teachSam- Arbeitsbereiche:
Arbeitstechniken - Deutsch - Geschichte - Politik - Pädagogik - PsychologieMedien - Methodik und Didaktik - Projekte - So navigiert man auf teachSam - So sucht man auf teachSam - teachSam braucht Werbung


deu.jpg (1524 Byte)

 

 

Bausteine: Wolfgang Borchert, Die Küchenuhr

Leiden alle Figuren an einem kollektiven Kriegstrauma?

Aspekte zur Interpretation der Figuren in der Geschichte

 
FAChbereich Deutsch
Center-Map Glossar Literatur Autorinnen und Autoren ● Wolfgang Borchert Kurzgeschichten Nachts schlafen die Ratten doch Die Küchenuhr Text Aspekte der Erzähltextanalyse [ BausteineVerschiedene Arbeitsanregungen (Sammlung)Den Text annotieren Die Inhaltsangabe konzipieren Die Erzählperspektiven analysieren Leiden alle Figuren an einem kollektiven Kriegstrauma? Interpretationshypothesen prüfen und beurteilenDen Beginn einer Musterinterpretation analysieren ] An diesem Dienstag Die Kirschen Das Brot Die drei dunklen Könige Lesebuchgeschichten Mein bleicher Bruder ▪  Die Katze war im Schnee erfrorenDer Kaffee ist undefinierbar Die lange lange Straße lang Die Mauer Das GewitterDie traurigen Geranien Im Schnee, im sauberen Schnee Bleib doch, Giraffe ▪ Gottes Auge Schreibformen Operatoren im Fach Deutsch
 

docx-Download - pdf-Download 

Die Figuren in Borcherts Geschichte als traumatisiertes Kollektiv

Die Figuren in Wolfgang Borcherts Geschichte »Die Küchenuhr« wirken alle traumatisiert (engl. trauma; gr. τράυμα (trauma) Verletzung).

Ihr Verhalten deutet darauf hin, dass sie infolge der Ereignisse, die sie im Krieg erlebt haben, seelische Verletzungen davongetragen haben. In solchen Fällen wird auch von einem »Kriegstrauma gesprochen.

Ein solches Kriegstrauma können auch größere Bevölkerungsgruppen erleiden. Diese kollektiven Kriegstraumata hat man z. B. beobachtet,

Was sind Traumata?

Der Begriff »Trauma (engl. trauma; gr. τράυμα (trauma) bedeutet zunächst einmal nichts anderes als Verletzung und wird in der Medizin und in der Psychologie verwendet.

Während man in der Medizin damit eine körperliche Verletzung infolge von Gewalt oder eines Unfalls meint, zielt der psychologische Begriff Trauma auf seelische Verletzungen, die auf ein traumatisches Erlebnis zurückgeführt werden können.

Darunter versteht man "eine Situation mit außergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigem Ausmaß, die bei fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde. Bsp. sind das Erleben von körperlicher und sexualisierter Gewalt, Entführung, Geiselnahme, Krieg, politischer Haft, Folterung, Natur- oder durch Menschen verursachte Katastrophen, Unfälle oder die Diagnose einer lebensbedrohlichen Krankheit."
(aus: Hecker, T. (2019). Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS). In M. A. Wirtz (Hrsg.), Dorsch – Lexikon der Psychologie. Abgerufen am 08.06.2019, von https://portal.hogrefe.com/dorsch/posttraumatische-belastungsstoerung-ptbs-1/

Traumata haben oft massive Auswirkungen auf das Leben

Wer als einzelner Mensch oder als Teil eines Kollektivs von Menschen ein seelisches Trauma erleidet, hat an den Folgen oft lange, manchmal ein Leben lang zu tragen. Ohne Hilfe von außen durch Psychotherapie und Angstselbsthilfegruppen und oft auch ohne medikamentöse Behandlung zur Unterstützung können Betroffene ihre Seele kaum heilen und die psychischen und physischen Symptome (s. Abb.) ihres Leidens weder mindern, noch gänzlich loswerden. Betroffene können unter ernsthaften ▪ Angsterkrankungen bzw. Angststörungen leiden und/oder müssen mit den Auswirkungen und Symptomen einer ▪ posttraumatischen Belastungsstörung leben.


Für größere Ansicht bitte anklicken!

Viele Betroffene können dann z. B. kaum oder überhaupt nicht mehr über die zurückliegenden (traumatisierenden) Ereignisse und ihre Gefühle sprechen, entwickeln eine Art emotionaler Taubheit, können dann weder trauern noch sich freuen, erleben krankhaft übersteigerte Angstzustände und ziehen sich angesichts ihrer Entfremdungsgefühle der Welt und ihren Mitmenschen gegenüber sozial vollständig zurück.

Um nicht an das ▪ traumatische Erlebnis zu denken, versuchen die Betroffenen u. a.,

  • allem aus dem Weg zu gehen, was sie daran erinnern könnte (Vermeidung)

  • die Ereignisse zu ▪ verdrängen

  • die Gefühle, die die Ereignisse bei ihnen auslösen, abzuspalten (»Dissoziation)

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 18.09.2020

   
 
   Arbeitsanregungen:
  1. Untersuchen Sie und belegen sie am Text, inwiefern man bei allen Figuren der Geschichte zusammen von einem traumatisierten Kollektiv sprechen kann.
  2. Informieren Sie sich mit einer Internetrecherche über sogenannte Kriegstraumata.
 
 
 

 
ARBEITSTECHNIKEN und mehr
Arbeits- und ZeitmanagementKreative ArbeitstechnikenTeamarbeit ▪ Portfolio ● Arbeit mit Bildern  Arbeit mit Texten Arbeit mit Film und VideoMündliche KommunikationVisualisierenPräsentationArbeitstechniken für das Internet Sonstige digitale Arbeitstechniken 
 

 
  Creative Commons Lizenzvertrag Dieses Werk ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International License (CC-BY-SA)
Dies gilt für alle Inhalte, sofern sie nicht von
externen Quellen eingebunden werden oder anderweitig gekennzeichnet sind. Autor: Gert Egle/www.teachsam.de
-
CC-Lizenz