Home
Nach oben
Zurück
Weiter
 

 

Schulische Schreibformen

Überblick


Schreibformen, die in schulischen Lehr-/Lernprozessen vermittelt und eingeübt werden, werden auf teachSam als schulische Schreibformen bezeichnet. Dabei ist die Bezeichnung mehr ihrem praktischen Nutzen geschuldet als einer tiefgreifenden methodisch-didaktischen Reflexion und wissenschaftlich-kategorialen Begriffsbildung. Diese gestaltet sich ohnehin schwierig, zumal der Begriff  "(Schul-)Aufsatz"" u. ä. immer wieder in die Kritik geraten sind, weil die Konnotationen zu diesem Begriff
  • überwiegend in Richtung "anstrengender und womöglich bürokratischer Arbeit" gingen (vgl. Fritzsche 1994, S.25)

  • meistens an Vorstellungen umfangreicher, abgerundeter, ausformulierter und überarbeitetet Texte gebunden waren

  • einen traditionellen Kanon festgelegter Aufsatzformen ohne pragmatische Funktion unterstellten

  • immer wieder mit dem Begriff der Klassenarbeit in Verbindung gebracht wurden

(vgl. ebd.)

Fritzsche (1994, S.26) bevorzugt den Begriff →Schreibaufgaben, auch wenn dieser Begriff ebenfalls "nicht frei von irreführenden Konnotationen" ist. (→Kurzer Abriss zur Geschichte des Aufsatzunterrichts)
Auch wenn die traditionelle Aufsatzehre mit ihren starren Kategorien zu Recht in die Kritik geriet, ist offenbar in den letzten Jahren eine Tendenz zu spüren, die "die Leistungen des klassischen Aufsatzunterrichts"  (ISB (Hg.) (2010), Neues Schreiben, Bd.1, S.14) wieder stärker würdigt. So wird sogar von einer "Rückbesinnung" (ebd.) auf die Tatsache gesprochen, "dass junge Menschen in der modernen Leistungsgesellschaft auf schriftliche Examina vorbereitet werden müssen". Überhaupt hätten die (Text-)Normen und ihre Einhaltung an Bedeutung gewonnen, "wie sie (auch) an schulspezifischen Textsorten geübt werden können." Und schließlich griffen auch "Schreiblehrer immer wieder auf das große Reservoir konventioneller Schreibmethoden zurück (z. B. zum Auffinden und Ordnen von Inhalten, zum Gliedern von Texten, zum Variieren von Satzbau und Vokabular) - auch wenn sie Aufbauprinzipien und stilistische Fragen im Einzelfall nicht vorschreiben, sondern mit ihren Schülerinnen und Schülern 'aushandeln'." (ebd.) Ja selbst die lange Zeit als unverzichtbar geltende kommunikative Einbettung von Schreibaufgaben ist einer sehr flexiblen Schreibpraxis gewichen, die mit Blick auf schwächere Schüler davon absieht. So bewegt sich die schulische Schreibdidaktik auch heute wieder zwischen zwei Extremen: "einerseits einem Schreiben, das gar nicht adressatenorientiert ist und auf der anderen Seite einem Schreiben, das sehr stark auf Leser ausgerichtet ist." (Girgensohn/Sennewald 2012, S.37) Gerade weil sich Schreiben aber, wie Otto Ludwig (1980, S. 90f.) betont, "nicht in jedem Fall, vielleicht auch nicht in den meisten Fällen als spezifische Form der Kommunikation begreifen (lässt)", sind auch die schulischen Schreibformen meistens "Mittel der Reflexion" und sollen "die kognitive und interaktive Kompetenz (...) fördern." (Fritzsche 1994, S.33) Insofern stellen, so Fritzsche weiter, auch die schulischen Schreibformen bzw. schulischen Schreibaufgaben keine Grundformen für Texte dar, "die im gesellschaftlichen Leben vorkommen", sondern "»Übungen« (besser gesagt: Erschließungsinstrumente) im Hinblick auf die Inhalte". (Hervorh. d. Verf.) (→Kommunikative Funktionen des Schreibens in der Schule(Fritzsche 1994)

Die schulischen Schreibformen, die auf teachSam dargestellt werden, sind die nachfolgenden Schreibformen (Schreibaufgaben):

 

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 24.06.2016

 
     
  Center-Map ] Schulisch ] Journalismus ] Sonstige Schreibformen ] Internet ]  
  

          CC-Lizenz
 

 

Creative Commons Lizenzvertrag Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International License (CC-BY-SA) Dies gilt für alle Inhalte, sofern sie nicht von externen Quellen eingebunden werden oder anderweitig gekennzeichnet sind. Autor: Gert Egle/www.teachsam.de