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Argumentationsmodell von Stephen Toulmin

Grundstruktur der Argumentation

 
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Argument - Schlussregel - Konklusion

Stephen Toulmins Argumentationsmodell beruht auf der folgenden Grundstruktur der Argumentation.

Nachfolgend  wird diese Grundstruktur und das gesamte Argumentationsmodell Toulmins in einzelnen Schritten an einem ausgewählten Beispiel demonstriert.

Beispielargumentation: Stefan wird es weit bringen

Dabei wird folgende Argumentation schrittweise entwickelt.

Stefan wird es vermutlich weit bringen, denn er ist ein guter Schüler. Wenn seine Leistungen bis zum Abitur nicht nachlassen, hat er beste Startchancen für seinen weiteren beruflichen Werdegang, wie Statistiken über den Zusammenhang von schulischer Leistung und Berufschancen belegen.

Die beiden Aussagen (Propositionen) "Stefan wird es weit bringen" und "Er ist ein guter Schüler" lassen sich u. a. wie folgt durch den Einsatz einer Konjunktion als Kohäsionsmittel in eine argumentative Grundstruktur bringen.
 

Stefan wird es weit bringen, denn er ist ein guter Schüler.

Schematisch lässt sich diese Argumentation wie folgt darstellen. Dabei drückt der Pfeil aus, dass die Aussage "Stefan wird es im Berufsleben weit bringen" eine Schlussfolgerung ist, die aus der Aussage "Stefan ist ein guter Schüler" gezogen wird.

Keine Argumentation ohne Schlussregel

Damit die Aussage "Stefan ist ein guter Schüler" ein Argument für die These "Stefan wird es im Berufsleben weit bringen" sein kann, ist eine Schlussregel erforderlich.

Schlussregeln

  • sind "hypothetische, brückenartige Aussagen" (Toulmin 2. Aufl. 1996, S.96), die von Schlussfolgerungen und Argumenten streng unterschieden werden müssen,

  • zeigen an, dass der Schritt vom Argument / von den Argumenten "auf die ursprüngliche Behauptung oder Schlussfolgerung angemessen und legitim ist" (ebd., S.89),

  • sind allgemein gehalten und gelten für alle (besonderen) Argumentationen des betreffenden Typs,

  • sind entweder zwingend oder eingeschränkt gültig (vgl. ebd.., S.91)

Schlussregeln meist nur implizit

Bei der Analyse von argumentativ verfahrenden Texten der Alltagssprache muss man freilich beachten, dass die Schlussregel oft nicht direkt ausgedrückt wird.

vgl. auch: Begründungspflicht bei der kritischen Argumentation

Während nämlich auf die Argumente explizit Bezug genommen wird, geschieht dies bei der Schlussregel meist nur implizit. (vgl. Toulmin ebd.., S.91)

Dessen ungeachtet muss die Schlussregel als notwendiges Glied einer Argumentation mitbedacht "und in der Argumentationsanalyse explizit gemacht werden.“ (Brinker 1997, S.76). Dies ist um so wichtiger, wenn man bedenkt, dass im Rahmen einer Gegenargumentation die Schlussregel im Allgemeinen oder ihre Anwendbarkeit im besonderen Fall angegriffen werden kann.

Im vorliegenden Beispiel lautet die Schlussregel:
"Wer ein guter Schüler ist, hat auch gute Chancen im späteren Berufsleben."

Das Argumentationsschema wird zur expliziten Darstellung der Schlussregel wie folgt ergänzt:

Vgl. auch:

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Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 18.12.2018

     
 

 
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