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Glossar

Fachbegriffe für den Deutschunterricht

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Zäsur
Zeichen
Zeichentheorie
Zeitdeckung
Zeitdehnung
Zeitgestaltung
Zeitraffung  
Zeitungskarikatur
Zerlegendes Schreiben
Zieldrama 
Zielsetzungskompetenz
Zitat

Zitieren
Zitieren, sinngemäßes
Zitieren, wörtliches
zit. n. 
Zug
Zuhören 
Zuhören, aktives 

Zuhören, aufnehmendes 
Zuhören, umschreibendes 
Zusammenfassen
Zusammenfassung
Zweiversler
Zweckform, literarische
Zyklus

 
     
  Zäsur
Syntaktisch, metrisch oder lautlich (z.B. durch das Zusammentreffen von zwei Hebungen) bedingter Einschnitt innerhalb eines Verses (vgl. Burdorf 1995, S.66) Einschnitt innerhalb eines Verfußes, (z.B. durch ein Wort), so dass dieser Versfuß auf zwei Wörter verteilt werden muss; beim Alexandrinervers festliegender Einschnitt nach der dritten Hebung (= Mittelzäsur), die meist die antihetische Gestaltung von Gedanken unterstreichen soll, aber mitunter auch bei Verwendung des Alexandrinerverses auch absichtlich und durchaus kunstvoll überspielt werden kann (vgl. Burdorf 1995, S.67) - Vers, Versmaß, Alexandrinervers
Beispiel:
Du siehst, wo du siehst, // nur Eitelkeit auf Erden,
Was dieser heute baut, // reißt jener morgen ein ...
(Andreas Gryphius, Es ist alles eitel)
 
 
Zeichen
allgemeine Zeichendefinition: etwas steht für etwas anderes (aliquid stat pro aliquo); Zeichen können einem Zeichenbenutzer etwas präsent machen, ohne selbst dieses etwas zu sein; vgl. Semiotik, sprachliche Zeichen, ikonische Zeichen, indexikalische Zeichen, symbolische Zeichen,
 
Zeichentheorie
vgl. Semiotik

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Zeitdeckung
Das erzählte Geschehen und das Vorlesen einer Geschichte dauern etwa gleich lang (Erzählzeit = erzählte Zeit) - vgl. Zeitgestaltung, Erzählzeit, erzählte Zeit; Zeitdehnung, Zeitraffung, szenische Darstellung, Sekundenstil
 
Zeitdehnung
Das (Vor)Lesen einer Geschichte dauert deutlich länger als das Geschehen selbst. (Erzählzeit > erzählte Zeit); Mittel der Zeitdehnung: Einschübe des auktorialen Erzählers; mehrmalige zeitdeckende Darstellung eines einmaligen Vorganges; analysierende Detailbetrachtungen (Zeitlupe)

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Zeitgestaltung
im literarischen Text: Gesamtheit der  Mittel, mit denen in einem literarischen Text ein Geschehen oder eine Handlung zeitlich situiert wird; im epischen Text: Erzählzeit, erzählte Zeit; Zeitdeckung, Zeitdehnung, Zeitraffung - vgl. erzähltechnische Mittel
 
Zeitraffung
Mittel der Erzähltechnik; Vorlesen einer Geschichte dauert deutlich kürzer als das Geschehen selbst. (Erzählzeit < erzählte Zeit); Formen: sukzessive Raffung, iterativ-durative Raffung; - vgl. Zeitgestaltung, durative Raffung, iterative Raffung, sukzessive Raffung, Ereignisbericht, Gedankenbericht, Redebericht, 
     
  Zeitungskarikatur
vgl. Pressekarikatur
 
     
  Zerlegendes Schreiben
nach Ortner (2000, S.346ff.) Sammelbegriff für Schreibstrategien, die den Schreibprozess entweder in bestimmte Aktivitäten wie z. B. Stichwortlisten, Gliederungsentwürfe, Konzeptfassungen u. ä. m. zerlegen (=aktivitätszerlegendes Schreiben) oder das Schreibprodukt so aufteilen (zerlegen), dass bis hin zu einer Art Puzzle-Prinzip einzelne Textteile verfasst (z. B. Einleitung, Schluss) und am Ende erst zusammengesetzt werden (=produktzerlegendes Schreiben); dem aktivitätszerlegenden und dem produktzerlegenden Schreiben lassen sich jeweils eine Anzahl von Schreibtypen zuordnen, die im Rahmen ihrer jeweiligen Grundorientierung unterschiedliche Schreibstrategien verfolgen. - vgl. Schreibstrategie, aktivitätszerlegendes Schreiben, produktzerlegendes Schreiben, nicht-zerlegendes Schreiben,
 
 
Zieldrama
auch: synthetisches Drama oder Entfaltungsdrama; Dramentyp, dessen streng aufgebaute Bühnenhandlung  im Gegensatz zum analytischen Drama auf eine an das Dramenende verlegte Katastrophe zusteuert - vgl. Drama, analytisches Drama 
     
  Zielsetzungskompetenz
Teilkompetenz der allgemeinen Schreibkompetenz, die auf die Frage antwortet: Warum und für wen schreibe ich?; im einzelnen gehören dazu bestimmte Operationen des Schreibprozesses wie Erfassung des Schreibanlasse und Klärung der Schreibsituation, Verstehen der Schreibaufgabe, Klärung der Schreibfunktion und Schreibmotivation, Setzen eines ersten Schreibzieles, ggf. Kontrolle von Unlustgefühlen, Leserantizipation; - vgl. Schreibkompetenz, inhaltliche Kompetenz, Strukturierungskompetenz, Formulierungskompetenz
 
 
Zitat
wörtliche oder sinngemäße Übernahme oder Wiedergabe einer Wendung eines Satzes, Verses oder auch einer längeren Textpassage, eines Filmausschnittes etc. oder auch eines mündlichen Ausspruches in ein anderes Werk (oder die mündliche Rede); nötig ist die Quellenangabe: mit Angabe des Verfassers, des Erscheinungsortes und Erscheinungsdatums und der Seite (manchmal auch Titel); Quellennachweis häufig in Form von Fuß- oder Endnoten, aber auch im Text möglich - vgl. Zitieren, Literaturverzeichnis, Beleg, Belegstelle
 
Zitieren
auch: Zitation; wörtliche oder sinngemäße Übernahme oder Wiedergabe schriftlicher oder mündlicher Äußerungen von anderen - vgl. Zitat, sinngemäßes Zitieren, wörtliches Zitieren, Quellenangabe, Quellennachweis, Literaturverzeichnis, Exzerpieren, Redewiedergabe, direkte Rede, indirekte Rede, Anführungszeichen,
 
Zitieren, sinngemäßes
vgl. sinngemäßes Zitieren
 
Zitieren, wörtliches
vgl. wörtliches Zitieren
 
zit. n.
Abkürzung für: zitiert nach; Hinweis beim Zitieren in der Quellenangabe; wird verwendet, wenn ein Zitat nicht aus einer Originalquelle (Originaltext) zitiert wird
 
Zuhören
Verhalten des Empfängers einer Nachricht in der Kommunikation; Formen: aktives Zuhören, aufnehmendes Zuhören, "Ich-verstehe"-Zuhören, umschreibendes Zuhören (vgl. Weisbach 1994
     
  Zug
in der Gesprächsanalyse auf Goffman (1974) zurückgehende Bezeichnung für eine verbale Handlungseinheit, die nicht mit dem von Searle und Austin geprägten Begriff Sprechakt identisch ist; ebenso ist der Zug (engl. move, in dt. Übersetzung "Schritt") nicht mit einer auditiv zusammenhängenden Äußerungssequenz eines Sprechers gleichzusetzen, zumal in einem Gesprächsbeitrag mehrere Züge vorkommen können und manche Äußerungen wie z. B. das hörerseitige Kontaktsignal nur redebegleitend sind (vgl. Schwitalla 1979, S.96f.); im Übrigen aber auch häufig als Akt bezeichnet- vgl. Gesprächsanalyse, initiierender Akt  (initiierender Zug)
Beispiele:
Paul grüßt Erna.  - Mit dem Vollzug des Grußes erwartet Paul, dass Erna ihn wiedergrüßt. - Antje fragt Claudia etwas. - Nach der Äußerung ihrer Frage erwartet Antje, dass Erna mit ihrem nächsten Gesprächsbeitrag darauf antwortet oder zumindest eine Reaktion zeigt, z. B. eine Rückfrage stellt
 
 
Zuhören, aktives
vgl. aktives Zuhören
 
Zuhören, aufnehmendes
vgl. aufnehmendes Zuhören
 
Zuhören, umschreibendes
vgl. umschreibendes Zuhören 
     
  Zusammenfassen
1. mit dem Operator "Zusammenfassen" (Afb I + Afb II)  wird verlangt, dass wesentliche Inhalte, Aussagen und Zusammenhänge komprimiert, strukturiert und fachsprachlich richtig dargestellt werden. In Baden-Württemberg darunter die sachbezogene, strukturierte, komprimierte, auf Wesentliches ausgerichtete Wiedergabe von Texten bzw. einzelner Textaspekte verstanden. 2. daneben der modifizierte Operator →"thesenartig zusammenfassen" (Afb I + Afb II), der auf eine bestimmte Form der Textwiedergabe zielt, nämlich den Text auf zentrale Textaussagen (Hauptthesen ggf. Nebenthesen) zu reduzieren und diese in vollständigen Sätzen zu formulieren formulieren. 3. Operatoren, die häufig ebenso im Zusammenhang mit dem Zusammenfassen bzw. dem Wiedergeben eines Textes stehen, sind die Operatoren Skizzieren und Paraphrasieren
 
     
  Zusammenfassung
1. Oberbegriff für alle Arten von Texten, die einen Ausgangstext (Primärtext) mit unterschiedlichen Textkondensationsstrategien auf das Wesentliche komprimieren; in diesem Sinne auf dieser Webseite→synonym mit dem Begriff Textwiedergabe verwendet; 2. Begriff zur Bezeichnung von Textwiedergaben/Zusammenfassungen pragmatischer Texte (Gebrauchstexte) in Abgrenzung von dem Begriff Inhaltsangabe, der vor allem der Wiedergabe von literarischen Texten vorbehalten bleiben soll (so z. B. Fritzsche 2005) 3. in der angloamerikanischen Tradition so genannter summary (ähnlich wie der Begriff des Resümee (Résumé oder auch des Abstracts),  Wiedergabe der wesentlichen Gedanken und Probleme einer längeren Abhandlung oder eines längeren Berichts am Anfang oder am Schluss, um den Leser über den Inhalt des Textes zu informieren; sachlich-objektiver Stil, zusammenhängender, referierender Text in Art der Inhaltsangabe; häufig auch in mehreren Sprachen 4. als Resümee häufig die Bezeichnung für einen Teiltext, mit dem eine vorangegangene Darstellung noch einmal zusammengefasst wird - vgl. Textwiedergabe, Inhaltszusammenfassung, Inhaltsangabe, Abstract, Précis, strukturierte Textwiedergabe,
 
     
  Zweiversler
vgl. Distichon
 
     
  Zweckform, literarische
vgl. Literarische Zweckform
 
 
Zyklus
Sammlung von Werken, die zwar aus selbständigen Einzeltexten besteht, aber dennoch ein zusammengehöriges Ganzes bilden; manchmal reicht zur Bezeichnung als Zyklus auch eine mehr oder weniger zufällige, thematisch motivierte Zusammenstellung von Texten aus; im strengeren Sinn wird von Texten, die zu einem Zyklus gehören sollen, verlangt, dass sie ein bestimmtes Grundthema haben; Beispiele: Goethes "Römische Elegien", Heinrich Heines "Buch der Lieder" 

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