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Erster Weltkrieg 1914-18

Deutsches Friedensangebot und Antwort der Alliierten

Dezember 1916

 
 
  Q 1:
Das deutsche Friedensangebot an die Alliierten vom 12.12.1916
»Deutschland und seine Verbündeten, Österreich-Ungarn, Bulgarien und die Türkei, haben in diesem Kampf ihre unüberwindliche Kraft erwiesen. Sie haben über ihre an Zahl und Kriegsmaterial überlegenen Gegner gewaltige Erfolge errungen. Getragen von dem Bewusstsein ihrer militärischen und wirtschaftlichen Kraft, und bereit, den Kampf nötigenfalls bis zum Äußersten fortzusetzen, zugleich aber auch von dem Wunsch beseelt, weiteres Blutvergießen zu verhüten und den Gräueln des Krieges ein Ende zu machen, schlagen die vier verbündeten Mächte vor, alsbald in Friedensverhandlungen einzutreten. Die Vorschläge, die sie zu diesen Verhandlungen mitbringen werden und die darauf gerichtet sind, Dasein, Ehre und Entwicklungsfreiheit ihrer Völker zu sichern, bilden … eine geeignete Grundlage für die Herstellung eines dauerhaften Frieden…«
(aus: Tormin, Die Weimarer Republik, S.23f. u. 25)

Q 2:
Die Antwortnote der Alliierten vom 30.12.1916
»…Eine Anregung ohne Bedingungen für die Eröffnung von Verhandlungen ist kein Friedensangebot. Der angebliche Vorschlag … erscheint weniger als ein Friedensangebot denn als Kriegsmanöver. Er beruht auf der systematischen Verkennung des Charakters des Streites in der Vergangenheit, in der Gegenwart und in der Zukunft. Für die Vergangenheit übersieht die deutsche Note die Tatsachen, die Daten und die Zahlen, die feststellen, dass der Krieg gewollt, hervorgerufen und erklärt worden ist durch Deutschland und Österreich-Ungarn…
Für die Gegenwart stützt sich das angebliche Angebot Deutschlands auf eine ausschließlich europäische "Kriegskarte“, die nur den äußeren und vorübergehenden Schein der Lage und nicht die wirkliche Stärke der Gegner ausdrückt, Eine Friede, der unter solchen Voraussetzungen geschlossen wird, würde einzig den Angreifern zum Vorteil gereichen, die geglaubt hatten, ihr Ziel in zwei Monaten erreichen zu können, und nun nach zwei Jahren merken, dass sie es niemals erreichen werden.
Für die Zukunft verlangen die durch die Kriegserklärung Deutschlands verursachten Verwüstungen, die unzähligen Attentate, die Deutschland und seine Verbündeten gegen die Kriegführenden und gegen die Neutralen verübt haben, Sühne, Wiedergutmachung und Bürgschaften … Deutschland weicht listig dem einen wie dem anderen aus…«
(aus: GiQ V, Nr.62)
 

 
   
Arbeitsanregungen:
  1. Fassen Sie den Inhalt des deutschen Friedensangebotes mit eigenen Worten zusammen.

  2. Arbeiten Sie aus für jede Quelle heraus:

    • Welche Einschätzung der eigenen militärisch-politischen Lage liegt den jeweiligen Ausführungen zugrunde bzw. soll dem Gegner signalisiert werden?

    • Zeigen Sie auf, welche Vorstellungen über einen Frieden geäußert werden, und erläutern Sie diese mit ihren eigenen Kenntnissen der historischen Umstände.

  3. Ordnen Sie das deutsche Friedensangebot in die militärisch-politische Lage ein, die im Winter 1916/17 herrscht.

  4. Beurteilen Sie auf diesem Hintergrund die deutsche Position.
     

 
     
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