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Glossar

Fachbegriffe für den Deutschunterricht

 

 

 

 

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R - T U V W X Y Z

 

 

 

Sacherörterung
Sachfrage
Sachtext
Sachurteil 
Sachverhalt
Sage
Satire
Satz
Satzgefüge 
Satz, komplexer
Satzreihe 
Satzverbindungen 
Satzwertiger Infinitiv 
Scaffolding
Schaubild
Schauplatz
Schau-Platz
Schau-Raum
Schauspielerbezogene Bühnenanweisung
Schema
Schemata 
Schematisierte Ansichten 
Schematheorie
Schichtentheorie 
Schlagwort 
Schlagzeile
Schlüssigkeit
Schlüsselbegriff 
Schlüsselwort 
Schluss
Schlussgedanke
Schlussreim 
Schneeschaufelfrage 
Schnelllesen 
Schranken-Signal
Schreibatelier
Schreibaufgabe
Schreibaufgabe, freie
Schreibaufgabe, kontextgebundene
Schreibaufgabe, vorlagengebundene
Schreibblockade
Schreibblockierter anerkennungsabhängiger Schreiber
Schreibblockierter anerkennungsabhängiger Schreiber
Schreibblockierter Frühstarter
Schreibblockierter Spätstarter
Schreibblockierter Überkritischer
Schreibblockierter Zusammenfasser
Schreibdidaktik
Schreibdidaktik, empirische
Schreibdidaktik, literarische
Schreibdidaktik, produktorientierte
Schreibdidaktik, prozessorientierte
Schreibdiskussion
Schreiben in einem Zug
Schreiben, aktivitätszerlegendes
Schreiben, argumentatives
Schreiben, assoziativ-expressives
Schreiben, assoziatives
Schreiben, asynchrones
Schreiben, authentisches
Schreiben, authentisch-gestaltendes
Schreiben, automatisches 
Schreiben, emotional-expressives
Schreiben, epistemisches
Schreiben, epistemisch-heuristisches
Schreiben, erörterndes
Schreiben, essayistisches
Schreiben, expressives
Schreiben, für sich
Schreiben, flüssiges
Schreiben, formulierendes
Schreiben, gemeinsames kooperatives
Schreiben, heuristisches
Schreiben, intertextuelles
Schreiben, kognitionstransformierendes
Schreiben, kollaboratives
Schreiben, kommunikatives
Schreiben, konzeptionelles
Schreiben, kooperatives
Schreiben, kreatives
Schreiben, lernendes
Schreiben, literarisches
Schreiben, materialgestütztes
Schreiben, nicht-zerlegendes
Schreiben, normgerechtes
Schreiben, normorientiertes
Schreiben, operatives
Schreiben, performatives
Schreiben, personal-kreatives
Schreiben, planendes
Schreiben, poetisches
Schreiben, problemlösendes
Schreiben, produktorientiertes
Schreiben, produktzerlegendes
Schreiben, prozessorientiertes

Schreiben, reflektierendes
Schreiben, reflektiertes
Schreiben, reflexives
Schreiben, regelgemäßes
Schreiben, schrittweise kooperatives
Schreiben, synchrones
Schreiben, synkretistisches
Schreiben, telekooperatives
Schreiben, teilweise kooperatives
Schreiben, textbezogenes
Schreiben, textmusterkonformes
Schreiben. textmusterorientiertes
Schreiben, textnormkonformes

Schreiben, texttransformierendes
Schreiben, transferierendes
Schreiben, zerlegendes
Schreiben in einem Zug
Schreiben nach dem Puzzle-Prinzip
Schreibentwicklung
Schreibexperte
Schreibfehler
Schreibformen 
Schreibformen, betriebliche
Schreibformen, berufliche

Schreibformen, schulische
Schreibfunktionen
Schreibhemmung
Schreibkompetenz
Schreibkonferenz
Schreibkonzept
Schreibmotivation
Schreibplan
Schreibportfolio
Schreibprozeduren
Schreibprozess
Schreibprozess, flowgesteuerter
Schreibprozessmodell (Hayes/Flower 1980)
Schreibschwierigkeiten

Schreibstörung
Schreibstrategie
Schreibverhalten
Schreibziel
Schreibzirkel
Schrift
Schriftart
Schriftführer 
Schriftkompetenz
Schriftkompetenz, literale
Schriftlichkeit
Schriftlinguistik
Schriftproduktion
Schriftrezeption
Schrifttyp, logographischer
Schrifttyp, phonographischer
Schrifttypen
Schritt-für-Schritt-Schreiben
Schrittweises kooperatives Schreiben
Schüttelreim
Schutz-Überkreuzung
Schwerpunktthema
Screen sharing
Segment
Segmentale Leseroute
Segmentales Lesen
Sementalschrift
Segmentierung
Sehfläche
Seifenoper
Selbstkonzept
Selbstreflexives Schreiben
Selbstselektion
Selbstthematisierung
Selbstwahl
Selbstzuweisung
Sekundärliteratur
Sekundenstil
Semantik
Semiotik 
Senkung
Sensorisches Gedächtnis
Sentenz 
Sequenzielle Revision
Sequenzielles Lesen

Sermon
Setting
Short Term WebQuest
Showing 
Sie-Anrede
Siezen
Silbenkurzwörter
Silbenschrift
Sinnabschnitte 

Sinnbild 
Sinnentnehmendes Lesen
Sinnfiguren
Sinngemäßes Zitieren

Situationen (Epik) 
Situationalität
Situationales Interesse
Situativer Kontext

Sitzungsprotokoll 
Slang
Slogan

Soap Opera
Sofort-Schreiben
Sonett

Soziale Abhängigkeitsorientierung
Sozial-interaktive Fertigkeiten
Spatenfrage

Spitzenformulierung
Spontanes Gespräch

Sprachfehler
Sprachgestaltender Aufsatz
Sprachhandlung 
Sprachkompetenz
Sprachliche Eindeutigkeit

Sprachliche Einfachheit 
Sprachliche Kompetenz
Sprachliche Zeichen 
Sprachschicht
Sprachstörung
Sprachwissen
Sprechakt, initiativer
Sprechakt, reaktiver 
Sprechakttheorie (Searle)
Sprechausdruck 

Sprechen
Sprechen, handlungsbegleitendes
Sprechen, thematisches
Sprechfehler

Sprechersigle
Sprecherwechsel

Sprechgestaltende Interpretation
Sprechhandlung
Sprechstörung

Sprichwort
Spruchgedicht
Sprungraffung 
Stabreim

Stamm
Ständeklausel
Statarisches Lesen
Statistisches Argument
Statistischer Fehlschluss
Steiger
Steigernde Erörterung
Stellungnahme
Stellungnahme, begründete
Stellung nehmen 

Sternchenthema
Stereotyp
Steuerung, motivationale
Steuerung, volitionale

Steuerungslage, motivationale
Steuerungslage, volitionale
Stichomythie 

Stichwortliste, lineare
Stichwortliste, strukturierte
Stil
Stilblüte
Stilebene
Stilelemente
Stilfigur
Stilniveau
Stil, essayistischer
Stil, hypotaktischer
Stil, parataktischer
Stimmungsraum
Stimulanz. motivationale
Stirnsatz
Stoff 
Stoffsammlung 
Stored writing plans
Story
Strategien, volitionale
Stream of consciousness
strittig
Strophenmaß
Strukturbild
Strukturierungskompetenz
Strukturlegetechnik
Strukturskizze
Strukturierende Aussagenliste
Strukturierte Stichwortliste
Strukturierte Textwiedergabe

Strukturmethode

Strukturwort
Strukturwortmethode
Stumme Rede

Stützstrategien, metakognitive
Stützungen des Arguments
 
Subjektsatz 
Subjunktion
Subkompetenz
Substantiv 
Substantivstil 
Substitution 
Subsumption 
Sukzessive Raffung 
Summary
Superlativ
Suprasegmentale Merkmale
Suprasegmentalia
Syllabische Schrift
Syllogismenkette
Syllogismus 
Symbol
Symbolisches Zeichen
Symbolraum 
Synästhesie 
Synchrone Kommunikation
Synchrones Schreiben
Synekdoche 
Synkretismus
Synkretistisches Schreiben
Synonym
Syntax 
Synthetisches Drama 
Szenische Darstellung
Szenische Interpretation

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Sacherörterung
Form der freien Erörterung, die im Gegensatz zur Problemerörterung i. e. S., sich um strittige Sachverhalte dreht, zu denen ein begründetes Sachurteil gefällt werden soll; die Erörterung antwortet dabei auf eine Ergänzungsfrage- vgl. freie Erörterung, freie Problem- und Sacherörterung, erörterndes Schreiben, schulische Schreibformen, Ergänzungsfrage
 
Sachfrage
auch: Ergänzungsfrage, den Partner festlegender Sprechakt; Partner soll dem Sprecher über eine Komponente eines bestimmten Sachverhalts Auskunft zu geben. (vgl. Engel, 1996) - vgl. Fragearten, FrageWertfrage, Werturteil
 
Sachtext
vgl. Gebrauchstext, nicht-fiktionaler Text, pragmatischer Text,
 
Sachurteil
Urteil, das auf einer begründete Beurteilung von Bedeutung, Tragweite und Stellenwert eines Problems, seiner Ursachen, Folgen und Konsequenzen in einem größeren Sinngefüge beruht. - vgl. WerturteilSachfrage,
 
Sachverhalt
Gegenstand komplexer Aussagen - vgl. Seiffert 1969a, S.59 - vgl.  Prädikation, Gegenstand
Beispiel: Der Gegenstand der Aussage: "Der neue multimediafähige Prozessor der Firma X ist dreimal schneller und leistungsfähiger als der beste Prozessor der Firma Y." ist der Sachverhalt, dass der neue multimediafähige Prozessor der Firma X dreimal schneller und leistungsfähiger ist als der beste Prozessor der Firma Y.
 
Sage
epische Kleinform; volkstümliche, ursprünglich auf mündlicher Überlieferung beruhende kurze Erzählung von, objektive betrachtet, unwahren, oft ins Übersinnliche und Wunderbare hineinreichenden oder phantastischen Ereignissen, die jedoch mit dem Anspruch auf Authentizität vorgetragen werden und den Glauben der Rezipienten an die Geschichte und deren Elemente voraussetzt - vgl. Erzählung, epische Kleinformen, Märchen, Legende
 
Satire
lat. at. satira bzw. satura lanx = Fruchtschüssel, übertragen etwa: "bunt gemischtes Allerlei" ); oft didaktisch motivierte Verspottung von Missständen, Unsitten, Anschauungen, Ereignissen, Personen, literarischen Werken etc.; entlarvt und verlacht werden soll z. B. das Spießige, Kleinliche, Schlechte und Ungesunde in einer meist sehr bissigen, teils zornigen, mitunter auch pathetischen Weise; Kunstform in verschiedenen Medien wie Texten, Filmen, Bildern usw.;  Satiren können in allen literarischen Formen gestaltet werden z. B- Spruch, Brief, Fabel, Schwank, Komödie, Drama, Lyrik und Epik; dabei bildet die Satire als Kunstform die Wirklichkeit nie originalgetreu ab, sondern ahmt diese auf ihre besondere Art und Weise nach, was sie in ein indirektes Verhältnis zur Wirklichkeit setzt;  im Deutschen auch als Spottschrift, Stachelschrift oder Pasquill (eine gegen bestimmte Personen gerichtete satirische Schmähschrift) bezeichnet. - vgl.
 
Satz
1. sprachliches Konstrukt, das a) ein finites Verb enthält, b) kein Element enthält, das den Satz anderen unterordnet (zumindest potentiell selbständig) c) sich besonders gut dazu eignet, Sprechakte eindeutig zu gestalten (vgl. Engel 1996, S.180) - 2. Eigenschaften: a) Wer einen Satz ausspricht, kann eine vollständige sprachliche Handlung vollziehen. b) Bei der Verständigung wirkt ein Satz wie ein "einzelner Zug im Verständigungsspiel". Wechsel zwischen Dialogpartnern, ohne zu unterbrechen, nur am Ende eines Satzes. c) relativ selbständige Einheit, die oft allein stehen kann d) Die Intonation bzw. die für bestimmte Satzarten typischen Intonationskurven halten einen Satz zusammen. e) Abgeschlossen durch Satzzeichen wie Punkt, Fragezeichen, Ausrufezeichen, manchmal auch durch  Komma, Semikolon oder Gedankenstrich (vgl. Heringer 1989, S.250) 3. sprachliche Darstellung eines Sachverhaltes in Form einer komplexen Aussage; Aussage und Satz meist synonym verwendet; von "Satz" wird auch gesprochen, wenn gar kein bestimmter Wortlaut, sondern nur der Aussageninhalt gemeint ist (vgl. Seiffert 1969a, S.50, 60)
Beispiele zu 3:: 1) Das Haus ist dreistöckig. = Aussage oder Satz; 2) "Dieses Haus ist dreistöckig" - "Dieses Wohnhaus hat drei Stockwerke" - " This house has three floors" = drei verschiedene Sätze, identische Aussage - vgl. satzartiges Konstrukt, Satzarten

 

Satzarten
nach Handlungsarten unterscheidet man drei verschiedene Satzarten: Aussagesatz (Konstativsatz), Fragesatz (Interrogativsatz), Befehlssatz (Imperativsatz) (vgl. Heringer, 1989, Engel 1996) - 
 
Satzartiges Konstrukt
Oberbegriff für Sätze mit einem Hauptverb und abhängigen Gliedern: Hauptsätze, Nebensätze, Infinitivsätze, bedingt auch: Partizipialphrasen (vgl. Engel 1996, S.181)
 
Satzbau
oftmals ungenau gleichgesetzt mit dem Begriff Syntax; Satzteile eines Satzes: Subjekt, Prädikat, Objekt, adverbiale Bestimmung 

 

Satzfiguren
auch: grammatische Figuren, rhetorische Figuren, deren Wirkungsbereich auf der Ebene des Satzes liegt - vgl. rhetorische Figuren, grammatische Figuren
 
Satzformen
uneinheitliche Verwendung des Begriffes; Kurzsätze, gegliederte Sätze (vgl. Heringer, 1989); manchmal identisch mit den Begriffen Satzarten oder Satzverbindungen verwendet; vgl. Satzarten, Satzverbindungen
 
Satzfrage
Form des Fragesatzes; auch: Entscheidungsfrage (Verb-erst-Stellungstyp) - vgl. Fragesatz, Entscheidungsfrage
Beispiele: Gehen wir heute ins Kino? - Soll ich dir etwas vorlesen? - Kannst du später noch einmal vorbei kommen?

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Satzgefüge
vgl. Hypotaxe, Parataxe, Satzverbindungen
 
Satz, komplexer
vgl. komplexer Satz
 
Satzreihe
vgl. Parataxe, Hypotaxe, Satzverbindungen

 

Satzverbindungen
Übergang vom Satz zum Text durch meist paarweise Verbindung; Formen: Gleichordnung (Koordination) in Parataxen und Unterordnung (Subordination) in Hypotaxen (vgl. Heringer, 1989)
 
Satzwertiger Infinitiv
vgl. Infinitivsatz

Scaffolding
(engl. Gerüst bauen): 1. förderliche Unterstützung des selbständigen Lernens durch die Bereitstellung einer vollständigen Orientierungsgrundlage in Form von Anleitungen, Denkanstößen und anderen Hilfestellungen; wenn eine bestimmte Teilaufgabe bewältigt worden ist, wird dieses "Gerüst" schrittweise entfernt; 2. i. e. S. eine Technik des Lehrerverhaltens zur Unterstützung selbständiger individueller oder kooperativer Lernprozesse in Form von Lernberatung (Coaching), bei der die Lehrperson "Anstösse und Anregungen für die selbständige Konstruktion von Wissen sowie zum Aufbau von Lern- und Denkprozessen (aber keine Arbeitsanweisungen oder Lösungen) gibt." ( Dubs 2009, S.93) - vgl. Lernberatung

 
Schaubild
1) im Alltagssprachgebrauch Oberbegriff für Visualisierungen jeder Art 2) Allgemeine Bezeichnung für die Visualisierung eines Sachverhaltes mit überwiegend grafischen Mitteln 3) i. e. S. →Prinzipdarstellung - vgl. Bildstatistik, Diagramm, diskontinuierlicher Text, Infografik, Prinzipdarstellung, Strukturbild, Strukturskizze,
 
Schauplatz
1) allg. Stelle, an der sich etwas Bestimmtes abspielt/ereignet 2) in der Dramentheorie wird im Anschluss an Lessings Ausführungen in der »Hamburgischen Dramaturgie häufig zwischen dem allgemeinen Ort (z. B. Jerusalem im Drama Nathan der Weise unterschieden, an dem ein Drama spielt und dem Schauplatz im Rahmen dieses Orts, an dem die dramatischen Handlungen in Szene gesetzt werden (z.B. im Palast des Sultans, auf der Straße, unter Palmen etc.); nicht zu verwechseln mit dem Begriff des "Schau-Platzes" - vgl. Schau-Platz, Ort,
 
Schau-Ort
abgegrenzter Platz (z.B. Saal, Kirche, Fabrikgebäude, Platz), der zum Schau-Raum für die Darsteller (Bühne) und die Zuschauer wird - vgl. Schau-Raum, Schau-Platz,
 
Schau-Platz
m antiken Theater im engeren Sinne der Platz (orchestra und skene), gewöhnlich ein steinernes oder hölzernes Bühnenhaus, auf dem das dramatische Geschehen inszeniert wurde; Ggs. Schau-Raum der Zuschauer (theatron) (vgl. Denk/Möbius 2008, S.103); nicht zu verwechseln mit dem auch in der Dramentheorie uneinheitlich verwendeten Begriff Schauplatz, der die dramatische Handlung an einer bestimmten Stelle lokalisiert; - vgl. Schauplatz, Schau-Raum, Schau-Ort,
 
Schau-Raum
Raum in einem Theater, der z. B. in einem herkömmlichen Theater mit Guckkastenbühne  zwischen Zuschauerraum und der Bühne als Produktionsraum für die Darsteller  aufgeteilt ist.; im antiken Theater im engeren Sinne der Zuschauerraum (theatron) im Ggs. zu dem "Schau-Platz" (orchestra und skene), dem steineren oder hölzernen Bühnenhaus ( vgl. Denk/Möbius 2008, S.103) - vgl. Schau-Platz,
 
Schauspielerbezogene Bühnenanweisung
auch: Inszenierungsanweisung, Regiebemerkung; Bezeichnung für auktorialen Nebentext im dramatischen Text, der Hinweise auf die die Ausgestaltung der Rolle einer dramatischen Figur enthält; dazu zählen →Bühnenanweisungen mit Instruktionen, die sich auf den Auftritt oder den Abgang einer Figur, auf Statur und Physiognomie, Maske und Kostüm, Gestik und Mimik, die paralinguistische Realisierung der Repliken, Figurengruppierung und Interaktion beziehen (vgl. Pfister 1977, S.36f.); Ggs. kontextbezogene Bühnenanweisung
vgl. dramatischer Text, Haupttext, Nebentext, Bühnenanweisung, kontextbezogene Bühnenanweisung,

Schema
1. Vorstellung von einer Sache oder einem Sachverhalt, die jemanden hilft, etwas Bestimmtes zu beurteilen oder in einer bestimmten Art und Weise zu handeln; 2. Vorlage mit allgemeinen allgemeinen Merkmalen, die zur Herstellung von etwas dient - vgl. Schematheorie, Konzept,

 

Schemata
Von Roman Ingarden  (1893-1970) aus der Phänomenologie Edmund Husserls (1959-1938) und dessen Untersuchung intentionaler Akte abgeleitete Vorstellung von der Aspekthaftigkeit jedes intentionalen Gegenstandes, damit auch des literarischen Werkes; im literarischen Werk fehlt den dargestellten Gegenständen eine allseitige Bestimmtheit, d.h. sie können nicht in ihrer Totalität dargestellt werden; sie sind stattdessen nur teilbestimmt und stellen insofern "Skelette" einer allseitigen Bestimmtheit dar, d.h. sie sind schematisiert. - vgl. schematisierte Ansichten, Schichtentheorie 

Schematheorie
Kern der schematheoretischen Vorstellung des Lernens ist die Annahme, "dass im frühen Kindesalter durch umweltbezogenes Handeln Schemata erworben werden und aus diesen allmählich kognitive Konzepte entstehen, die wie Leerstellen auf verschiedene Situationen anwendbar sind. Die Leerstellen wirken beim Lernen wie Erwartungen, sie werden aus dem neuen Bedeutungszusammenhang heraus inhaltlich gefüllt." (Einsiedler, 1996, S.177) - vgl. Schema,

 
Schematisierte Ansichten
In der ästhetischen Theorie Roman Ingardens (1893-1970) eine der vier Schichten eines literarischen Kunstwerkes (Schichtentheorie); besonders ausgeprägte Beteiligung des Lesers, der die im Text nur potentiell angelegten Ansichten aktualisieren und konkretisieren kann; Aktualisierung in Form einer lebendigen Vorstellung beim Lesen durch den Leser, der "im Vorstellungsmaterial anschauliche Ansichten produktiv erlebt und [...] zur Darstellung bringt." (Ingarden 1968 (1975), S.42); prinzipiell können eine Vielzahl schematisierter Ansichten vom Leser aktualisiert werden, allerdings ist eine von der Suggestion der Textstrukturen adäquate ästhetische Erfassung eines Textes möglich; - vgl. Schichtentheorie
 
Schichtentheorie
Literaturästhetische Theorie Roman Ingardens (1893-1970); Auffassung des literarischen Werkes als "mehrschichtiges Gebilde"; 1. "Schicht der Wortlaute und der sprachlautlichen Gebilde und Charaktere höherer Ordnung", 2. "Schicht der Bedeutungseinheiten: der Satzsinne und der Sinne ganzer Satzzusammenhänge", 3. "Schicht der schematisierten Ansichten, in welchen die im Werk dargestellten Gegenstände verschiedener Art zur Erscheinung gelangen", 4. "Schicht der dargestellten Gegenständlichkeiten, welche [...] dargestellt werden" (Ingarden 1968 (1975), S.42) - vgl. schematisierte Ansichten 
 
Schlagwort
(Derzeit nur Platzhalter!) - 
 
Schlagzeile
Form der Überschrift, die bei Presseartikeln (Zeitung, Zeitschrift) oder einer Broschüren u. ä. verwendet wird; typografische Hervorhebung im Vergleich zum Fließtext: größere und fett gedruckte Buchstaben, Abstand vom Fließtext; Terminologie aber uneinheitlich ebenso wie die Typen von Schlagzeilen: u. a. Informationsschlagzeile, thematische Schlagzeile, Rätsel-Schlagzeile, Zitat-Schlagzeilen; Funktion: Prägnante Zusammenfassung des Inhalts als eine Art Resümee, Aufmerksamkeitswecker durch "reißerische" Gestaltung   - vgl. Headline, Fazit-Titel,

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Schlüssigkeit
1. überzeugende, zwingende Argumentation 2. Folgerichtigkeit und den (nachprüfbaren) Tatsachen entsprechende Schlüsse, als Ableitungen von Aussagen aus anderen Aussagen; 3. Argumentationstheoretisch: a) Formales Kriterium für die logischen Gesetzen folgende Begründungen bzw. den Beweise für eine Aussage im Rahmen einer Argumentation; b) bei Einbeziehung der "Wahrheit" der Prämissen im Rahmen einer Argumentation spricht man von der Gültigkeit der Argumentation; Voraussetzung für die Gültigkeit der Argumentation ist die Haltbarkeit (Richtigkeit, Wahrheit) der Prämissen -  vgl. Argument, Argumentation, Gültigkeit, Haltbarkeit, Prämissen,
 
Schlüsselbegriff
auch: Schlüsselwort; öffnet den Zugang zum Verständnis von Problemen, Sachverhalten und Texten; - vgl. Kernbegriff,
 
Schlüsselwort
auch: Schlüsselbegriff; öffnen den Zugang zum Bedeutungskern eines Textes; stehen häufig in vielfältiger Art und Weise miteinander in Verbindung und bilden dann eine gewisses Bedeutungsfeld; oft in Form von rhetorischen Figuren gestaltet wie z.B. Wiederholung von Wörtern und Situationen, Parallelismen von Satzbaumustern oder Verhaltensweisen), Steigerungen, Kontrast/Gegensatz, Symbole, Metaphern, Vergleiche
 
Schluss
1) in der formal-logischen Argumentationsanalyse Bezeichnung für den Übergang von etwas, was wir wissen oder zu wissen glauben, zu etwas Neuem; Prozess verläuft als psychischer, nicht selten als unbewusster oder nur halbbewusster Vorgang (vgl. Bayer 1999, S.239)

Schlussgedanke
1. Kurzfassung des Inhalts einer schriftlichen oder mündlichen Äußerung, die als Abschluss bei der Niederschrift oder der mündlichen Artikulation erst vollständig ausgeführt wird 2. wird in die Arbeitsgliederung einer freien Problem- und Sacherörterung unter dem Grobgliederungspunkt Schluss eingefügt - vgl. Einleitungsgedanke

 
Schlussreim
auch Endreim - vgl. Reim

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Schneeschaufelfrage
von Clark (1973) geprägter Begriff zur Bezeichnung einer Problemfrage beim Brainstorming, die sehr weit gefasst und allgemein gehalten ist; beim Brainstorming zur Eingrenzung eines Problems einsetzbar, das dann in Form einer Spatenfrage formuliert werden soll, um die Ideenfindung effektiv zu machen - vgl. Brainstorming, Spatenfrage, Fragearten
Beispiele: Wie können wir das Klima in unserer Schule verbessern?
Wie lässt sich der Umsatz unserer Filialen erhöhen?
 
Schnelllesen
 - vgl. Lesen
  
Schreibatelier
(auch: Atelier) auf Edouard Schneuwly (1995) zurückgehende schreibdidaktische Methode, bei der umfangreiche Schreibaufgaben, die an authentischen Textmustern entwickelt werden, in kurze, auf bestimmte Textmerkmale beschränkte Teilschreibaufgaben zerlegt und in unterschiedlichen "Ateliers" in eigenen Textproduktionen erprobt werden; Binnendifferenzierung erfolgt durch obligatorische und fakultative Aufgaben;
 
Schreibaufgabe
1. allg.: Aufgabe, die im schreibend bewältigt werden muss; 2. im Prozessmodell von John Hayes und Linda Flower (1980) wesentliches Element des sogenannten Aufgabenumfelds, in dem sich ein konkreter Schreibprozess vollzieht; die problemlösende Schreibaufgabe soll dabei zum Schreiben motivieren und Informationen über Intentionen, Ziele und Adressaten umfassen, an den sich der geschriebene Text richtet; 3. nach Portmann (1991, S. 488ff.) bestimmt von der ▪ Vorgabe bzw. dem Kontext (Thema/Inhalt, ggf. Materialien, vorgegebener Schreibzweck), den Rahmenbedingungen unter denen das Schreiben stattfindet (Textstatus, didaktische Verwendung, äußerer Rahmen) und der sprachlich-textuellen Akzentuierung (Funktion des Schreibens, Textmuster, sprachliche Gestaltung)  - vgl. Schreibprozess, Schreibstrategie, Schreibmotivation,

Schreibaufgabe, freie
vgl. Freie Schreibaufgabe

Schreibaufgabe, kontextgebundene
vgl. Kontextgebundene Schreibaufgabe

Schreibaufgabe, vorlagengebundene
vgl. Vorlagengebundene Schreibaufgabe

 
Schreibblockade
auch: Schreibhemmung; Schreibstörung; Zustand, in dem der Schreibprozess zum Stillstand kommt und dem Schreiber zunächst keine Problemlösung dafür zur Verfügung steht -  vgl. Schreibschwierigkeiten, Schreibstörung, Schreibstrategie, Schreibplan, Schreibentwicklung, Schreibprozess, Schreibkompetenz,
 
Schreibblockierter anerkennungsabhängiger Schreiber
Bezeichnung für einen Typus von Schreiber bzw. Schreiberin, der beim Formulieren des Textes im Schreibprozesses in Schreibschwierigkeiten gerät, weil er / sie ohne verfügbaren inneren oder äußeren Adressaten beim Schreiben nicht vorankommen ( Der nicht verfügbare Adressat); allein und auf sich gestellt können er sich kaum durchringen, etwas zu formulieren;

vgl. schreibblockierter Frühstarter, schreibblockierter Spätstarter, schreibblockierter Überkritischer, schreibblockierter Zusammenfasser, Schreibschwierigkeiten, Schreibstörung, Schreibstrategie, Schreibplan, Schreibentwicklung, Schreibprozess, Schreibkompetenz,

 
Schreibblockierter Frühstarter
Bezeichnung für einen Typus von Schreiber bzw. Schreiberin, der infolge des frühzeitigen Startens des Schreibprozesses in Schreibschwierigkeiten  bei der Bildung seines Schreibkonzepts gerät;
  • kann gewöhnlich ohne Probleme schriftlich formulieren

  • ist nur solange Lust zum Schreiben, solange ihm dabei die Formulierungen leicht von der Hand gehen

  • überprüft und überarbeitet, solange ihm immer wieder Neues einfällt, das Geschriebene kaum

  • liest beim Auftreten einer Störung seines Schreibflusses seinen Text oder einzelne Passagen, um damit wieder auf neue Ideen zu kommen; ändert aber Mängel, die ihm auffallen in der Regel nicht

  • bevorzugt auch nach Feststellung von Mängeln das Weiterschreiben anstelle des Überarbeitens

  • kann logische Brüche, die in seinen Texten vergleichsweise häufig vorkommen nicht oder erst sehr spät erkennen (vgl. Keseling (2004) nach Girgensohn/Sennewald 2012, S.47)

vgl. Schreibblockierter anerkennungsabhängiger Schreiber, schreibblockierter Spätstarter, schreibblockierter Überkritischer, schreibblockierter Zusammenfasser, Schreibschwierigkeiten, Schreibstörung, Schreibstrategie, Schreibplan, Schreibentwicklung, Schreibprozess, Schreibkompetenz,

 
Schreibblockierter Spätstarter
Bezeichnung für einen Typus von Schreiber bzw. Schreiberin, der infolge des späten Startens des Schreibprozesses in Schreibschwierigkeiten gerät; überlegt, recherchiert und arbeitet sein Material besonders gründlich durch, weiß aber meistens nicht so recht, wohin ihn ihr Weg eigentlich führen soll; drei Varianten: a) Schreiber / Schreiberin hat zwar ein Thema, aber keine Fragestellung b) zu Beginn klare Fragestellung wird immer mehr abgeändert mit der Folge, dass der entstehende Text insgesamt zusammenhanglos erscheint und keinen roten Faden besitzt c) unangemessene Schreibziele und ungeeignete Strategien werden verfolgt und / oder mit nicht passenden Textmustern umgesetzt
  • kommt in der Regel nur sehr langsam voran

  • "verzettelt" sich in zahlreichen Gliederungen und Konzepten

  • kann das Thema nicht eingrenzen und will möglichst "alles" unterbringen (vgl. Keseling (2004) nach Girgensohn/Sennewald 2012, S.47)

vgl. Schreibblockierter anerkennungsabhängiger Schreiber, schreibblockierter Frühstarter, schreibblockierter Überkritischer, schreibblockierter Zusammenfasser, Schreibschwierigkeiten, Schreibstörung, Schreibstrategie, Schreibplan, Schreibentwicklung, Schreibprozess, Schreibkompetenz,

 
Schreibblockierter Überkritischer
Bezeichnung für einen Typus von Schreiber bzw. Schreiberin, der, weil er beim Fehlen eines äußeren Adressaten für sein Schreiben seinen inneren Adressaten zu einem überkritischen inneren Zensor über sein Schreiben macht, in Schreibschwierigkeiten gerät;
  • fängt meistens erst spät mit dem Schreiben an

  • unterbricht sein Schreiben immer wieder mit Pausen

  • lässt keinen Schreibfluss aufkommen

  • vergleicht sich oft mit angeblich erfolgreicheren Schreibern

  • überarbeitet seinen Text immer wieder beim Schreiben und hemmt damit den eigenen Schreibfluss ( Texte überarbeiten)

  • hat im Kopf, was er schreiben will, findet aber keine Formulierungen, die ihn zufriedenstellen

  • erlebt das Schreiben meistens als quälend und hat daran keine Freude

vgl. Schreibblockierter anerkennungsabhängiger Schreiber, schreibblockierter Frühstarter, schreibblockierter Spätstarter, schreibblockierter Zusammenfasser, Schreibschwierigkeiten, Schreibstörung, Schreibstrategie, Schreibplan, Schreibentwicklung, Schreibprozess, Schreibkompetenz,

 
Schreibblockierter Zusammenfasser
Bezeichnung für einen Typus von Schreiber bzw. Schreiberin, der . in Schreibschwierigkeiten gerät, die beim Planen  des Schreibprozesses auftritt; häufig beim Zusammenfassen von Texten, in der Schule bei sämtlichen Formen der Textwiedergabe (Inhaltswiedergabe, Inhaltszusammenfassung) (▪  Operator Zusammenfassen); Schreibtypus hat im Allgemeinen einen zu großen Respekt vor dem Wortlaut des Textes, der zusammengefasst werden soll und traut sich zu wenig beim Verstehen des wiederzugebenden Textes zu: daher Tendenz zum Paraphrasieren und zu ausführlichen Exzerpten.
  • nimmt den Sinn des jeweils rezipierten Textes nicht zur Kenntnis

  • zerlegt den Sinn des Textes in viele verschiedene "Einzelsinne"

  • verliert den Sinn des rezipierten Textes damit aus den Augen 
    (vgl. Keseling (2004) nach Girgensohn/Sennewald 2012, S.47f)

vgl. Schreibblockierter anerkennungsabhängiger Schreiber, schreibblockierter Frühstarter, schreibblockierter Spätstarter, schreibblockierter Überkritischer, Schreibschwierigkeiten, Schreibstörung, Schreibstrategie, Schreibplan, Schreibentwicklung, Schreibprozess, Schreibkompetenz,

Schreibdidaktik
Didaktik, die begründet und beschreibt, wie Schreiben unterrichtet werden soll, wie Schreibunterricht organisiert werden soll; - vgl. empirische Schreibdidaktik, prozessorientierte Schreibdidaktik, produktorientierte Schreibdidaktik,

Schreibdidaktik, empirische
vgl. Empirische Schreibdidaktik, Schreibdidaktik,

 
Schreibdidaktik, literarische
vgl. Literarische Schreibdidaktik

Schreibdidaktik, produktorientierte
vgl. Produktorientierte Schreibdidaktik

Schreibdidaktik, prozessorientierte
vgl. Prozessorientierte Schreibdidaktik

 
Schreibdiskussion
auch: Papier-Chat bzw. Papier-Posting oder Textforum; schreibdidaktische Methode, bei der in der Großgruppe Kommentare, Hinweise und Überarbeitungsvorschläge für einzelne Textentwürfe auf einem Plakat platziert werden, die von dem Autor/der Autorin zur Textüberarbeitung verwendet werden können (vgl. Fix 2006/2008, S.177); - Textrevision, schrittweises kooperatives Schreiben, Textforum, Papier-Chat, Papier-Posting

Schreiben
1. allg. kognitive und psychomotorische Fähigkeit zur Verschriftlichung von Sprache; 2. in der Schreibforschung / Schreibdidaktik: besondere Sprachhandlung, "die im Kern auf die selbstständige Produktion von kommunikativ angemessenen und inhaltlich bedeutungsvollen Texten abzielt" (Bachmann / Becker-Mrotzeck (2017), in: Forschungshandbuch empirische Schreibdidaktik (2017), Kindle-Version, S.25) - vgl. Aktivitätszerlegendes Schreiben, argumentatives Schreiben, assoziativ-expressives Schreiben assoziatives Schreiben, asynchrones Schreiben, aus dem Bauch schreiben, aus dem Kopf niederschreiben, authentisches Schreiben, authentisch-gestaltendes Schreiben, automatisches Schreiben, einen Text zu einer Idee schreiben, emotional-expressives Schreiben, epistemisches Schreiben, epistemisch-heuristisches Schreiben, erörterndes Schreiben, expressives Schreiben, formulierendes Schreiben, für sich schreiben, drauflosschreiben, essayistisches Schreiben, flüssiges Schreiben, gemeinsames kooperatives Schreiben, heuristisches Schreiben in einem Zug schreiben, intertextuelles Schreiben, kollaboratives Schreiben, kommunikatives Schreiben, konservierendes Schreiben, konzeptionelles Schreiben, konzipierendes Schreiben, kooperatives Schreiben, kreatives Schreiben, lernendes Schreiben, literarisches Schreiben, manuelles Schreiben, materialgestütztes Schreiben, nicht-zerlegendes Schreiben, normgerechtes Schreiben, normorientiertes Schreiben operatives Schreiben, performatives Schreiben, personal-kreatives Schreiben, planendes Schreiben, poetisches Schreiben, problemlösendes Schreiben, produktorientiertes Schreiben, produktzerlegendes Schreiben, prozessorientiertes Schreiben, reflektierendes Schreiben, reflektiertes Schreiben, reflexives Schreiben, regelgemäßes Schreiben, Schreiben nach dem Puzzle-Prinzip, selbstreflexives Schreiben, Schritt-für-Schritt-Schreiben, schrittweises kooperatives Schreiben, synchrones Schreiben, synkretistisches Schreiben, teilweise kooperatives Schreiben, telekooperatives Schreiben, textbezogenes Schreiben, textnormkonformes Schreiben, textmusterkonformes Schreiben, textmusterorientiertes Schreiben texttransformierendes Schreiben, Versionen schreiben, transferierendes Schreibenzerlegendes Schreiben,

 
Schreiben, aktivitätszerlegendes
vgl. Aktivitätszerlegendes Schreiben
 
Schreiben, argumentatives
vgl. Argumentatives Schreiben

Schreiben, assoziativ-expressives
vgl. Assoziativ-expressives Schreiben

 
Schreiben, assoziatives
vgl. Assoziatives Schreiben

Schreiben, asynchrones
vgl. Asynchrones Schreiben

Schreiben, authentisches
vgl. Authentisches Schreiben

 
Schreiben, authentisch-gestaltendes
vgl. Authentisch-getaltendes Schreiben
 
Schreiben, automatisches
vgl. Automatisches Schreiben

Schreiben, emotional-expressives
vgl. Emotional-expressives Schreiben,

 
Schreiben, epistemisches
vgl. Epistemisches Schreiben
 
Schreiben, epistemisch-heuristisches
vgl. Epistemisch-heuristisches Schreiben
 
Schreiben, erörterndes
vgl. Erörterndes Schreiben
 
Schreiben, essayistisches
vgl. Essayistisches Schreiben

Schreiben, expressives
vgl. Expressives Schreiben

Schreiben, formulierendes
vgl. Formulierendes Schreiben

 
Schreiben, flüssiges
vgl. Flüssiges Schreiben

Schreiben, für sich
vgl. Für sich schreiben

 
Schreiben, gemeinsames kooperatives
vgl. Gemeinsames kooperatives Schreiben

Schreiben, heuristisches
vgl. Heuristisches Schreiben

Schreiben, intertextuelles
vgl. Intertextuelles Schreiben

Schreiben, kognitionstransformierendes
vgl. Kognitionstransformierendes Schreiben

 
Schreiben, kollaboratives
vgl. Kollaboratives Schreiben
 
Schreiben, kommunikatives
vgl. Kommunikatives Schreiben

Schreiben, konservierendes
vgl. Konservierendes Schreiben

 
Schreiben, konzeptionelles
vgl. Konzeptionelles Schreiben
 

Schreiben, konzipierendes
vgl. Konzipierendes Schreiben

Schreiben, kooperatives
vgl. Kooperatives Schreiben
 
Schreiben, kreatives
vgl. Kreatives Schreiben
 
Schreiben, lernendes
vgl. Lernendes Schreiben
 
Schreiben, literarisches
vgl. Literarisches Schreiben

Schreiben, manuelles
vgl. Manuelles Schreiben

 
Schreiben, materialgestütztes
vgl. Materialgestütztes Schreiben
 
Schreiben, nicht-zerlegendes
vgl. Nicht-zerlegendes Schreiben

Schreiben, normgerechtes
vgl. Normgerechtes Schreiben

Schreiben, normorientiertes
vgl. Normorientiertes Schreiben

  

Schreiben, operatives
vgl. Operatives Schreiben

Schreiben, performatives
vgl. Performatives Schreiben

Schreiben, personal-kreatives
vgl. Personal-kreatives Schreiben

 
Schreiben, planendes
vgl. Planendes Schreiben
 
Schreiben, poetisches
vgl. Poetisches Schreiben

Schreiben, problemlösendes
vgl. Problemlösendes Schreiben

Schreiben, produktorientiertes
vgl. Produktorientiertes Schreiben

 
Schreiben, produktzerlegendes
vgl. Produktzerlegendes Schreiben

Schreiben, prozessorientiertes
vgl. Prozessorientiertes Schreiben

Schreiben, reflektierendes
vgl. Reflektierendes Schreiben

 
Schreiben, reflektiertes
vgl. Reflektiertes Schreiben
 
Schreiben, reflexives
vgl. Reflexives Schreiben

Schreiben, regelgemäßes
vgl. Regelgemäßes Schreiben

Schreiben, selbstreflexives
vgl. Selbstreflexives Schreiben

 
Schreiben, schrittweise kooperatives
vgl. Schrittweises kooperatives Schreiben

Schreiben, synchrones
vgl. Synchrones Schreiben

 
Schreiben, synkretistisches
vgl. Synkretistisches Schreiben
 
Schreiben, teilweise kooperatives
vgl. Teilweise kooperatives Schreiben

Schreiben, telekooperatives
vgl. Telekooperatives Schreiben

 
Schreiben, textbezogenes
vgl. Textbezogenes Schreiben

Schreiben, textmusterkonformes
vgl. Textmusterkonformes Schreiben

Schreiben, textmusterorientiertes
vgl. Textmusterorientiertes Schreiben

Schreiben, textnormkonformes
vgl. Textnormkonformes Schreiben

 
Schreiben, texttransformierendes
vgl. Texttransformierendes Schreiben

Schreiben, transferierendes
vgl. Transferierendes Schreiben

 
Schreiben, zerlegendes
vgl. Zerlegendes Schreiben
 
Schreiben in einem Zug
vgl. Nicht-zerlegendes Schreiben

Schreiben nach dem Puzzle-Prinzip
Schreibstrategie, die das Schreibprodukt nach dem Prinzip eines Textpuzzles zusammensetzt; zerlegt das Textprodukt in noch mehr Teile als dies das Schreiben von Textteilen tut; synkretistische Vorgehensweise wie beim Working by Chaos, die eine Vielzahl unterschiedlicher Schreibstrategien verwendet und miteinander vermengt; oftmals Verfassen etlicher kleiner Texte, mit denen der Schreibgegenstand ohne das Vorhandensein eines Generalthemas erkundet werden soll; Probleme: Kohärenzprobleme beim Zusammenfügen der Teile häufig (vgl. Ortner 2000, S.539) - vgl.  Schreibstrategie,

 
Schreibentwicklung
1. nach Fix (2006/2008, S.50) das Schreiben, das sich an den Schriftsprachenerwerb (Erstlesen und Erstschreiben) anschließt; 2. bei Bereiter (1980) Integrationsmodell zur Schreibentwicklung - vgl. Schreibkompetenz, Schreibexperte, Schreibprozess,
 
Schreibexperte
"Denkfigur" (Portmann 1966, S.158f.) der Schreibforschung und Schreibdidaktik, die von einem höchsten Stadium der Schreibentwicklung ausgeht, in dem sich der Textproduzent mit seinem ganzen Schreibverhalten, sämtliche Phasen des Schreibprozesses reflektierend kontrolliert, sich sämtliche Bedingungen des Schreibens in einer optimalen Weise zunutze macht und in allen Bereichen über eine umfassende  Schreibkompetenz ( Zielsetzungskompetenz, inhaltliche Kompetenz, Strukturierungskompetenz, Formulierungskompetenz) verfügt, die das jeweilige Schreibverhalten in Planungs-, Formulierungs- und Überarbeitungshandlungen den jeweiligen Schreibfunktionen und Schreibzielen anzupassen versteht; im Integrationsmodell zur Schreibentwicklung (Bereiter (1980) Stadium des epistemischen bzw. epistemisch-heuristischen Schreibens; Ggs. Schreibanfänger, Schreibnovize; - vgl. epistemisches Schreiben, Schreibkompetenz,

Schreibfehler
1. allg.: Fehler, die man beim Schreiben macht 2. in der Schule: bei der Korrektur von Schreibprodukten Bez. für Verstöße gegen die Rechtschreibung (manchmal auch zusammen mit Zeichensetzungsfehlern, R, Z) im Gegensatz zu Sprachfehlern (Verstöße gegen die Grammatik, Spr), inhaltlichen Fehlern (I) und Schwächen im sprachlichen Ausdruck (A) - vgl. Schreiben

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Schreibformen
Aufgaben, die schreibend gelöst werden, im herkömmlichen Sinne textliche Gestalt annehmen
  
Schreibformen, betriebliche
vgl. Betriebliche Schreibformen
 
Schreibformen, berufliche
vgl. Berufliche Schreibformen
 
Schreibformen, schulische
Vgl. Schulische Schreibformen
 
Schreibfunktionen
1. in der Schreibforschung allgemeine Bezeichnung für die (kommunikativen) Ziele, die jemand beim Schreiben eines Textes verfolgt; die unterschiedlichen Schreibfunktionen leiten den  Schreibprozess an bestimmten Stellen  mehr, an anderen Stellen weniger an und spielen eine wesentliche bei der Überarbeitung von Texten (Textrevision) und stellen einen wichtigen Maßstab für Formulierungsentscheidungen dar; 2. nach Ossner (1995) fünf verschiedene Schreibfunktionen in drei Bereichen: a) psychisch: Für sich schreiben; b) sozial: Für andere Schreiben; an andere Schreiben; c) kognitiv: Schreiben zur Gedächtnisentlastung; Schreiben, um Erkenntnisse zu gewinnen 3. Fix (2006/2008) vereinfacht das Modell auf zwei Bereiche: a) kommunikatives Schreiben: Schreiben für andere; Schreiben an andere b) Personales und heuristisches Schreiben: Schreiben für sich selbst 4. Ludwig (1980) unterscheidet 9 verschiedene Schreibfunktionen: expressives Schreiben, formulierendes Schreiben, heuristisches Schreiben, kommunikatives Schreiben, konservierendes Schreiben, konzipierendes Schreiben, operatives Schreiben, selbstreflexives Schreiben, transferierendes Schreiben,  - vgl. Schreibstrategie, Schreibplan, Schreibentwicklung, Schreibprozess, kommunikatives Schreiben, Schreibkompetenz, Ludwig (1980): expressives Schreiben, formulierendes Schreiben, heuristisches Schreiben, kommunikatives Schreiben, konservierendes Schreiben, konzipierendes Schreiben, operatives Schreiben, selbstreflexives Schreiben, transferierendes Schreiben
 
Schreibhemmung
vgl. Schreibblockade
 
Schreibkompetenz
Nach Fix (2008, S.33) kann unter Schreibkompetenz die Fähigkeit verstanden werden, pragmatisches Wissen, inhaltliches (Welt- und bereichsspezifisches) Wissen, Textmusterwissen, Sprachwissen in einem ▪ Schreibprozess so anzuwenden, dass das Produkt den Anforderungen (selbst- und fremdbestimmter) Schreibfunktionen (z. B. Anleiten, Erklären, Unterhalten ...) gerecht wird; Teilkompetenzen dieser allgemeinen Schreibkompetenz sind ▪ Zielsetzungskompetenz, ▪ inhaltliche Kompetenz, ▪ Strukturierungskompetenz und ▪ Formulierungskompetenz - vgl. Zielsetzungskompetenz, inhaltliche Kompetenz, Strukturierungskompetenz, Formulierungskompetenz, Schreibverhalten, Schreibexperte, Schreibstrategie, Schreibplan, Schreibentwicklung, Schreibprozess, kommunikatives Schreiben, Schreibverhalten,
 
Schreibkonferenz
ursprgl. von Donald H. Graves (1930-2010) (1983) entwickeltes Konzept (writing conference), dann von Gudrun Spitta (1992) für die Grundschule modifiziert; schrittweises kooperatives Schreiben, bei dem die individuelle Textproduktion durch das Peer-Feedback in den unterschiedlichen Phasen des Schreibprozess unterstützt wird; jedes Mitglied der Schreibkonferenz-Gruppe hat dabei in persönlichen Schreibkonferenzen Gelegenheit, seine Textentwürfe den anderen Teammitgliedern vorzustellen und deren aus einer authentischen Leserrolle gegebenen Kommentare und Hinweise zur weiteren Textentwicklung in seine Textüberarbeitung (Textrevision) einfließen zu lassen; der Perspektivenwechsel von Feedbacknehmer hin zum Feedbackgeber in den persönlichen Schreibkonferenzen der anderen Teammitglieder macht das Verfahren für die individuelle Schreibentwicklung besonders wertvoll. - vgl. kooperatives Schreiben, schrittweise kooperatives Schreiben, Lehrer-Schüler-Schreibkonferenz, Autoreninterview

Schreibkonzept
1. allg.: Plan, in dem Schreiber unter anderem festlegen, was ihr Text ungefähr enthalten soll und welche Aktivitäten dabei voraussichtlich auszuführen sind; Vorstellungen über die Gesamtgestalt des Textes 2. Konsistente und kohärente Gesamtheit der Überlegungen (kognitive Strategien) und Verhaltensweisen, die beim Schreiben zusammenkommen müssen, damit ein Schreibprozess zu Ende geführt werden kann; kommt es zu Problemen bei der Konzeptbildung, z. B. durch zu frühzeitiges Starten des Schreibprozesses, kann es zu Schreibstörungen und Schreibblockaden kommen - vgl. Vorabplanung, Vorabkonzeptbildung, Vorabplaner, Im-Nachhinein-Planer, Im-Nachhinein-Planung, Schreibschwierigkeiten, Schreibstörung, schreibblockierter Frühstarter, Schreibstrategie, Schreibplan, Schreibentwicklung, Schreibprozess, Schreibkompetenz, Konzept, Konzeptionelle Deutungsmuster, Konzeptionelle Revision, Konzeptionelles Schreiben, Konzeptionelles Wissen

Schreibmotivation
1. allg. Bez. für die Motivation, die ein Schreiber / eine Schreiberin hat, um einen Schreibprozess aufzunehmen, ihn auf ein Schreibziel hin auszurichten und zu organisieren und den Schreibprozess so lange fortzuführen, bis er zu einem Ergebnis, ggf. in Form eines bestimmten Schreibprodukts, kommt; 2. Faktoren, die die Schreibmotivation in der Schule fördern sind u. a. a) alters-, entwicklungsgerechte Schreibaufgaben, die an das Weltwissen und Spezialwissen (Fachwissen), an den Erfahrungen und Vorstellungen von Kindern und Jugendlichen anknüpfen, b) sinnvolles Schreiben, das auf eine Problemlösung zielt c) Schreibaufgaben, die eine Herausforderung ohne Über- oder Unterforderung darstellen d) Schreibaufgaben, die das anzustrebende Schreibziel klar und verständlich angeben e) Informationen über Intentionen, Ziele und Adressaten, an den sich der geschriebene Text richtet f) ein positives Schreibklima -  vgl. Motivation, extrinsische Motivation, intrinsische Motivation

 
Schreibplan
 - vgl. Schreibstrategie, Schreibprozess, planendes Schreiben, Schreibverhalten,
 
Schreibportfolio
- vgl. Portfolio, reflexives Schreiben,

Schreibprozeduren
vgl. literale Prozeduren

 
Schreibprozess
Komplexes Zusammenwirken unterschiedlicher Schreibhandlungen bei der Textproduktion; vollzieht sich  nach Flower und Hayes (1980) in mindestens in drei Phasen: Planen (planning) - Formulieren (translating) - Überarbeiten (reviewing) ("Vorbereiten - Rohfassung schreiben - Überarbeiten", Kruse/Ruhmann 2006, S.23); beim Schreiben muss der Schreiber seine(n) Adressaten, sein Schreibziel und die beim Schreiben einzuhaltenden Normen und zugleich den ganzen Schreibprozess im Blick haben (monitoring) - vgl. Schreibstrategie, Schreibplan, Schreibentwicklung, Schreibkonzept,

Schreibprozess, flowgesteuerter
vgl. Flowgesteuerter Schreibprozess

Schreibprozessmodell von Hayes und Flower (1980)
Prozessmodell des Schreibens, welches das Schreiben als ein Handeln auffasst, das auf eine Problemlösung hinzielt; Schreiben findet in einem bestimmten Aufgabenumfeld (task environment) statt, das die ▪ Schreibaufgabe (writing assignment) und den im ▪ Schreibprozess schon entstandenen Text(entwurf) (text so far produced), der sich im Verlauf des Schreibens ständig ändert, umfasst; Schreibaufgabe (writing assignment) enthält Informationen über das Thema (topic), die Adressaten (audience, Adressatenbezug) und gibt Impulse zur Aufnahme des Schreibens (Schreibanlass) (motivation); das Aufgabenumfeld bestimmt das Schreibziel; Bewältigung der Schreibaufgabe in drei Phasen: Planungsphase (planning), Formulierungsphase (translating) und Überarbeitungsphase (reviewing); für das problemlösende Schreiben greifen die Textproduzenten fortwährend auf ihre sprachlichen und kognitiven Ressourcen zurück: sie a)  aktivieren aus ihrem Langzeitgedächtnis (long term memory) ihr Wissen zum Thema (knowledge of topic, thematisches Wissen), b) nutzen ihr Wissen über den / die Adressaten (knowledge of audience) c) greifen auf ihr Wissen über die mit der Schreibaufgabe verbundenen Textmuster (stored writing plans) zu; Planungsphase umfasst drei Teilprozesse: a) Generieren von Ideen (generating): Sammeln von Ideen für das Schreiben sowie deren Prüfung und Bewertung b) Strukturieren des Materials (organizing) c) Setzen von konkreten Schreibzielen (goal setting); in der Formulierungsphase (translating) werden die Ideen versprachlicht und ausformuliert; in der Überarbeitungsphase wird der beim Schreiben entstehende Text gelesen (reading) und, wenn gewünscht, revidiert (editing); die in dieser Phase vorgenommenen Überarbeitungen müssen aber nicht immer "auf dem Papier" erfolgen, sondern können unter Umständen auch schon im Kopf vor dem Niederschreiben als sog. Prätextrevisionen vollzogen werden; Formulieren und Revidieren erfolgen rekursiv, "das heißt, dass jede Formulierung überarbeitet und zu einer neuen Formulierung wird, die auch wieder überarbeitet werden kann." (Mertz-Grötsch 2010, S.54); während des gesamten Schreibprozess steuert und überwacht der Schreiber als Monitor aus einer gewissen Distanz seinen Text und sieht ihn aus der Sicht eines Lesers (monitoring), um seinen Text im Hinblick auf Schreibziele und Adressatenbezug zu kontrollieren; zugleich steuert er so, wann die Phasen gewechselt, ggf. auch noch einmal durchgeführt werden sollen - vgl. Prozessmodelle des Schreibens, Schreibprozess

 
Schreibschwierigkeiten
Bez. für nicht so schwerwiegende, aber dennoch behindernde Probleme beim Schreiben und im Schreibprozess, die sich (noch) nicht als Schreibblockaden auswirken; oftmals auch synonym mit dem Begriff Schreibstörungen - vgl. Schreibstörung, Schreibblockade
 
Schreibstörung
1. allg. Schwierigkeit, die jemand beim Schreiben hat und die sein Schreiben beeinträchtigt; 2. in der Neuropsychologie auch Agraphie: Bez. für eine nach (»ICD-10,  »ICD-10 online (WHO-Version 2016) als Krankheit oder Gesundheitsbeeinträchtigung diagnostizierbare Unfähigkeit, Wörter und Texte zu schreiben, obwohl man dies, rein motorisch betrachtet, könnte, 3. in der Schreibdidaktik: Schwierigkeiten, Probleme und Blockaden, die bei der Aufnahme, der Fortführung oder der Beendigung eines Schreibprozesses auftreten können; mitunter auch für die schwerwiegendste Form von Schreibschwierigkeiten verwendet; - vgl. Schreibschwierigkeiten, Schreibblockade, Agraphie
 
Schreibstrategie
"Vorgehenspläne beim Schreiben" (Mrotzek/Böttcher 2011, S. 30), mit denen Schreiber eine bestimmte Schreibaufgabe bewältigen wollen; 1. nach Bereiter/Scarmalia (1987) werden zwei Schreibstrategien unterschieden: knowledge telling und knowledge transforming; a) knowledge telling erschöpft sich in einem an den assoziativen Strukturen der Gedächtnisinhalte orientieren ohne weiteren Planungsaufwand organisierten Schreiben; b) knowledge transforming konstruiert beim Schreiben auf der Grundlage der dauernden Reflexion des eigenen Schreibprozesses neues Wissen; 2. Molitor-Lübbert (1985-2002) unterscheidet drei verschiedene Schreibtypen, die jeweils einer unterschiedlichen Schreibstrategie folgen: a) Bottom-up-Schreiber folgen einer textgeleiteten Strategie; dabei werden die Teilprozesse und Teilhandlungen beim Schreiben so aufeinander bezogen, dass die eigentliche Materialstrukturierung erst beim Formulieren selbst stattfindet; b)  Die selteneren Top-down-Schreiber folgen einer schemageleiteten Strategie; das bedeutet, dass der Schreiber ziemlich genau weiß, wie der Text, den er schreiben will, inhaltlich, sprachlich und kommunikativ gestaltet werden muss; zudem verfügt er über das dafür nötige Textmusterwissen und weiß auch, wie er dies bei der Textproduktion umsetzen will. c) Mischtypen gehen je je nach Wissen, Schreiberfahrungen und Aufgabenstellung im Ganzen oder auch nur bei einzelnen Textteilen entweder im Bottom-up- oder im im Top-down-Verfahren vor;. 3. Ortner (2000, S.346ff.) unterscheidet zwei grundlegende Strategien: Schreiben in einem Zug" (nicht-zerlegendes Schreiben") und zerlegendes Schreiben (aktivitätszerlegend, produktzerlegend) - vgl. Schreibentwicklung, Schreibkompetenz, Schreibprozess, Schreibexperte, Schreiben in einem Zug, Einen-Text-zu-einer-Idee-Schreiben, Aus-dem-Kopf-Niederschreiben, Versionen-Schreiben, Versionen-Redigieren, Schritt-für-Schritt-Schreiben, planendes Schreiben,
 
Schreibverhalten
nach Portmann (1966, S.161) Bezeichnung für die Gesamtheit von Einstellungen und Handlungen, die als Antwort auf spezifische Anforderungen von einem Textproduzenten beim Schreiben gezeigt werden; Ergebnis (Resultante) einer ganzen Anzahl verschiedener miteinander interagierender Teilkompetenzen - vgl. Schreibentwicklung, Schreibkompetenz, Schreibprozess, Schreibplan,
 
Schreibziel
derzeit nur Platzhalter! - vgl. Schreibaufgabe, Schreibstrategie, Schreibkompetenz, Schreibprozess
 
Schreibzirkel
schreibdidaktische Methode, die beim individuellen oder auch schrittweise kooperativen Schreiben eingesetzt werden kann und sich auf die didaktischen Prinzipien und organisatorischen Strukturen des Lernzirkels stützt - vgl. Lernzirkel, schrittweise kooperatives Schreiben.

Schrift
Bez. für eine Schrift Form des grafischen Ausdrucks von Sprache; benötigt einen Beschreibstoff und eine die Schreibaktivität ausführende Hand (schreiben, meißeln, malen, über Sprachsteuerung funktionierendes Schreiben); wird mit den Augen beim Lesen oder durch Ertasten rezipiert rezipiert; endliche und konventionell begrenzte Anzahl von Schriftzeichen (Schriftinventar), dessen Gestalt auf gesellschaftlicher bzw. kultureller Konvention beruht; ermöglicht eine zeitlich und räumlich nahezu unbegrenzte Speicherung und Konservierung sprachlich-textueller Schreibprodukte und ihren Transport; Kommunikationsmedium in der zerdehnten Kommunikation, bei der Sender und Empfänger einer Mitteilung zeitlich und räumlich getrennt sind; in literalen Gesellschaften das dominante Medium der Kommunikation; je nach dominanter Bezugsebene im jeweiligen Sprachsystem unterscheidet man verschiedene Schrifttypen - vgl. Schriftlichkeit, Literalität, literale Schriftkompetenz, literale Kompetenzen, zerdehnte Kommunikation, Schrifttypen,

Schriftart
auch: Schrifttyp; 1. in der ▪ Typographie Element der ▪ Schriftgestaltung; zahlreiche Varianten: Handschrift, Maschinenschrift 2. in der Schreibforschung: prototypische Variante eines bestimmten Schrifttyps    - vgl. Schrift, Schrifttypen,

Schrift, alphabetische
vgl. Alphabetische Schrift

 
Schriftführer
vgl. Protokollant 

Schriftkompetenz
auch: Literale Schriftkompetenz; Kompetenz, die zu den literalen Kompetenzen zählt; sorgt im Zusammenspiel mit der literalen Produktionskompetenz und der literalen Rezeptionskompetenz dafür, dass man mit Buchstaben, Wörtern und Sätzen Schrift schreiben kann (Schriftproduktion) und auf diesselbe Weise Schrift lesen kann (Schriftrezeption) (vgl. Forschungshandbuch empirische Schreibdidaktik (2017) Kindle-Version, S. 28) - vgl. literale Kompetenzen, literale Produktionskompetenz, literale Rezeptionskompetenz, Schreiben,

Schriftkompetenzen, literale
vgl. Literale Schriftkompetenz, Schriftkompetenz,

 
Schriftlichkeit
vgl. Literalität

»Schriftlinguistik
auch: Grapholinguistik; linguistische Teildisziplin, welche die geschriebene Sprachform analysiert und konsistent beschreibt; in ihr vereinigen sich unterschiedliche Forschungstraditionen die sich auf ihre jeweils eigene Art und Weise mit Schrift, Schriftsystemen und der Bedeutung der Schrift für den Menschen beschäftigen - vgl. Linguistik,

Schriftproduktion
in der Schreibforschung: Bez. für die auf der literalen Produktions- und der (literalen) Schriftkompetenz beruhende Fähigkeit, die man braucht, um eine Folge von grafischen Zeichen mit sprachlicher Bedeutung zu produzieren; Voraussetzungen: orthographische Fähigkeiten und bestimmte motorische Fähigkeiten (vgl. Forschungshandbuch empirische Schreibdidaktik (2017) Kindle-Version, S.28) - vgl. literale Kompetenzen, Schriftrezeption, Textproduktion, Textrezeption,

Schriftrezeption
in der Schreibforschung: Bez. für die auf der literalen Rezeptionskompetenz und der (literalen) Schriftkompetenz beruhende Fähigkeit, die man braucht, um eine Folge von grafischen Zeichen sprachlich zu interpretieren. (vgl. Forschungshandbuch empirische Schreibdidaktik (2017) Kindle-Version, S.28) - vgl. literale Kompetenzen, Schriftproduktion, Textproduktion, Textrezeption,

Schrifttyp, logographischer
vgl. Logographischer Schrifttyp

Schrifttyp, phonographischer
vgl. Phonographischer Schrifttyp

Schrifttypen
1. auch Schriftart; in der ▪ Typographie Element der ▪ Schriftgestaltung  2. in der Schreibforschung: Bez. für die Zuordnung der dominanten Bezugsebene eines Schriftsystems einer Sprache bei einer Schrift; zwei grundlegende Typen: a) alphabetische Schrifttypen beziehen sich auf die phonologische Ebene (phonographischer Schrifttyp) b) nicht-alphabetische Schrifttypen, insbesondere die logographischen Schrifttypen, beziehen sich sprachlich auf das Lexikon und orientieren sich an Begriffen - vgl. Schrift, Lautschrift, Buchstabenschrift, phonographischer Schrifttyp, alphabetische Schrift,

Schritt-für-Schritt-Schreiben
Ähnlich wie bei der Schreibstrategie des planenden Schreibens, aber sehr klar auf die Organisation des Schreibens in voneinander abgetrennten Phasen fokussiert, zerlegt das Schritt-für-Schritt-Schreiben den Schreibprozess in einer geordneten Abfolge von Arbeitsschritten, die nacheinander, d. h. schrittweise abgearbeitet werden. - vgl. Schreibstrategie

Dabei kann, wie Ortner (2000, S.484ff.) ausführt, der Schreibprozess

  • zweischrittig in die Phasen Planung und Ausführung oder

  • mehrschrittig in Stoffsammlung, Stoffordnung, Arbeitsgliederung, Konzepte etc.

aufgeteilt sein.

 
Schrittraffung
Erzähltechnisches Mittel zur Zeitgestaltung; Form der sukzessiven Raffung mit relativ geringer Raffungsintensität; Aufreihung von Vorgängen und Gegebenheiten in Richtung der  erzählten Zeit und zwar so, dass dem Geschehen mehr oder weniger kontinuierlich unter Annäherung an zeitdeckendes Erzählen gefolgt wird; (vgl. Lämmert 1955, S.83) - vgl. durative Raffung, iterative Raffung, Sprungraffung, sukzessiven Raffung, Zeitgestaltung, Zeitraffung
 
Schrittweises kooperatives Schreiben
auch: teilweise kooperatives Schreiben; von Becker-Mrotzeck/Böttcher (2006/2011, S.42) in Übersetzung des englischen Terminus Interactive writing verwendete Bezeichnung für eine besonders schulrelevante Form des kooperativen Schreibens; während der Textproduktion interagiert der Schreiber mit anderen Personen (Lehrkräften, Schülern), um seine jeweiligen Textentwürfe in den unterschiedlichen Phasen/Stadien des Schreibprozesses zur weiteren Überarbeitung kommentieren und beurteilen zu lassen;  - vgl. kooperatives Schreiben, gemeinsames kooperatives Schreiben, Schreibkonferenz, Autoreninterview, Schreibzirkel, Reihumtext, Reißverschlusstext
 
Schulische Schreibformen
Schreibaufgaben, die im modernen Deutschunterricht gestellt werden und die von den Schülerinnen und Schülern gelöst werden sollen (Aufsatz); Auswahl: Erzählen als Erlebnis- oder Phantasieerzählung; Berichten als Erlebnis- oder Vorgangsbericht; Schildern als Erlebnis-, Vorgangs- oder Personenschilderung; Beschreiben als Gegenstands-, Vorgangs- oder Personenbeschreibung; Charakterisieren als Personen- oder literarische Charakteristik; Erörtern als Problemerörterung (freie/textungebundene Erörterung) oder Texterörterung; Inhalt von Texten wiedergeben als strukturierte (auch: strukturierende) Textwiedergabe oder (referierende) Inhaltsangabe; Interpretieren als Interpretationsaufsatz (Textinterpretation, literarischer Aufsatz) oder produktive Textarbeit/ literarisches Rollenspiel, usw.

 

Schüttelreim
Sonderform des Doppelreims; die am Reim beteiligten Wörter tauschen ihre Anfangskonsonanten oder auch Silben miteinander aus; dadurch entsteht eine neue sinnvolle Wortfolge - vgl. Reim
Beispiel: In Reimes Hut Geheimes ruht
 
Schranken-Signal
vgl. Schutz-Überkreuzung
 
Schutz-Überkreuzung
Geste in der nonverbalen Kommunikation; mit dieser Geste reagieren viele Menschen dann, wenn sie ein Gebiet betreten, mit dem sie nicht vertraut sind. Man kreuzt in einem solchen Fall auf irgendeine Art vor seinem Körper einen Arm.
vgl. Geste, nonverbale Kommunikation, Körpersprache

Screen sharing
auch: Bildschirmübertragung, Desktop-Sharing; Bez. für die Übertragung des Bidlschirminhaltes eines Computers an einen oder mehrere andere, so dass die an dieser Kommunikation beteiligten in einem Computerfenster alle dasselbe sehen können; dadurch entsteht beim Empfänger des übertragenen Bildschirms der Eindruck als säße er selbst an dem Computer des Senders ohne diesen im Bereich des Bildschirminhaltes selbst steuern zu können (Ggs. Application sharing) ; - vgl. telekooperatives Lernen, telekooperatives Schreiben

 
Schwerpunktthema
1. allgemeine Bezeichnung für das Festlegen eines bestimmten thematischen Kernbereichs; 2. Sternchenthema
 
Segment
in der Sprachwissenschaft Bezeichnung für die zeitlich begrenzte sequenzielle Einheit lautsprachlicher Äußerungen (z. B. Laut, Silbe, Phon); Ggs. supragmentale Merkmale - vgl. Gesprächsanalyse, Segmentierung, suprasegmentale Merkmale

Segmentales Lesen
im kognitiven Zwei-Wege-Modell des Lesen der in verschiedenen Teilprozessen gegliederte segmentale Verarbeitungsweg (segmentale Leseroute), bei dem die graphematische Kodierung (z. B. Buchstaben) sequenziell in eine phonologische Kodierung umgesetzt wird (phonologisches Rekodieren); Verlauf des Verarbeitungsprozesses von Wörtern oder Pseudowörtern erfolgt beim segmentalen Lesen Graphem für Graphem (Segmente), die in so genannte Laufketten überführt werden; im Ggs. dazu werden beim lexikalischen Lesen ganzheitliche Ketten gebildet; kommt besonders bei geübten Lesern zum Einsatz, wenn sie unbekannte Wörter lesen, die nicht im Lexikon eingetragen sind (vgl. lexikalisches Lesen); Wörter, bei denen es zu lange dauert, um sie im Lexikon zu finden, werden ebenso segmental gelesen; (vgl. Costard o.J.: Der Leseerwerb) - vgl. Lesen, segmentale Leseroute, lexikalisches Lesen, Zwei-Wege-Modell des Lesen

Segmentale Leseroute
im kognitiven Zwei-Wege-Modell des Lesens einer der beiden in verschiedenen Teilprozesse gegliederte Verarbeitungswege (s. auch: lexikalische Leseroute)  der auf dem segmentale Lesen beruht; - vgl. lexikalische Leseroute, Lesen, segmentales Lesen,

»Segmentalschrift
auch: Buchstabenschrift; phonographischer Schrifttyp, bei dem die »Grapheme überwiegend mit einzelnen phonologischen »Segmenten  korrespondieren; Beispiele: alphabetische Schrift, »arabische Schrift, »hebräischen Schrift, Konsonantenschriften, die nicht bloß »Silbenkerne notieren; Ggs. dazu z. B. Silbenschrift - vgl. Schrift, alphabetische Schrift, phonologischer Schrifttyp, Schrifttypen, Silbenschrift, Buchstabenschrift

 
Segmentierung
Zusammenfassung sprachlicher Ausdrücke zu einer Folge von Segmenten - vgl. Segment
 
Sehfläche
Flächen, auf den Zeichen unterschiedlicher Art verteilt sind, die für den Rezipienten eine Bedeutung haben können oder sollen (vgl. Schmitz 2005, S.2)
 
Seifenoper
(auch Soap Opera); Bezeichnung für in der Regel unter hohem Zeitdruck produzierte. über einen langen Zeitraum hin gesendete Fernsehserien mit eher trivialen Inhalten; Bezeichnung kommt daher, dass einst "seichte" Hörspiele von Waschmittelherstellern gesponsert worden sind

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Sekundärliteratur
frz. secondaire = an zweiter Stelle; auch allgemein als Forschungsliteratur bezeichnet; Literatur über Literatur; fachwissenschaftliche Analysen und Kommentare zu verschiedensten, meist literarischen oder philosophischen Werken; Gegensatz: Primärliteratur - vgl. Primärliteratur
 
Sekundenstil
Bezeichnung für eine die Wirklichkeit kopierende Darstellungstechnik, die die kleinsten inneren Regungen und äußeren Bewegungen minutiös von Sekunde zu Sekunde in linearer zeitliche Reihenfolge aufzeichnet; überwiegend in der Literaturepoche des Naturalismus (1880-1910), dort erstmals in den Skizzen von Arno Holz und Johannes Schlaf verwendet; geht sprachlich mitunter so weit, dass die Sprache grammatische Fehler aufweist, unvollständig ist oder unlogisch wirkt; Ziel: Totale Nach- bzw. Abbildung von Wirklichkeit, was die Unabsehbarkeit der Realität zum Ausdruck bringen soll; in der epischen Literatur: zeitdeckendes Erzählen als szenische Darstellung; im Drama erkennbar an der von zahlreichen Bühnenanweisungen/Regiebemerkungen (Nebentext) unterbrochenen dramatischen Rede (Haupttext).

Selbstkonzept
Bez. für das Gesamtsystem der Überzeugungen zur eigenen Person und deren Bewertung; Mummendey (1995) versteht darunter die Gesamtheit aller von einer Person über sich selbst vorgenommenen Beurteilungen, die sich beim Beschreiben und Bewerten bestimmter Eigenschaften, Fähigkeiten und Fertigkeiten niederschlagen;auf diese Weise schreibt man sich selbst bestimmte Eigenschaften zu, die uns zu einer bestimmten, von anderen unterschiedlichen, Persönlichkeit werden lassen;

Selbstreflexives Schreiben
in der Schreibdidaktik Bez. für ein Schreiben mit der Schreibfunktion, mit sich selbst über Dinge ins Gespräch zu kommen, die sonst niemandem mitgeteilt werden (schriftlichen Selbstreflexion) (Ludwig 1980, S.85ff.); - vgl. Schreiben, Schreibfunktionen, Ludwig (1980): expressives Schreiben, formulierendes Schreiben, heuristisches Schreiben, kommunikatives Schreiben, konservierendes Schreiben, konzipierendes Schreiben, operatives Schreiben, transferierendes Schreiben

   
Selbstselektion
vgl. Selbstwahl - Gegenteil: Partnerselektion

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Selbstthematisierung
1) im epischen Text: explizite Information zur Figurencharakterisierung durch  die Figur selbst in Form der direkten Redewiedergabe einer Figur oder in Form von auf Innensicht beruhender Gedankenwiedergabe einer Figur. 2) im dramatischen Text: Thematisierung einer Figur im Haupttext durch sprachliche Äußerungen der Figur selbst a) in einem glaubhaften Monolog oder Monologfragment b) in Form einer weniger glaubhaften, möglicherweise auf Verstellung beruhenden Dialogrede der dramatischen Figur (vgl. Fricke/Zymner 1993, S.188) - vgl. Fremdthematisierung
Epischer Text - Beispiel: Antonia schrie ihn jetzt fast an: "Dann bin ich eben spießig, das ist mir egal. Ich bin eine Frau mit ganz normalen Gefühlen. Da kannst du lange reden." Ein paar Minuten später schon fragte sie sich aber in Gedanken: "Warum habe ich mich so gehen lassen?"
 
Selbstwahl
auch: Selbstzuweisung oder Selbstselektion; Form des Sprecherwechsels in einem Gespräch (Gegenteil: Fremdwahl); ein Hörer wechselt in die Sprecherrolle, indem er nach dem Ende einer Äußerung seines Gesprächspartners zu Wort kommt oder indem er diesen unterbricht, wodurch allerdings eine kurze Simultansequenz (beide sprechen) auftritt - vgl. Gesprächsanalyse, Sprecherwechsel, Fremdwahl
 
Selbstzuweisung
vgl. Selbstwahl
 
Semantik
Lehre von der Bedeutung sprachlicher Zeichen und Zeichenfolgen

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Semiotik
Lehre von den Zeichen (sprachlichen und nichtsprachlichen) als kommunikativen Signalen und ihren Systemen. MORRIS unterscheidet drei Teilbereiche: Semantik (untersucht Verhältnis der Zeichen zu den "Sachen"), Pragmatik (untersucht Beziehungen zwischen Zeichen und Benutzer), Syntax (Grammatik; untersucht Beziehungen der Zeichen untereinander.
 
Senkung
in der dt. Verslehre (Metrik) Bezeichnung für die unbetonte Silbe (Gegenteil: Hebung - vgl. Anapäst, DaktylusJambusMetrum, Takt, Taktart, Trochäus, Vers, Versfuß, Versmaß,

Sensorisches Gedächtnis
eines der drei Hauptsysteme des Gedächtnisses; Gesamtheit der sensorischen Gedächtnissysteme, die es ermöglichen, die Umwelt wahrzunehmen (vgl. A. Baddeley 1986, S.18); fungiert quasi als Filter für Sinneswahrnehmungen; einzelne sensorische Gedächtnissysteme: ikonisches (auch: optisches) Gedächtnis; echoistisches (Form des akustischen G.) Gedächtnis; haptisches Gedächtnis; Dauer der Speicherung von Informationen: ca. 20 Sekunden - vgl. Gedächtnis

 
Sentenz
Sinn- oder Denkspruch, leicht einprägsamer allgemeiner Satz, der sich mit seiner geschlossenen Aussage aus einem literarischen Werk heraushebt und Allgemeingültigkeit beansprucht; kontextbezogen, d.h. sprachlich dem sie umgebenden Kontext angepasst (z.B. Vers oder Prosa, Blankvers u. ä.); in einer Sentenz werden häufig rhetorische Mittel eingesetzt (z.B. Antithese, Klimax, Parallelismus, Wiederholungen); steht oft an besonders exponierter und dadurch auffälliger Stelle, z.B. am Akt- oder Dramenende, am Beginn oder Ende eines Monologs; besitzt eine besondere Zitierbarkeit, die sie häufig zu einem "geflügelten Wort" werden lässt;
 
Sequenzielle Revision
Textrevision, bei der ein Text im Rahmen vorliegender Text- und Satzschemata bei der Überarbeitung verändert wird; Ggs. konzeptionelle Revision - vgl. Textüberarbeitung, Textrevision, Revisionskompetenz, Revisionshandlung
 
Sequenzielles Lesen
Lesetechnik, bei der ein Text im Allgemeinen vollständig gelesen wird (Ggs. punktuelles Lesen); Lesevorgang folgt dem vorgegebenen Textfluss;  vgl. Lesen, Lesetechnik, punktuelles Lesen, diagonales Lesen, intensives Lesen, kursorisches Lesen,
 
Sermon
1.  veraltet für Rede, Gespräch oder Predigt; 2. a) umgangssprachlich etwa länger ausgebreitetes Geschwätz, im abwertenden Sinne Redeschwall, lange und langweilige Rede, aber auch: Strafpredigt; b) redensartlich: seinen Sermon dazugeben etwa im gleichen Sinn wie seinen Senf dazugeben, also ungefragt zu allem seine Meinung zu sagen 3. in der christlichen Predigt eine den  pragmatischen Texten (Gebrauchstexten) zuzuordnende Textsorte, die auch als Themapredigt  bezeichnet wird; eine in gehobener Sprache, kunstvoll arrangierte und strukturierte Rede, die sich in der Regel auf einen Bibelvers bezieht; - vgl. Themapredigt, Predigt,
  
Setting
Konzeption, die auf der Vorstellung einer engen, aufeinander vielfältig bezogenen Verbindung von Handlungen und einer darauf abgestimmten Umgebung, zwischen sozialer und physischer Welt beruht; besteht aus drei Teilen: 1. eine oder mehrere handelnde Personen , 2. eine Umgebung, die die spezifische(n) Handlung(en) des Settings unterstützt 3. ein spezieller, für das jeweilige Setting typischer (Programm-)Ablauf (Settingprogramm); in einem Setting sind die Programme der verschiedenen Akteure funktional aufeinander bezogen, miteinander verbunden und hängen stark voneinander ab; für das Vorhandensein eines Setting ist die gleichzeitige Existenz aller drei Teile konstitutiv; Mindestkriterien: 1. mindestens ein fixiertes gleich bleibendes Handlungsmuster (Settingprogramm), meistens jedoch mehrere, für alle Personen, die zum Setting gehören; 2. starke Gebundenheit des  Settingprogramms an die physische Struktur des Settings, die aus komplexen Anordnungen von Dingen besteht (Aspekt der Räumlichkeit, raumzeitliche Koordinaten); 3. physische als auch zeitliche Begrenzungen; 4. Abstimmung der physisch-materiellen Umgebung auf das Settingprogramm (Kongruenz von Umgebung und Programm = Synmorphie);
Beispiele
: Klassenzimmer, elterliche Wohnung
Beispiel Fußballspiel als Setting:

- Handelnde Akteure: Spieler, Schieds- und Linienrichter, Security-Personal, Kartenverkäufer, Zuschauer
- Programm für den Zuschauer: Kauf einer Eintrittskarte, Platz aufsuchen, Anfeuerungsrufe geben
- Programm für den Spieler: sich mit dem Trainer beraten, sich aufwärmen, Spielregeln beachten und taktisches Konzept einhalten
- Umgebung: Spielfeld mit der genau festgelegten Größe, Bodenmarkierungen, Toraufstellung; Tribünen, ihre Anordnung und Separierung; Eingänge für Anhänger der Heim- und Gastmannschaft, Drehkreuze zur Durchführung der Zugangskontrolle - vgl. Lernraum, Leistungsraum, Schreibsetting,
 
Short Term WebQuest
vgl. Kurzer Webquest

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Showing
Form des Erzählerberichts i. w. S. (h: Erzählerbericht i. e. S.), bei der sich der Erzähler bzw. die Erzählinstanz in keiner Weise kommentierend in das erzählte Geschehen einmischt; vgl. Telling .
Beispiel: Antonia wartete im Restaurant auf ihren Freund. Sie bestellte sich einen Kaffee und blickte zur Tür.
 
Sie-Anrede
vgl. Siezen, Du-Anrede, Ihr-Anrede,
 
Siezen
1. im Ggs. zum Duzen die förmliche Anrede mit Verwendung des großgeschriebenen ▪  Anredepronomen Sie; 2.  2. Sprechakt Anrede zur Kontaktumgrenzung;- vgl. Anrede, Anredepronomen, Personalpronomen, Duzen, "Ihrzen"
 
Silbenkurzwörter
Gruppe von Kurzwörtern, die meistens auf zwei die Kurzform bildende Segmente zurückgehen (vgl. Steinhauer 2007, S. 140); a) Kopfwörter: vom Anfang der Vollform gebildet b) Endwörter: aus dem Ende der Vollform gebildet
Beispiele: a) Kopfwörter: Mofa, Akku, Disko, Navi b) Endwörter: Bus - vgl. Kurzwörter

»Silbenschrift
1. schreibdidaktisches Konzept zum Üben der Silbenbildung und Silbentrennung (Worttrennung) im Rechtschreibunterricht, bei dem zwischen jede Sprechsilbe eines Wortes ein (Silben-)trennungsstrich gesetzt wird; 2. phonographischer Schrifttyp, dessen Schriftzeichen (»Grapheme) Syllabogramme heißen; beziehen sich vorwiegend auf die Silbe; meistens repräsentieren größere Lauteinheiten als andere phonographische Schrifttypen wie z. B. die alphabetische Schrift - vgl. Syllabische Schrift

 
Sinnabschnitte
Bei der inhaltlichen Erfassung des Textes Bezeichnung für inhaltlich bzw. unter einer Textsinnrichtung zusammengehörige und zusammenfassbare Textteile. Im Allgemeinen: Handlungen, Zeitstrukturen, Raumstrukturen, Figuren - vgl. inhaltliche Erfassung des Textes
 
Sinnbild
Bezeichnung für eine bildhafte Darstellung, bei der eine bestimmte Beziehung zwischen dem Bild und dem Bildsinn besteht; meistens offenkundige Relation - vgl. Bild, Emblem, Metapher, Symbol,

Sinnentnehmendes Lesen
Bez. für die Fähigkeit beim Lesen den Sinn des Gelesenen zu entnehmen; 1. Voraussetzung auf Satzebene ist ein funktionierendes Arbeitsgedächtnis; 2. auf Textebene -  vgl. Lesen, Lesekompetenz, Arbeitsgedächtnis

   

Sinnfiguren
auch: Gedankenfiguren; rhetorische Figuren, die sich auf den Gedankengang. die innere Struktur einer Aussage beziehen; häufig erstreckt sich der Wirkungsbereich auf ganze Textteile oder vollständige Sätze; (uneinheitliche Systematik!); Wichtige Sinnfiguren: Allegorie, Antithese, Apostrophe, ChiasmusEuphemismus, Ironie, Hyperbel, Vergleich, Parenthese, ... vgl. rhetorische Figuren, Gedankenfiguren

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Sinngemäßes Zitieren
Form der Übernahme oder Wiedergabe schriftlicher oder mündlicher Äußerungen von anderen - vgl. Zitieren, wörtliches Zitieren, paraphrasieren,
Beispiel: Corneille und Racine haben sich als Autoren der geschlossenen Form des Dramas einer im Großen und Ganzen zutreffenden Auslegung der so genannten aristotelischen Regeln (drei Einheiten) unterworfen. (vgl. Klotz, 1969, S.38)
 

Situationalität
In der Textlinguistik Kriterium der Textualität, das die Beziehungen zwischen Texten und den Situationen ihrer Verwendung erfasst; Beaugrande/Dressler (1981, S.169ff.) bezeichnen damit die Gesamtheit der Beziehungen zwischen Texten und (aktuellen und rekonstruierbaren) Situationen; dazu zählen u. a.: Verstehen und Berücksichtigen der situativen Ausgangsbedingungen bei der Entstehung des Textes; Text kann eine Situation beschreiben oder darstellen oder zur Situationskontrolle und Situationslenkung (169) dienen; fließende Übergänge zwischen diesen Textfunktionen - vgl. Textlinguistik, Textualität, Informativität, Intentionalität, Akzeptabilität, Intertextualität 

Situationales Interesse
1. Bez. für eine besondere Form der inhaltlichen Motivation; 2. in der Schule erzeugt durch die Beschaffenheit der (Lern-)umgebung; setzt zunächst kein individuelles Interesse voraus, sondern aktiviert unter didaktischem Vorzeichen die Aufmerksamkeit auf einen bestimmten Gegenstand oder bestimmte Handlungen, z. B. Texte verfassen oder schreiben; an die Situation gebunden und keine längerfristige zeit- und situationsübergreifende Motivation wie bei dem  individuellen Interesse; (vgl. Krapp 1992, Furger, o.J.) Ggs. individuelles Interesse, Motivation

 
Situationen (im epischen Text)
explizite Erzählerinformation zur Figurencharakterisierung durch Einordnung einer Figur in einen zeitlichen, räumlichen und kausalen oder finalen (Handlungs-)Zusammenhang  einer "Story"  
Beispiel: Antonia betrat kurz vor drei Uhr das Restaurant unten am Fluss. Dort wartete sie auf ihren Freund, der sich da mit ihr treffen wollte. Sie bestellte sich einen Kaffee und blickte zur Tür, um ihm schon beim Hereinkommen sein Anliegen von den Augen ablesen zu können.
 
Situativer Kontext
allgemeiner übergeordneter Zusammenhang, in dem eine bestimmte sprachliche Äußerung erfolgt; Berücksichtigung des komplexen Kommunikationsvorganges - vgl. Kontext
 
Sitzungsprotokoll
Form des Redeprotokolls; hält jedes gesprochene Wort in einem Gespräch, in der Regel Parlamentsdebatten (Bundestag, Landtag) - vgl. ProtokollRedeprotokoll
 
Slang
Bezeichnung für eine Varietät, die besonders wenig formgebunden und nicht auf eine besondere Region beschränkt ist; häufig stilistisch expressiv wirkende Wörter, die im Alltagsleben üblich sind oder Wörter, die in bestimmten Sozial- und Berufsgruppen gebräuchlich sind; Übergang zu Gruppenjargon fließend - vgl. Jargon, Varietät 
 
Slogan
1) In der Werbeanzeige meist dem Logo gemeinsam gestalteter sprachlichter Textteil - vgl. Werbeanzeige, Logo
  
Soap Opera
vgl. Seifenoper

Sofort-Schreiben
vgl. Drauflosschreiben

 
Sonett
Reimgedicht mit einer bestimmten Strophenform, bestehend aus zwei Quartetten (zwei vierzeilige Strophen) und zwei Terzetten (zwei dreizeilige Strophen); durch die vorhandene Zäsur zwischen den Quartetten und Terzetten besonders gut geeignete Form für die Gedankendichtung: Satz (These) und Gegensatz (Antithese), Frage und Antwort, Problem und Lösung, Erlebnis und allgemeine Anwendung, Gedankenspiel und Fazit (vgl. Bantel 1963, S.84)Reimverschränkung kann je nach historischer Tradition unterschiedlich ausfallen: 1) italienischer Petrarca-Typ: a) alternierender Oktavbau und zwei Sextettordnungen
abab / abab / cdc / dcd
abab / abab / cde / cde
b) umschlingender Oktavreim und zwei Sextettordnungen
abba / abba / cdc / dcd
abba / abba / cde / cde
2) französischer Ronsard-Typ: umschlingender Oktavreim und zwei Sextettanordnungen
abba / abba / ccd /eed
abba / abba / ccd/ ede
3) englischer Shakespeare-Typ: drei alternierend reimende Quartette und ein Reimpaar
abab / cdcd / efef / gg
- vgl. Ivo Braak 1969, S.138) - vgl. Vers, Strophe
Beispiel für den frz. Ronsard-Typ:
Du siehst, wo du siehst, nur Eitelkeit auf Erden,
Was dieser heute baut, reißt jener morgen ein ...
(Andreas Gryphius, Es ist alles eitel)

Soziale Abhängigkeitsorientierung
1. nach Lehtinen (1994, S.156f.) eine der drei Prototypen von strategischen Orientierungen die Lernende einnehmen; zwischen ihnen bestehen Übergänge und sie lassen sich auch noch weiter abstufen: a) problem- und aufgabenbezogene Orientierung b) soziale Abhängigkeitsorientierung c) Ich-bezogene Orientierung - vgl. Lernstrategische Orientierungen 2. in der Schreibdidaktik zeigt sich nach Baurmann 2(002/2008, S, 76) die soziale Abhängigkeitsorientierung beim Schreiben in der Schule u. a. darin, dass die Schreiberinnen und Schreiber die sozialen und die Leistungserwartungen ihrer Lehrkräfte erfüllen wollen, indem sie sich z.B. auf die Schreibaufgaben konzentrieren, die man mit besonderem Fleiß bewältigen kann - vgl. Lernstrategische Orientierungen (Schreibdidaktik), aversives Motivationssystem

 
Sozial-interaktive Fertigkeiten
Tätigkeiten im Bereich des Handlungswissens; Können im Umgang mit anderen Menschen; Formen: Geschick, Einfühlungsvermögen (vgl. Jarz 1997, S.77, Mandl/Spada (1988) - vgl. Fertigkeiten, Handlungswissens
Beispiele: Geschick und/oder Einfühlungsvermögen bei der Konfliktlösung

 

Spatenfrage
von Clark (1973) geprägter Begriff zur Bezeichnung einer Problemfrage beim Brainstorming, die mitten ins Zentrum eines Problems führt; beim Brainstorming zur effektiven Gestaltung der Ideenfindung - vgl. Brainstorming, Schneeschaufelfrage, Fragearten
Beispiele: Wie können wir das Klima in unserer Schule verbessern?
Wie lässt sich der Umsatz unserer Filialen erhöhen?
 
Spitzenformulierung
In der Argumentationstheorie Bezeichnung für die Hauptthese bzw. die zentrale Konklusion einer komplex und hierarchisch angelegten Argumentation; sie steht in der Hierarchie der Thesen am höchsten und ihr lassen sich die übrigen Thesen und Argumente zu- bzw. unterordnen; obwohl logisch gesehen erst aus den Argumenten folgend steht sie oft schon am Anfang eines Textes oder wird am Beginn eines Gesprächs formuliert - vgl. Bayer 1999, S.448 - vgl. Argument, Argumentation, Argumentationstheorie, Hauptthese
 
Spontanes Gespräch
(auch: natürliches spontanes Gespräch) - im gesprächsanalytischen Ansatz von Helmut Henne und Helmut Rehbock (1995) Bezeichnung für natürliche Gespräche, die im Gegensatz zu den arrangierten Gesprächen unvorbereitet  stattfinden  - vgl. Gespräch, natürliches Gespräch, arrangiertes Gespräch

Sprachfehler
1. allg.: Fehler, die man beim Gebrauch einer Sprache macht; umgangsspr. unter Einschluss von Sprechfehlern; 2. in der Schule: bei der Korrektur von Schreibprodukten (Aufsätzen) Verstöße gegen die Syntax / Grammatik; Korrekturzeichen z. B. Spr; 3. Problem, das mit einer Beeinträchtigung durch eine Sprachstörung hervorgerufen wird; - vgl. Sprachstörung, Sprechfehler,

 
Sprachgestaltender Aufsatz
in der traditionellen Aufsatzlehre Bezeichnung für einen seit den 1930er Jahren bis in die Gegenwart hinein wirkenden Typ des Schulaufsatzes, der vor sich vor allem der so genannten "inneren Sprachbildung" und der Entwicklung eines sehr begrenzten Verständnisses von  Sprachkompetenz verpflichtet sieht; sprachlich-stilistische Komponenten der Textproduktion stark am Verhältnis von Inhalt und Form orientiert, das sich in der Beherrschung unterschiedlicher sprachlich-stilistischer Varianten niederschlägt wie z. B. der subjektiven und expressiven Erlebnissprache beim Erzählen und Schildern und dem sachlich-nüchternen Schreiben in einer Sach- oder Zwecksprache bei Betrachtungen, Beschreibungen, beim Berichten und Erörtern - vgl. Aufsatzlehre, gebundener Aufsatz, funktionaler Aufsatz, freier Aufsatz, Erlebnisaufsatz,

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Sprachhandlung
vgl. Sprechhandlung
 

Sprachkompetenz
1. Fähigkeit eines menschlichen Sprechers oder Hörers einer Sprache unter Verwendung einer begrenzten Anzahl von Elementen und Regeln eine unbegrenzte Anzahl von Sätzen dieser Sprache zu bilden und zu verstehen, indem einer unbegrenzten Menge von Bedeutungsstrukturen eine unbegrenzte Menge von Lautstrukturen zugeordnet werden; entwickelt sich in verschiedenen Teilbereichen, ohne dass sich alle untergeordneten Kompetenzen und Teilfähigkeiten in den vier Grunddimensionen der Sprachkompetenz (Lesen, Schreiben, Sprechen und Hörverstehen) gleichzeitig miteinander entwickeln - vgl. Sprachliche Kompetenz

Sprachliche Eindeutigkeit
1) hinsichtlich der Wortbedeutung (semantisch): vgl. Monosemie, Disambiguierung
 
Sprachliche Einfachheit
Auf den Hamburger Verständlichkeitsansatz in der Kommunikations- bzw. Lesepsychologie zurückgehende Richtlinie zur Erreichung optimaler Verständlichkeit bei der Textproduktion (Verständlichmacher); umfasst folgende  Textmerkmale: einfache Darstellung, kurze einfache Sätze, geläufige Wörter, erklärte Fachwörter, konkret, anschaulich; Gegensatz: Kompliziertheit  - vgl. Christmann/Groeben 1999, S.182, Langer u.a. 1993, S.16) - vgl. Verständlichmacher, Textverständlichkeit 
 
Sprachliche Kompetenz
Fähigkeit des Sprechers oder Hörers einer Sprache unter Verwendung einer begrenzten Anzahl von Elementen und Regeln eine unbegrenzte Anzahl von Sätzen dieser Sprache zu bilden und zu verstehen, indem einer unbegrenzten Menge von Bedeutungsstrukturen eine unbegrenzte Menge von Lautstrukturen zugeordnet werden. - vgl. Sprachkompetenz

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Sprachliches Zeichen
Zeichen als eine Einheit von Ausdruck (Lautung) und Inhalt (Bedeutung); nach SAUSSURE Einheit von Signifiant (Signifikant) und Signifié (Signifikat); Verbindung zwischen Ausdruck und Inhalt ist arbiträr (=willkürlich, an sich beliebig), ist aber durch Konvention (Übereinkunft) in jeder Einzelsprache festgelegt. Was der Sprecher in der außersprachlichen Wirklichkeit meint (außersprachlicher Bezugspunkt auf den das Zeichen verweist) nennt man Denotat.
 
Sprachschicht
(Derzeit nur Platzhalter!) -

»Sprachstörung
Bez. für eine nach (»ICD-10,  »ICD-10 online (WHO-Version 2016) als Krankheit oder Gesundheitsbeeinträchtigung diagnostizierbare Störung, die bei der kognitiven Erzeugung von Sprache auftreten und die in der Folge den Sprachaufbau und das Sprachvermögen beeinträchtigen; man spricht in diesem Zusammenhang auch von Sprachfehler; Unterscheidung zwischen dem »vollständigen Ausbleiben der Sprachentwicklung, einer »gehemmten Sprachentwicklung und der sogenannte »Aphasie voneinander; - vgl. Sprechstörung, Sprachfehler, Sprechfehler

Sprachwissen
Wissen über Sprache und den Sprachgebrauch - vgl. Wissen

 
Sprechakt, initiativer
vgl. initiativer Sprechakt - vgl. Sprechakte, reaktiver Sprechakt
 
Sprechakt, reaktiver
vgl. reaktiver Sprechakt

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Sprechakte
Verständigungs- bzw. Sprechhandlungen (auch: Sprachhandlungen), die die kleinsten Einheiten der Textebene darstellen; Sprechakttypen: partnerbezogene Sprechakte, sprecherbezogene Sprechakte  (vgl. Engel 1996); - vgl. Sprechhandlung, initiativer Sprechakt, reaktiver Sprechakt
 
Sprechakte, partnerbezogene
vgl. partnerbezogene Sprechakte 
 
Sprechaktmethode
Methode zur Erfassung des Gedankenganges und/oder der argumentativen Strukturen eines Textes durch Bestimmung der meist nicht ausgesprochenen Sprachhandlungen Dabei muss man mit redebezeichnenden Verben oder Nomen die Sprachhandlung erfassen (z.B. behaupten, begründen, beweisen, verdeutlichen, erläutern, untermauern, bejahen, folgern …) Methode findet häufig Verwendung bei den Vorarbeiten zur strukturierten Textwiedergabe. vgl. Strukturwortmethode, W-Fragen-Methode

Sprechakttheorie (Searle)
als so genannte »Sprechakttheorie von »John Austin (1911-1960) begründet und »John R. Searle (geb. 1932) weiterentwickelt; Sprechen wird in dieser Theorie als kommunikatives und soziales Handeln verstanden; Sprechen ist eine sprachliche Handlung; in einem einzelnen Sprechakt werden dabei gleichzeitig drei bzw. vier Teilakte vollzogen; Teilakte eines Sprechaktes: Äußerungsakt, Propositionaler Akt (Referenz- und Prädikationsakt), Illokutionsakt (auch: illokutionärer oder illokutiver Akt), Perlokutionärer Akt (auch: perlokutiver Akt); zur Abb: Linke/Nussbaumer/Portmann (2. Aufl., 1994, S.187) haben die vier Teilaktes eines Sprechaktes (nach J. R. Searle) in einer Matrixdarstellung am Beispiel der Äußerung <Der Hund ist bissig> dargestellt;

 
Sprechausdruck
(auch: paraverbale Mittel, Parasprache) Begriff aus der Sprechwissenschaft, der sämtliche Lauterscheinungen umfasst, die beim Sprechen beobachtet werden können, ohne dass sie zu den phonetischen Unterscheidungsmerkmalen gehören; man unterscheidet vier verschiedene Gruppen, die verschiedene Botschaften konstituieren können: 1. melodramatische Mittel: Tonhöhe, Tonhöhenverlauf, Klangfarbe, Klangfülle alle abhängig von Stimme, Stimmlage und Stimmgattung 2. dynamische Mittel: Lautstärke, Lautstärkenwechsel, Betonungsstärke, Betonungsart (stereotyp skandierend oder am Sinn orientiert), Betonungshäufigkeit, alle abhängig vom Schalldruck 3. temporale Mittel: Sprechtempo, Geschwindigkeitswechsel, Pausenanzahl, Pausenlänge, Pausenart (stauend - lösend, an Sinnschritten oder Sprechakten orientiert), alle abhängig von der Zeitwahrnehmung bei der Laut- und Silbenrealisierung 4. artikulatorische Mittel: Lautart (vokalisch - konsonantisch), Deutlichkeit, Lautungsstufe (z.B. Standardsprache, Dialekt, Soziolekt - vgl. Parasprache, Paralinguistik, sprechgestaltende Interpretation
 
Sprechen
1)
alltagssprachlich: sämtliche Dimensionen der mündlichen Kommunikation 2) sprechwissenschaftlich: Sprechtätigkeit, die akustische Materialität besitzt, sich in einem sozialen Bedingungsgefüge mit einer ganzen Reihe von physischen, psychischen, inter- und intrasubjektiven Sprechhandlungen und -operationen (Sprechverhalten) vollzieht; Sprechen konstituiert Sinn, indem es das, was subjektiv gemeint ist und verstanden werden soll, konstituiert

Sprechfehler
1. allg.: jede Art von Fehler, der einem beim Sprechen unterläuft; 2. Problem, das mit einer Beeinträchtigung durch eine Sprechstörung hervorgerufen wird; - vgl. Sprechstörung, Sprachfehler,

 
Sprechen, handlungsbegleitendes
vgl. handlungsbegleitendes Sprechen
 
Sprechen, thematisches
vgl. thematisches Sprechen
 
Sprechersigle
Pseudonyme in der Transkription eines Gesprächs; dabei  verwendete Abkürzungen für die Sprecher in einem Gespräch; damit die Sprecher bei nicht-öffentlich gesprochenem Wort nicht identifizierbar sind und gleichzeitig voneinander unterscheidbar sind, werden spezielle Abkürzungen, besondere Buchstaben, Indizes, Klammerausdrücke o. ä. verwendet; üblich ist allerdings auch die anonymisierte Abbildung von Beziehungen der Gesprächspartner untereinander: Duzbeziehungen werden mit Vornamen, Siezbeziehungen mit Nachnamen oder Kombinationen aus Initialen für Vor- und Nachnamen gebildet (z. B. im GAT) - Gesprächsanalyse, Transkription, Notation
 
Sprecherwechsel
 auch turn-taking; Begriff aus der Gesprächsanalyse; grundlegende Organisationsgröße eines Gesprächs, bei dem ein Rollenwechsel stattfindet: ein ehemaliger Hörer wird zum Sprecher; verlangt eine intensive Kooperation der am Gespräch beteiligten Personen, die zur Eröffnung von Optionen der Beteiligten, zu deren Übernahme oder Abweisung durch die Beteiligten führt; Sprecherwechsel erfolgt entweder durch implizite oder explizite Fremdwahl (jemand erteilt uns das Wort) oder durch Selbstwahl (wir nehmen uns selbst das Wort); Formen des Sprecherwechsels: 1. Sprecherwechsel mit oder ohne Sprechpause (gap), 2. Sprecherwechsel mit Überlappen (overlap) 3. Sprecherwechsel mit längerer Pause bzw. Schweigen, 4. Sprecherwechsel durch Unterbrechung; Sprecherwechsel kann auf verschiedene Art und Weise vorbereitet werden, hängen aber auch von institutionellen und organisatorischen Rollen ab, die die Gesprächspartner einnehmen (z. B. Diskussionsleiter-Diskussionsteilnehmer, Richter-Angeklagter etc.); beim Sprecherwechsel spielt auch das nonverbale Verhalten eine große Rolle (Blickkontakt bei der Fremdwahl, Gesichtsausdruck und Körperhaltung bei der Selbstwahl - vgl. Gesprächsanalyse, turn-taking
 
Sprechgestaltende Interpretation
textproduktives Verfahren zur Interpretation, das auf dem bewussten Einsetzen des Sprechausdrucks beruht, z.B. Tonhöhe, Tonhöhenverlauf, Klangfarbe, Klangfülle - Lautstärke, Lautstärkenwechsel, Betonungsstärke, Betonungsart - Sprechtempo, Geschwindigkeitswechsel, Pausenanzahl, Pausenlänge, Pausenart, - Lautart, Deutlichkeit, Lautungsstufe (z.B. Standardsprache, Dialekt, Soziolekt) - vgl. Sprechausdruck, Rezitation

   

Sprechhandlung
1) häufig verwendet zur alternativen Eindeutschung des engl. Begriffs »speech act« (»Sprechakt«) 2) in der Kritik der Sprechakttheorie Bezeichnung für die Zweckgerichtetheit sprachlichen Handelns und zur Unterstreichung des Handlungscharakters des Sprechens 3) neutraler Ausdruck für »Mündlichkeit«, der aber über das Mündliche hinausreicht

»Sprechstörung
Bez. Bez. für eine nach (»ICD-10,  »ICD-10 online (WHO-Version 2016) als Krankheit oder Gesundheitsbeeinträchtigung diagnostizierbare Störung, bei der es hauptsächlich um Probleme bei der motorisch-artikulatorischen Erzeugung von Lauten geht; Wer einen Sprechfehler hat, der kann sprachliche Laute nicht korrekt und / oder fließen artikulieren;  Sprachvermögen ist in einem solchen Fall nicht betroffen; Sprachstörungen und Sprechstörungen können aber gemeinsam vorkommen; vgl. Sprachstörung, Sprechfehler, Sprachfehler

 

Sprichwort
volkstümliche Aussage, die zu den so genannten einfachen Formen (A. Jolles) zählt; Besondere Merkmale: Anspruch auf Allgemeingültigkeit, geschlossene syntaktische Form, Konstanz im Wortlaut, häufig auch besondere sprachliche Eigenschaften wie Bildhaftigkeit, Rhythmus, Reim, Alliteration, Assonanz, Parallelismus; Anspruch auf Allgemeingültigkeit leitet aus der Thematisierung einer über die Zeit, Schichten und Milieus hinausreichenden Erfahrung, die sich den häufig aus dem bäuerlichen Bereich stammenden bildhaften Formulierungen zu eigen ist; lehrhafte Tendenz teils imperativisch als Vorschrift oder Warnung ausgedrückt oder auch in verschleierter Form; wichtiger als die lehrhafte Tendenz ist die Anwendung von Sprichwörtern, die Verstöße gegen eine bestimmte (auch moralische) Regel im Nachhinein z. T. in ironisierender Weise kennzeichnen soll - vgl. Redensart, Epigramm,

 

Spruchgedicht
kleine, meist in Reimpaaren gestaltete Verserzählung, die eng verwandt mit der Beispielerzählung ist; Hauptvertreter im 13. Jh. ist der niederfränkische Dichter "Der Stricker"  (vgl. Braak 1969, S.162) - vgl. Beispielerzählung

 

Sprungraffung
Erzähltechnisches Mittel zur Zeitgestaltung; Form der sukzessiven Raffung mit hoher Raffungsintensität; Aufreihung von Vorgängen und Gegebenheiten in Richtung der  erzählten Zeit in zeitausgreifender Form wie "Ich kam, sah und siegte (veni, vidi, vici)  ; (vgl. Lämmert 1955, S.83) - vgl. durative Raffung, iterative Raffung, Schrittraffung, sukzessive Raffung, Zeitgestaltung, Zeitraffung
 
Stabreim
auch: Buchstabenreim; vgl. Alliteration, gleichlautender Anlaut von betonten Stammsilben - vgl. Alliteration
Beispiele: Bei Wind und Wetter, mit Mann und Maus, Bitte ein Bit! (Werbung); Winterstürme wichen dem Wonnemond (Wagner, Walküre)
 
Stamm
- vgl. Wortstamm
 
Ständeklausel
regelpoetische Konvention für die Gestaltung von dramatischen Texten, die in Poetiken der Renaissance und des Barock bis ungefähr zur Mitte des 18. Jahrhunderts gegolten hat; danach sollten tragischen Handlungen in →Tragödien und Trauerspielen nur sozial hochstehenden Personen wie z. B. Königen, Fürsten und anderen Personen hohen Standes, vorbehalten bleiben, weil nur diese Personen über die für die tragische Wirkung nötig Fallhöhe verfügten; demgegenüber wurden komische Handlungen, insbesondere dann, wenn sie auf Lastern beruhten und normale menschliche Schwächen wurden nur den sozial tieferstehenden Figuren eines Theaterstücks zugeschrieben; mit dem bürgerlichen Trauerspiel wird dies Ständeklausel überwunden - vgl. Tragödie, bürgerliches Trauerspiel, Fallhöhe,
 
Standort des Erzählers
Der Erzählerstandort kann sich außerhalb oder innerhalb des erzählten Geschehens befinden; außerhalb= Außenperspektive; innerhalb=Innenperspektive; häufig vermischen sich beide Perspektiven in einem Text oder wechseln einander ab (fluktuieren).
Der Erzähler kann das Geschehen in einem bestimmten räumlichen und zeitlichen Abstand darbieten. In der Nahperspektive befindet sich der Erzähler in geringem Abstand zu Geschehen und Figuren, in der Fernperspektive in großem Abstand. Wenn der Erzähler einen personalen Standort einnimmt, wird das Geschehen in den Darbietungsformen erlebte Rede oder innerem Monolog erzählt.
 
Statarisches Lesen
gründliches Lesen eines Texts mit Papier und Bleistift, mit häufigem Zurückblättern, wiederholtem Lesen ein- und derselben Textstelle etc. - vgl. textnahes Lesen
 
Statistisches Argument
Form induktiver Argumente; aus bekannten Eigenschaften einer Teilmenge in Form einer Stichprobe darauf geschlossen, dass auch die übrigen Elemente der Gesamtmenge die gleichen Eigenschaften aufweisen. (vgl. Bayer 1999, S. 239)
vgl. Argumentation, induktives Argument, statistischer Fehlschluss
 
Statistischer Fehlschluss
in der formal-logischen Argumentationsanalyse unkorrekte Form des statistischen Arguments; 1) untersuchte Stichprobe ist zu klein, um Verallgemeinerungen auf die Gesamtmenge zu ermöglichen (Fehlschluss der unzureichenden Statistik) 2) von einer bekanntermaßen oder wahrscheinlich nicht repräsentativen Teilmenge (Stichprobe) wird auf die Gesamtmenge geschlossen (Fehlschluss der voreingenommenen Statistik) 3) wesentliche Erfahrungsdaten werden unterschlagen, weil sie das Schließen von der Stichprobe auf die Gesamtmenge so verändern würden, dass dieser Schluss unkorrekt erscheint (Fehlschluss der unvollständigen Erfahrungsdaten) - vgl. Argumentation, induktives Argument, statistisches Argument, Fehlschluss,
 
Steiger
vgl. Jambus
 
Steigernde Erörterung
vgl. lineare Erörterung; Bearbeitungsart der Problemerörterung, bei der die Ober- und Unterbegriffe, die Reihenfolge der Argumente nach dem Grundsatz der Steigerung angeordnet werden müssen

 

Stellungnahme
1. allg. Form der schriftlichen oder mündlichen kritischen Auseinandersetzung mit einem vorgegebenen Problem, Sachverhalt, Text u v .m. 2. schulische Schreibform/Schreibaufgabe, der eine noch stark persönlich geprägte Argumentation zu einem Problem oder Sachverhalt zugrunde liegt; zugleich dient das Schreiben einer Stellungnahme aber auch zur Klärung der eigenen Position in einem kommunikativen Zusammenhang dient. 3. Als eigenständige schulische Schreibform im Allgemeinen ab der 7. Klasse als Vorstufe der anspruchsvolleren Erörterung im Schreibunterricht praktiziert; oft auch noch in späteren Klassen als freiere Form der Erörterung an bestimmten journalistischen Darstellungsformen orientiert, z. B. dem kommentierenden Leserbrief, in einer gewissen Eigenständigkeit vom herkömmlichen Erörterungsaufsatz fortgeführt; 4.Aufgabentyp der Abschlussprüfung im Fach Deutsch an der Berufsschule in Baden-Württemberg, dabei nicht klar abgegrenzt von der Problemerörterung 5. häufig auch undifferenzierter und fast synonymer Gebrauch des Begriffs mit dem Begriff der →Erörterung  - vgl. Stellung nehmen, begründete Stellungnahme, Erörterung, erörterndes Schreiben, Leserbrief, Brief, Bitte, Beschwerde etc.
 
Stellungnahme, begründete
vgl. Begründete Stellungnahme
 
Stellung nehmen
Form der kritischen Auseinandersetzung, die sich auf alle möglichen Aspekte eines Problems oder einer sprachlichen Äußerung usw. beziehen kann;  - vgl. Stellungnahme,
 
Sternchenthema
(auch: Schwerpunktthema); Themenbereiche im Deutschunterricht der Jahrgangsstufe 12 des Gymnasiums aber auch anderer Schularten, besonders in Baden-Württemberg, die allgemein verbindlich abzuhandeln sind, da sie Gegenstand der schriftlichen Abiturprüfung im Fach Deutsch sein können; in der Regel resultieren aus den Sternchenthemen Aufgaben zur Textinterpretation (so genanntes Literarisches Thema) oder zur literarischen Erörterung ohne direkten Einzeltextbezug anhand einer bestimmten Textvorlage; Sternchenthemen beziehen sich daher auf bestimmte literarische Texte, z. B. Ganzschriften (Lektüren) oder lyrische Texte, die inhaltlich insgesamt einem bestimmten Motivbereich der Literatur zugeordnet werden; werden vom Kultusministerium für mehrere Jahre festgelegt und veröffentlicht - vgl. Textinterpretation, literarisches Thema, untersuchendes Erschließen, erörterndes Erschließen, gestaltendes Erschließen, Schwerpunktthema

 

Stereotyp
(Derzeit nur Platzhalter!)

Steuerung, motivationale
vgl. Motivationale Steuerung

Steuerung, volitionale
vgl. Volitionale Steuerung

Steuerungslage, motivationale
vgl. Motivationale Steuerungslage

Steuerungsanlage, volitionale
vgl. Volitionale Steuerungslage

 
Stichomythie
Form der Dialoggestaltung im Versdrama; für eine gewisse Zeit bzw. einen gewissen Textabschnitt werden die Verse streng abwechselnd auf verschiedene Sprecher verteilt - vgl. dagegen Antilabe
Beispiel:
Schiller. Maria Stuart II,8 V 1170ff.

LEICESTER.    Junger Mann, Ihr seid zu rasch

In so gefährlich dornenvoller Sache.

MORTIMER. Ihr - sehr bedacht in solchem Fall der Ehre.       1870

LEICESTER. Ich seh die Netze, die uns rings umgeben.

MORTIMER. Ich fühle Mut, sie alle zu durchreißen.

LEICESTER. Tollkühnheit, Raserei ist dieser Mut.

MORTIMER. Nicht Tapferkeit ist diese Klugheit, Lord.

LEICESTER. Euch lüstet's wohl, wie Babington zu enden?

MORTIMER. Euch nicht, des Norfolks Großmut nachzuahmen.

LEICESTER. Norfolk hat seine Braut nicht heimgeführt.

MORTIMER. Er hat bewiesen, dass er's würdig war.

LEICESTER. Wenn wir verderben, reißen wie sie nach .

MORTIMER. Wenn wir uns schonen, wird sie nicht gerettet.    1880

 
Stichwortliste, lineare
vgl. Lineare Stichwortliste
 
Stichwortliste, strukturierte
vgl. Strukturierte Stichwortliste
 
Stil
charakteristische Ausdrucks- und Gestaltungsweise eines Textes - vgl. Individualstil, Zeit- oder Epochalstil, Epigonalstil, Gattungsstil, Sachstil, Wissenschaftsstil, restringierter Code, elaborierter Code, Jargon, Umgangssprache, Dialekt, parataktischer Stil, hypotaktischer Stil, Nominalstil, Verbalstil
 
Stilblüte
Bezeichnung für sprachliche Äußerungen und Formulierungen, die dadurch (ungewollt) doppelsinnig oder komisch wirken, dass sie mit einer ungeschickten und nicht passenden Wortwahl oder Wortstellung, mit dem Fehlen eines Wortes oder Satzteiles oder mit einer falschen syntaktische Verknüpfung aufwarten. Stilbüten, denen eine Katachrese (=Bildbruch) zugrunde liegt, bilden eine besondere Gruppe von Stilblüten. - vgl. Katachrese
Beispiele:  a) Ich habe den Rheumatismus und ein Kind von 4 Jahren, was auf die Feuchtigkeit zurückzuführen ist. b) Delphine sind wilde Tiere. Sie gehören in den Ozean. Und dort herrscht noch immer das Gesetz des Dschungels. c) Der 17-Jährige wurde von der Polizei alkoholisiert und aufgegriffen. d) "Der Pilot war sofort tot. Verletzt wurde bei dem Unglück jedoch niemand." (Gabi Bauer, Moderatorin der ARD-Tagesthemen)

Stilebene
unterschiedliche Terminologie und Einteilung; nach W.v.Rinsum (Fischer Kolleg Literatur) drei Grundtypen: diskursiver Stil, intensiver Stil, ironischer Stil - vgl. Stil

 

Stilelemente
Elemente der sprachlichen Gestaltung (auch häufig verwendet wie: sprachliche Mittel, sprachlich-stilistische Mittel) besonders Wortwahl, Satzbau i.w.S. (Syntax), Klang (Rhythmus, Sprachmelodie); Elemente des Aufbaus (z.B. in lyrischen Texten die Strophen- oder Versform) und andere Aspekte (z.B. Motive, Montagetechniken) können ebenfalls stilbildend sein - vgl. Stil
 
Stilfigur
auch nur Figur; Formen des Redeschmucks, die den gewöhnlichen Ausdruck kunstvoll durch einen weniger gewöhnlichen ersetzen, während bei den Tropen die Vorstellung selbst vertauscht wird.“ (Kolmer/Rob-Santer, 2002, S. 53) - vgl. Tropen/Tropus

 

Stilniveau
 - vgl. Stilebene
 
Stil, essayistischer
vgl. Essayistischer Stil,

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Stil, hypotaktischer
vgl. hypotaktischer Stil
 
Stil, parataktischer
vgl. parataktischer Stil

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Stimmungsraum
Raumtyp der Raumgestaltung im epischen Text:  vom Raum und seinen Elementen geht eine bestimmte Stimmung aus Raum (Sphäre) trägt selbst zur Atmosphäre in ihm bei Figuren erleben diesen Raum, reagieren mehr oder weniger auf ihn.
 
Stimulanz, motivationale
vgl. Motivationale Stimulanz
 
Stirnsatz
vgl. Verberstsatz

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Stoff
Inhaltselement, das in unterschiedlichen Dichtungen in räumlicher, zeitlicher und figuraler Hinsicht gleich bleibt, aber bei der Ausgestaltung von Handlungsabläufen und Situationen variabel ist. vgl. Motiv, Thema, Story,
 
Stoffsammlung
1. Arbeitsschritt beim Schritt-für-Schritt-Schreiben bei der freien Problem- und Sacherörterung; Aktivierung des vorhandenen Wissens, gemachter Erfahrungen und erlebter Gefühle im Zusammenhang mit einem Thema oder Problem; Formen: Brainstorming, Clustering, W-Fragen-Methode,  - vgl. Problemerörterungfreie Problem- und Sacherörterung

Stored writing plans
Textmusterwissen; im allgemeinen Prozessmodell des Schreibens von Hayes/Flower (1980) einer der Faktoren, mit denen ein Schreiber eine Schreibaufgabe (writing assignment) in seinem Schreibprozesses (writing process) löst; gehört zum Aufgabenumfeld (task environment) des Schreibprozesses

 

Story
auch: Fabel (aber nicht: Gattungsbezeichnung!); Inhaltselement unterschiedlicher Dichtungen, das in Bezug auf die zeitliche Folge fiktiver Ereignisse gleich bleibt, die aber unterschiedlich zeitlich oder vom Motiv her verknüpft werden können. vgl. Motiv, Thema, Stoff, Plot, Fabel, Kurzinhalt,
Beispiel: Im Roman " Der Erwählte" von Thomas Mann ereignet sich in etwa dasselbe wie in der mittelalterlichen Legende "Gregorius" von Hartmann von Aue. Allerdings wird der Leser über die Ereignisse dieser 'story' jeweils ganz unterschiedlich in Kenntnis gesetzt.

Strategien, volitionale
vgl. Volitionale Strategien

 

stream of consciousness
vgl. Bewusstseinsstrom
 
Strittig
in der Argumentationslehre Bezeichnung für eine mögliche Eigenschaft von Angelegenheiten, die jedoch nicht als solche bestritten werden können, sondern nur in als Aussagen über Erfahrungsgegenstände, die einen über das einzelne Subjekt hinausgehende verbindliche Gültigkeit beanspruchen; im Zusammenhang mit Strittigem werden in einer funktionierenden Argumentationskultur mit den dafür nötigen individuellen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen unterschiedliche Standpunkte miteinander diskutiert, die jeweils mit einem →Geltungsanspruch verknüpft werden; man unterscheidet dabei den Geltungsanspruch auf Wahrheit und den Geltungsanspruch auf normative Richtigkeit; (vgl. Kopperschmidt 1989, S.15f.) - vgl. Argumentation, argumentative Themenentfaltung, Geltungsansprüche,
 
Strophenmaß
Bezeichnung für ein metrisches Muster; welches sich einer typographisch abgegrenzten Gruppe von wenigstens zwei Verszeilen eines Textes unterlegen lässt; zusätzlich muss die Art, die Anzahl der Verse angegeben werden u. U. auch die Art der Reimbindung
 

Strukturbild
- vgl. Schaubild, Strukturskizze, Bildstatistik, Infografik,

 
Strukturierungskompetenz
Teilkompetenz der allgemeinen Schreibkompetenz, die auf die Frage antwortet: Wie baue ich den Text auf?; im einzelnen gehören dazu bestimmte Operationen des Schreibprozesses wie Beurteilung und Strukturierung von Informationen, Vorstellungen über den Textaufbau und die Art der Themenentfaltung, Planung eines Textkonzepts, Gedanken über das weitere Vorgehen bei der Textproduktion - vgl. Schreibkompetenz, Zielsetzungskompetenz,  inhaltliche Kompetenz, Formulierungskompetenz
 
Strukturskizze
- vgl. Schaubild, Strukturbild, Bildstatistik, Infografik,
 
Strukturierende Aussagenliste
Arbeitsmethode zur inhaltlichen Erfassung eines Textes in Form von Thesen; hält sich bei der inhaltlichen Erfassung eines Textes in Form von Thesen zumindest zum Teil nicht an den in einem Text vorgegebenen Aufbau und die vorgegebene Reihenfolge der Gedanken; im Gegensatz zur einfachen Aussagenliste in der Regel neue Strukturierung des Textes; eine Zwischenstellung zwischen der einfachen und strukturierenden Aussagenliste stellen einfache Aussagenlisten dar, die hierarchisch nach Sinnabschnitten gegliedert sind. - vgl. Aussagenliste, einfache Aussagenliste, Thesenpapier
 
Strukturierte Stichwortliste
Stichwortliste, die beim Exzerpieren eines Textes (ohne längere wörtliche oder sinngemäße Textzitate) im Rahmen einer  →textstrukturierenden Bearbeitungsstrategie erstellt werden kann, wenn die Unterstreichungen und Markierungen, die bei der Erfassung eines Textes vorgenommen werden, in einer gesonderten Liste ohne Berücksichtung der linearen Reihenfolge im Text aufgeführt werden; in einem mehrstufigen Schreibprozess kann sie auch durch Überarbeitung einer linearen Stichwortliste entstehen; - vgl. lineare Stichwortliste, Exzerpt, Inhaltsangabe, Textzusammenfassung, schrittweises kooperatives Schreiben, Aussagenliste,

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Strukturierte Textwiedergabe
auch: strukturierende Textwiedergabe; Textwiedergabe, strukturierte,   Textwiedergabe, Aufsatz
 
Strukturlegetechnik
- vgl. Visualisierung,
 
Strukturmethode
Methode zur Erfassung des Gedankengangs in einem Text; setzt an textinternen Strukturen des Textes an; in Anlehnung an Heinz-Ulrich Schaeder (2007) entwickeltes Konzept, das einen  top-down-Prozess bei der Erkennung von bestimmten "Strukturtypen"  von Texten in Gang setzt, mit dem erfasst wird, wie ein Text sein Thema entfaltet; auch wenn es keine festgelegte Anzahl von Strukturen in einem Text gibt, lassen sich dennoch stets wiederkehrende Strukturstereotypen erkennen, die Zugänge zum Gedankengang eines Textes schaffen können; Schaeder unterscheidet dabei Texte mit einer primär sachlogisch-aufklärenden Strukturierung, mit einer primär wirkungslogischen Strukturierung und mit einer primär ästhetischen Strukturierung

 

Strukturwort
Wörter und Formulierungen in einem Text, die Aufschluss über die argumentativen Strukturen geben. Zu derartigen Strukturwörtern zählen Partikeln, Konjunktionen und Adverbien (z.B. weil, denn, wenn … doch, wohl, schon, halt, ja…). Ferner: nominale oder verbale Strukturwörter oder Fügungen (Behauptung, behaupten, Begründung, begründen, …). Mit der Strukturwortmethode Möglichkeit zur Erfassung des Gedankenganges und/oder der argumentativen Strukturen eines Textes.

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Strukturwortmethode
Methode zur Erfassung des Gedankenganges und/oder der argumentativen Strukturen eines Textes. Strukturwörter werden als Textsignale für die Argumentationsstruktur aufgefasst. Methode findet häufig Verwendung bei den Vorarbeiten zur strukturierten Textwiedergabe. vgl. Sprechaktmethode, W-Fragen-Methode
 
Stumme Rede
Begriff aus der Erzählforschung; Formen der Figurenrede; dient zur Abgrenzung von der gesprochenen Rede; Formen; einfacher Gedankenbericht, psycho-narration, stumme direkte Rede (quoted monologue): Selbstgespräch, innerer Monolog, Bewusstseinsstrom vgl. Vogt 1996, S.304- vgl. Figurenrede, gesprochene Rede
 
Stützstrategien, metakognitive
vgl. Metakognitive Stützstrategien

 

Stützungen des Arguments
im Rahmen einer Argumentation (Beweisführung) Teile, die den Begründungszusammenhang von These und Argument absichern sollen (plausibel, stichhaltig); z.B. Beweis, Beispiele - vgl. Argumentation, erweiterte Argumentation

Subkompetenz
vgl. Teilkompetenz - in einem Kompetenzkonzept eine der übergeordneten Kompetenzen hierarchisch untergeordnete Teilkompetenz - Kompetenz,

 
Subjektsatz
Gliedsatz, bei dem der untergeordnete Nebensatz anstelle des Satzgliedes Subjekt steht; Formen: a) Konjunktionalsatz b) Relativsatz c) indirekter Fragesatz d) Infinitivsatz - vgl. Gliedsatz
Beispiele: a) Dass es so gekommen ist, erstaunt nicht.. b) Wer das nicht kapiert, hat keine Ahnung. c) Wie du das gemacht hast, ist mir ein Rätsel. d) Sich darüber schwarz zu ärgern hat doch keinen Zweck. - 
 
Subjunktion
Konjunktion, die einen Nebensatz einem Hauptsatz unterordnet - vgl. Konjunktion
Beispiel: Das Smartphone ist kaputt, weil es mir heruntergefallen ist.
 
Substantiv
vgl. Nomen, Substantivstil 

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Substantivstil
vgl. Nominalstil, Substantiv 
 
Substitution
1. Ersetzung eines Begriffes durch einen anderen; im Zusammenhang mit rhetorischen Änderungsoperationen: Entfernen und Hinzufügen = Ersetzen eines Elementes oder mehrerer Elemente 2. in der Textlinguistik: wichtiges Kohäsionsmittel zur Herstellung von Kohäsion: ein Textelement (Wort, Wortgruppe) wird im nachfolgenden Text durch ein ihm inhaltlich verbundenes Textelement wieder aufgenommen; ursprüngliches Textelement und Substitutionselement beziehen sich dabei auf das gleiche außersprachliche Objekt (z.B. Synonyme, Unter- und Oberbegriffe, Metaphern) (vgl. Linke u.a. 19943. Verschiebung eines Affektes (z.B. Wut) auf ein Ersatzobjekt (psychologischer Abwehrmechanismus) 4. Ersetzung eines sprachlichen Elementes durch ein anderes, das zur gleichen Kategorie gehört 5. Ersetzung einer bestimmten mathematischen Größe durch eine ihr entsprechende andere 6. Ersetzung von Güter oder Produktionsfaktoren durch andere - vgl. rhetorische Änderungsoperationen
 
Subsumtion
Begriff aus der kognitiven Lerntheorie Ausubels (1963); Prozess, der sich bei der Rezeption und Verarbeitung von sprachlichem Material vollzieht: bedeutungshaltiges Material wird in die schon vorhandenen hierarchischen kognitiven  Strukturen eines Lernenden bzw. eines Rezipienten integriert
 
Sukzessive Raffung
Erzähltechnisches Mittel zur Zeitgestaltung; Aufreihung von Vorgängen und Gegebenheiten in Richtung der erzählten Zeit; Formen: Sprungraffung, Schrittraffung; Grundformel: "Dann ... und dann ... " (vgl. Lämmert 1955, S.83) - vgl. durative Raffung, iterative Raffung, Sprungraffung, Zeitgestaltung, Zeitraffung
 
Summary
(auch: Zusammenfassung, Résumé): Wiedergabe der wesentlichen Gedanken und Probleme einer längeren Abhandlung oder eines längeren Berichts am Anfang oder am Schluss, um den Leser über den Inhalt des Textes zu informieren; sachlich-objektiver Stil, zusammenhängender, referierender Text in Art der Inhaltsangabe; häufig auch in mehreren Sprachen - vgl. Inhaltsangabe, Abstract, Précis
 
Superlativ
grammatisch die Höchststufe / 2. Steigerungsstufe bei der Steigerung (Komparation), die eine graduelle Differenz zwischen mehr als zwei miteinander verglichenen Werten ausdrückt; Superlativ besitzt dabei den höchsten Wert; wenn die Vergleichswerte nicht ausgedrückt werden, spricht man vom Elativ - vgl. Elativ
Beispiele: Heiner läuft von allen Kindern am schnellsten. - Der Mount Everest ist der höchste Berg der Welt
 
Suprasegmentale Merkmale
in der Sprachwissenschaft Bezeichnung für  lautsprachliche Merkmale, die lautübergreifend sind bzw. sich nicht in eine sequenzielle Abfolge von Segmenten einfügen; Suprasegmentalia, die sich über mehr als ein Segment erstrecken, sind  z. B. Ton, Intonation, Akzent und Akzentstruktur, zeitliche Dauer lautsprachlicher Äußerungen, Pausen, Sprechtempo, Sprechausdruck; häufig werden die Begriffe prosodisch und suprasegmental synonym verwendet; ansonsten ist die Differenzierung von Suprasegmentalia nach prosodischen und paraverbalen Merkmalen möglich - vgl. Gesprächsanalyse, Prosodie, Segment, paraverbale Merkmale
 
Suprasegmentalia
vgl. suprasegmentale Merkmale

Syllabische Schrift
auch: Silbenschrift; wie bei den anderen phonographischen Schrifttypen (alphabetische Schrift und Lautschrift) Schrifttyp, dessen dominante Bezugsebene im jeweiligen Sprachsystem die phonologische Ebene, in diesem Fall die Silbe ist ist; - vgl. Schrift, Schrifttypen, phonographischer Schrifttyp, alphabetische Schrift, Lautschrift, Silbenschrift

 
Syllogismenkette
Form des zusammengesetzten Syllogismus; Bezeichnung für die Aufeinanderfolge einfacher (kategorischer) Syllogismen; dabei werden die Schlusssätze (Konklusionen) der vorangehenden Syllogismen (Prosyllogismen) als Prämissen der nachfolgenden Syllogismen verwendet - vgl. Syllogismus,

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Syllogismus
deduktives logisches Schlussverfahren; Schluss (= Conclusio) wird aus zwei oder mehreren Prämissen - vgl. Aussagenlogik, PrämisseProsyllogismus,
 
Symbol
(gr. symbolon = Kennzeichen) im Gegensatz zur Allegorie real vorhandenes bildhaftes Zeichen, das über sich hinaus verweist; Beziehung zwischen Sinn und Bild offenkundig; zielt auf das Bewusstsein; - vgl.  Allegorie, Bild, Metapher, Sinnbild,

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Symbolische Zeichen
Zeichen, deren Beziehung zum Gegenstand weder auf einem Folge-Verhältnis (indexikalisches Zeichen) noch auf Ähnlichkeit beruht (ikonisches Zeichen); Laut- und Schriftzeichen der menschlichen Sprache sind fast alle Symbole (Symbolbegriff nicht identisch mit dem Begriff Symbol in der Literaturwissenschaft)

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Symbolraum
Raumtyp der Raumgestaltung im epischen Text: Raum bzw. seine Elemente haben eine tiefere sinnbildliche Bedeutung als Symbol, Allegorie, z.B. Unglücksorte, bestimmte Naturelemente usw.
 
Synästhesie
rhetorische Figur: Vermischung bzw. Verschmelzung von Reizen, die zu unterschiedlichen Sinneswahrnehmungen und Sinnesorganen gehören; in der Realität können bestimmte Sinneseindrücke (z.B. der Fingernagel des Lehrers kratzt beim Schreiben über die Tafel) eine andere Sinnesreaktion (z.B. Gänsehaut) hervorrufen; literarisch häufig bei metaphorischer Beschreibung (schreiendes Rot, heiße Rhythmen, farbige Klänge ...)
Beispiel: »Durch die Nacht, die mich umfangen,/ blickt zu mir der Töne Licht« (Clemens Brentano)

Synchrone Kommunikation
Bez. für eine im Ggs. zur asynchronen Kommunikation eine in Echtzeit zwischen zwei oder mehreren Benutzern stattfindende Kommunikation z. B. Telefon, im Chat, bei einem Videoanruf, oder in einer Videokonferenz; ohne Bedeutung, ob sich die an der Kommunikation beteiligten Personen am gleichen Ort präsent sind oder räumlich bzw. geographisch weit verteilt sind. Gegenstück zur synchronen Kommunikation ist die z. B. Telefon, Web-Chats, Instant Messaging, Videoanruf, - vgl. asynchrone Kommunikation, Kommunikation

Synchrones Online-Schreiben
vgl. synchrones Schreiben

Synchrones Schreiben
auch: synchrones Online-Schreiben; im Ggs. zum asynchronen Schreiben in einem Netzwerk bzw. im Internet gemeinsames kollaboratives Schreiben in Echtzeit an einem Text; technisch wird dies meistens mit so genannten »Etherpads realisiert, die in jedem herkömmlichen Browser dargestellt werden; entsprechende, in der Basisversion meist kostenlose Angebote bieten z. B. »Yourpart.eu, »Padlet, »Tiddla, »EduPad.ch, »MoPad (mozilla.org), »Piratenpad.de, »TitanPad oder auch das seit 2013 kostenlos verfügbare »ZUMpad, das Etherpad der »ZUM; Etherpads werden in virtuellen oder realen Kommunikationssituationen oft verwendet als gemeinsamer virtueller Notizzettel oder als Möglichkeit, Ergebnisse zu protokollieren; Ergänzungen und Veränderungen können sofort von den Teilnehmern vorgenommen werden; sonstige Einsatzmöglichkeiten, z. B. zur gemeinsamen Ideenfindung beim Brainstorming oder zur gemeinsamen Stoffsammlung bei Recherchen im Internet - vgl. asynchrones Schreiben, asynchrones Online-Schreiben, Schreiben

 
Synekdoche
rhetorische Figur: Begriffserweiterung /-verkürzung; ein Begriff wird durch einen anderen engeren oder weiteren Begriff, der zu seinem Bedeutungsfeld gehört, ersetzt; pars pro toto (ein Teil für das Ganze): Dach für Haus, oder umgekehrt: Eisen für Schwert  - vgl. Wortfiguren
 
Synkretistisches Schreiben
1. abgeleitet vom Begriff Synkretismus, der einen Zustand der Vermischung, Vermengung und/oder Verschmelzung von Vorstellungen, Positionen und/oder Standpunkten beschreibt; dabei kann sich synkretistisches Denken zu Denkfiguren führen, die auch widersprüchliche Elemente integriert; 2. Gegenbegriff zu logischem und zusammenhängenden Schreiben (Wygotski); vor allem von Kinder praktiziert; 3.  Gegenbegriff zu linear geordnet-fortschreibend-diskursivem Schreiben (Ortner, 2000, S.496)

 

Synonym
Wörter (genauer: Lexeme), die bedeutungsgleich oder so bedeutungsähnlich sind, dass sie innerhalb eines Satzes gegenseitig ausgetauscht werden können - vgl. Wortfiguren
Beispiele: fast - beinahe; Samstag - Sonnabend; 
 
Syntax
auch: Grammatik; veraltet: Satzlehre; Lehre von den Beziehungen der sprachlichen Zeichen im Satz, von ihren Beziehungen in Satzbauplänen und ihren Funktionen im Satz; Erklärung von verschiedenen Satztypen und Satzbaumustern und ihres Zustandekommens
 
Synthetisches Drama
vgl. Zieldrama

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Szenische Darstellung
Mittel der Erzähltechnik: direkte Redewiedergabe der Figuren ohne kommentierende Einmischung des Erzählers oder der Erzählinstanz; Erzählerbericht i. w. S. tritt zugunsten des Dialoges soweit zurück, dass der Erzähler kaum mehr spürbar ist (neutrales Erzählen); Nahperspektive - vgl. direkte Rede
Beispiel: - "Deine Entschuldigungen kannst du dir sparen", sagte Antonia..
- "Aber... so hör doch, ..".
- "Das werde ich nicht, du bist..."
- "Ach, so geht es also weiter!"

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Szenische Interpretation
(derzeit nur Platzhalter!) - vgl. produktive Textarbeit, Rollenspiel

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A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

 
 
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