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Gruppenunterricht 

Probleme aus Schülersicht


Die Schülerrolle mit ihrem Anforderungs- und Verhaltensprofil, die Schülerinnen und Schüler im Gruppenunterricht einnehmen sollen, schafft aus deren Sicht auch eine Reihe neuer Probleme, die bewältigt werden müssen.

Wenn der 17-jährige Marc äußert: "Gruppenunterricht ist sehr gut für Schüler, die sich gut ausdrücken können und sich trauen, ihre Meinung in die Gruppe einzubringen. Andere ziehen sich immer mehr zurück und machen immer weniger aktiv am Unterricht mit." (vgl. Schüleräußerungen),  dann steht seine Auffassung allerdings konträr zu den Feststellungen, die die Wissenschaft dazu getroffen hat.
Gage / Berliner (1986, S. 494) betonen dagegen, dass Gruppenarbeit für diejenigen Schülerinnen und Schüler besonders geeignet sei, die ihre Problemlösefähigkeiten und sprachliche Ausdrucksfähigkeit entwickeln können bzw. müssen. 
Für die Einschätzung von Marc scheinen daher spezifische gruppendynamische Erfahrungen im Hintergrund zu stehen.

Drei Probleme scheinen die Schüler und Schülerinnen im Zusammenhang mit Gruppenunterricht besonders zu beschäftigen (nach Feustel 1992, S.20).

Realistische Zeiteinteilung:
Gruppenunterricht sollte daher nach Ansicht von Feustel (1992, S.20) wegen seines im Allgemeinen zeitaufwendigen Charakters möglichst in Zeiten ohne allzuviel Klausurstress gelegt werden. Darüber hinaus müssen wegen terminlicher oder technischer Probleme Zeitpuffer berücksichtigt werden.

Richtige Akzentuierung der Stofffülle:
Systembedingt fehlt den Schülern zu Beginn der Gruppenarbeit der nötige Überblick, um sich auf das Wesentliche konzentrieren zu können. Daher werden die ersten Ergebnisse oft nicht rechtzeitig fertig, werden viel zu lang, und wegen ihrer Länge wirken sie häufig ziemlich unstrukturiert.

Menschliches Klarkommen mit den anderen Gruppenmitgliedern:
Konflikte wegen mangelnder Arbeitsbereitschaft einzelner, wegen mangelnder Kooperationsbereitschaft, wegen Unzuverlässigkeit usw. stehen auf der Tagesordnung und sind durchaus üblich. 
Mädchengruppen, so die Beobachtung von Erika Feustel, arbeiten sehr viel stärker als die Jungen in einer Gruppe und setzen ihre Einzelergebnisse konstruktiv in ein Gesamtergebnis um, "während die Jungen häufig nur eine nicht besonders gelungene Kombination von in sich durchaus guten Einzel- bzw. Zweierergebnissen abliefern.“ (Feustel (1992, S.20)

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 29.09.2013

      
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