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Bildquellen analysieren

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Quellen analysieren

 
GESCHICHTE
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Externe Links
»segu-geschichte: Bildquellen untersuchen (Klasse 7-10) (pdf)

»Martin Sauer: Bilder als historische Quellen (bpb)

Quickie für Eilige

Neben schriftlichen Quellen gehören Bildquellen zu wichtigen Zeugnissen über die Vergangenheit, die Aufschlüsse über Ereignisse, Sachverhalte und die Perspektiven geben, mit denen ihre Gestalterinnen und Gestalter sowie deren mögliche Auftraggeber*innen ihre eigene Zeit oder auch zum Zeitpunkt der Produktion der Quelle vergangene Zeiten gesehen und bewertet haben.

Sie haben in ihrer Zeit in verschiedenen Kommunikationsbereichen unterschiedliche Funktionen gehabt und dienen auch heute unterschiedlichen Zwecken.

Bilder, vor allem Originalgemälde, die auch als historische Quellen visuelle Vorstellungen über die Vergangenheit vermitteln, hängen in nahezu allen Museen der Welt, zahlreiche Bilder und Reproduktionen dieser Art zieren Wände in Privathaushalten, dienen als Vorlagen, wenn es z. B. darum geht, in Schlössern bestimmte Räume, die über die Jahrhunderte hinweg immer wieder umgestaltet worden sind, wieder so zu restaurieren, wie sie laut einer bestimmten historischen Abbildung einmal ausgesehen haben, Mittelalterfeste und mittelalterliche Handwerkermärkte, wie sie heute vielerorts stattfinden, ziehen sie heran, um ein möglichst authentisch wirkendes Ambiente gestalten zu können.

Bilder aller Art gestalten dabei grundsätzlich eine besondere Form der Kommunikation, die man als • Bildkommunikation bezeichnet. Die ▪ Vorzüge, die die bildliche im Vergleich zur schriftsprachlichen Kommunikation besitzt, hat Bildern schon immer eine ganz besondere gesellschaftliche Bedeutung gegeben und dies natürlich längst bevor man sie technisch reproduzieren konnte oder bevor die Erfindung der Fotografie daneben ganz neue Akzente setzte.

Bilder

In Zeiten, in denen noch wenige Menschen lesen konnten, und dies dauerte in vielen Teilen Europas bis weit in das 18. Jahrhundert und darüber hinaus (Geschichte des Lesens), waren Bilder unverzichtbar für die Vermittlung religiöser Vorstellungen und für die Selbstdarstellung der Mächtigen und für die Repräsentation ihrer Macht. Aber auch im "»Herrgottswinkel" , einem mit einem Kruzifix gestalteten Ort in christlichen Wohnungen oder Häusern, der sich häufig in einer Zimmerecke ("Winkel“) gegenüber dem Ofen befand, waren oftmals »Heiligenbilder und/oder »Ikonen zu finden.

Typen von Bildquellen

Im Geschichtsunterricht hat man es im Allgemeinen mit verschiedenen Bildquellen zu tun, die hier mit den wohl gängigsten Typen in einer Übersicht dargestellt sind.


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Wer Bildquellen im Geschichtsunterricht im Geschichtsunterricht analysieren will, muss den Inhalt und Funktion des jeweiligen Bildes erfassen und dazu eine kritische Position einnehmen.

Dazu muss man das Bild

  • mit seinen wichtigsten Basisinformationen (z. B. Titel des Bildobjektes, Autor/Maler/Zeichner/Fotograf, Auftraggeber, Entstehungszeit, Anlass und Adressaten) erfassen

  • mit seinen für die Bildaussage relevanten Bildelementen, ihrer Komposition, ihrer Gestaltung sowie der Bildperspektive insgesamt und des gewählten Bildausschnittes beschreiben und auf ihre Wirkung im jeweiligen Kommunikationsbereich hin beurteilen

  • in seinen historischen Zusammenhang stellen und die historischen Faktoren einbeziehen, die Aufschluss über den jeweiligen Bildinhalt und seine historische Bedeutung geben und dabei auch ggf. zeittypische Elemente der verwendeten Bildsprache (z. B. Allegorien und Metaphern) entschlüsseln

  • unter Einbeziehung eigenen Wissens in seiner Gesamtaussage beschreiben und dabei die Absichten ihrer Produzenten und Auftraggeber kritisch reflektieren

Kurzkatalog von Leitfragen

Nach der Erfassung der allgemeinen Angaben zu einem Bildobjekt (Basisinformation) kann man die Analyse eines Bildes mit Hilfe der folgenden Fragen angehen. Ausgangspunkt der Analyse sollte dabei aber stets die ersten spontanen Rezeptionseindrücke sein. Dabei muss man sich aber, insbesondere bei historischen Bildobjekten mit einer schwer zugänglichen Bildsprache oft mit dem Eindruck von Fremdheit auseinandersetzen, der sich auch bei Bildern als strukturelle Fremdheit einstellen kann.

Solche Fremdheitsgefühle können sonst zu unterschiedlichen Vermeidungsstrategien und Abwehrhaltungen führen, die in der Folge das Verständnis eines Bildes beeinträchtigen können. Gerade im Geschichtsunterricht ist es aber nötig, diese strukturelle Fremdheit dadurch zu überwinden, dass das jeweilige Bildobjekt in seine historischen Zusammenhang gestellt wird (Rekontextualisierung).

Basisinformationen

Inhalt und Gestaltung

Historische Einordnung und Gesamtaussage

Um welche Art von Bildquelle handelt es sich?

Wie lautet der Titel des Bildobjektes?

Wer ist der Autor/die Autorin bzw. der Bildproduzent/die Bildproduzentin?

Wer hat das Bildobjekt in Auftrag gegeben?

Wann ist das Bildobjekt entstanden?

Zu welchem Anlass wurde es gestaltet?

An wen richtet sich das Bildobjekt?

Was ist dargestellt (z. B. Landschaft, Personen, Ereignisse., Symbole)?

Welcher (Bild-)Ausschnitt wird dargestellt?

Handelt es sich um eine realitätsnahe oder eher realtitätsferne Darstellung?

Aus welcher Perspektive wird das gestaltete Objekt abgebildet?

Wie ist die Komposition des Bildes in Vorder-, Hinter- und Mittelgrund gestaltet?

Wie sieht die Farbgebung des Bildobjektes aus?

In welcher Beziehung stehen die gestalteten Bildobjekt zueinander?

Bei Personendarstellungen: Welche • Körperhaltungen, • Gesten, welche • Mimik » und welche anderen Aspekte der äußeren Erscheinung (z. B. • Kleidung, Abzeichen und Schmuck (Accessoires), Haar und Haargestaltung) sind dabei zu erkennen?

In welchem Bezug steht die Darstellung zur außerbildlichen Realität?

Welche historischen Phänomene kommen im Bild zur Gestaltung?

Welche Aussagen werden dem Betrachter/der Betrachterin darüber nahe gelegt?

Wie sind die Besonderheiten der Bildsprache (z. B. Symbole, Metaphern, Allegorien) zu verstehen?

Welche Funktion soll das Bildobjekt in seinem Kommunikationsbereich erfüllen?

Soll das Bild seine Objekte realitätsnah abbilden oder idealisiert es seinen Gegenstand?

Soll das Bild etwas kritisieren oder Bestehendes verteidigen?

Dient das Bildobjekt propagandistischen Zwecken?

Quickie für Eilige

Externe Links
»segu-geschichte: Bildquellen untersuchen (Klasse 7-10) (pdf)

»Martin Sauer: Bilder als historische Quellen (bpb)

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 04.10.2023

 
 

 
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