialen Umfeld als korrekt bzw. gültig angesehen werden.

Damit uns dieser Denkprozess logisch vorkommt, muss die Ableitung eines Schlusses bestimmten Regeln folgen, die auf Konvention beruhen. 

Wie wir also zu unserer Behauptung kommen bzw. wie sie begründet wird, erscheint uns dann zumindest formal korrekt, d. h.:

 "Wenn die Voraussetzungen wahr sind, dann muss auch die Schlussfolgerung wahr sein. Die formale Richtigkeit des Schlusses besagt aber nichts darüber, ob die Voraussetzungen wahr sind; das muss vielmehr auf andere Weise entschieden werden. Falls die Voraussetzungen nicht wahr sind, dann ist es - auch bei einem formal richtigen Schluss - die Schlussfolgerung ebenso wenig. Also: Sie können von höchst fragwürdigen, sogar von falschen Voraussetzungen ausgehen und dennoch daraus eine logische Schlussfolgerung ziehen." (ebd.)

Wenn wir also einen Schluss auf formal richtige Art und Weise ziehen,  erscheint er uns auch als gültig.

Was unser alltägliches Ziehen von Schlüssen von der logischen Analyse von Schlüssen unterscheidet, ist vor allem die wissenschaftliche und systematische Betrachtung von Schlüssen. Dabei kann die Logik nicht beantworten, ob das, was wir behaupten, oder ob das, was wir zu seiner Begründung heranziehen, richtig im Sinne von wahr ist. Sie kann aber, und darin besteht eine ihrer Hauptaufgaben, Methoden zur Verfügung zu stellen, mit denen wir verlässlich prüfen können, ob die Schlüsse, die wir ziehen, korrekt bzw. logisch gültig sind (vgl. Salmon 1983, S.7)

Logische Schlüsse lassen sich auf verschiedene Art und Weise ziehen

Logisch betrachtet, gibt es vier verschiedene Möglichkeiten beim Ziehen von Schlüssen:

  1. Wenn eine korrekte Schlussfolgerung aus wahren Voraussetzungen gezogen wir, dann muss auch die Schlussfolgerung wahr sein.

  2. Wenn eine korrekte Schlussfolgerung aus fragwürdigen oder sogar falschen Voraussetzungen gezogen wird, dann ist die Schlussfolgerung zwar logisch korrekt gezogen, aber inhaltlich dennoch keineswegs wahr.

  3. Wenn eine nicht korrekte Schlussfolgerung aus wahren Voraussetzungen gezogen wird, dann kann die Schlussfolgerung per Zufall wahr sein, obwohl die Schlussfolgerung, formal gesehen, nicht haltbar ist.

  4. Wenn eine nicht korrekte Schlussfolgerung aus falschen Voraussetzungen gezogen wird, dann kann die Schlussfolgerung am Ende nur noch aus reinem Zufall wahr sein. (vgl. Weimer 2005, S.7)

Die Terminologie der Logik

Die Terminologie der Logik weicht zum Teil deutlich ab von der Verwendung ähnlicher oder gleicher Begriffe bei den Formen der Argumentation (einfache Argumentation, erweiterte Argumentation), wie sie im Rahmen dieser Webseite dargestellt werden.

Bei diesen Formen der Argumentation stehen pragmatische Überlegungen für die Unterrichtspraxis und die Alltagsargumentation im Vordergrund, während sich die Logik um eine systematische Analyse bemüht.

Kernbegriffe: Schluss und Begründung bzw. Konklusion und Argument

Die Bedeutung der Begriffe Schluss und Begründung sind für die Logik außerordentlich wichtig.

Als fachsprachliche Termini verwendet man dafür die Begriffe Konklusion (Schluss) und Argument (Begründung).

Der Begriff Argument wird aber auch als Oberbegriff für die Kombination von Konklusion und Begründung(en) (Argumente i. e. S.) verwendet.

In diesem Sinne besteht ein Argument "aus mehr als einer Aussage: es besteht aus einer Konklusion und den Gründen, die zu ihrer Stützung angegeben worden sind." (Salmon 1983, S.8)

So lange also eine Aussage ohne Begründung gemacht wird, ist sie nur eine unbegründete Behauptung.

In der Alltagsargumentation kommen wir häufig ohne Begründungen aus

In der Alltagsargumentation ist es üblich - anders würde sie sich ins Unendliche hinziehen -, keine Begründungen für Behauptungen zu geben.

So lange wir unsere Aussagen unbegründet machen dürfen, ohne dass uns jemand eine Begründung abverlangt, funktioniert dies auch reibungslos.

Sofern die Beziehung der Argumentierenden gleichberechtigt ist, ist auch nichts dagegen einzuwenden.

Kommen aber Zweifel an der Wahrheit oder der Folgerichtigkeit der Behauptung auf, wird man seine Behauptung begründen müssen.

Und genau an dieser Stelle beginnt das, was man im logischen Sinne als Argumentation bezeichnen kann. Eine Behauptung wird dann als Konklusion, d.h. als Schluss aufgefasst, für die bestimmte Aussagen als Begründungen gelten sollen. Beides zusammen wird damit zu einem Argument.

Die Logik untersucht die "Binnenstruktur" des Arguments

Die "Binnenstruktur" eines Arguments, genauer gesagt, die Art und Weise, wie Begründungen und Konklusionen zueinander in Beziehung gesetzt werden dürfen, das untersucht die Logik.

  • Sie kann und will die Frage nicht beantworten, ob das, was behauptet wird, auch tatsächlich wahr ist.

  • Genau so wenig kann die Logik garantieren, dass Argumente, die im strengen Sinn logisch korrekt sind, auch tatsächlich akzeptiert werden.

Die Logik hat - das muss man immer wieder betonen nichts "mit der Überzeugungskraft von Argumenten zu tun.

  • Argumente, die im logischen Sinn nicht korrekt sind, überzeugen tatsächlich oft, während logisch fehlerfreie Argumente häufig nicht überzeugen." (Salmon 1983, S.10)

  • Und kritische Stimmen folgern daraus, dass es bei der Argumentation überhaupt nicht darum gehen kann, "ob eine Aussage durch angeführte Gründe gestützt wird [...] so lange es die Argumentationsteilnehmer nur akzeptabel finden." (vgl. Bayer 1999, S. 13, W. Klein 1980, S.49)

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 25.12.2018

     
 

 
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