U
 

Home
Nach oben
Zurück
Weiter
 

 

l_u.jpg (795 Byte) 

Glossar

Fachbegriffe für den Deutschunterricht

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T - V W X Y Z

 
Überarbeiten Sie den Text ...
Überarbeitungsstrategien
Überblicksinformation 
Über-den-Rand-hinaus-Schreiben
Übergeordnete Operatoren
Umfassendes Wissen
Umschreibendes Zuhören 
Umsetzungen
Umstandswort
 
Unbestimmtheitsstelle 
Understatement
Unified writing

Untersatz
Untersuchendes Erschließen
Untertext 
Unveränderliche
Wortarten

 
     
  Überarbeiten Sie den Text ...
1. allg.: Schreibaufgabe im Rahmen eines Schreibprozesses, bei der ein Text zur Optimierung der Textqualität planvoll untersucht und verändert (überarbeitet wird) (→Überarbeitungsstrategien); oft auch mit einem konkretisierenden Operatorattribut versehen (z. B. Überarbeiten Sie den Aufbau des Textes (in dem Bereich), oder: Überarbeiten Sie die Argumentation zu diesem Aspekt, (indem Sie....); Grundlage auch häufig →Kriterienkataloge zur Erfassung von Textqualität, um das Identifizieren von Überarbeitungsaufgaben zu erleichtern und entsprechende Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen  2.Übergeordneter Operator der sich auf alle drei →Anforderungsbereiche der →Abiturprüfung im Fach Deutsch bezieht; selbst jedoch keine Schreibaufgabe der Abiturprüfung und auch in den meisten Fällen nicht zur Bewertung und Benotung von Schreibprodukten der Schülerinnen und Schüler herangezogen werden; in einem prozessorientierten Schreibunterricht unersetzlicher Teil des →Schreibprozesses (→Texte überarbeiten) und als Textrevisionskompetenz wichtiger Teil der →Schreibkompetenz in allen ihren Bereichen (→Zielsetzungskompetenz, →Inhaltliche Kompetenz, →Strukturierungskompetenz, →Formulierungskompetenz) 3. Voraussetzungen: Systematischer Erwerb von Textrevisionskompetenz, um →Überarbeitungsstrategien beurteilen, →Revisionsklassen und Revisionshandlungen alters- und schreibaltergemäß, auf unterschiedlichen Kompetenzniveaus, durchführen zu können -  vgl. übergeordneter Operator, fächerübergreifender Operator, Schreibkompetenz, Schreibprozess, Schreibentwicklung, Textrevisionskompetenz,
 
     
  Überarbeitungsstrategien
in Anlehnung an Flower u.a. (1986) von Baurmann (2002/2008, S,96, 110; 2005a, S.4f.) verwendete Bezeichnung für das Vorgehen bei der Überarbeitung von Texten (Textrevision). Dabei unterscheidet er zwei Formen: a) die eher unsystematische Strategie des Entdeckens und Neuschreibens, die von wenig geübten und gering motivierten Schreibern verwendet wird; dabei werden entweder kleine Korrekturen vorgenommen oder, wenn es zahlreiche Auffälligkeiten gibt, wird auch der ganze Text komplett neu geschrieben; b) die Strategie des planvollen Untersuchens und Überarbeitens geht in einem dreischrittigen Verfahren an die Überarbeitung heran: zunächst werden die Auffälligkeiten identifiziert, dann werden Lösungsmöglichkeiten diagnostiziert und schließlich die erforderlichen Textrevisionen vorgenommen - vgl. Textrevision, Revisionskompetenz,
 
 
Überblicksinformation
Teil der strukturierten Textwiedergabe; informiert den Leser über das Wesentliche des Textes; Aspekte: Basissatz (kürzestmögliche Zusammenfassung des Themas, Inhalts und der Kernaussage des Textes), Informationen über den Verfasser/die Verfasserin, Beruf/gesellschaftlicher Status geistige/politische/weltanschauliche Orientierungen und Haltungen,  konkreter Schreibanlass, situativer und/oder historisch-sozialer Kontext der Textentstehung, Textart/Textsorte,  Zielgruppe/Adressatenkreis/intendierter Leser - vgl. strukturierte Textwiedergabe, Basissatz
     
  Über-den-Rand-hinaus-Schreiben
nach Böttcher/Wagner (1993, S.25) ein schrittweise kooperatives wie kreatives Revisions- und Textproduktionsverfahren, das eine förderlichen Begleitung des Schreibprozesses bei der Textrevision bietet - vgl. Textrevision,
 
     
  Übergeordnete Operatoren
1. Im Fach Deutsch, orientiert an den →Anforderungsbereichen für die →Abiturprüfung im Fach, →Operatoren, die sich auf alle drei Anforderungsbereiche beziehen, d.h. Operatoren, die Leistungen in allen drei Anforderungsbereichen verlangen; Beispiele: →analysieren/interpretieren, →erörtern, →überarbeiten - vgl. Anforderungsbereich, Operator, fächerübergreifener Operator,
 
     
  Umfassendes Wissen
im Alltagssprachgebrauch Bezeichnung für ein einen größeren Wissensbereich vollständig durchdringendes Wissen oder ein Wissen, das die Begrenzungen eines oder mehrerer Wissensbereiche übersteigt. Ggs. punktuelles Wissen
 
 
Umschreibendes Zuhören
Zuhörer-, Sprech- und allgemeines Kommunikationsverhalten des Empfängers einer Nachricht in der Kommunikation; soeben Gehörtes wird mit eigenen Worten wiedergegeben, Rückmeldung darüber, wie das Gesagte verstanden worden ist (Weisbach 1994) - vgl. Zuhören, aktives Zuhören, aufnehmendes Zuhören"Ich-verstehe"-Zuhören, Kontrollierter Dialog 
     
  Umsetzungen
vgl. Redigierung
 
 
Umstandswort
vgl. Adverb
 
Unbestimmtheitsstelle
1. Begriff aus der Theorie der Werkerfassung »Roman Ingardens (1893-1970); Bezeichnung für diejenigen Stellen bzw. Objekte in der Schicht der dargestellten Gegenständlichkeiten eines literarischen Kunstwerkes, denen als rein intentionalen Gegenständen von vornherein eine Aspekthaftigkeit eigen ist, weil ihnen die allseitige Bestimmtheit fehlt; Unbestimmtheitsstellen können - aber nicht jede muss! - vom Leser imaginativ bei seiner Konkretisation des literarischen Werkes beseitigt werden; Beispiel: Augenfarbe des Konsuls Buddenbrook ist im Text nicht erwähnt; Unbestimmtheitsstellen können unter Beachtung der von der Textstruktur ausgehenden suggestiven Orientierungen und dem individuellen Erfahrungshorizont des Leser ausgefüllt werden; 2. Im rezeptionsästhetischen Modell »Wolfgang Isers (1926-2007)  Sammelbegriff für unterschiedliche Erscheinungen, in denen eine semantische Unbestimmtheit des Textes erkennbar ist; Voraussetzung für die aktive Beteiligung des Lesers beim Mitvollzug und der Sinnkonstitution eines Textes; Grundlage der Konsistenzbildung als Akt der Bildung von Zusammenhängen und der Beseitigung von Widersprüchen; Unterscheidung Isers: Unbestimmtheitsstellen im Sinne Ingardens - Leerstellen - Negationen - vgl. Rezeption, Rezeptionsästhetik, Wirkungsästhetik, Leerstelle, Konkretisation, Konsistenzbildung
 
Understatement
Form der Emphase; ein aus dem Kontext heraus erwarteter intensiv wirkender Begriff (u. U. sehr emotional gefärbter Ausdruck) wird durch einen schwachen, "untertreibenden" Begriff ersetzt - vgl. Emphase 
Beispiel: Der FC Bayern hat bei diesem Millionentransfer sicherlich auch die eine oder andere Mark für sich verbuchen können."
     
  Unified writing
vgl. Authentisch-gestaltendes Schreiben
 
 
Untersatz
nichtselbständiger, in einem komplexen Satz, bestehend aus Obersatz und Untersatz, eingebetteter "Nebensatz" - vgl. Engel 1996, S.180 - vgl. Satz, Satzarten, Hauptsatz, Nebensatz, Obersatz, komplexer Satz
     
  Untersuchendes Erschließen
in den Einheitlichen Prüfungsanforderungen in der Abiturprüfung Deutsch (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 01.12.1989 i. d. F. vom 24.05.2002) verwendete Bezeichnung für eine fachspezifische Erschließungsform von Texten bzw. Themen bei der schriftlichen Abiturprüfung; kann sich auf  literarische und pragmatische Texte sowie auf Medienprodukte beziehen; ebenso als Teil der Texterörterung (bzw. textgebundenen Erörterung) und des gestaltenden Erschließens möglich;
Dabei sind die folgenden Operationen bzw. Leistungen der Analyse bzw. Interpretation verlangt:
  • Erfassen des Textes in seinen wesentlichen Elementen und Strukturen

  • Formulierung der Interpretations- bzw. Analysehypothesen

  • Skizzierung des Lösungsweges, begründende Auswahl von Untersuchungsaspekten

  • aspektorientierte Organisation der Textdeutung unter Berücksichtigung des Wechselbezuges

  • von Textstrukturen, Funktionen und Intentionen (durch Erfassen zentraler strukturbildender, genretypischer, syntaktischer, semantischer, stilistisch-rhetorischer Elemente und ihrer Funktion für das Textganze)

  • Kontextualisierung: z.B. Entwicklung von literaturgeschichtlichen, gattungsgeschichtlichen, geistesgeschichtlichen, biografischen, politisch-sozialen Bezügen

  • Erkennen und ggf. Beurteilen des Zusammenhangs von Struktur, Intention und Wirkung im Rahmen des historischen und aktuellen Verstehenshorizontes

  • Diskussion von Wertvorstellungen, die in den Texten enthalten sind

  • literarische Wertung

  • Entwicklung geeigneter Argumentationsverfahren

vgl. erörterndes Erschließen, gestaltendes Erschließen, gestaltende Interpretation, gestaltendes Erschließen literarischer Texte gestaltendes Erschließen pragmatischer Texte, kreatives Schreiben, produktive Textarbeit, analysieren Sie ..., interpretieren Sie ..., deuten Sie ...,

 
 
Untertext
h: Bezeichnung für die von einer Figur unausgesprochenen, in der literarischen Vorlage nicht gestalteten, Gedanken und Gefühle; wird besonders für die Inszenierungsarbeit mit den Schauspielern einer Theateraufführung angewendet
Beispiel: Friedrich Schiller, Maria Stuart, I,3
 
Unveränderliche Wortarten
auch: unflektierte, nicht flektierbare oder unbeugbare Wörter genannt;  besitzen keine Fähigkeit zur Flexion (Beugung); in manchen Grammatiken sämtliche nicht veränderbaren Wortarten Partikeln genannt (vgl. Engel 1996, Hinze 1968); unveränderliche Wortarten nach Heringer 1989:, Partikeln, Adverb (Umstandswort), Präposition (Verhältniswort), Konjunktion (Bindewort), Interjektion (Ausrufewort). - vgl. Wortarten, veränderliche Wortarten, Partikeln

pfote_bl.gif (897 Byte)

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

     

          CC-Lizenz
 

 

Creative Commons Lizenzvertrag Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International License (CC-BY-SA) Dies gilt für alle Inhalte, sofern sie nicht von externen Quellen eingebunden werden oder anderweitig gekennzeichnet sind. Autor: Gert Egle/www.teachsam.de