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Glossar

Fachbegriffe für den Deutschunterricht

A B C D E - G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

 
Fabel
Face-to-face-
Kommunikation

Facharbeit 
Fächerübergreifender Operator
Fachkonzepte
Fachliches Einzelwissen
Fachsprache 
Fachterminus
Fachwissen
Faktenwissen
Faktisches "weil"
Faller
Fallhöhe
Familienähnlichkeit
Feedback
Fehllesung
Fehlschluss
Fehlschluss, deduktiver
Fehlschluss, genetischer
Fehlschluss, statistischer
Feintranskript
Fernperspektive
Fertigkeiten
Fertigkeiten, affektive
Fertigkeiten, kognitive
Fertigkeiten, psychomotorische
Fertigkeiten, sozial-interaktive
Feuilleton
Figur
Figur, rhetorische 
Figurale Charakterisierungs-
technik

Figuralstil 
Figurencharak-
terisierung

Figur(en)gedicht
Figuren, dominante 
Figuren, alternative

Figuren, konkomitante
Figurengestaltung

Figurenkonstellation
Figurenkonzeption
Figurenrede
Fiktion

Fiktional
Fiktionaler Text
Fiktionales Gespräch Fiktionalität
Fiktives Gespräch
Fiktiver Leser 
Filmanalyse 
Filmgespräch 
Finalsatz 
Finite Verbform 
Flexem

Flexion 
Flexionsformen
Fließtext
Florilegium
Flugblatt 
Fluktuation
Flüssiges Schreiben
Focus-visual
Fördernde Beurteilung
Form 
Formulierungskompetenz
Fortsetzungsgeschichte
Frag
e

Frage, abwehrende
Frage, geschlossene
Frage, offene
Frage, rhetorische 

Fragearten
Fragelawine
Fragemethode

Fragesatz
Freewriting
Freie Erörterung
Freie literarische Erörterung
Freier Aufsatz
Freier kommentierender Leserbrief
Freies Exzerpt
Fremdthematisierung 
Fremdwahl
Fremdwort 
Fremdzuweisung
Fünfsatz
Funktionaler Aufsatz
Funktionsverbgefüge
Funktionszusammenhang
Fuzziness
Fuzzy Logic

 
 
Fabel
1. epische Kleinform: kurze, lehrhaft unterhaltende Erzählung, die Einsichten (Moral) aus Politik, Gesellschaft und Alltagsleben in indirekter Weise vermitteln will (didaktische Funktion); Vers- oder Prosaform; meistens handeln Tiere so, dass die Ähnlichkeit mit menschlichen Verhaltensweisen deutlich wird; - vgl. epische Kleinformen -
2. Handlungsgerüst (kürzeste Form des Inhalts einschl. wesentlicher Aufbaumomente) eines epischen oder dramatischen Textes - vgl. Aussagekern, Kurzinhalt, Inhaltsangabe, story, Motiv,   Stoff, Plot,
 
Face-to-face-Kommunikation
Form der Kommunikation, bei der mindestens zwei Partner miteinander in einem gemeinsamen Wahrnehmungsraum kommunizieren; besondere Bedeutung der sinnlichen Wahrnehmung (face-to-face), dabei besonders der visuellen Wahrnehmung; Begriff wird aber auch bei der akustischen Wahrnehmung verwendet, wenn Sprecher und Hörer gleichzeitig präsent sind; bei medial vermittelten Kommunikationsformen wie z.B. mittels Texten in der Regel nicht möglich - vgl. Kommunikation, Adressat

 

Facharbeit
- vgl. Klausur, Klassenarbeit, Kurzvortrag, Referat
     
  Fächerübergreifender Operator
Operatoren zur Arbeitsanweisung, die in unterschiedlichen Fächern verwendet werden;
Beispiele: Arbeiten Sie heraus ..., präsentieren Sie ... - vgl. Operator, übergeordneter Operator,
 
     
  Fachkonzepte
konzeptionelles Wissen eines bestimmten Fachgebietes (Fachwissen), das sich von den auch fächerübergreifenden Basiskonzepten abheben lässt - vgl. Fachwissen, konzeptionelles Wissen, Basiskonzepte
 
     
  Fachliches Einzelwissen
Bezeichnung für Wissen, das im Gegensatz zu dem an konzeptionellem Wissen orientierten Fachwissen einzelne Wissensbestände eines Faches repräsentiert - vgl. Fachwissen, konzeptionelles Wissen,
 
 
Fachsprache
auch: Expertensprache; sprachliche Besonderheiten oder die Gesamtheit  sprachlicher Mittel, die in einem bestimmten Fachgebiet benutzt werden; tendenziell Berufssprachen; meist ein Kern von (Fach-)Termini, in denen sich besondere Fachkenntnisse ausdrücken - vgl. Varietäten, Sondersprachen
     
  Fachterminus
Pl. Fachtermini; Fachausdruck; im Bedeutungsinhalt mehr oder weniger klar festgelegter Ausdruck einer Fachsprache (Expertensprache) fachsprachliche - vgl. Fachsprache,
 
     
  Fachwissen
1. a) Gesamtbestand des Wissen i. w. Sinne (Faktenwissen, Anwendungswissen, Handlungswissen) eines Fachgebietes b) konzeptionell gebundenes Wissen eines Fachgebietes, das in Fachkonzepte und Basiskonzepte eingeteilt werden kann  2) im engeren Sinne Faktenwissen eines bestimmten Fachgebietes (Fachliches Einzelwissen) - vgl. Wissenkonzeptionelles Wissen, Faktenwissen, Fachkonzepte, Basiskonzepte,
 
 
Faktenwissen
vgl. deklaratives Wissen
     
  Faktisches "weil"
auch: propositionales "weil"; (semantisch) Verwendung der →kausalen Konjunktion/Subjunktion "weil', um in einem →Kausalsatz einen Sachverhalt zu erklären bzw. zu begründen; semantische Funktion: Angabe der Ursache, des Realgrundes - vgl. epistemisches 'weil', diagnostisches 'weil', expressives "weil", propositionales 'weil', Kausalsatz, Realgrund,
Beispiel: Das Zimmer ist kalt, weil die Heizung nicht funktioniert.
 
     
  Faller
vgl. Trochäus
 
     
  Fallhöhe
auf eine 1740 erschienene Übersetzung »Karl Wilhelm Ramlers (1725-1780)  von »Charles Batteux (1713-1780) "Traité de la peésie dramatique" zurückgehender dramaturgischer Begriff, der die von diesem formulierte wirkungsästhetische Rechtfertigung der Ständeklausel unter anderem mit dem Begriff der Fallhöhe erfasste; dabei ging er davon aus, dass die Wirkung tragischen Scheiterns einer Figur auf den Zuschauer um so größer sei, je tiefer der Fall der tragischen Figur in dem sozialen Gefüge einer Gesellschaft sei; je höher Status und Rang einer Figur in einem Drama seien, desto tiefer konnte sie im tragischen Scheitern "fallen". - vgl. Ständeklausel,
 
     
  Familienähnlichkeit
in der Prototypensemantik verwendeter, auf »Ludwig Wittgenstein (1889-1951) zurückgehender Begriff, der die zwischen den Vertretern einer bestimmten Kategorie herrschenden Merkmalsähnlichkeiten beschreibt; dabei wird davon ausgegangen, dass sich angesichts der Unschärfe (fuzziness) von Kategorien manche Vertreter einer bestimmten Kategorie mehr oder weniger klar zugeordnet werden können, andere als so genannte "randständige" Vertreter allerdings weniger; dementsprechend besteht zwischen zwischen zentralen Vertretern einer Kategorie, die viele zentrale oder prägnante Merkmale gemeinsam haben, eine hohe Familienähnlichkeit; die Prägnanz eines Merkmals hängt dabei von verschiedenen Faktoren ab, wie der Häufigkeit des Vorkommens bestimmter Merkmale (clue validity), ihrer Intensität, Vertrautheit, aber auch von ihrer Gestaltung und ihrem Informationsgehalt  ab; das Kriterium der  Familienangehörigkeit gibt aber letztlich keine Auskunft darüber, ob ein Vertreter prinzipiell einer bestimmten Kategorie zuzuordnen ist, sondern gibt nur an, wie nah oder wie fern der jeweilige Vertreter zu dem oder den Prototypen steht, den besten Vertretern einer bestimmten Kategorie (vgl. Blank 2001, S. 47f., Heinemann/Heinemann 2002, S.103) - vgl. Protoypensemantik, Protoyp, Prototypikalität, Familienähnlichkeit, Fuzziness, cue validity;
 
 
Feedback
Rückmeldung in einem Kommunikationsprozess; Information, die jemand über die Auswirkungen seines Verhaltens erhält
     
  Fehllesung
fehlerhaftes Lesen; zum Teil nachhaltige Konsequenzen: wer sich z.B. in einem Namen eine falsche Buchstabenfolge angeeignet hat, bekommt diese nur noch unter Schwierigkeiten los, weil man ja beim Lesen längst schon weiß, wie der Name (angeblich) lautet. Ebenso verhält es sich im Zusammenhang mit der Schwierigkeit, eigene Rechtschreibfehler zu erkennen. (vgl. Linke u. a. 1994, S.354f.)
 
     
  Fehlschluss
- vgl. Schluss, deduktiver Fehlschluss, genetischer Fehlschluss, statistischer Fehlschluss
 
     
  Fehlschluss, deduktiver
vgl. deduktiver Fehlschluss
 
     
  Fehlschluss, genetischer
vgl. genetischer Fehlschluss
 
     
  Fehlschluss, statistischer
vgl. statistischer Fehlschluss
 
     
  Feintranskript
Form des Transkripts von Gesprächen nach den Transkriptionskonventionen des Gesprächsanalytischen Transkriptionssystems (GAT); die Erfassung von Merkmalen von Äußerungen geht dabei über die gesprächsanalytischen Mindeststandards des Basistranskripts hinaus; zu den Transkriptionskriterien des Basistranskripts kommen beim Feintranskript noch eine genauere Erfassung der Tonhöhenbewegung oder auch durch die Berücksichtigung der nonverbalen Kommunikation hinzu. - vgl. Basistranskript, Gesprächsanalytischen Transkriptionssystems (GAT), Transkription, Gesprächsanalyse, Notation
 

 

Fernperspektive
vgl. Standort des Erzählers
     
  Fertigkeiten
Bereich des Handlungswissen, der durch körperliche Erfahrung und Übung gebildet wird; "gewusst wie" (=Vergangenheitsbezogenheit) um es für eine zukunftsorientierte Tätigkeit wieder anzuwenden; Typen: kognitive, psychomotorische, affektive, sozial-interaktive Fertigkeiten (vgl. Jarz 1997, S.77, Mandl, Spada 1988)
Beispiele: als Alltagswissen: Schwimmen, Rad- oder Autofahren, Schachspielen, 
 
      
  Fertigkeiten, affektive
vgl. affektive Fertigkeiten
 
     
  Fertigkeiten, kognitive
vgl. Kognitive Fertigkeiten
 
     
  Fertigkeiten, psychomotorische
vgl. Psychomotorische Fertigkeiten
 
     
  Fertigkeiten, sozial-interaktive
vgl. Sozial-interaktive Fertigkeiten
 
     
  Feuilleton
(frz. Blättchen), 1) Kommentierung von Ereignissen und Sachverhalten aus dem kulturellen Bereich (Literatur, Kunst, Theater, Wissenschaft) im Unterhaltungs- und Kulturteil einer Zeitung 2. publizistisches Genre, das in einem leicht verständlichen, witzigen, durchaus persönlich gehaltenen Plauderton oft als eine "Bruderform des Essays" (Nickisch 1996, S.362) daherkommt, weil es wie dieser thematische Freiheit besitzt und bestimmte Strukturprinzipien wie die subjektive, locker-assoziative Gedankenführung aufweist; im Unterschied zum Essay aber meistens erheblich kürzer skizziert es einem breiteren Publikum, oft von weniger wichtigen oder zufälligen Aktualitäten ausgehend, die subjektive Sicht seines Verfassers darauf in einer mitunter suggestiv wirkenden, interessant pointierten, unterhaltsamen, humorvoll oder kritisch-satirischen Prosa; ungeachtet seiner oft improvisiert wirkenden Struktur, will das F. im Allgemeinen aufklären und belehren, was auf der anderen Seite den bewussten und konzentrierten Einsatz stilistischer und rhetorischer Mittel nach sich zieht; wichtige Vertreter u. a. »Heine (1797-1856), »Börne (1786-1837), »Glaßbrenner (1810-1878), »Fontane (1819-1898), »Alfred Polgar (1873-1955), »Tucholsky (1880-1935), »Kisch (1885-1948), »Robert Walser (1878-1956), »Friedrich Sieburg (1893-1964), »Walter Jens (geb. 1923) - vgl. Essay
 
 
Figur
1) Haupt- oder Nebengestalt in einem literarischen Text; im dramatischen Text genauere Bezeichnung für die noch üblichen Bezeichnungen »Person« oder »Charakter«, die hervorheben soll, dass die fiktive dramatische Figur sich von einem realen Charakter als künstlich geschaffenes, intentionales Konstrukt abhebt (vgl. Pfister 1977, S.221)  2) besondere sprachliche Gestaltungsmittel: rhetorische Figuren - vgl. Personal, Hauptfigur, Nebenfigur, backstage character, rhetorische Figuren,
     
  Figur(en)gedicht
auch: Technopaignion = altgr. künstl. Spielerei; Bezeichnung für eine Gedicht, das durch eine bestimmte metrische Gestaltung (längere und kürzere Zeilen) im geschriebener oder gedruckter Form einen Gegenstand als Umriss darstellt, der in den meisten Fällen in einer symbolischen Beziehung zum Inhalt des Gedichts steht; schon in der Antike als raumnützende Aufschriften auf Weihegegenständen verwendet; im Barock eine Vielzahl solcher "Bilderreime", z. B. Herzen, Sanduhren, Waage, Palmblätter usw. - vgl. Bildgedicht, Dinggedicht, Bild-Figuren-Gedicht,
Beispiel: Theodor Kornfeld, Ein Sand-Uhr
 
 
Figur, rhetorische
vgl. rhetorische Figuren
 
Figurale Charakterisierungstechniken
Techniken zur Charakterisierung einer Figur im Drama, bei denen die Informationen zur Charakterisierung unmittelbar von einer Figur ausgehen; Klassen: explizit-figurale Charakterisierungstechniken (z.B. Eigen-/Fremdkommentar), implizit-figurale Charakterisierungstechniken (z.B. außersprachlich: Mimik, Gestik, Kostüm; sprachlich: Stimmqualität, Sprachstil) - vgl. Pfister 1977, S.251ff. - vgl. Charakterisierungstechnik, explizit-figurale Charakterisierungstechniken, implizit-figurale Charakterisierungstechniken, auktoriale Charakterisierungstechniken 

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Figuralstil
1) im epischen Text: Figurencharakterisierung durch  die Figuren selbst in Form ihrer eigenen charakteristischen Redeweise bei direkter Redewiedergabe oder auf Innensicht beruhender Gedankenwiedergabe - Beziehungsstil, Figurencharakterisierung 2) im dramatischen Text: charakteristische Redeweise einer bestimmten dramatischen Figur
Epischer Text - Beispiel: "Verdammtes Schwein!", rutschte Antonia heraus, nachdem sie den unglaublichen Vorschlag von Martin gehört hatte.
 
Figuren, alternative
vgl. alternative Figuren
 
Figuren, dominante
vgl. dominante Figuren
 
Figuren, konkomitante
vgl. konkomitante Figuren
 
Figurencharakterisierung
im epischen Text: Gesamtheit der Informationen über eine fiktive Gestalt im Text, die die Eigenart (Charakter) einer Figur ausmachen; Ebenen: 1) Erzählerebene bzw. Ebene der Erzählinstanz 2) Ebene der Figuren; zu 1: a) explizit durch den Erzähler bzw. die Erzählinstanz (Beschreibungen, Beziehungen, Handlungen, Situationen, Redeinhalte, Gefühlsinhalte) b) explizit durch Figuren (Selbsthematisierung, Fremdthematisierung); zu 2: a) implizit durch den Erzähler bzw. die Erzählinstanz (Korrespondenz und Kontrast, Namengebung, Auftreten) b) implizit durch die Figuren (Figuralstil, Beziehungsstil, Thematik) - vgl. poetische Charakteristik, Handlungsraum; im dramatischen Text:

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Figurengestaltung
auch: Personengestaltung, mitunter auch: Figurencharakterisierung i.w.S.; 1) im epischen Text Gesamtheit der vom Autor / Erzähler / der Erzählinstanz verwendeten erzähltechnischen Mittel, um eine Figur zu kennzeichnen 2) im dramatischen Text Gesamtheit der vom Autor direkt oder den Figuren verwendeten Mittel, um eine dramatische Figur zu gestalten- vgl. erzähltechnische MittelFigurencharakterisierung, Figurenkonstellation, Figurenkonzeption
 
Figurenkonzeption
Grundvorstellung über wesentliche Eigenschaften einer  Figur; im epischen Text: Man kann unterscheiden: a) statisch oder dynamisch angelegter Figur b) charakterlich voll/sehr ausgeprägter Figur (auch: Charakter) oder nur mit wenigen Merkmalen versehene Figur (tendiert zum Typus) c) geschlossener (=eher rätselhaft) oder offener (=erfassbare) Figur; im dramatischen Text

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Figurenkonstellation
auch: Personenkonstellation; 1) im literarischen Text: a) Anzahl der Figuren und ihr Anteil im literarischen Text (quantitativer Aspekt) b) Merkmalszuordnungen nach Geschlecht, Alter, sozialem Status, Wertorientierungen und Art der Beziehung der Figuren zueinander (z.B. Liebesbeziehung) (qualitativer Aspekt) 2) in der Dramentheorie: dynamische Interaktionsstruktur zwischen Figuren des Personals, die über personenstrukturierende, statische Merkmale und Merkmaloppositionen hinausgehen, aber auch auf diesen aufbauen; z.B. Merkmalopposition männlich - weiblich als Möglichkeit einer Liebesintrige (vgl. Pfister 1977, S.232) - vgl. Personal
 
Figurenrede
auch: Personenrede; Darbietungsform des Erzählens; das erzählte Geschehen wird durch Äußerungen oder Gedanken einer oder mehrerer Figuren vermittelt (direkte Rede, indirekte Rede, erlebte Rede, innerer Monolog, Bewusstseinsstrom) vgl. Erzählerbericht i.w.S., gesprochene Rede, stumme Rede
     
  Fiktion
1. Allgemeine Bezeichnung für etwas, das nur in der Vorstellung besteht, Erdachtes oder bloß Vorgestelltes; 2. als literaturwissenschaftlicher Begriff: Grundelement der "Dichtung", die Erfundenes und bloß Vorgestelltes ebenso wie real Existierendes als "wirklich" darstellt (Als-ob-Wirklichkeit).
 
     
  fiktional
auf einer Fiktion, etwas bloß Erdachtem oder nur Vorgestellten beruhend
 
     
  Fiktionales Gespräch
im gesprächsanalytischen Ansatz von Helmut Henne und Helmut Rehbock (1995) Bezeichnung für Gespräche, die in der fiktionalen Literatur (Literatur und Philosophie) stattfinden, z. B. dramatischer Dialog - vgl. Gespräch, Gesprächsanalyse, natürliches Gespräch, fiktives Gespräch
 
     
  Fiktionaler Text
Text, dessen dargestellte Welt "erfunden" ist und zwar so, dass seine Figuren und Sachverhalte als "wirklich" wahrgenommen werden können; oft auch synonym für den Begriff: literarischer Text oder Dichtung verwendet- vgl. nicht-fiktionaler Text, literarischer Text, Gebrauchstext
 
     
 

Fiktionalität
Eigenschaft eines Textgegenstandes, der auf einer Fiktion beruht

 
     
  Fiktives Gespräch
im gesprächsanalytischen Ansatz von Helmut Henne und Helmut Rehbock (1995) Bezeichnung für Gespräche, die zu bestimmten Zwecken wie z. B. für den Unterricht entworfen werden (Planung eines Unterrichtsgesprächs) - vgl. Gespräch, Gesprächsanalyse, natürliches Gespräch, fiktionales Gespräch
 
 
Fiktiver Leser
in der Rezeptionstheorie Bezeichnung für den in literarischen Texten häufig direkt angesprochenen (fingierten) Leser (Leseranrede); Pendant zum ebenso textinternen fiktiven Erzähler - vgl. Leser 
 
Filmanalyse
- vgl. Medienerziehung, verfilmte Literatur,
 
Filmgespräch
Methode der Medienerziehung; für die Bewahrpädagogik wichtige Methode, um Kinder und Jugendliche zum "guten" Film hinzuführen - vgl. Medienerziehung, Filmanalyse 
 
Finalsatz
Form des Adverbialsatzes; Gliedsatz bei dem der finale Adverbialsatz anstelle des Satzgliedes adverbiale Bestimmung des Zwecks (finale adverbiale Bestimmung) steht - vgl. Adverbialsatz, Gliedsatz
Beispiel: Er sprang zur Seite, damit der Lastwagen an ihm vorbeikam. (Konjunktionalsatzform)

 

Finite Verbform
auch: Konjugationsform, Flexionsform des Verbs nach den grammatischen Kategorien Person, Tempus (Zeit), Numerus (Zahl), Modus (Aussageweise) und Genus verbi (=Aktiv oder Passiv); flektiertes Verb besitzt eine konjugierte Form (Konjugationsform), diese Form ist eine nach diesen Kriterien bestimmte, d.h. finite Verbform; Gegensatz: infinite Verbform - vgl. Verb, Konjugationsform, Flexionsform
Beispiele: ich gehe = 1. Person Singular Indikativ Präsens Aktiv (1.Pers. Sg. Ind. Präs. Akt.) - Sie werden gereinigt werden = 3.Pers. Pl. Fut. I Pass.
 
Flexem
Flexionsmittel, d.h. Änderungen an den flektierbaren Wortarten mit Hilfe von Endungen (gelegentlich mit Umlaut, teilweise mit Vokaländerungen (Ablaut); Flexeme für Kasus, Numerus, Person, Genus, Komparation und für die Verbformen treten immer zum Stamm des Wortes, den sie zur Wortform erweitern oder ergänzen - vgl. Engel 1996, S.18) - vgl. Flexion, Flexionsformen
 
Flexion
auch: Beugung, Biegung, Formenbildung, Abwandlung; übergreifend verwendet für alle Abwandlungen bei Nomen (Deklination), bei Adjektiven (Deklination) und Komparation (Steigerung)) und bei Verben (Konjugation); manchmal auch nur i. e. S. verwendet für die Beugung (Konjugation) des Verbs, dann: Flexionsformen des Verbs bzw. sogar: Verben werden flektiert, besser: konjugiert - vgl. Konjugation, Flexionsformen, Flexem
     
  Fließtext
1) auch copy; Textteil einer Werbeanzeige; entweder als eigenständiger Textteil oder gemeinsam mit der Headline als Makrotext aufgefasst; ursprüngliche Funktion Informationsübermittlung über das beworbene Produkt, heute häufig zur Erzeugung einer Glaubwürdigkeitsillusion eingesetzt; mitunter mit in direktem inhaltlichen Zusammenhang zur Copy stehenden Claim abgerundet; diese fungiert als eine Art Merkspruch, zieht ein kurzes Fazit der Copy und stellt deren zentrale Bedeutung noch einmal knapp dar; Shortcopy: Textblöcke aus maximal 5 Sätzen und ohne erkennbare Gliederung; einfache Sätze, ohne komplizierten Inhalt; in der Hauptsache zur Unterstreichung der Glaubwürdigkeit
Longcopy: längere Texte mit äußerlichen Gliederungsmerkmalen wie Absätze und/oder Absatzüberschriften (Sublines); Informationsfunktion - vgl. Werbeanzeige
 
     
  Florilegium
(mittellateinisch. Blütenlese); "Sammlung von Lesefrüchten" (Gero von Wilpert); Bezeichnung von Sammlungen, die lehrhafte oder erbauliche Sentenzen, Bibelstellen mit Kommentierungen enthalten; oft benutzt als Zitatenschatz für Reden und Predigten
 
 
Flugblatt
meist nur zwei-, manchmal auch mehrseitige Schrift (Blatt Papier), das zur Aufklärung der Öffentlichkeit über das Anliegen einer Interessengruppe auf der Straße verteilt wird 
     
  Fluktuation
Wechsel zwischen verschiedenen Darbietungsformen in epischen Texten; häufig: Wechsel zwischen direkter Rede und indirekter Rede bzw. Redebericht als Form des Erzählerberichts
 
     
  Flüssiges Schreiben
von Kruse/Ruhmann ´(2006, S.26) verwendete Übersetzung des Begriffs "performative writing", den Carl Bereiter (1980) in seinem →Stadien-Modell der Schreibentwicklung als zweites Stadium definiert hat; in diesem Stadium verfügt ein Schreibender sowohl über die grundlegenden Fähigkeiten, sich schriftsprachlich zu äußern und assoziativ zu schreiben (= associative writing) und kann dies zugleich so tun, wie es den Schreibkonventionen entspricht - vgl. Schreibentwicklung, performatives Schreiben, assoziatives Schreiben,
 

 

Flexionsformen
abgewandelte, auch: gebeugte oder flektierte Formen eines Nomens (Substantiv, Hauptwort) = Deklinationsformen, eines Verbs = Konjugationsformen oder eines Adjektivs (Eigenschaftswort) = Deklinationsformen und Komparationsformen (Steigerung)
     
  Focus-visual
Funktion eines Bildes in einer Werbeanzeige; einzeln stehende, kleinere Bildelemente, die eine besonders wichtige Produkteigenschaft hervorheben, diese aber zum Zweck der Verdeutlichung noch einmal visualisieren (optische Wiederholung eines Objekts, meist als Abbildung ohne graphisch gestalteten Hintergrund) - vgl. Catch-visual, Key-visual
 
     
  Fördernde Beurteilung
1. Form des mündlichen oder schriftlichen Feedbacks 2. in der Schreibdidaktik idealtypische Bezeichnung für einen Modus in der Reaktion auf Schülertexte, die auf das Herstellen eines gemeinsamen Verständnisses des betreffenden Textes ausgerichtet ist und darüber die Weiterarbeit im Sinne weiterer Textoptimierung anleiten soll (vgl. Baurmann 2002, S.118f., Fix 2006/2008, S.189) - Ggs. bewertend-prüfende Beurteilung, Feedback
 
 
Form
1. bei der Textarbeit allg.: äußere Gestalt eines Textes im Gegensatz zu seiner inhaltlichen Aussage 2. in der Aufsatzlehre: bestimmte Regeln, nach denen eine Schreibform in ihrem Aufbau und in ihrer sprachlichen Gestaltung definiert ist; allerdings uneinheitliche Verwendung 2. allgemein in der Ästhetik, im besonderen in Literatur und Kunst: Gesamtheit der sprachlichen und außersprachlichen Mittel, die zur Gestaltung einer Aussage verwendet werden; - vgl. Aussage, Inhalt, Funktionszusammenhang
     
  Formulierungskompetenz
Teilkompetenz der allgemeinen Schreibkompetenz, die auf die Frage antwortet: Wie formuliere und überarbeite ich?; im einzelnen gehören dazu bestimmte Operationen des Schreibprozesses wie schriftsprachliche Formulierung unter Beachtung sprachlich-stilistischer Regeln, verschiedene Formen der Überarbeitung des Textes, Herausfinden und ggf. Korrektur von Fehlern durch klärendes Nachschlagen - vgl. Schreibkompetenz, Zielsetzungskompetenz, inhaltliche Kompetenz, Strukturierungskompetenz,
 
 
Fortsetzungsgeschichte
Darstellungsform des Aufsatzes Erzählung;

 

Frage
den Partner festlegender Sprechakt; Sprecher möchte  Partner zu Mitteilung veranlassen;  Ziel: sein eigenes Wissen erweitern; verschiedene Fragearten (vgl. Engel, 1996, S.52f.) 
     
  Frage, abwehrende
vgl. Abwehrende Frage
 
     
  Frage, geschlossene
vgl. Geschlossene Frage
 
     
  Frage, offene
vgl. Offene Frage
 
     
  Frage, rhetorische
vgl. Rhetorische Frage
 

 

Fragearten
unter dem Aspekt der Sprechhandlung (Sprechakte):   Entscheidungsfrage, Sachfrage, Alternativfrage, Gegenfrage, Rückfrage, Kontaktsignal (Sprecher), Kontaktfrage,  (vgl. Engel, 1996, S.52f.)
nach ihrer inhaltlichen Leistung: geschlossene Fragen, offene Fragen, rhetorische Fragen, Tendenzfragen, Vergewisserungsfragen, Prüfungsfragen, abwehrende Fragen (vgl. Heringer, 1989)
im Bereich des Brainstorming: Schneeschaufelfragen, Spatenfragen
     
  Fragelawine
schreibdidaktische Methode bei der im Rahmen eines kooperativ angelegten Schreibprozesses Leserinnen und Lesern ein Text vorgelegt wird; zu bestimmten Textstellen des Textes werden von den Mitgliedern der beteiligten Schreibgruppe (z. B. auch in einer Schreibkonferenz) Fragen formuliert und notiert - vgl. kooperatives Schreiben, schrittweise kooperatives Schreiben,
 
 
Fragemethode
auch: W-Fragen-Methode
 
Fragesatz
auch: Interrogativsatz; pragmatische Aufgabe: Formulierung von Fragen; in einem Fragesatz steht entweder ein Frageelement vor dem finiten Verb (z. B. mit Interrogativpronomen gebildete W-Fragen; sog. Verbzweitstellungs-Typ) oder die finite Verbform steht an der Spitze des Satzes (Stirnsatz, sog. Verberststellungs-Typ); im Deutschen gibt es den Fragesatz als (a) Ergänzungsfrage (wenn dieser nicht eingebettet ist als Verbzweitstellungs-Typ) oder als (b) Entscheidungsfrage (wenn nicht eingebettet als Verberststellungs-Typ). Daneben man noch (c) indirekte Fragesätze formulieren. - vgl. Satzarten, Fragen, FrageartenInterrogativsätze, Entscheidungsfrage Ergänzungsfrage, Interrogativpronomen
Beispiele: Wann kommst du? - (b) Soll man das Rauchen in öffentlichen Gebäuden verbieten? - (c) Ich weiß nicht, wann der Briefträger kommt. 
     
  »Freewriting
in den 1960er Jahren von »Ken Macrorie (1918-2009) eingeführte und in den 1970er Jahren von Peter Elbow (1973/1998) fortentwickelte assoziative Technik des →automatischen Schreibens, der Ideen gefunden, weiterentwickelt und Themen eingekreist werden können - vgl. automatisches Schreiben, Rapid Writing, One-minute Paper,
 

 

Freie Erörterung
1. schulische Schreibform; Problemerörterung, die im Vergleich zur Texterörterung frei, d.h. nicht an eine größere Textvorlage gebunden ist, sondern von einem in einem (Aufsatz-)Thema gestellten Problem ausgeht; in den Einheitlichen Prüfungsanforderungen in der Abiturprüfung Deutsch (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 01.12.1989 i. d. F. vom 24.05.2002) wird die Aufgabenart dem erörternden Erschließen zugeordnet;
Dabei werden die folgenden Operationen bzw. Leistungen auch für die Aufgabenart der literarischen Erörterung verlangt:
  • ein Thema erfassen, Begriffe bestimmen und erläutern

  • selbstständig eine Gliederung entwickeln, die der Aufgabenstellung angemessen ist, und

  • den eigenen Zugriff auf das Thema deutlich werden lässt

  • sachangemessen und selbstständig einen zu bearbeitenden Aspekt aus der Literatur oder

  • dem sprachlich-kulturellen Leben unter einem thematischen Leitgedanken strukturieren

  • literaturgeschichtliche, motivliche, gesellschaftliche, philosophische Zusammenhänge und

  • Traditionen erkennen und herausstellen

  • selbstständig text- und themenadäquate Untersuchungs- bzw. Vergleichskriterien ermitteln

  • Auffassungen abwägen, voneinander abgrenzen und werten

  • strukturiert, zielgerichtet und sprachlich korrekt argumentieren

  • begründet Schlüsse ziehen und Stellung nehmen.

2. nach dem Kriterium des Fehlens einer Textvorlage zur Erörterung (Texterörterung) ließen sich auch die freie literarische Erörterung und der freie kommentierende Leserbrief zur Textklasse der freien Erörterung zählen

vgl. schulische Schreibform, Problemerörterung, Texterörterung, Sacherörterung, erörterndes Erschließen,

     
  Freie literarische Erörterung
1. Form der literarischen Erörterung; schulische Schreibform; 2. Aufgabenart des erörternden Erschließens einer literarischen Fragestellung ohne konkrete Textvorlage (Einheitliche Prüfungsanforderungen in der Abiturprüfung Deutsch (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 01.12.1989 i. d. F. vom 24.05.2002),  Schwerpunkte: Auseinandersetzung mit den in der Literatur gestalteten kulturellen Erfahrungen der Gesellschaft, den über Literatur und Kunst vermittelten Wirklichkeitserfahrungen und Wertvorstellungen in existenzieller und allgemeingesellschaftlicher Hinsicht; Ggs. zu literarischer Erörterung auf der Grundlage eines literarischen Textes (textgebundene literarische Erörterung);
Dabei werden die folgenden Operationen bzw. Leistungen auch für die Aufgabenart der freien Erörterung (textungebundene Erörterung) verlangt:
  • ein Thema erfassen, Begriffe bestimmen und erläutern

  • selbstständig eine Gliederung entwickeln, die der Aufgabenstellung angemessen ist, und

  • den eigenen Zugriff auf das Thema deutlich werden lässt

  • sachangemessen und selbstständig einen zu bearbeitenden Aspekt aus der Literatur oder

  • dem sprachlich-kulturellen Leben unter einem thematischen Leitgedanken strukturieren

  • literaturgeschichtliche, motivliche, gesellschaftliche, philosophische Zusammenhänge und

  • Traditionen erkennen und herausstellen

  • selbstständig text- und themenadäquate Untersuchungs- bzw. Vergleichskriterien ermitteln

  • Auffassungen abwägen, voneinander abgrenzen und werten

  • strukturiert, zielgerichtet und sprachlich korrekt argumentieren

  • begründet Schlüsse ziehen und Stellung nehmen.

vgl. literarische Erörterung,

 
     
  Freier Aufsatz
in der traditionellen Aufsatzlehre Bezeichnung für einen aus den Vorstellungen der »Reformpädagogik seit der Wende zum 20. Jahrhundert stammender Typ des Schulaufsatzes, der eine Verbindung zwischen einer freien Naturform und einer gestaltenden Kunstform des Schreibens herzustellen suchte; schreibstrategisch betrachtet, soll das sich das Schreiben, weitgehend ohne Einwirkung eines Lehrers, ungezügelt und frei entwickeln; das Drauflosschreiben bzw. Schreiben in einem Zug, vor allem aber das Einen-Text-zu-einer-Idee-Schreiben sind daher die grundlegende Schreibstrategie des freien Aufsatzes; in Thema, Stoff, Gliederung und Sprache war der meist als Erlebnisaufsatz konzipierte freie Aufsatz ebenso frei, wie bei seinem Umfang und der Zeit, die das Schreiben benötigte; Überbetonung der Subjektivität als Grundlage für ein ganzheitlich verstandenes Konzept, das im Wecken ursprünglicher und schöpferischer Kräfte den wesentlichen Beitrag zur Entwicklung von Fantasie und seelisch-geistiger Entwicklung sah. - vgl. Aufsatzlehre, gebundener Aufsatz, funktionaler Aufsatz, sprachgestaltender Aufsatz, Erlebnisaufsatz,
 
     
  Freier kommentierender Leserbrief
textungebundene Form eines Leserbriefes, mit dem ein Leser/Rezipient sich in einem Print- oder Onlinemedium in einer eigens dafür vorgesehenen Rubrik oder in einem online zur Verfügung gestellten Feedback-Bereich zu einem allgemeinen Thema oder Problem äußert - vgl. Leserbrief, freie Erörterung,
 
 
Freies Exzerpt
frei und eigenständig formulierter Inhaltsauszug aus einem Text; Auswahlkriterium: Wichtigkeit und Bedeutung für ein Thema, eine Fragestellung; genaue Quellenangabe erforderlich - vgl. Exzerpieren, wörtliches Exzerpt

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Fremdthematisierung
1) im epischen Text: explizite Information zur Figurencharakterisierung durch  andere Figuren in Form der direkten Redewiedergabe einer Figur oder in Form von auf Innensicht beruhender Gedankenwiedergabe einer Figur. 2) im dramatischen Text: Thematisierung einer Figur durch andere Figuren eines Dramas;  unterschieden werden muss: a) die Fremdthematisierung vor dem ersten Auftreten einer Figur b) - nach dem ersten Auftreten einer Figur c) - in Anwesenheit der Figur d) - in Abwesenheit der Figur; vgl. Selbstthematisierung
Epischer Text - Beispiel: Martin Bach ließ  es nicht gelten: "Nein, nein, Antonia - du bist nicht spießig. Du bist einfach verklemmt, das ist es!"
     
  Fremdwahl
auch: Fremdzuweisung, Form des Sprecherwechsels in einem Gespräch (Gegenteil: Selbstwahl); ein Hörer wechselt in die Sprecherrolle, nachdem er von seinem Gesprächspartner oder dem Gesprächsleiter bestimmte verbale und/oder nonverbale Signale bekommt, die ihm mitteilen, dass er nun zu Wort kommt (z. B. Frage und Nennung des Namens, Blickkontakt, Kopfnicken usw.)  - vgl. Gesprächsanalyse, Sprecherwechsel, Selbstwahl
 
 
Fremdwort
Ausdruck aus einer fremden Sprache, der in den Wortschatz der deutschen Sprache eingegangen ist, auch wenn er hinsichtlich seiner Lautung und/oder Schreibung und/oder Flexion nicht oder nur zum Teil in die deutsche Sprache integriert ist - vgl. Lehnwort
     
  Fremdzuweisung
vgl. Fremdwahl
 

 

Fünfsatz
Aufbauschema für die Gestaltung wirksamer Diskussionsbeiträge; Planungs- und Formulierungsmodell; fünfteiliger Aufbau - vgl. Argumentation, Diskussion, Diskussionsbeitrag, Redebeitrag
     
  Funktionaler Aufsatz
in der traditionellen Aufsatzlehre Bezeichnung für einen seit den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts üblichen Typ des Schulaufsatzes, der im Anschluss an die "kommunikative Wende" das schulische Schreiben stärker als bisher an realen Kommunikationssituationen orientierte, für aktuelle Themen öffnete und ein funktionales adressatenbezogenes Schreiben in den Vordergrund rückte - vgl. Aufsatzlehre, gebundener Aufsatz, freier Aufsatz, sprachgestaltender Aufsatz, Erlebnisaufsatz,
 
     
  Funktionsverbgefüge
(auch: Schwellform, Streckform); linguistischer Fachterminus zur Bezeichnung bestimmter komplexer Verbkonstruktionen, bestehend aus a) einem Funktionsverb und einem Präpositionalobjekt oder b) einem Funktionsverb und einem Akkusativobjekt; Funktionsverben sind dabei Vollverben, die ihre ursprüngliche Bedeutung innerhalb des Funktionsverbgefüges weitgehend verloren haben und kein eigenständiges Prädikat mehr bilden können; häufig keine Passivbildung möglich; Negation bei Funktionsverbgefügen mit Präpositionalobjekt mit "nicht" ; stilistische Gefahr "Beamtendeutsch" durch überflüssige Nominalisierungen;  vgl. Nominalisierung - Kondensierung - Textkondensation
Beispiele: a) zur Anzeige bringen:  in Kraft treten: Die Schulordnung tritt heute in Kraft; Anita bringt die Beleidigung zur Anzeige b) Nachricht geben: Auftrag erteilen: Der Bauherr erteilt heute den Auftrag zur Sanierung des Dachgeschosses; Der Arzt gibt dem Patienten Nachricht;
 
 
Funktionszusammenhang
h: Wechselwirkung von verschiedenen Faktoren 1.  F. von Form und Inhalt 2. F. von Form, Inhalt, Aussage und Wirkung
     
  Fuzziness
auch: Unschärfe; in der Protoypensemantik verwendeter Begriff, der darauf verweist, dass die Umrisse von Kategorien häufig nicht klar und scharf gezogen werden können und somit die Zuordnung von Elementen zu bestimmten Kategorien oft nur mit einem bedingten Ja oder Nein beantwortetet werden kann (vgl. Kortmann 1999, S.175)
 
     
  Fuzzy Logic
Bezeichnung für die Analyse von logischen Strukturen (Argumenten), die streng logisch betrachtet nicht gültig bzw. korrekt sind; unscharfe Aussagen mit unscharfen Argumenten nach dem Muster:
Reife Äpfel sind süß.
Dieser Apfel ist ziemlich süß.
Also: Dieser Apfel ist ziemlich süß.
(vgl. Bayer 1999, S.148)
 

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