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Lehrerrolle im Gruppenunterricht 

Funktionen


Die Funktionen, die ein Lehrer im Gruppenunterricht erfüllt, sind trotz eines hohen eigenaktiven Anteils der Schülerinnen und Schüler außerordentlich wichtig, zumal diese in der Regel nicht über hinreichende Erfahrungen mit derartigen Unterrichtsmethoden verfügen. 

Gruppenunterricht - wozu?

Zu Beginn stellt sich die Frage nach dem Zweck des Gruppenunterrichts: 

In welchem Verhältnis stehen 

  • effektive Stoffvermittlung (Fachkompetenz, Fachwissen),

  • Erwerb, Kenntnis und Anwendung bestimmter Arbeitsmethoden zur Problemlösung (Methodenkompetenz) und 

  • sozialerzieherische Gesichtspunkte (Sozialkompetenz)?

Je nach Antwort auf diese Frage wird die Lehrerrolle auszugestalten sein. Ganz allgemein verlangt Gruppenunterricht eine eindeutige Veränderung der herkömmlichen Lehrerrolle. Der Lehrer / die Lehrerin steht damit als Wissensvermittler nicht mehr im Mittelpunkt des Unterrichtsgeschehens, sondern wird zum Lernberater, genauer gesagt: zum Arrangeur von - im Idealfall - weitgehend selbstbestimmten Lernprozessen. (vgl. auch Gage / Berliner (1986)

Dennoch fallen dem Lehrer, zumindest in der Phase der Einübung von Gruppenarbeit, wichtige Aufgaben zu (vgl. Gudjons 1993, S.16)

Initiierende Funktion Lehrer erteilt Aufgaben und versucht damit die Lernprozesse  in Gang zu bringen
Regulierende Funktion Lehrer nimmt Einfluss auf die zeitlichen und räumlichen Vorgaben und u.U. auf die Zielformulierungen der Gruppen
Bewertende Funktion Lehrer gibt hilfreiches Feedback, gibt Anregungen zur Selbstkontrolle des Gruppenarbeitsprozesses durch die Schüler/-innen selbst
Stimulierende Funktion Lehrer versucht z.B. ins Stocken geratene Lern- und Gruppenarbeitsprozesse wieder in Gang zu bringen, Fehlertoleranzen unter den Gruppenmitgliedern zu entwickeln und Konfliktlösungsmodelle anzubieten
 Grundsätzlich
  • Keine Spontaninterventionen:
    Wenn alle Schüler wegen einer weiteren Information angesprochen werden sollen, zur Besprechung Kreis bilden

  • Mut, Gruppen über längere Zeit ohne unmittelbare Kontrolle durch Umhergehen alleine arbeiten zu lassen; stattdessen Gruppengeschehen beobachten, um im Anschluss an die Gruppenarbeit hilfreiches Feedback geben zu können (vgl. Gudjons 1993, S.13)

Erika Feustel (1992, S.21) berichtet über ihre Aktivitäten im Gruppenunterricht:

"Ich verbringe viel Zeit, auch außerhalb der zwei Stunden, im Kopierraum, um das von den SchülerInnen gefundene Material arbeitsgerecht zu vervielfältigen. Ich begucke erste Arbeitsergebnisse, gebe Ratschläge für die optische Aufbereitung, gebe Hinweise, wen die Schüler noch befragen können, tröste, wenn etwas nicht geklappt hat, überprüfe die Arbeitspläne, erinnere daran, dass die Zeit knapp wird, verhandele mit den KollegInnen z.B. über die Videokamera, versuche, der „Kunst“ postergroße Pappen zu entlocken … und koche Tee für alle."

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 30.05.2012

      
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