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Glossar

Fachbegriffe für den Deutschunterricht

A B C - E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

 
Daktylus
Darbietungsformen des Erzählens
Deduktiver Fehlschluss
Deduktives Argument
Definition
Definition, extensionale
Definition, intensionale
Definition, lexikalische 
Deklaratives Wissen
Deklarativsatz 
Deklination
Dekonstruktive Erzählform
Denkvers
Denotat 
Desambiguierung
Deskriptive Aussage
Deskriptive Themenentfaltung 
 
Detektiverzählung
Detektivroman
Detraktion

Deutungsmuster, konzeptionelle
Diagnostisches "weil"

Diagonales Lesen
Diagramm
dialektisch 
Dialektische Erörterung
 
Dialoganalyse
Diatribe
Dichtung, parabolische
Dichtung, visuelle
Didaktische Gebrauchstexte
Didaktisches Lesen
Digression
Dinggedicht
Dingwort 
Direktes Charakterisieren
Direkte Rede 
Disambiguierung
Diskontinuierlicher Text
Diskurs
Diskussion
Diskussionsbeitrag
Diskussionsleitung
Dispositiv
Distichon

Dominante Figur 
Doppelfaller
Doppelung
Doppelsteiger
Dossier
Drama 

Drama, analytisches 
Drama, geschlossenes
Drama, offenes 
Drama, synthetisches 
Dramatik 
Dramatische Rede
Dramatische Texte 
Dramatischer Auftakt
 
Dramaturg 
Dramaturgie 
Dramentheorie 

Drehbuch
Drei-Einheiten-Lehre
Du-Anrede
Durative Raffung

Duzen

 
     
  Daktylus
(gr. daktylos = der Finger; jeder Finger mit Ausnahme des Daumens besteht aus 3 Gliedern);  auch: Doppelfaller; 1) antiker Versfuß: Bezeichnung für einen dreisilbigen Versfuß mit langer erster Silbe und nachfolgend zwei kurzen Silben (/ ˇ ˇ ) 2) in deutscher Metrik: einmal betont und zweimal unbetont bzw. schwächer betont (x'xx, bzw. -vv) - vgl.  Anapäst, JambusMetrum, Takt, Taktart, Trochäus, Vers, Versfuß, Versmaß,
Beispiele: Heilige, Königin, Buttermilch, Neulinge, Sturmwetter
Schiller: Nimmer, das glaubt mir, erscheinen die Götter
 
 
Darbietungsformen des Erzählens
Erzähltechnik oder Erzählweise, mit der ein Geschehen beim Erzählen dargeboten wird. Insbesondere unterscheidet man den Erzählerbericht i.w.S. (Telling und Showing) von der Figurenrede einschl. der Gedankenwiedergabe der Figur (direkte Rede, indirekte Rede, erlebte Rede, innerer Monolog, Bewusstseinsstrom) - vgl. erzähltechnische Mittel 
     
  Deduktiver Fehlschluss
in der formal-logischen Argumentationsanalyse Bezeichnung für einen unkorrekten Schluss bei einem deduktiven Argument; lässt sich ein Gegenbeispiel für ein deduktives Argument finden, handelt es sich beim ursprünglichen deduktiven Argument um einen deduktiven Fehlschluss; - vgl. Schluss, deduktiv, deduktives Argument,
Beispiel:
Wenn die Schule aus ist, läutet es.
Es läutet.
Also ist die Schule aus.
 
     
  Deduktives Argument
in der formal-logischen Argumentationsanalyse Bezeichnung für ein Argument, bei dem eine Konklusion aus Prämissen abgeleitet wird; Prämissen enthalten dabei schon in impliziter oder expliziter Form den Gehalt der Konklusion (vgl. Bayer 1999, S.231) - vgl. Argument, Konklusion, induktives Argument, deduktiver Fehlschluss
 
 
Definition
Begriffsbestimmung zur eindeutigen begrifflichen Fixierung einer Sache oder eines Sachverhaltes; legt Beziehung zwischen den Wörtern und ihrer Bedeutung fest; viele verschiedene Ansätze zur Unterscheidung von Definitionen, z.B. lexikalische Definition, Nominaldefinition, Realdefinition, häufig Mischformen verwendet; extensionale Definition, Arbeitsdefinition,
     
  Definition, extensionale
vgl. extensionale Definition
 
     
  Definition, intensionale
vgl. intensionale Definition
 
 
Definition, lexikalische
auch: Bedeutungsanalyse, deskriptive Definition, Festsetzungsdefinition; legt fest, was unter einem bestimmten Begriff im bestehenden Sprachgebrauch zu verstehen ist - vgl. Definition, Nominaldefinition, Realdefinition
Beispiel: Unter Linguistik versteht man die Wissenschaft, die wissenschaftlich mit den Strukturen und der Verwendung von Sprache befasst.
     
  Deklaratives Wissen
Faktenwissen, mit dem eine Erklärung über (vermeintliche) Tatsachen abgegeben wird
 
 
Deklarativsatz
vgl. Konstativsatz
 
Deklination
auch: Beugung; Flexion der nominalen Wortarten (Substantiv, Adjektiv, Artikel, Numerale, Pronomen) in Numerus (Zahl: Singular, Plural) und Kasus (Fall: Nominativ, Genitiv, Dativ, Akkusativ) - vgl. Flexion, Flexionsformen, Konjugation, Komparation
Beispiel: (der) Vater (Nominativ Singular), (des) Vaters (Genitiv Sg.), dem Vater (Dativ Sg.), (den) Vater (Akkusativ Sg.), (die) Väter (Nominativ Plural), (der) Väter (Genitiv Pl.), (den) Vätern (Dativ Pl.), (die) Väter (Akkusativ Pl.)
     
  Dekonstruktive Erzählform
Moderne Erzählformen, welche die konventionellen Formen des Erzählens, insbesondere im bürgerlichen Entwicklungs- und Bildungsroman des 18. und 19. Jahrhunderts, mehr oder weniger grundlegend "verändern, in ihr Gegenteil verkehren, auflösen, demontieren, destruieren, - oder mit dem inzwischen geläufigen Begriff: dekonstruieren" (Waldmann 2003, S.159)
 
     
  Denkvers
Merkvers, der als unliterarische Gedächtnisstütze für grammatische Regeln o. ä. dienen soll
Beispiel: In die Semmel biss der Kater - Einprägung der lateinischen Zahlwörter semel, bis, ter, quater;
 
 
Denotat
(lat. denotare= bezeichnen) ; 1. Außersprachliches Phänomen, das von einem Sprecher mit einem bestimmten sprachlichen Zeichen gemeint wird, z.B. das Wort Tisch bezieht sich auf einen physikalisch klar bestimmbaren Gebrauchsgegenstand; 2. Begrifflicher Inhalt eines (sprachlichen) Zeichens im Unterschied zu den Nebenbedeutungen, die es besitzt (z.B. Emotionen, Wirkung) - denotativ: nur den begrifflichen Inhalt des sprachlichen Zeichens betreffend, ohne die z.B. von den Emotionen geprägten Nebenbedeutungen und inhaltlichen Nuancen, die ein Zeichen bei einem Sprecher oder Hörer hervorruft - vgl. sprachliche Zeichen, Konnotat, konnotativ
     
  Desambiguierung
vgl. Disamabiguierung
 
     
  Deskriptive Aussage
Aussage, die sich auf einen Sachverhalt bezieht; deskriptive Aussagen sind prinzipiell empirisch nachprüfbar und können daher wahr oder falsch sein; deskriptive Aussagen beziehen sich auf ein Sein; Thesen (Konklusionen) mit deskriptiver Aussage sind dann haltbar, wenn die Voraussetzungen (Prämissen), auf denen sie beruhen wahr sind.  (vgl. Bayer 1999, S.232)- vgl. normative Aussage, Argumentation, Argumentationstheorie
Beispiel: Konstanz liegt am Bodensee.
 
 
Deskriptive Themenentfaltung
Form der thematischen Entfaltung: Thema aufgegliedert in seine Einzelkomponenten (Teilthemen) und eingeordnet in einen raum-zeitlichen Zusammenhang; Ausprägungen: einmaliger Vorgang, historisches Ereignis; regelhaft dargestellter Vorgang; Lebewesen oder Gegenstand; Textorten; Ereignisbericht, Vorgangsbeschreibung, Gegenstandsbeschreibung, Personenbeschreibung; thematische Kategorien: Spezifizierung (Aufgliederung), Situierung (Einordnung) - vgl. thematische Entfaltung, explikative Themenentfaltung, argumentative Themenentfaltung
 
Detektiverzählung
vgl. Detektivroman
 
Detektivroman
Typus des Ich-Romans/der Ich-Erzählung ohne ausgeprägte Retrospektive und Randstellung des Erzählers; Erzähler häufig in der Funktion des Stellvertreters der Leser, Perspektivfigur und Informationsfilter  - vgl. Ich-Roman, autobiographischer Roman, Tagebuchroman, biographischer Roman, Memoirenroman, Briefroman  
Beispiel: Arthur Conan Doyle: Die Abenteuer des Sherlock Holmes (1892)
 
Detraktion
1. Ausheben größerer Gesteinspartien aus dem Untergrund eines Gletschers 2. im Zusammenhang mit rhetorischen Änderungsoperationen (detractio): Entfernen eines Elementes oder mehrerer Elemente; vgl. rhetorische ÄnderungsoperationAdjektion
Beispiele: blau / lau; 
 
Deutungsmuster, konzeptionelle
vergleichsweise eng gefasster Wissensbestand; Teil und zugleich Voraussetzung von Weltwissen (enzyklopädischem Wissen); Interpretationsmuster zur Steuerung und Strukturierung der alltäglichen Wahrnehmung von "Welt", die dadurch aufeinander bezogen werden; drei Grundmuster: koordinative Beziehung, temporale Beziehung, kausale Beziehung (vgl. Linke/Nussbaumer/Portmann 1994) - vgl. Textarbeit, Textverstehen, Weltwissen, enzyklopädisches Wissen
     
  Diagnostisches "weil"
vgl. Epistemisches "weil"
 
 
Diagonales Lesen
Lesetechnik, bei der man sich einen Gesamtüberblick über einen Text und dessen Inhalt verschaffen will;  vgl. Lesen, Lesetechnik, intensives Lesen, kursorisches Lesen, punktuelles Lesen, sequenzielles Lesen, - 
 
Diagramm
auch: Bildstatistik; - vgl. diskontinuierlicher Text, Infografik, Strukturbild, Strukturskizze,
 
dialektisch
These (Behauptung) wird einer Antithese entgegengestellt; in der Synthese wird versucht, die ursprünglichen Gegensätze aufzuheben
     
  Dialoganalyse
weitgehend synonym verwendeter Begriff für die Gesprächsanalyse; heute weniger gebräuchlich  - vgl. Gesprächsanalyse
 
 
Dialektische Erörterung
Typ/Form der Problemerörterung; Erarbeitung und Darstellung kontroverser Ansichten (Sach- und Werturteil) zu einem bestimmten Problem, Ereignis oder Sachverhalt; Schreibrolle/Schreibhaltung: mit dem / über das Thema streiten; Antwort auf eine Entscheidungsfrage  - vgl. Problemerörterung, lineare Erörterung, Mischtyp der Erörterung 
Beispiel: Soll das Rauchen in allen öffentlichen Gebäuden und Einrichtungen per Gesetz verboten werden?
     
  Diatribe
(gr. Zeitvertreib, Unterricht, Gespräch); antike Bezeichnung für eine volkstümliche, satirisch-witzige Moralpredigt, die ihr Publikum ermahnen und belehren will; in ihrer Vielfalt keine klar einzugrenzende literarische Gattung, die meist von populärphilosphisch geprägten, kynisch-stoischen Wanderrednern vorgetragen, sich unterschiedlicher Darstellungsformen  wie Anekdoten, fingierter Dialoge u. ä . m. bedient, um gegen die Sittenlosigkeit der Zeit zu "poltern"
 
     
  Dichtung, parabolische
vgl. Parabolische Dichtung
 
     
  Dichtung, visuelle
vgl. Visuelle Dichtung
 
     
  Didaktische Gebrauchstexte
Pragmatische Texte (Sachtexte), die von ihrem Gegenstands- und Verwendungsbereich ausgehend, didaktischen Zwecken dienen; dazu zählen nach Belke (1980, S.35ff.) bestimmte rhetorische Gebrauchsformen wie Rede, Predigt, Vorlesung, Referat, desweiteren das Sachbuch, das Schulbuch, der Schulaufsatz und literarische Zweckformen
vgl. Gebrauchstexte, private Gebrauchstexte, wissenschaftliche Gebrauchstexte, publizistische Gebrauchstexte,
 
 
Didaktisches Lesen
Lesen von Texten als schulische Lektüre, Ziel: etwas lehren, Moral, Einsichten, Ideen vermitteln (vgl. Hussong 1973, S.46) - vgl. emotionales Lesen, triviales Lesen, Lesen, Lesehaltungen 
     
  Digression
Abschweifung - vgl. Exkurs
 
     
  Dinggedicht
im Ggs. z. Bildgedicht weniger Kunstwerke als Gegenstände des täglichen Lebens oder Tiere im Mittelpunkt  - vgl. Bildgedicht, visuelle Dichtung,
Beispiele: Eduard Mörike, Auf eine Lampe (1846); Rainer Maria Rilke, Der Panther (1907)
 
 
Dingwort
vgl. Nomen 

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Direktes Charakterisieren
im epischen Text: sowohl als Selbstthematisierung als auch als Fremdthematisierung; a) explizite Information zur Figurencharakterisierung durch den Erzähler in Form  von auf Außensicht basierenden Beschreibungen einer Figur oder b) explizite Information  durch  andere Figuren in Form der direkten Redewiedergabe einer Figur oder in Form von auf Innensicht beruhender Gedankenwiedergabe einer Figur oder c)  explizite Information  durch  die thematisierte Figur selbst in Form der direkten Redewiedergabe der Figur oder in Form von auf Innensicht beruhender Gedankenwiedergabe der Figur - vgl. indirektes Charakterisieren
 
Direkte Rede
1. (auch: wörtliche Rede) 2. als Darbietungsform des Erzählens: Redewiedergabe in der 1. bzw. 2. Pers. Indikativ Präsens; keine Innensicht; keine kommentierende Einmischung; mal mit, mal ohne redeeinleitende Zeichen oder sonstige Satzzeichen; vgl. indirekte Rede, szenische Darstellung
Beispiel: - Deine Entschuldigungen kannst du dir sparen, ging Antonia zum Angriff über.
- Aber... so hör doch, beschwichtigte Martin Bach.
- Das werde ich nicht, du bist...
- Ach, so geht es also weiter
     
  Disambiguierung
auch: Desambiguierung, Entambiguisierung, Monosemierung; Beseitigung lexikalischer oder struktureller Mehrdeutigkeit durch den jeweiligen außersprachlichen und sprachlichen Kontext, indem die sprachliche Information steht - vgl. Monosemierung, sprachliche Eindeutigkeit, Polysemie
 
     
  Disambiguierung
auch: Desambiguierung, Entambiguisierung, Monosemierung; Beseitigung lexikalischer oder struktureller Mehrdeutigkeit durch den jeweiligen außersprachlichen und sprachlichen Kontext, indem die sprachliche Information steht - vgl. Monosemierung, sprachliche Eindeutigkeit, Polysemie
 
     
  Diskontinuierlicher Text
auch: nicht-linearer Text oder nicht kontinuierlicher Text; 1. im Anschluss an die »PISA-Studie von 2000 zur Lesekompetenz werden in der didaktischen Literatur diskontinuierliche (nicht-kontinuierliche, nicht-lineare Texte) von kontinuierlichen Texten (lineare Texte) unterschieden. 2. Bezeichnung für Texte, die aus einer Kombination von grafischen und textuellen Elementen bestehen wie z. B. Karten, →Diagramme, →Bildstatistiken, Infografiken, →PR-Infografik, →kartographische Infografiken, →journalistische Pressegrafik, Formulare, Tabellen, Schaubilder, →Prinzipdarstellungen  etc..; 3. Funktion: kurze, prägnante und anschauliche Information über komplexe Sachverhalte in Form einer Komposition aus Schrift und Bild, wobei grafische und textuelle Elemente aufeinander verweisen und beim Lesen des Textes aufeinander bezogen werden müssen. 4. Wenn ein kontinuierlicher Text textuelle Verbindungen (z.B. durch Links) zu anderen Texten wie z. B. Glossare, Fußnoten oder eben Hyperlinks zu anderen Texten oder Medien (Hypertexte) aufweist, dann kann aus einem ansonsten kontinuierlichen Text ein diskontinuierlicher Text werden. - vgl. kontinuierlicher Text, Lesekompetenz, Lesekompetenzstufen, Bildstatistik, Diagramm,
 
     
  Diskurs
frz. discours = Rede, Gespräch; 1. allgemein: methodisch fundierte Abhandlung über ein bestimmtes, meist wissenschaftliches Thema; 2. Gedankenaustausch, Gespräch, Unterhaltung; 3. heftiger, mit Worten ausgetragener Streit, Wortwechsel 4. linguistisch Bezeichnung für eine zusammenhängende Rede; 5. im Theoriesystem der »Frankfurter Schule, vor allem bei »Jürgen Habermas (1929-) Bezeichnung für einen Kommunikationstyp, der zur Verständigung zwischen Personen über den Geltungsanspruch von Normen führen soll; 6. in der Erzähltheorie (Diskurs bzw. discours) Bezeichnung für das Erzählen, die Narration, als den sprachlich-formalen Aspekt einer Erzählung im Ggs. zum Erzählten bzw. der Handlung, die als histoire bezeichnet wird; 7. in der Diskurstheorie im Anschluss an »Michel Foucaults (1926-1984) Diskursanalyse Begriff in verschiedenen Fachwissenschaften, deren kleinster gemeinsamer Nenner die Definition von Michael Titzmann (1991, S.406) darstellen könnte. Danach wird unter dem Begriff "Diskurs" "ein »System des Denkens und Argumentierens« verstanden, das durch einen gemeinsamen »Redegegenstand«, durch »Regularitäten der Rede« und durch »Relationen zu anderen Diskursen« bestimmt ist." (Köppe/Winko 2008, S.101); Diskurse stellen daher keine Einzeltexte oder Gruppen von Texten dar, sondern müssen als Komplexe verstanden werden, "die sich aus Aussagen und den Bedingungen und Regeln ihrer Produktion und Rezeption in einem bestimmten Zeitraum zusammensetzen." (ebd., S.100, 101)
 
 
Diskussion
- vgl. Argumentation, Fünfsatz
 
Diskussionsbeitrag
Form der mündlichen oder schriftlichen Beteiligung an einer Diskussion - vgl. Diskussion, Fünfsatz, Redebeitrag
     
 

Diskussionsleitung
eine oder u. U. auch mehrere Personen, die die Aufgabe haben, eine Diskussion mehrerer Teilnehmer/-innen in einem geregelten der Kommunikationssituation und den Teilnehmern angemessen Rahmen zu leiten; Aufgabe u. a. : (vor der Diskussion) Informationen zum Thema einholen, Diskussion eröffnen, Denkimpulse geben, persönliche Angriffe auf andere Diskussionsbeteiligte abwehren, zusammenfassen; ferner: Rednerliste (Reihenfolge der Redner) führen und ggf. Kontrolle festgelegter Redezeiten usw.,  - vgl. Diskussion, Redebeitrag

 
     
  Dispositiv
in der historischen Diskursanalyse von »Michel Foucault (1926-1984) Begriff, der eine bestimmte Machtstrategie bzw. Machtpraktik bei der Entstehung und der Regelung von Diskursen bezeichnet; komplexe machtstrategisch bestimmte Konstellation, die aus Elementen besteht, die zum Diskurs gehören, aber auch aus nicht diskursiven Praktiken und ihren Beziehungen zueinander. (vgl. (Köppe/Winko 2008, S.100)
Beispiel: Das Zusammenspiel von literarischen Institutionen, Verlagen, Kommentaren und Beiträgen und bildungspolitischen Richtlinien zur Etablierung eines Literaturkanon
 
     
  Distichon
gr. "Zweiversler"; nach antikem Vorbild und Muster ein Strophenmaß, das aus einem Hexameter und einem Pentameter besteht; in der deutschen Sprache bestehend aus zwei sechshebigen Versen - vgl. Hexameter, Pentameter
 
 
Dominante Figur
Begriff aus der Dramentheorie: eine Figur ist an jeder der Konfigurationen mit einer bestimmten anderen Figur beteiligt, erscheint aber darüber hinaus noch in anderen Konfigurationen - vgl. Konfiguration
     
  Doppelfaller
vgl. Daktylus
 
     
  Doppelung
vgl. Gemination
 
     
  Doppelsteiger
vgl. Anapäst
 
     
  Dossier
1. umfangreiche Mappe/Akte, in der alles gesammelt ist, was zu einem bestimmten Vorgang oder Sachverhalt gehört oder eine bestimmte Person, z. B. belastendes Material, betrifft; 2. Sonderbeilage oder besonderer Teil in Presseerzeugnissen, die sich mit einem bestimmten Thema befassen; 3. im Zusammenhang mit Schreibaufgaben in der Schule (→schulische Schreibformen) Bezeichnung für eine Auswahl von kontinuierlichen und diskontinuierlichen Texten, die in unterschiedlichen Formen zu bearbeiten sind, z. B. →Essay auf der Grundlage eines Dossiers; ähnliche Verwendung des Begriffs Kompendium; - vgl. Kompendium, Kompendiumaufgabe,
 
 
Drama
Gattung der Literatur (Gattungstrias: Epik, Dramatik, Lyrik) , Kennzeichen: Plurimedialität, Unmittelbarkeit ; (wird noch ergänzt!) - vgl. dramatische Texte, Dramentheorie, Literaturgattung, Dramaturgie, Haupt- und Nebentext 
 
Drama, analytisches
vgl. analytisches Drama
 
Drama, geschlossenes
vgl. geschlossenes Drama
 
Drama, offenes
vgl. offenes Drama 
 
Drama, synthetisches
vgl. Zieldrama 
 
Dramatik
vgl. Drama, dramatische Texte, Dramaturgie
 
Dramatischer Auftakt
Einsetzen der szenisch präsentierten Handlung in einem Drama (= point of attack); häufig Teil des Eröffnungsdreischrittes von dramatischem Auftakt, eigentlicher Exposition und erregendem Moment; Funktion: im Allgemeinen  nicht expositorische Informationsvergabe, sondern Aufmerksamkeitslenkung  der Zuschauer auf das dramatische Geschehen (phatische Funktion) (vgl. Pfister 1977, S.124, Asmuth 1980, S.106f.). - vgl. Drama, Exposition, erregendes Moment 
     
  Dramatische Rede
1) allgemeine Bezeichnung für einen dramatischen Text 2) i. e. S. Formen der Rede im Drama (Monolog, Dialog) - vgl. Drama, dramatische Texte
 
 
Dramatische Texte
 - vgl. Drama, Dramentheorie, Dramaturgie
 
Dramentheorie
- vgl. Drama, dramatische TexteDramaturgie 
 
Dramaturg
literatur- und theaterwissenschaftlicher Berater einer Theaterleitung; Aufgaben: Spielplanaufstellung, Beschaffung von Texten, Sichten von Neuerscheinungen zu Originalwerken, Übersetzungen und Bearbeitungen, dazu weitere verschiedene Beratungsaufgaben u. die Erstellung des Programmheftes; - vgl. Dramaturgie 
 
Dramaturgie
1) Tätigkeiten des Dramaturgen, mit Schwerpunkt auf der praktisch-szenischen Umsetzung eines Dramas 2) Theorie (von Lessing als Begriff dafür eingeführt), die sich mit der für die Aufführung von Theaterstücken grundlegenden poetischen und ästhetischen Regeln und Normen befasst; Beispiele: (Dramen-)»Poetik des »Aristoteles (384-322 v. Chr.), Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781) »Hamburgische Dramaturgie - vgl. Theater, Dramaturg, Drama,
     
  Dramaturgiekompetenz
Fähigkeit, die verschiedenen dramaturgischen Elemente und Zeichen, dramaturgische Konzepte in einer aufeinander bezogenen Betrachtung von Text und Inszenierung wahrzunehmen, adäquat zu verstehen und damit damit die Voraussetzung für die Teilhabe an dem Prozess gesellschaftlicher  Selbstverständigung über Theatertexte und Theater zu schaffen; literaturdidaktisch in unterschiedlichen Formen der Beschäftigung mit dem Thema möglich (schriftlich als Interpretationsaufsatz oder mit produktiven Verfahrensweisen; mündlich als literarisches Unterrichtsgespräch oder mit handlungs- bzw. →produktionsorientierten Verfahren wie z. B. →szenischer Interpretation, →Methodenrepertoire zur szenischen Erarbeitung von Dramentexten o. .ä. - vgl. Theatralität, Literarische Kompetenz, Theatralitätskompetenz, theatralische Produktionskompetenz, theatralische Rezeptionskompetenz, Kompetenzorientierter Deutschunterricht, Bildungsstandards, Kompetenz, Kompetenz (Pädagogik), kompetenzorientierter Unterricht, Kompetenzstandards,
 
 
Drehbuch
(derzeit nur Platzhalter!)
     
  Drei-Einheiten-Lehre
vgl. Lehre von den drei Einheiten
 
     
  Du-Anrede
vgl. Duzen. Ihr-Anrede, Sie-AnredeAnrede, Anredepronomen, Personalpronomen, Siezen, "Ihrzen"
 
 
Durative Raffung
Erzähltechnisches Mittel zur Zeitgestaltung; Angabe allgemeiner, einen ganzen Zeitraum überdauernder Vorgänge oder Gegebenheiten; häufig eng verflochten mit der iterativen Raffung; Formen: grob zusammenfassend oder stagnierend-verweilend; Zeit stellt häufig nur einen Rahmen für die Erzählinhalte dar, die häufig keiner zeitlichen, sondern einer zeitunabhängigen räumlichen oder thematischen Ordnung folgen; Grundformel: "Die ganze Zeit hindurch ..." (vgl. Lämmert 1955, S.86) - vgl. iterative Raffung, Zeitgestaltung, Zeitraffung
Beispiel: "Unterdessen wurde die Stadt Lissabon in Portugal durch ein Erdbeben zerstört und der Siebenjährige Krieg ging vorüber [...] und der Kaiser Leopold der Zweite ging auch ins Grab. Napoleon eroberte Preußen und die Engländer bombardierten Kopenhagen und die Ackerleute säten und schnitten. Der Müller mahlte und die Schmiede hämmerten und die Bergleute gruben nach Metalladern ..." (aus: Johann Peter Hebel, Unverhofftes Wiedersehen, iterativ-durative Raffung)
     
  Duzen
1. Du- bzw. Ihr-Anrede - dir, dich, euch, euer ... - ); nur üblich, wenn man mit der angesprochenen Person in einem vertrauten Verhältnis steht; Höflichkeit verlangt oft, dass man vom "Siezen" zum "Duzen" einvernehmlich übergeht (z.B. bietet häufig der Ältere oder der Höhergestellte dem anderen das "Du" an); 2. Sprechakt Anrede zur →Kontaktumgrenzung; 3. Rechtschreibung: a) du und ihr und die entsprechenden Possessivpronomen dein und euer sowie das Reflexivpronomen sich schreibt man klein. b) In Briefen, E-Mails oder in SMS kann man du, ihr etc. entweder groß oder klein schreiben. c) In Fragebögen, Arbeitsanweisungen (auf Arbeitsblättern etc.), schriftlich vorliegenden Prüfungsfragen werden die Anredepronomen du und ihr, sowie die ihnen entsprechenden Possessivpronomen kleingeschrieben. - vgl. Anrede, Anredepronomen, Personalpronomen, Siezen, "Ihrzen"
 

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