Beim produkt-
bzw. output-orientiertes Schreiben, das meist individuell
erfolgt und häufig in Leistungssituationen wie Klassenarbeiten
oder Klausuren eingesetzt wird, sollten den Schüler*innen die
Kriterien, mit ihre Leistung bewertet wird, vorab z. B. in Form
von Kriterienkatalogen bekannt sein.
Diese sollten
sich auf bestimmte Textqualitäten in den Bereichen Inhalt,
Aufbau, sprachliche Richtigkeit und Angemessenheit beziehen.
Damit
Schüler*innen solche Aufgaben bewältigen können, müssen sie
zuvor die nötigen fachlichen Kompetenzen zur Analyse von
Buchillustrationen erworben haben.
Beim
produktorientierten, individuell angelegten Schreiben kommen
unterschiedliche Typen von Schreibaufgaben in Betracht, wie die
allgemeine Analyse einer Illustration, die textgebundene Analyse
mit Bezug auf eine konkrete Textstelle, der Vergleich von
Illustrationen aus unterschiedlichen Buchfassungen sowie die
aspektorientierte Analyse.
Allen Aufgaben
gemeinsam ist der Fokus auf szenische Gestaltungsmittel wie
Raum, Figurenpositionen, Körperhaltung, Mimik, Gestik, Kostüm,
Licht und Requisiten. Diese Elemente sollen genutzt werden, um
Figuren, Beziehungen, Machtverhältnisse, Konflikte und Aussagen
sichtbar zu machen und die Illustration als Interpretation der
Textvorlage zu deuten und zu beurteilen.
Szenenbilder von Dramenkönnen entweder eigenständig analysiert oder in
Schreibaufgaben zur Szenenanalyse genutzt werden.
Besonders geeignet sind dafür prozessorientierte
Schreibaufgaben, die auf selbstreguliertes und
eigenverantwortliches Lernen zielen und den Schreibprozess sowie
Schreibstrategien stärker in den Blick nehmen als nur das
Endprodukt. Sie lassen sich gut mit kooperativem Schreiben
verbinden, etwa in Schreibkonferenzen, in denen Feedback und
Überarbeitung zentrale Bestandteile sind.
Für prozessorientiertes Schreiben benötigen Schüler*innen neben
fachlichem Wissen vor allem klare Kriterien zur Beurteilung von
Textqualität, die gemeinsam erarbeitet oder aus bestehenden
Kriterienkatalogen angepasst werden können. Diese beziehen sich
z. B. auf Inhalt, Aufbau, Sprache und Verständlichkeit.
Der Vergleich von Szenenbildern zu einer bestimmten
dramatischen Szene kann z. B. in Anlehnung an das didaktische
Konzept der Schreibkonferenz in Form des teilweise kooperativen
Schreibens mit einer mehrteiligen Arbeitsanweisung organisiert
werden: In Gruppen analysieren die Schüler*innen Raumgestaltung,
Figuren, Körperhaltung, Kostüme, Licht und Requisiten,
vergleichen Gemeinsamkeiten und Unterschiede und entwickeln
Deutungshypothesen. Anschließend verfassen sie individuelle
Texte, erhalten Peer-Feedback und überarbeiten ihre Entwürfe.
Prozessorientiertes und kooperatives Schreiben erfordert jedoch
Feedbackkompetenz und funktionierende Gruppenarbeit, da
förderliches Feedback gelernt und eingeübt werden muss, um den
Schreibprozess wirksam zu unterstützen.